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Südheide und Moor: violettes Farbenspiel, wabernder Nebel, glitzernde Seen

Wiese mit Blumen in der Heide  (Bildrechte: Christian Wiesel)

Wälder, Seen, Flüsse – und einmal im Jahr eine violette Blütenpracht: Im Landkreis Gifhorn gibt es zahlreiche besondere Orte für Entdecker.

In dem vielseitigen Streckennetz aus Radtouren findet sich für jedes Fitnesslevel eine passende Route. (Foto: Christian Wiesel)

Wesen, die aus waberndem Nebel hervortreten, Äste, die an Finger erinnern: Das Wort „Moor“ bringt unsere Fantasie zum Blühen. Doch nicht allein der Gruselfaktor ist ein guter Grund für einen Ausflug zum einen der zwei Moore, die die letzte Eiszeit nahe der Stadt Gifhorn hinterlassen hat. Das Viehmoor südwestlich ist ein offizielles Naturschutzgebiet. Besuchen können Sie es auf Führungen, die der Naturschutzbund NABU anbietet, und die in der Nachbargemeinde Leiferde starten. Das Große Moor liegt eine halbe Autostunde nördlich der Kreisstadt. Wer hier dem Lehrpfad folgt, erfährt, wie dieses Moor entstanden ist. Wissbegierige haben die Qual der Wahl – zwischen einem fünf Kilometer langen Spaziergang, einer zwölf Kilometer langen Radtour oder einer Fahrt mit der Moorbahn.

Auf zwei Rädern – still und leise oder laut und staubig

Landschaftsgestaltung während der Eiszeit: Die Region um Gifhorn ist nahezu durchgehend flach. Das bedeutet ebene Strecken für Radfahrer. In einem dichten Netz aus mehr als 20 verschiedenen Radtouren findet sich für jedes Fitnesslevel eine passende Route. Auf entspannten 20 Kilometern geht es zum Beispiel zum Tankumsee und zurück in die Stadt. Eine mittlere Strecke von knapp 40 Kilometern führt durch das Naturschutzgebiet Gifhorner Heide, in dem sich sandige Dünen in die Heidelandschaft mischen. Für Guttrainierte oder Pedelecfahrer sind es vom Stadtzentrum Gifhorn bis nach Lüneburg rund 100 Kilometer. Wer’s richtig laut und staubig mag, dem sei der Offroadpark Südheide empfohlen. Hier können sich Quad- und Allradliebhaber auf zehn Hektar Fläche so richtig austoben. Auch Kinder sind willkommen: Für sie gibt es eine eigene Quadstrecke.

Freizeittipp – Allrad-Abenteuer im Offroadpark Südheide
Wer’s richtig laut und staubig mag, dem sei der Offroadpark Südheide empfohlen. Hier können sich Quad- und Allradliebhaber auf zehn Hektar Fläche so richtig austoben. Auch Kinder sind willkommen: Für sie gibt es eine eigene Quadstrecke.

Tiere und Pflanzen in Harmonie vereint

Im August blüht das beliebte Heidekraut direkt vor der heimischen Haustür. Wer wenig Zeit oder kein Auto hat, kann die Blütenpracht stadtnah in der Gifhorner Heide bestaunen. Noch bunter wird das Farbenspiel in Richtung Norden, zum Beispiel im Heiligen Hain bei Wahrenholz, der mit 56 Hektar Fläche das größte Heidegebiet in der Gegend und Heimat seltener Tiere wie Birkhuhn, Kranich oder Kornweihe ist. Weitere Heideflächen sind die Rössenberger Heide unweit von Oerrel und die Repker Schnuckenheide bei Hankensbüttel. Letztere verdankt ihren Namen einer Herde gleichnamiger Schafe. Die sogenannten Heidschnucken pflegen die Heidelandschaft auf natürliche Weise. Wussten Sie übrigens, dass sich Fauna und Flora dort gegenseitig helfen? Die Heidschnucken halten die Heide frei von Schädlingen und fressen kleine Gräser, die dem Farbenmeer sonst Raum zur Entfaltung nehmen. So leuchten die Pflanzen jedes Jahr im August aufs Neue und begeistern Besucher von überall.

Naturpark Südheide – Place to be für Mensch und Pferd
Der Landkreis Gifhorn bietet Abwechslung sowie Erholung und punktet mit ländlicher Atmosphäre und „Natur pur“ nicht nur bei Pferdefreunden.

Nah am Wasser gebaut

Nicht einmal auf einen Badestrand müssen sonnenhungrige Menschen aus der Region verzichten. Sobald die Temperaturen es zulassen, beginnt am Tankumsee bei Isenbüttel das quirlige Strandleben. Hier genießt jeder, wie es ihm gefällt: Sonnenanbeter und Burgenbauer am kilometerlangen Sandstrand, Tempokönige auf der Wasserrutsche, Spaziergänger in schattigen Kiefernwäldern und Träumer auf Liegewiesen.

Nicht nur Badenixen lieben das kühle Nass: Karpfen, Forellen, Aale und Co. machen den Besuch auch für Angler lohnenswert. Und für diejenigen, die dem See und seinen Bewohnern im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen wollen, gibt es Tauchkurse. Mit 570.000 Quadratmetern ist das Gewässer ein attraktives Revier für Surfer und Segler und lässt sich bequem per Tretboot oder Stand-up-Paddelboard erkunden.

Von Fischotter bis Badenixe – #Allesda in der Südheide
Ob Wakeboard fahren auf dem Bernsteinsee oder ein Besuch im Otterzentrum, die Südheide hat viel zu bieten.

Kräftige Arme vom Paddeln bekommen Fitnessfreunde nicht nur am Tankumsee. Die Umgebung bietet noch mehr Gelegenheiten für alle, die mit Kanu oder Kajak in See stechen wollen – besser gesagt in den Fluss. Auf der Aller, der Ise und der Oker finden Wasserwanderer beliebte Routen, deren Startpunkte von Gifhorn nur einen Steinwurf entfernt liegen. Den mit Abstand größten Muskelkater aber holen sich Wasserskifahrer und Wakeboarder: Auf einer 684 Meter langen Bahn am Bernsteinsee in Stüde gibt es den sommerlichen Adrenalin-Kick kostenlos dazu.

Auf der Aller, der Ise und der Oker gibt es viele beliebte Routen für Wasserwanderer. (Foto: Südheide Gifhorn)
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