Zum Inhalt springen

Schulbücher, Lern-Apps & Co. – Die Westermann Gruppe macht schlau!

Lehrbücher gestapelt zu Bücherstapel (Bildrechte: Westermann Gruppe)

Vom "Schwergewicht" zur App: Jedes Kind kennt den „Diercke Weltatlas“ des Westermann Verlags. Die traditionsreiche Druck- und Verlagsgruppe ist seit fast 180 Jahren ein fester Bestandteil des Braunschweiger Wirtschaftslebens und ein Musterbeispiel für eine gelungene Kombination aus Wandlungsfähigkeit und Traditionsbewusstsein.

Georg Westermann: vom Lehrling zum Verleger

Es begann 1838 mit der Eröffnung einer kleinen Verlagsbuchhandlung durch George Westermann. Der Sohn eines Leipziger Goldschmieds, der in dem angesehenen Braunschweiger Verlagshaus Vieweg seinen Beruf erlernt hatte, etablierte sich durch ein breites, anspruchsvolles Buch- und Zeitschriftenprogramm. Ab 1845 betrieb er obendrein eine eigene Druckerei. Insbesondere Wörterbücher sowie Werke aus den Themenfeldern „Geografie“ und „Geschichte“ verhalfen dem Verlag schnell zu Ansehen und Umsätzen. George Westermann knüpfte ein großes kulturelles Netzwerk und pflegte persönlichen Kontakt zu Autoren wie Charles Dickens. Werke des berühmten englischen Romanciers zählten im 19. und 20 Jahrhundert ebenso zum „westermannschen“ Verlagsprogramm wie Schriften von Theodor Storm und Wilhelm Raabe.

„Für die Kartenherstellung arbeiten wir mit Aufnahmen von Satelliten, Flugzeugen und auch Drohnen.“

Michael Albrecht, Leiter der Kartographie in der Westermann Gruppe

Diercke Weltatlas: Karriere eines Klassikers

Der nachhaltigste Erfolg aber gelang dem Verlag mit seiner Schulkartographie. 1853 erschien der erste Schulatlas für höhere Schulen, Volksschulatlanten in Millionenauflage folgten. Von Anfang an sorgten drucktechnische Innovationen, vor allem im Farbdruck, für preiswerte Kartenwerke von hoher Druckqualität.

Das wohl berühmteste Werk des Verlags, der „Diercke Weltatlas“, kam 1883 erstmals in die Schulen. Bis heute sind ungezählte Aktualisierungen im Detail und unterrichtsorientierte Über- oder Neubearbeitungen Teil seiner Geschichte. So brachte etwa 1990 die deutsche Einheit Korrekturen auf 160 von insgesamt 270 Seiten!

1991 stieg der Westermann Verlag in die Computerkartographie ein und konnte 1999 die ersten interaktiven CD-ROMs mit digitalem Kartenmaterial anbieten. Seit 2008 gibt es für jede Karte des Diercke Weltatlas eine Internet-Ergänzung, etliche davon nun auch in 3D.

Ein weiterer Meilenstein wird erreicht, als 2015 der „Diercke Weltatlas digital“ erscheint. Darin können sämtliche Karten der gedruckten Ausgabe online abgerufen und anhand bestimmter Fragestellungen in unterschiedlichen Versionen betrachtet werden. Michael Albrecht, Leiter der Kartographie in der Westermann Gruppe, nennt die Zutaten, die gute Karten ausmachen: „Für die Kartenherstellung benötigen wir Aufnahmen, die wir von Satelliten, Flugzeugen und auch Drohnen erhalten, erfahrene Redakteure, die die Daten mit ihren Recherchen ergänzen, sehr gute Hard- und Software und natürlich geübte Kartographen, die aus dem Material die Karten formen.“

Die Westermann Gruppe heute: von Braunschweig in die ganze Welt

Heute ist die Westermann Gruppe einer der größten Anbieter von Bildungsmedien in Deutschland. Das Unternehmen hat Materialien für fast alle Bereiche des Lernens im Programm – von der frühen bis zur beruflichen Bildung und darüber hinaus. Einer der Schwerpunkte ist die Entwicklung digitaler Bildungsmedien wie Apps und Lernplattformen. Das Spektrum reicht vom komplett interaktiven Mathematiklehrwerk für die Grundschule über das Lernportal „kapiert.de“ bis zu Klassikern wie dem Leseförderungsportal „Antolin“.

Immer mehr Produkte der Westermann Gruppe finden inzwischen auch den Weg in den internationalen Markt. In 35 Ländern spielen und lernen beispielsweise Kinder zwischen zwei und 13 Jahren mit dem bekannten Lernsystem LÜK.

Schon bei Kindern seit Jahrzehnten beliebt – der berühmte LÜK-Kasten (Lerne, Übe, Kontrolliere) (Foto: Westermann Gruppe)

Unter dem Dach der Westermann Gruppe haben sich die bekannten Verlage Schroedel, Diesterweg, Westermann, Schöningh, Bildungsverlag EINS und Winklers verbunden. Weitere Verlage und Verlagszweige stellen Bildungsmedien speziell für den österreichischen und schweizerischen Markt her. In Braunschweig und den anderen Unternehmensstandorten in Deutschland arbeiten insgesamt 1300 Mitarbeiter. Interessiert? Das Verlagshaus sucht regelmäßig qualifizierte Redakteure, Schulberater, Produktmanager und Web-Entwickler.

Vorheriger Artikel
So macht Wissenschaft Spaß – phaeno und Planetarium
Nächster Artikel
Das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum Gifhorn