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Landlust und Ausflüge: Familienwochenende in der Südheide

 (Bildrechte: Frank Bierstedt)

Gifhorn und die Südheide bieten Abwechslung und Erholung für Jung und Alt. Lassen Sie sich mit Familie, Freunden und Co. in eine Region entführen, die nicht nur mit ländlicher Atmosphäre und „Natur pur“ punktet, sondern auch höchsten Ansprüchen in Sachen moderner Freizeitgestaltung gerecht wird. Ideale Voraussetzungen also für ein Familienwochenende!

Samstagmorgen: Historisch stimmungsvoll

Statt bei sommerlichen Temperaturen ins Freibad zu gehen, empfehlen wir einen Ausflug in die angenehm temperierten Räume des Gifhorner Schlosses. Nur etwa zwanzig beziehungsweise dreißig Kilometer von Wolfsburg und Braunschweig entfernt liegt mit Gifhorn das beschauliche Zentrum der grünen Region Südheide Gifhorn. Erkunden Sie mit ihrer Familie doch zunächst einmal die Stadt selbst. Hier bewegen Sie sich auf historischem Terrain, denn als eine der wenigen trockenen Anhöhen im ansonsten sumpfigen Aller-Urstromtal war Gifhorn bereits um das Jahr 900 nach Christus dauerhaft besiedelt. Die jahrhundertealte Geschichte der Stadt spürt man heute noch auf Schloss Gifhorn, das zwischen 1525 und 1581 errichtet und später zu einer mit Wassergräben geschützten Festungsanlage ausgebaut wurde. Die Bastionstürme waren mit unterirdischen Wallgängen verbunden, die noch immer in Teilen erhalten sind und für Ausstellungen des im Schloss untergebrachten Historischen Museums genutzt werden.

Gleichzeitig lädt Sie das zeitgenössische Gifhorn zum Shoppen in den über 170 Fachgeschäften ein – hinter von Fachwerkhäusern geprägten Fassaden, die Sie rund um die Fußgängerzone des Steinwegs finden. Keinesfalls dürfen Sie am Samstagvormittag den traditionellen Wochenmarkt (8 – 13 Uhr) im Norden der Innenstadt verpassen: Hier bieten die Händler aus der Umgebung ihre frischen Waren aus regionaler Landwirtschaft und artgerechter Tierhaltung an.

Während also Mama nach modischen Outfits Ausschau hält, erkunden Sohnemann und Papa die eindrucksvolle Altstadt Gifhorns. Die Atmosphäre vergangener Zeiten können Sie in der 1744 fertiggestellten, mächtigen St.-Nicolai-Kirche nachempfinden, oder im 1546 errichteten Kavaliershaus (Steinweg 3). Sehenswert sind auch die Wohnhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und natürlich das Alte Rathaus, ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1562. Nach Ihrer vormittäglichen Reise in die Vergangenheit und einer ausgiebigen Shoppingtour können Sie gemeinsam im „Ratsweinkeller“ zum Mittagessen einkehren und sich zeitgemäße, gehobene Gastronomie in historischer Kulisse schmecken lassen. Natürlich finden Sie in Gifhorn auch weitere kulinarische Leckerbissen, je nach Geschmack – von der Pizzeria bis zur gutbürgerlichen Küche. Und all das in fußläufiger Entfernung.

Samstagnachmittag: Hier mahlen die Mühlen noch etwas länger

Gut gestärkt durch ein schmackhaftes Mahl? Dann geht’s weiter in das weit über die Grenzen der Region bekannte und in Europa einzigartige Internationale Wind- und Wassermühlen-Museum. Dieses großzügige Freilichtmuseum ist für Kinder wie Erwachsene höchst sehenswert und zeigt auf 15 Hektar 14 Original-Mühlen oder originalgetreu nachgebaute Mühlen – nicht nur aus Deutschland, sondern aus allen Teilen Europas und der Welt. Die Mühlen wurden sorgsam hierher versetzt und Stück für Stück originalgetreu wieder auf- beziehungsweise nachgebaut und in herkunftstypische Landschaftsausschnitte eingebettet. So können Sie Schmuckstücke wie eine Tiroler Wassermühle, eine ungarische Donau-Schiffsmühle, eine russische Bockwindmühle oder eine mallorquinische Windmühle bewundern. Selbst eine Mühle aus Taiwan finden Sie hier! In einer großen Ausstellungshalle stehen etwa 45 weitere Mühlenmodelle aus der ganzen Welt, vom Montmartre in Paris bis zur berühmten La Mancha aus Spanien, gegen die Don Quijote einst seine vergeblichen Kämpfe austrug: Zeugen einer verblassenden Epoche der Weltgeschichte.

Nach einem ereignisreichen Tag können Sie den Abend mit etwas Entspannung einläuten – etwa in der Wellness-Sauna Gifhorn mit ihren Outdoor-Pools oder der gesundheitsfördernden Salzgrotte. Auch Massage- und Kosmetik-Angebote gehören zum Komplettprogramm.

Zum Abendbrot empfiehlt es sich, im Schloss Gifhorn einzukehren, wo Sie im Schlossrestaurant Zentgraf gehobene deutsche und mediterrane Küche genießen können – in der Orangerie, auf der Terrasse oder im alten Schlossgewölbe.

Sonntag: Dem Otter auf den Pelz gerückt

Hier werden Kinderherzen höher schlagen. Nach einem deftigen Landfrühstück geht es auf in die pure Natur der Heide. Nur 30 Kilometer von Gifhorn Stadt in Richtung Norden sind es bis zu einem besonderen Highlight: dem Otter-Zentrum Hankensbüttel. Dort entdecken Kinder die charismatischen Fischotter auf ganz neue Weise. Einst waren die possierlichen Räuber in Deutschland weit verbreitet, dann wurden sie fast vollständig ausgerottet. Dank intensiver Naturschutzbemühungen sind sie seit wenigen Jahren in Niedersachsen wieder heimisch. Nicht zuletzt durch die Arbeit der Aktion Fischotterschutz, die auch das Otter-Zentrum unterhält.

 (Bildrechte: Frank Bierstedt)
Das Otter-Zentrum in Hankensbüttel (Foto: Frank Bierstedt)

Hier am Isenhagener See können Sie mit Ihrem Nachwuchs Otter und weitere Marder-Arten auf einer Fläche von sechs Hektar erleben. In großzügigen, artgerechten Gehegen beobachten Sie die Tiere wie in freier Natur. Bei Schaufütterungen können Sie die unglaubliche Geschicklichkeit der pelzigen Sympathieträger bewundern.

Südheide Gifhorn (Bildrechte: Südheide Gifhorn)
Naturerlebnisbrücke über den Isenhagener See (Foto: Südheide Gifhorn)

Ein drei Kilometer langes Wegenetz erlaubt Einblicke in heimische Biotope vom Dorfrand bis zum Teich, und während Kinder die originellen Spielplätze des Naturerlebniszentrums unsicher machen, können Sie entspannt mit Ihrem Liebsten bei Kaffee und Kuchen auf den Seeterrassen den Blick über das Wasser schweifen lassen. 

Und sollten die munter durchs Wasser planschenden Otter bei Ihnen und Ihren Kindern das Interesse wecken, im kühlen Nass herumzutollen, machen Sie vielleicht noch einen Abstecher zum Waldbad Hankensbüttel. Im gleichnamigen Ort können Sie anschließend herrlich zu Mittag essen, beispielsweise im Landgasthaus Zur Linde, das im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern des ehemaligen Klosters Isenhagen errichtet wurde. 1767 wurde es neu aufgebaut und steht seitdem prinzipiell unverändert. Seit vier Generationen wird das Gasthaus im Familienbesitz geführt.

Sonntagnachmittag: Quer durch die Heide

Zur Abrundung eines Wochenend-Trips in die Südheide müssen Sie natürlich unbedingt auf den Spuren von Hermann Löns in die grenzenlose Natur aufbrechen. Wanderwege gibt es in der wunderbaren Heidelandschaft zuhauf. Aber auch auf einem der zahlreichen Radwege können Sie die Gegend wunderbar erkunden. Lohnenswert sind etwa die Otter-Pfade rund um Wahrenholz durch die Niederungen der Ise, wo Sie die Wassermarder vom Otter-Zentrum mit Glück sogar in ihrem natürlichen Lebensraum zu Gesicht bekommen. 

Kajakpaddel auf der Ise (Bildrechte: Frank Bierstedt)
Kajak fahren auf der Ise im Landkreis Gifhorn (Foto: Frank Bierstedt)

Wenn Sie die Region auf originelle Art und Weise erkunden wollen, können Sie dies zu Wasser tun: Ob auf einer gebuchten Tour mit dem Spreewaldkahn oder mit geliehenen Kanus, Kajaks, Ruder- oder Tretbooten, Sie werden Ihre Tour quer über Ise, Aller oder Oker in vollen Zügen genießen. Wer es ohne Strömung mag, kann von den Wassern des Bernstein- oder Tankumsees aus die herrliche Umgebung betrachten und im Hotel Bernsteinsee auch gleich übernachten. Sie suchen zum Abschluss Ihres Wochenendes noch ein richtiges Highlight? Dann krönen Sie Ihren Ausflug mit einer Floßfahrt auf dem Mühlensee und dem Panorama des Mühlenmuseums in Gifhorn, dem Ausgangspunkt eines unvergesslichen Wochenendes in der schönen Südheide Gifhorn.

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