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Aus der Region in die Welt – 12 internationale Mittelständler mit starker Exportquote

In Salzgitter werden Greifer in einer Halle produziert. (Bildrechte: Salzgitter Maschinenbau AG)

Sie stellen Hightech-Flugsimulatoren her oder Bohrfahrzeuge für Bergwerke: Überall in der Region sind international erfolgreiche mittelständische Unternehmen beheimatet. Ihr Erfolg auf dem Weltmarkt beruht auf hochinnovativen Produkten und ausgezeichneter Qualität. Manchmal sind sie sogar die einzigen, die ein bestimmtes Produkt herstellen, so wie etwa die Stöbich Brandschutz GmbH aus Goslar. Erhalten Sie einen spannenden Einblick in den Mittelstand unserer Region!

Diese Unternehmen stellen wir Ihnen vor

Schwere Industrie und leichte Leckereien

Hoffmann Filtertechnik in Lengede - Damit ein Rädchen ins andere greift

Überall dort, wo Zahnräder, Getriebe, Nockenwellen, oder Kurbelwellen gefertigt werden, kommt es auf den Mikrometer an, das ist ein Tausendstel Millimeter!

Der Kühlschmierstoff, der in der Metallbearbeitung das Getriebe oder ein entsprechend anderes Teilstück reinigt und kühlt, muss dabei echte Schwerstarbeit leisten: Denn feinster Abrieb und die bei der Bearbeitung entstehende Wärme müssen im Kreislauf herausgefiltert und entzogen werden. Die Grundvoraussetzung für einen im Wortsinne reibungslosen Ablauf ist daher ein optimal gereinigter und gekühlter Kühlschmierstoff.

Hier setzt die Hoffmann Maschinen- und Apparatebau GmbH an: Das Unternehmen aus Lengede im Landkreis Peine produziert genau nach Bedarf angepasste Filter- und Kühleranlagen, die im Mikrometerbereich pro Minute zwischen 150 bis 20.000 Liter Öl filtern und rückkühlen. Diese hochexakte Fertigung ist seit nun fast Fünfzig Jahren ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, der von Kunden und Anwendern in Deutschland, Europa, China und den USA sehr geschätzt wird. Es gibt nach Angaben der Firma kaum ein Getriebe in der Welt für Windkraftanlagen, Nutzfahrzeuge, PKW und Schiffe, das nicht mithilfe von Hoffmann Filteranlagen bearbeitet wurde.

Tobias Hoffmann, Sohn des Firmengründers, und seine mehr als 250 Mitarbeiter erwirtschafteten mit diesen speziellen Spitzenprodukten 2018 einen Umsatz von 45 Millionen Euro. „60 Prozent unserer Filteranlagen gehen ins Ausland“, sagt Hoffmann.

Anschwemmfilter, Magnetabschneider, Druckbandfilter – wer schon einmal fachlich tiefer in das Thema eintauchen möchte, dem sei die „kleine Filterkunde“ auf der Website des Unternehmens empfohlen.

Tobias Hoffmann, Geschäftsführer (Bildrechte: Jörg Scheibe)

„Wir fertigen jede Anlage nach Kundenwunsch. Wir denken wie ein Maßschneider und können deshalb auch bei der Preisdiskussion oben einsteigen.“

Tobias Hoffmann, Geschäftsführer
Von Kartoffelchips bis Karosserie

Butting Gruppe in Gifhorn: Volles Rohr voraus

Am Anfang, im Jahr 1777, war das Kupferrohr. Heute, gut 220 Jahre später, sind es geschweißte Edelstahlrohre bis zu 3 Meter Durchmesser, Behälter, Tanks und riesige Rohrleitungen. Rund 100.000 Tonnen Material verarbeitet die Butting Gruppe aus Knesebeck im Landkreis Gifhorn derzeit jährlich.        

Die Erzeugnisse und Anwendungsgebiete sind dabei höchst unterschiedlich: Edelstahlrohrleitungen kommen in Meerwasserentsalzungsanlagen in der ganzen Welt zum Einsatz oder bei der Erschließung eines Ölfeldes in Kasachstan. Auch die Kraftstoff-Förderleitungen für die Ariane-Trägerrakete kommen aus dem Hause Butting. Ebenso Bohr- und Brunnentechnik auf der ganzen Welt. Der größte Teil des Umsatzes von zuletzt 525 Millionen Euro entfällt demnach auf den Export, es sind etwa 80 Prozent. Da guckt die Konkurrenz bloß in die Röhre. 

Es gibt eigentlich kaum ein Anwendungsgebiet, auf dem Leitungen, Rohre und Behältnisse der Gifhorner nicht zum Einsatz kommen könnten. „Gemeinsam mit dem Kunden entwickeln wir unsere Produkte ständig weiter“, sagt Herrmann Butting, der das Familienunternehmen in siebter Generation führt. Um die riesigen Mengen an Material verarbeiten zu können, ist natürlich viel Platz nötig. Den hat die Firma in Knesebeck: Das Gelände ist 535.000 Quadratmeter groß.

Geschäftsführender Gesellschafter der Butting Gruppe ist Herrmann Butting. (Bildrechte: Butting GmbH)

"Ich sehe meine Aufgabe darin, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit meine Mitarbeiter gute Arbeit leisten können, die sie erfüllt und ihnen möglichst Freude bereitet."

Herrmann Butting, Geschäftsführender Gesellschafter
Mittelstand in Salzgitter

Die können alles – Salzgitter Maschinenbau AG

Es gibt eigentlich nichts, was man bei der Salzgitter Maschinenbau AG (SMAG) nicht kann. Braucht der Kunde ein maßgeschneidertes Bohr- und Transportfahrzeug für ein Bergwerk, bekommt er es. Braucht jemand einen Greifer für einen Schiffskran, wird auch der gebaut. Auch Spezialfahrzeuge für den Betrieb über und unter Tage gehören zum Portfolio der Salzgitteraner. Vor allem in der Bergwerks- und in der Bohrtechnik will die SMAG in den nächsten Jahren im Export deutlich wachsen. Schon jetzt hat das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro. An Standorten in 27 Ländern ist es aktiv, unterhält Produktionsstätten in China und Indien. „Die Internationalität ist der Überlebensnerv des Unternehmens“, sagt CEO Sebastian Brandes.  

Die verschiedenen Gesellschaften und Sparten des Unternehmens, das im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, haben sich auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert. Dazu gehört auch die BMA aus Braunschweig, die Maschinen-und Anlagentechnik für die industrielle Zuckergewinnung herstellt. Der Exportschlager des Unternehmens ist aber der „Salzgittermast“, eine in alle Welt verkaufte Antenne, die in den entlegenen Landstrichen dieser Erde Funkkommunikation ermöglicht. 

CEO der Salzgitter Maschinenbau AG ist Sebastian Brandes. (Bildrechte: Salzgitter Maschinenbau AG)

Unser Ruf eilt uns voraus. Bevor man uns überhaupt kennt, steht die Tür im Ausland in der Regel offen.

Sebastian Brandes, CEO der Salzgitter Maschinenbau AG
Ein Peiner Greifer, darunter das Team.
Ein Riesending. Die Peiner Greifer gehören zu den Exportschlagern der SMAG. "An fast jedem Kran hängt ein Peiner Greifer", sagt CEO Sebastian Brandes. (Foto: Salzgitter Maschinenbau AG)
Das Fliegende Theater aus Braunschweig

Zuständig für den Nervenkitzel: Simtec Systems am Forschungsflughafen

Die englische Komödientruppe Monty Python bot in den 60er und 70er Jahren mit ihrer Show „Flying Circus“ gute Unterhaltung. Im Jahr 2020 ist das „Flying Theatre“ von Simtec Systems die Avantgarde des Entertainments.

Die „Fliegenden Theater“ bestehen aus einer Kinoleinwand in Halbkugelform und einem Bewegungssystem, in das die Zuschauer in vier Reihen übereinander einsteigen und einen Sicherheitsbügel schließen. Diese Plattform kippt in einer atemberaubenden Bewegung nach hinten und ins Blickfeld der Leinwand. Dann startet ein schwindelerregender Kinoflug über Landschaften und durch Naturgewalten, wobei sich die Plattform synchron zu den Bildern und Geräuschen bewegt und sich dreht – oder extrem schnell bis zum Gefühl der Schwerelosigkeit beschleunigt.   

In einem Freizeitpark der chinesischen Millionenstadt Nanchang eröffnete 2016 das größte „Fliegende Theater“ der Welt, es war der bisherige Höhepunkt des extrem lukrativen China-Geschäfts, das weiterhin einen wichtigen Teil zum Umsatz von 20 Millionen Euro beiträgt. „In China gibt es derzeit einen richtigen Boom bei Freizeit- und Themenparks“, sagt Geschäftsführer Bernd Kaufmann. Und ernst zu nehmende internationale Konkurrenz gibt es kaum, höchstens zwei, drei Hersteller aus Kanada und Taiwan. In den vergangenen fünf bis sechs Jahren hat Simtec rund 100 Millionen Euro Umsatz in die Region Braunschweig gebracht. Die Exportquote von 90% zeigt, dass das Hightech-Entertainment aus Braunschweig auf dem internationalen Markt voll eingeschlagen hat.   

„Wir müssen uns selbst hinter Disney World nicht verstecken, weil unsere Plattformen viel beweglicher sind“, sagt Kaufmann. Ende 2019 präsentierte Simtec das „Flying Theater“ bei einer Messe in Orlando. Das dürften auch die Universal Studios, die dort einen Filmpark betreiben, mit Interesse beobachtet haben.

Angefangen haben Kaufmann und seine ersten Mitarbeiter übrigens mit Flugsimulatoren. Diesem Geschäftszweig bleibt man bis heute treu: Mit dem weltweit einzigen Simulator für die Dornier 228, einem kleinen und sehr robusten Flugzeugtyp, der seit einigen Jahren wieder in Deutschland gebaut wird.

1985 gründete Kaufmann Simtec. (Bildrechte: Simtec)

„Simtec ist ein mittelständisches Unternehmen mit hohem Innovationspotential und der Fähigkeit, mit einem breit aufgestellten Engineering-Team Sonderanlagen für verschiedene Anwendungen und Kunden in der ganzen Welt zu entwickeln und zu bauen.“.

Bernd Kaufmann, Simtec-Geschäftsführer
Von E-Sport bis Brandschutz

Feuer und Flamme? Kein Problem für Stöbich Brandschutz aus Goslar

Heiß her geht es beim Weltmarktführer für baulichen Brandschutz aus Goslar, der vor 40 Jahren von Jochen Stöbich in seiner Garage gegründet wurde.

Die technischen Herausforderungen an Brandschutzmaterialien sind und waren hoch. Doch die Produkte von Stöbich sind zuverlässig, top-innovativ und haben weltweit einen guten Ruf. Ein Textil, dass einer Temperatur von mehr als 1000°C widersteht und dabei über mehrere Stunden intakt bleibt? Ein bloß 1 mm dickes Gewebe, das den Wärmestrahlungsdurchgang vereinfacht gesagt um rund 90% reduziert? Jochen Stöbich und seine mehr als 1000 Mitarbeiter entwickeln genau diese Produkte.

Zum Einsatz kommen die Materialien unter anderem als Feuerschutzvorhänge und Rauchschürzen. Und sie sind (fast) überall verbaut, sei es im Akropolismuseum in Athen, im Pariser Louvre, oder in internationalen Großflughäfen auf der ganzen Welt. Diese internationale Orientierung des Geschäfts trug bei einem Exportanteil von 45% wesentlich zu dem letztgenannten Umsatz von 87 Mio Euro bei. Die enge Kooperation mit den Hochschulen der Region und der Fraunhofer Gesellschaft bei der Produktentwicklung stellt sicher, dass Stöbich seinen technologischen Vorsprung hält – derzeit hat die Firma rund 200 Patente beim Brandschutz. Diese Unternehmensstrategie schlägt sich auch in Auszeichnungen nieder. "Wir sind zweimal bei den TOP-100-Innovatoren dabei gewesen, haben diverse Innovationspreise bekommen und waren 2018 Unternehmer der Region 38“, erzählt Jochen Stöbich.

In Goslar steht das Werk von Stöbich.
Blechbearbeitung bei Stöbich im Werk in Goslar. (Foto: Stöbich Brandschutz GmbH)

„Auch nach 39 Jahren fühlen wir uns in der Region immer noch wohl. Es bestehen enge Verbindungen zu den Technischen Universitäten Brauschweig und Clausthal, zu der Fachhochschule Wolfenbüttel, aber auch zu der Fraunhofer Gesellschaft.“

Jochen Stöbich, Geschäftsführer

Trotz der internationalen Ausrichtung seines Unternehmens hat der Geschäftsführer eine starke Bindung zur Region: „Ich fühle mich in Goslar wohl und denke nicht daran, den Standort unserer Zentrale zu verlegen“, sagt er. Die Brandschutzversuche werden heute natürlich nicht mehr in Stöbichs Garage durchgeführt, sondern zum Beispiel in einem eigenen Versuchscontainer.

Ein Traum für Treckerfahrer – Die Wilhelm Stoll Maschinenfabrik in Lengede

Wie viele seiner Mitarbeiter schon in Kindheitstagen am liebsten mit Treckern gespielt haben, weiß Stoll-Geschäftsleiter Guido Marenbach natürlich nicht. Fakt ist: Sie müssen es gründlich getan haben. Denn heute gehört Stoll zu den besten und größten Frontlader-Herstellern der Welt. Die riesigen Fahrzeuge sind im Einsatz auf den Feldern und Farmen, Höfen und Weiden dieser Erde. Sie transportieren Strohballen, stapeln Paletten oder „rücken“ Bäume.

In Deutschland kommt seit 1965 sogar jeder zweite Frontlader von Stoll, was ein Beweis für die herausragende Qualität der Firma aus Lengede im Landkreis Peine ist.

Die etwa 500 Mitarbeiter sorgen weltweit mit ihrer Tatkraft und Innovationsfreude dafür, dass Stoll 2017 einen Umsatz von 70 Millionen Euro machen konnte und einen internationalen Markt nach dem anderen erschließt. Mittlerweile haben die Lengeder auch in China und Südostasien Fuß gefasst und bieten passgenaue Werkzeuge für Traktoren – egal ob diese mit zehn oder 300 PS unterwegs sind.

Umweltfreundliche Flugzeuge und fliegende Autos

„Special Missions“ in der Luftfahrt – Ein Fall für Aerodata aus Braunschweig

Möglichst genau muss sie sein, fehlerfrei arbeiten können und zuverlässige Daten liefern: Wenn es um „Special Missions“-Systeme in der Luftfahrt geht, etwa bei der Flugsicherung, den Luftstreitkräften oder der Bergwacht, muss die Elektronik äußerst präzise funktionieren. Auch zum Aufspüren von Ölteppichen oder illegalen Brandrodungen im Regenwald braucht es eine hochsensible Sensortechnik. Oft kommen Unternehmen und Behörden aus der ganzen Welt dann auf Aerodata in Braunschweig zu.

An dem hochmodernen, lichten Firmenstandort am Braunschweiger Forschungsflughafen arbeiten über 130 Mitarbeiter daran, „Special Missions“-Systeme genau nach Kundenwunsch zu entwickeln. Mehr als 100 solcher Systeme hat Aerodata bereits ausgeliefert, in über 50 Länder. In 2018 machte die Aerodata-Gruppe 45 Millionen Euro Umsatz. Einer der aktuellsten Kunden war die japanische Küstenwache, die man mit Überwachungssystemen ausrüstete. Dazu gehören beispielsweise Radarsysteme, Optik- und Infrarotsensoren und Suchpeiler. "Wie ein Hausbauer können wir dem Kunden ein schlüsselfertiges Projekt übergeben", sagt CEO Hans J. Stahl.

1985 startete Stahl das Unternehmen als Ausgründung der TU Braunschweig, heute ist die Firma ein Global Player im Bereich der speziellen Luftfahrtelektronik. Die Kunden haben übrigens ganz kurze Wege zu Aerodata: Viele können direkt mit ihrem eigenen Flugzeug anreisen.

In 50 Ländern betreut die Aerodata AG Kunden.
Die "Werft" der Aerodata AG am Forschungsflughafen Braunschweig-Wolfsburg. Das Unternehmen betreut Kunden in rund 50 Ländern. (Foto: Aerodata AG)
Bereits 1985 wurde die Aerodata AG gegründet. (Bildrechte: Aerodata AG)

"Unsere Mission-Management-Systeme übernehmen im Flugzeug die Aufgaben des Gehirns und der Sinneswahrnehmung."

Hans J. Stahl, CEO der Aerodata AG im Wirtschaftsforum
Goslar: Einer der größten Chemie-Standorte Norddeutschlands

Die Teilchenvermesser - Sympatec aus Clausthal-Zellerfeld

Pulver und Fasern, Granulate und Emulsionen sind winzige Bausteine und Stoffe. Ihre Einzelteile sind zwar manchmal mit dem normalen Mikroskop zu erfassen, doch wie groß sind sie – und wie kann man sie messen? Diese Fragestellung war 1984 der Ausgangspunkt für Dr. Stephan Röthele, die Partikelmesstechnik sein Spezialgebiet. Seine Ausgründung aus der TU Clausthal – der ersten damals – firmiert heute unter dem Namen Sympatec und hat bei einem Exportanteil von knapp 90 Prozent einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro.

Ein Sympatec-Messinstrument in Clausthal-Zellerfeld.
Mit den Messinstrumenten von Sympatec aus Clausthal-Zellerfeld wurde es erstmals möglich, winzige Partikel "trocken" und umso genauer zu vermessen. (Foto: Christina Lohner)

Das Unternehmen entwickelt heute Maschinen zur Trocken-Analyse von Partikeln mit einer Größe unter 1 Mikrometer – das war vorher nur in Flüssigkeit möglich. Die Technologien von Sympatec, etwa die Laserbeugung oder die dynamische Bildanalyse, sind die Exportschlager des Unternehmens, das Wachstum hat in allen Bereichen stark zugenommen. Gekauft werden sie zum Beispiel von der Pharmaindustrie. „Dort ist die Partikelgröße vor allem wichtig für die Wirkung von Medikamenten“, erklärt Röthele. Stimme das Verhältnis zwischen Träger- und Wirkstoffverteilung nicht, könne eine Tablette Schmerzen verursachen, statt zu heilen. Aber auch bei Lebensmitteln wie Schokolade kann die Qualität und das Fließverhalten über die Partikelgröße, deren Form und Verteilung, gezielt gesteuert werden.

Die Firmenzentrale in Clausthal-Zellerfeld heißt – wie passend – „Pulverhaus“, benannt nach einem alten Lagerhaus für Sprengstoff, der im Bergbau verwendet wurde. Heute genießt das Pulverhaus einen international herausragenden Ruf in der Partikeltechnik. Die Belegschaft wird sich weltweit innerhalb der letzten sieben Jahre bis Ende 2020 wohl auf 200 Mitarbeiter verdoppelt haben. Ein weltumspannendes Netz von Niederlassungen, von Mumbai und Jekaterinburg bis New Jersey, hilft Sympatec, Kunden in über 75 Ländern zu betreuen und zu gewinnen.

Dr. Stephan Rötele (Bildrechte: Sympatec)

„Wir haben die Partikel aus dem Wasser geholt - bis dahin wurden sie nur in Flüssigkeit dispergiert.“

Dr. Stephan Röthele, Firmengründer von Sympatec
Von Aminosäuren bis Zylinder

Gesundheit aus der Flasche: Hochwertige Aminosäuren aus Helmstedt

DL-Asparaginsäure, L-Phenylalanin… schon mal gehört? Oft sind sie Teil eines lebenswichtigen Infusionsgemisches, welches Patienten im Krankenhaus über den „Tropf“ verabreicht wird. Die Wirkstoffe in einer solchen Infusion sind in Aminosäuren gelöst – und genau diese produziert das 1958 gegründete Unternehmen Amino mit Sitz in Frellstedt.

Die hochwertigen pharmazeutischen Aminosäuren kommen allerdings auch in anderen Anwendungen wie Medikamenten, spezieller Säuglingsnahrung oder Diätika zum Einsatz. Die individuellen Produktzusammensetzungen aus dem Kreis Helmstedt werden auf der ganzen Welt nachgefragt, so dass das Unternehmen mit Umsatz in guter zweistelliger Millionenhöhe heute in über 30 Länder ausliefert. Die wichtigsten Zielmärkte sind neben der EU auch Nord- und zunehmend Südamerika. Mit einer Exportquote von über 75 Prozent ist Amino international bestens aufgestellt.

Um diese Entwicklung weiter zu stärken, weitete Amino in den letzten Jahren die Produktion und die Zahl der Standorte und Gebäude aus und erhöhte stetig die Mitarbeiterzahl. Blau-grün leuchten die Neubauten des Unternehmens neben dem leerstehenden Ziegelbau der alten Zuckerfabrik. Darin finden sich Produktionshallen, Labore und die Qualitätskontrolle. "Es ist eine schöne Herausforderung, den Standort so zu modernisieren, dass ich ihn in einigen Jahren übergeben kann", sagt Geschäftsführer Dr. Lutz Thomas.

Im vergangenen Jahr eröffnete er feierlich das neue Innovationszentrum, darin soll an Aminosäuren-Derivaten geforscht und auch technologisch ein weiterer Sprung nach vorn gemacht werden.

Geschäftsführer der Amino GmbH ist Dr. Lutz Thomas.  (Bildrechte: Hannah Schmitz)

"Sie sollen innovativ und produktiv arbeiten, aber meinetwegen können sie dabei auch AC/DC hören"

Amino-Geschäftsführer Dr. Lutz Thomas über moderne Arbeitsorganisation und die Freiheiten der neu eingestellten jungen Chemiker.
Beste Aussichten

Erfolgsrezept: Highend-Küchentechnik aus Wolfenbüttel

MKN? Nie gehört? Dann fragen Sie mal bei einem Profikoch oder in der Gastronomie nach. Dort wird man Ihnen vermutlich vorschwärmen von den Geräten mit feinster Kochtechnik. Die Maschinenfabrik Kurt Neubauer (MKN) kombiniert klassische Küchentechnik mit innovativen, multifunktionalen Geräten. Weil diese den Kochprozess oft auf eine ganz neue Stufe heben, laden die Wolfenbütteler zu „MKN Cooking Experience-Seminaren“ in ganz Deutschland ein, Thema unter anderem: „Rindergulasch in 20 Minuten“.

Eine Küche von MKN in der Wilhelm Bracke Schule Braunschweig.
Eine Küche von MKN aus Wolfenbüttel, eingebaut in eine Schule in Braunschweig. (Foto: MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. KG)
MKN-Geschäftsführer Georg Weber bei einem Interview.  (Bildrechte: Holger Isermann)

„Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen für unsere Produkte erhalten und sind heute in der weltweiten Champions League angekommen.“

MKN-Geschäftsführer Georg Weber

MKN exportiert seine Geräte, vom Kombidämpfer mit Videoassistenz bis zur modularen Herdanlage, in die ganze Welt: Die Edelgastronomie im 122. Stock des Burj Khalifa in Dubai ist ebenso Kunde wie die anspruchsvolle Bordküche der Queen Mary 2. Für höchste Speisenqualität sorgen MKN-Produkte auch in der Siemens-Betriebskantine in Erlangen. Für seine internationalen Erfolge wurde MKN vor zwei Jahren mit dem Außenwirtschaftspreis, dem so genannten „Export-Oscar“, ausgezeichnet.

Auch in Bayern schätzt man die komfortable Kochtechnik, wo nicht nur Starkoch Alfons Schuhbeck beim FC Bayern auf MKN-Geräte schwört, sondern auf dem Oktoberfest auch die bekannte Hühnchen- und Entenbraterei Ammer ihr Geschäft mit den Maschinen aus Wolfenbüttel bestreitet.

Sturm und Klang in Wolfenbüttel: Pan Acoustics

Wenn das Nobelpreis-Kommitee im Stadshuset Stockholm die Sieger preisgibt, der Stadionsprecher den Namen des Torschützen verkündet oder ein „Letzter Aufruf an Passagier …“ durch den Flughafen schallt, geschieht das oft mit der Audiotechnik von Pan Acoustics.

Die Sound-Spezialisten aus Wolfenbüttel sind der breiten Masse eher unbekannt, Tonmeister und Audio-Experten in aller Welt aber wissen die Highend-Technik aus unserer Region zu schätzen. Das Unternehmen führt eine eher kleine, aber äußerst feine Produktpalette. Lautsprecher mit unterschiedlichen Eigenschaften und Komponenten, Beschallungssysteme und digitale Audiolösungen auf höchstem technischen Niveau werden in alle Herren Länder exportiert. Hören kann man den kristallklaren Klang unter anderem im Airport Charles de Gaulle, in einem Baseball-Stadion in Taiwan und bei der Biennale in Venedig. Pan Acoustics gilt als eines der erfolgreichsten Export-Unternehmen Niedersachsens. Jüngst unterzeichnete er im Wüstenstaat Katar im Beisein von Ministerpräsident Weil eine Kooperation. "Das bedeutet Projekte für die nächsten Jahre von geschätzt 10 bis 20 Millionen Euro Umsatzvolumen ", sagte Firmengründer Udo Borgmann. 

Chopin-Fan Udo Borgmann begann seine Karriere übrigens ganz anders: Als Jura-Student. Bald sattelte er jedoch um auf Elektrotechnik und gründete 2002 Pan Acoustics. Ein vorläufiger Höhepunkt der noch jungen Firmengeschichte ist der Neubau der Firmenzentrale, welcher derzeit an der Schweigerstraße in Wolfenbüttel entsteht. In der 600 m² großen Akustikhalle wird Platz sein für mehr Forschung und Entwicklung. Auch Veranstaltungen kann sich Borgmann dort vorstellen. Vielleicht sogar mit Klaviermusik von Chopin.

Chopin-Fan und CEO: Pan-Acoustics-Gründer Udo Borgmann.  (Bildrechte: Pan Acoustics)

"Wir leben und produzieren nach dem Credo ´Made in Wolfenbüttel/Germany´“

Udo Borgmann, Firmengründer von Pan Acoustics

Erfolg in Dosen - Lanico Maschinenbau Otto Niemsch in Braunschweig

Und noch ein Weltmarktführer. Dass die Lanico Maschinenbau GmbH diesen Titel völlig zurecht trägt, verdeutlicht vor allem eine Zahl: Rund 90% aller Spraydosen auf der Welt entstehen auf Lanico-Anlagen. Die Firma von der Broitzemer Straße in Braunschweig stellt also nicht die Dosen selbst her, sondern die Technik, die zu deren Produktion notwendig ist. Wann immer also jemand auf dieser Erde zum Haar- oder Deospray greift, lief die entsprechende Dose mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Anlage aus Braunschweig vom Band.

Der Anlagenbauer ist ein schon fast klischeehaftes deutsches Traditionsunternehmen. Vor hundert Jahren von Otto Niemsch gegründet, führt sein Enkel Christian Niemsch die Firma als Inhaber in eine erfolgreiche Zukunft. 75% Exportanteil zeigen, dass die Anlagen aus Barunschweig in der ganzen Welt begehrt sind.

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