Zum Inhalt springen

Von #supportyourlocal bis Mundschutz nähen: Diese 5 Dinge kannst Du jetzt tun

Eine Frau mit Mundschutz. (Bildrechte: Juraj Varga)

Die Umstände unseres Lebens bleiben schwierig, Kontakte zu anderen Menschen sehr eingeschränkt. Wie wir dennoch etwas dafür tun können, dass niemand vereinsamt, Künstler oder Händler nicht bankrott gehen oder erkrankte Menschen wieder gesund werden, erfahrt Ihr hier.

#1 Sushi, italienisch – oder Gemüsekiste? Lass dir dein Lieblingsessen liefern oder nutze Abholmöglichkeiten.

Essen bleibt ein Grundbedürfnis, unabänderlich. Und weil der Genuss einer leckeren Pizza oder eines feinen Sushi-Tellers in Zeiten von geschlossener Gastronomie und Kontaktbeschränkungen umso wertvoller sind, ist eine gelegentliche Bestellung oder das Abholen des Lieblingsessens sogar doppelt sinnvoll. Denn wer sich heute ein Stück Kuchen aus dem Lieblingscafé abholt, trägt dazu bei, dass der Laden auch in einigen Wochen noch läuft und die Corona-Krise übersteht. Bei der Stadt Braunschweig gibt es eine Übersicht, welche gastronomischen Betriebe, Bestellungen annehmen und derzeit sogar einen Bringdienst aufgebaut haben.

Wer sich selbst etwas Leckeres zubereiten, aber im Moment auf einen Besuch im Supermarkt verzichten oder auf Lebensmittel direkt aus der eigenen Region zurückgreifen möchte, dem sei ein Besuch auf dem Markt empfohlen. Im Landkreis Helmstedt geht es noch einfacher: Hier reicht ein Klick auf www.issregional.de, um direkt zur Auswahl regionaler Händler zu gelangen. Von einer frischen Gemüsekiste über Imkerhonig aus dem Landkreis bis zur „Märzen“- Brauspezialität sind dort Waren im Angebot. Der Online-Shop wird in wenigen Tagen seinen Dienst aufnehmen. Über eine kleine, aber feine Einkaufstour bei Bauern aus dem Kreis Helmstedt kann man hier nachlesen.

Ein blaues Schild in Pfeil-Form mit der Aufschrift "Milchtankstelle".
Eine Milchtankstelle im Landkreis Helmstedt. Gerade jetzt gibt es gute Gründe für einen direkten Einkauf beim Bauern in der Nähe. (Foto: Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald)

Viel Zeit für Genuss bleibt bestimmten Berufsgruppen gerade aber nicht. Allen voran Ärzte und Pfleger haben alle Hände voll zu tun. Diese Leute möchte der neue Verein Cheer´s Kitchen nun täglich mit einem leckeren Menü versorgen. Mitgründer Fabian Haars von den StreetFoodBros erklärt das Konzept: „Wir kochen den Pflegern, Ärzten & Co. täglich eine leckere Mahlzeit. Und das liefern wir ihnen nicht nur direkt ins Klinikum – sie bekommen sie bestenfalls auch kostenfrei. Ermöglichen wollen wir das durch die Unterstützung von Sponsoren, seien es Unternehmen oder auch Einzelpersonen.“ Die Braunschweiger Landessparkasse machte einen Anfang und spendete 7.500 Euro. Im ersten Schritt soll das Klinikum an der Salzdahlumer Straße in Braunschweig beliefert werden. Auch hier könnt Ihr Euren Beitrag leisten.

Benjamin Brinkmann, Fabian Haars und Bastian Springer hinter einem Tresen.
Benjamin Brinkmann, Fabian Haars und Bastian Springer sind die Gründer der StreetFoodBros und unterstützen die Aktion "Cheers Kitchen". (Foto: Leevke Struck)

#2 Gutscheine statt Klopapier: Unterstütze lokale Unternehmen mit dem Kauf von Gutscheinen oder Waren

Es muss ja nicht immer Amazon sein. Auch viele in unserer Region ansässige Unternehmen und Händler liefern per Post oder bieten eine Abholung an. Welche und wie viele Einzelhändler das in Braunschweig sind, könnt ihr hier ganz schnell und übersichtlich nachsehen.

Wer seinen Lieblingsladen in der recht umfangreichen Liste nicht entdeckt hat oder als Händler selbst jede Unterstützung gebrauchen kann, dem sei #supportyourlocal empfohlen. Die Plattform ermöglicht die Einrichtung eines Online-Shops und bietet Besuchern die Suche auf Basis einer interaktiven Karte für die ganze Region und darüber hinaus.

Und wer inzwischen genug Klopapier zuhause hat, mag vielleicht auch ein paar Euro investieren, um den anstehenden Friseurbesuch, das nächste Paar Schuhe oder den nächsten Familienausflug im voraus zu finanzieren – über Gutscheine. Fragt beim Händler Eures Vertrauens nach, das Angebot wird gerade massiv ausgebaut. Eine ganz praktische Lösung wurde dafür in Wolfenbüttel gefunden. Etwa mit Einkaufsgutscheinen, die bei allen Wolfenbütteler Händlern eingelöst werden können. Oder mit der Verbreitung von Aktionen der lokalen Händler auf den sozialen Medien. Mehr über die Ideen aus Wolfenbüttel lest ihr in dem Blog echt-lessig.

Der Citygutschein Wolfenbüttel in einem Umschlag.
Jetzt kaufen - später einlösen: Mit dem Citygutschein Wolfenbüttel unterstützen Käufer die Händler in der derzeitigen Situation. (Foto: Stadt Wolfenbüttel)

#3 Nutze Apps und Webseiten, um Kontakte zu halten und deine Unterstützung für ältere Mitmenschen anzubieten.

Ältere Menschen brauchen jetzt unsere besondere Unterstützung, damit sie so wenig wie möglich ihre Wohnung verlassen müssen und sich der Ansteckungsgefahr entziehen können. Dabei geht es um ganz alltägliche Dinge, etwa den Gang zum Einkaufen oder zur Post.

Die Koordination von ehrenamtlichen Helfern übernehmen dabei ganz unterschiedliche Akteure. In Braunschweig und Wolfenbüttel organisiert die Freiwilligen-Agentur Jugend Soziales Sport e.V. über eine "Corona Hilfe-Börse" Einkäufe für Senioren, aber auch für die Helfer selbst. Auch die „Tafel“ und das Therapiezentrum Königslutter können derzeit jede helfende Hand gebrauchen, heißt es von der Agentur. Mit im „Angebot“ hat die Agentur auch „Telefon-Omas“, die sich eine Weile übers Telefon mit jungen Menschen unterhalten. So bleiben sie im Austausch und die kleinen auch beschäftigt, was auch eine kleine Entlastung für Eltern im Home-Office bedeutet. 

Im benachbarten Salzgitter wollen die Freiwilligen von „Salzgitter – Alle für einen“ rund um Stefani Steckhan helfen. Mehr als 300 Interessenten haben sich bereits in der Facebook-Gruppe eingetragen, neue Helfer sind aber jederzeit willkommen. Dabei geht es nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um Kinderbetreuung oder ums Gassi gehen mit dem Hund. Die Caritas und der Verein Super Salzgitter unterstützen das Projekt. „Es geht jetzt darum, solidarisch zu sein“, sagt Steckhan.

Für die Vernetzung von Hilfesuchenden und Helfern wurde von der Stadt Wolfsburg, dem Stadtjugendring und dem VfL die Plattform „Wolfsburger helfen“ aufgebaut. Wer zur Risikogruppe gehört und/oder in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, kann sich hier gerne melden, wenn Unterstützung beim Einkaufen, bei Botengängen oder Besorgungen von der Apotheke benötigt wird.

In Bad Harzburg wird eine entsprechende Initiative von der Diakonie Braunschweiger Land und der Luthergemeinde getragen. Auch hier geht es um Einkäufe, Besorgungen von der Apotheke, Spaziergänge mit dem Hund oder einfach nur Telefonate.

Ein Mädchen schaut auf den Bildschirm ihres Smartphones.
Jetzt ist es wichtiger denn je, mit Videochats oder Anrufen mit Freunden und der Familie den Kontakt zu halten. (Foto: Anastasia Gepp)

Über solche und ähnliche netten, kleinen Gesten freuen sich natürlich auch Freunde und Familie. Kontakthalten ist in dieser Zeit besonders wichtig. Zum Glück gibt´s das Telefon. Und wenn es das Videobild dazu sein soll, nutzt die Möglichkeiten von Skype, Zoom oder einer der zahlreichen Messenger-Dienste wie Facebook, Whatsapp oder HangOuts.

#4 Der Klassiker: Spenden! Zum Beispiel an Künstler, Vereine oder Bedürftige

Nicht nur „One World Together at Home“ der Hilfsorganisation Global Citizen versammelte Künstler vor dem heimischen Bildschirm. In unserer Region sorgte das Instagram Kreativ Festival von Die Region ebenfalls für unterhaltsame Abende.

Dennoch ist die Situation für Künstler und andere Kreative sowie deren Institutionen immer noch schwierig. Die Initiative leereshaus.de möchte für etwas Abhilfe sorgen und sammelt mit einer großen Video-Aktion am 30. April Spenden für Kulturschaffende in der Region. Dabei steuern Künstler – egal ob Gesang, Tanz, Schauspiel oder Musik – maximal dreiminütige Videos bei, die dann in einer Online-Wohnzimmer-Show gesendet werden. Virtuelle Eintrittskarten kann man dafür ab 5 Euro erwerben. 

Ein ganzer TV-Kanal hat derweil seine Räumlichkeiten erweitert, um im Livestream-Studio in Braunschweig-Rüningen eine Bühne für Musiker, Theatergruppen, Maler, Autorenlesungen und alle anderen Kulturschaffenden einzurichten. Mehrere Kameras liefern die Live-Bilder dann in die benachbarte Regie, von wo sie dann via Internet kostenfrei auf www.snale.tv gesendet werden. Auch hier können virtuelle Tickets gekauft werden, um Sender und Künstler finanziell zu entlasten – aber auch handwerklich geschickte Helfer und Requisiten sind herzlich erwünscht.

Ganz konkret mit Spenden „zum Anfassen“, etwa Kleidung, Hygieneartikeln, Lebensmitteln und Tierfutter (alles in Tüten verpackt) können Bürger bedürftigen oder wohnungslosen Mitbürgern helfen. Deine Sachspenden kanst du an dafür ausgewiesene „Gabenzäune“ stellen oder hängen, etwa in der Schützenstraße in der Braunschweiger Innenstadt, auf dem Festplatzgelände in der Weststadt oder in Frellstedt im Landkreis Helmstedt. Frage Deinen Bezirksbürgermeister, wo es in deiner Nähe die Möglichkeit für Sachspenden gibt!

Speziell um bedürftige Kinder in unserer Region kümmert sich die United Kids Foundation. Weil zum Beispiel benachteiligte Kinder weniger Chancen haben, verpassten Unterrichtsstoff aufzuholen und den Kontakt mit Gleichaltrigen in Kindergarten und auf dem Spielplatz vermissen, leiden sie in besonderer Weise unter der Pandemie. Für Kinder, die auch auf außerfamiliäre Hilfen angewiesen sind, könnt ihr hier spenden.

Nicht nur Kinder vermissen den Sport! Damit eure lokalen Sportvereine oder Fitness-Studios nach der Pandemie nicht pleite sind, braucht ihr, ganz einfach, nichts zu tun: Nur die Beiträge weiter zahlen, auch in Zeiten ohne Sportprogramm. Damit unterstützt ihr gerade die in den ländlichen Gebieten unserer Region so wichtige Funktion der Sportvereine.

Eine Frau mit Mundschutz.
Ein Mundschutz schützt insbesondere unsere Mitmenschen und ist absolut sinnvoll, wenn er vielfach getragen wird. Die TU und andere Organisationen stellen Muster und Anleitungen zum Selbstnähen bereit. (Foto: Juraj Varga)

#5 Masken nähen und an Heime spenden.

In Bayern gibt es sie schon länger, ab dem 27. April nun auch bei uns in Niedersachsen: Die so genannte „Maskenpflicht“. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes verringert die gegenseitige Ansteckungsgefahr. Das Problem: In medizinischen Einrichtungen und in Seniorenheimen sind tendenziell zu wenig davon verfügbar. Mit der Aktion „Behelfs-Mundschutz für Braunschweig“ von Inga Vogt von der Wilhelm Bracke-Gesamtschule, kann jeder, der über eine Nähmaschine verfügt, solche Masken produzieren und für Heime, Arztpraxen oder Pflegediensten von sozialen Einrichtungen wie AWO oder Caritas zur Verfügung stellen.

Unterstützt wird das Projekt von der TU Braunschweig, der Braunschweiger Bürgerstiftung sowie dem Stoffgeschäft Schickliesel in Bienrode. Mehr als 8.000 Mundschutze seien schon genäht wurden, heißt es von der Initiatorin. Wer mitnähen möchte, kann sich bei der TU Braunschweig melden und über Nähmuster, Anleitungen und Tipps informieren.

In Gifhorn sind es die Kreislandfrauen, die die Federführung übernommen haben in der ehrenamtlichen Masken-Produktion. Auch hier sind helfende oder besser gesagt "nähende Hände" willkommen.

Vorheriger Artikel
Coronakrise: Hilfestellung für Unternehmen
Nächster Artikel
Von Hybridbus bis E-Bike: Neue Mobilität in der Region