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Die Städtische Kunstsammlung der Stadt Salzgitter

Die Städtische Kunstsammlung der Stadt Salzgitter (Bildrechte: Stadt Salzgitter)

Salzgitter ist immer in Bewegung. In den letzten Jahren mauserte sich die Stadt zunehmend vom Industriestandort zu einem wichtigen niedersächsischen Zentrum für zeitgenössische Kunst. Dafür stehen unter anderem der jährlich stattfindende „Salon Salder“, die Freiluft-Sammlung KUNSTüberall sowie die regelmäßigen Ausstellungen zur Themensammlung „Arbeitswelt“, durch die sich der Kreis zum Industriestandort wieder schließt.

Wenn es um das Thema Kunst in Salzgitter geht, dann ist das Schloss Salder ganz klar eine der ersten Adressen. Bereits aus dem 17. Jahrhundert stammt das im Stil der damals populären Weserrenaissance erbaute Schloss im gleichnamigen, erst 1942 eingemeindeten Ortsteil. Heute ist Schloss Salder der Sitz eines Museums zur Stadtgeschichte. Sein Vorplatz dient als Schauplatz für Konzerte und andere Großveranstaltungen. Und dann ist da noch der Salon Salder, der seit 1990 jährlich im ehemaligen Kuhstall des Schlosses stattfindet.

Von der Wunschmaschine bis zum Freihandelsabkommen

Jedes Jahr im Herbst wird Salzgitter zum Schauplatz einer ganz besonderen Ausstellungsreihe. Benannt nach dem alten Konzept des Salons, bei dem sich Gleichgesinnte zum Austausch über oft kunstsinnige Themen trafen, versammeln sich hier Künstler und Künstlerinnen aus Niedersachsen und präsentieren ihre Werke. Ob Malerei, Zeichnung, Fotografie, Bildhauerei oder Installation, ob international etabliert oder Newcomer – der Salon Salder bildet ein reichhaltiges Spektrum moderner Kunst ab. Sowohl Einheimische als auch Touristen finden sich hier ein, um einen einmaligen Einblick in die aktuelle niedersächsische Kunstszene zu erhalten. Dank eines kreativen museumspädagogischen Begleitprogrammes und etlicher Austauschmöglichkeiten mit den Künstlerinnen und Künstlern, lädt der Salon zum Eintauchen in die Kunst und zum direkten Kontakt mit Kreativen ein. Schon seit der ersten Ausstellung sorgt die beliebte Veranstaltungsreihe dafür, dass Salzgitter zunehmend als Ort der Kunst weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wird.

In der Vergangenheit waren hier beispielsweise die perspektivisch verzerrten, schwarzen Quadrate von Lienhard von Moniewitsch zu sehen. Rainer Splitt brachte mit objekthaften „Paper Pools“ den Raum zum Leuchten. Lotte Lindner und Till Steinbrenner griffen aktuelle Themen wie die Flüchtlingsbewegung oder das Freihandelsabkommen auf. Und Inka Nowoitnick präsentierte eine fahrbare, mit Publikumswünschen zu füllende Wunschmaschine und deren fiktive Reise um die Welt.

KUNSTüberall – Kunst im Freien

Schon seit 1985 sind im Stadtgebiet von Salzgitter über 60 künstlerische Arbeiten wie eine eigene Museumsausstellung im Freien gruppiert. Rund um die Uhr können Sie kostenlos die Werke auf städtischen Grünflächen besichtigen. Manche davon stammen von international bekannten Künstlern – wie Michael Schoenholtz („Figur liegend, aufgestützt“), Yoshimi Hashimoto („Daumen“), Gerlinde Beck („Lichtfugenstele“) oder Katja Hayek („ohne Titel“).

Neben den Außenanlagen von Schloss Salder dienen auch der Erholungsbereich Salzgittersee, der Stadtpark, das Schulzentrum sowie der Gutspark in Salzgitter-Flachstöckheim als Ausstellungsorte.

Die Arbeitswelt hinterlässt künstlerische Spuren

Die Industrie- und Arbeitnehmerstadt Salzgitter sammelt seit 1975 Kunstwerke, die sich dem Thema „Arbeit“ widmen. Laut Stephanie Borrmann vom „Fachdienst Kultur“ wurden die Ankaufsentscheidungen von Beginn an im Sinne künstlerischer Qualität getroffen. Die Motivation hinter der Sammlung erklärt sie so: „Wir wollen das Wesen oder den gesellschaftlichen Stellenwert von Arbeit im Sinne einer vorgegebenen oder gesuchten Weltanschauung mit künstlerischen Werken illustrieren.“

Die Sammlung – als Motivsammlung definiert – vereint Werke zu den Themen Arbeitsplatz, der arbeitende Mensch, Spuren der Arbeit in Landschaft und Gesellschaft sowie spezifische Werkzeuge. So konzentriert die Stadt in Radierungen, Holzschnitten, Fotografien, Aquarellen und Zeichnungen eine Sammlung von circa 1.000 Motiven zum Thema Arbeit, die von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst reichen. Neben dem künstlerischen Wandel präsentiert die Sammlung Ihnen auf eindringliche wie anschauliche Weise den stetigen Wandel unserer Arbeitswelt.

In den Räumen der Städtischen Kunstsammlungen finden neben den stetig wechselnden Präsentationen der Sammlung „Arbeitswelt“ und dem jährlich stattfindenden Salon Salder, Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst mit national bekannten Künstlerinnen und Künstlern statt.

Kleine Galerie

Von großer Bedeutung für die örtliche Kunstszene zeigt sich auch die „Kleine Galerie“ im Tollhaus in Salzgitter-Bad. Sie zeigt jährlich vier Einzelausstellungen von Mitgliedern der Salzgitter Gruppe und zwei Einzelausstellungen von Mitgliedern des Freien Kunststudios Spektrum. Die Städtische Kunstsammlung des Fachdienstes Kultur betreut die „Kleine Galerie“.

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