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Der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg

Fußgängerbrücke durch Baumwipfel in Harz (Bildrechte: Baumwipfelpfad Harz)

Wandern zwischen Wipfeln und dabei etwas über die heimische Flora und Fauna erfahren? Der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg machtʼs möglich. Prädikat: pädagogisch besonders wertvoll!

Bad Harzburg ist seit 2015 um eine Attraktion reicher. Nach einem guten halben Jahr Bauarbeiten konnte am 8. Mai 2015 der „Baumwipfelpfad Harz“ seine ersten Besucher empfangen. Von unten wirkt das Gebilde aus Holz und Stahl wie ein überdimensioniertes Klettergerüst für Riesenkinder. Wer sich aber vom Fuß des Burgbergs über barrierefreie Wege in die Höhe über dem Kalten Tal begibt, der bekommt einen ganz neuen Blick auf die Umgebung. So nah kommt ein Wanderer den Wipfeln der Bäume eigentlich nie. Jetzt steht er plötzlich mitten drin in diesem dichten, grünen Blätterdach, das sich im Wind bewegt. Unten rauscht – wie ein Echo des Blätterrauschens – das Wasser der Radau, eines Zuflusses der Oker. Der Blick senkt sich aus den Wipfeln nach unten: Büsche, Gebäude, Autos und Straßen erscheinen von hier oben wie kleine Modelle.

Wer sich in die Höhe über dem Kalten Tal begibt, der bekommt einen ganz neuen Blick auf die Umgebung. (Foto: Baumwipfelpfad Harz)

Neue Perspektiven auf die Natur

Dieser Perspektivenwechsel schafft günstige Voraussetzungen, um sich auf den über 50 Stationen des gut 1.000 Meter langen Pfades einmal mit der Natur im Allgemeinen und der regionalen Tier- und Pflanzenwelt im Besonderen auseinanderzusetzen. Auf den insgesamt 18 Plattformen in bis zu 26 Metern Höhe erfahren Sie ganz spielerisch viel Wissenswertes über den Urknall, die Funktionen des Waldes, die hiesige Holzwirtschaft oder „Immigranten des Waldes“ wie den Tulpenbaum, den Riesen-Lebensbaum (Thuja) sowie die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen und Waschbären, die erst vor wenigen Jahrzehnten im Harz heimisch wurden.

An den Stationen warten Holzmodelle von Tieren, Menschen oder Pflanzen, Schaukästen mit Quizfragen und Informationen, aber auch Audioboxen, aus denen man zum Beispiel die furchterregenden Rufe des Luchses hören kann. Zu den Glanzlichtern des Pfades, für den Sie sich etwa zwei Stunden Zeit nehmen sollten, zählen die Geologie Station an einer Felswand, ein Glassteg für schwindelfreie Besucher sowie ein Fledermausnistplatz, dessen Bewohner sich per Fernrohr beobachten lassen.

Zu den Glanzlichtern des Pfades zählt auch ein Glassteg für schwindelfreie Besucher. (Foto: Baumwipfelpfad Harz)

Erlebnisführungen und Events

Wer mehr erfahren möchte, ist mit einer „Guided Tour“ gut beraten. Neben einer „klassischen“ Führung, bei der die Teilnehmer einiges über die Entstehung des Baumwipfelpfades, über das Kalte Tal und mehr Hintergründe zu den einzelnen Stationen erfahren, gibt es auch spezielle Erlebnisführungen. Dazu gehören Touren wie „Nachts in den Wipfeln“, „Kaiser, Könige, Herzöge und Raubritter auf der Harzburg“ oder „die Fledermausnacht“. Auch eine etwas andere Stadtführung, Touren mit der Hexe Tula oder Führungen mit einer diplomierten Waldpädagogin sind möglich. Grundsätzlich sind alle Touren für Erwachsene wie Kinder geeignet, immer wieder werden auf dem Baumwipfelpfad jedoch auch spezielle Veranstaltungen für Kinder angeboten – wie beispielsweise der „Feuerzauber“: Hier lernen Kinder von sechs bis zwölf Jahren den Zauber eines gemütlichen Feuers kennen – und übern zugleich den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer und Glut.

Wer den Besuch des Baumwipfelpfades mit kulturellen Genüssen verbinden will, findet dazu Gelegenheit bei Kleinkunstabenden, Lesungen und Musikaufführungen auf den Plattformen hoch über dem Erdboden. Im Veranstaltungskalender der touristischen Attraktion stehen außerdem jahreszeitliche Events wie das „Wipfelleuchten“ und die „Wipfelweihnacht“. Und wer den Baumwipfelpfad einmal für sich alleine haben will, kann ihn für Hochzeiten, Kindergeburtstage oder Firmenfeiern buchen.

Ganz in der Nähe des Baumwipfelpfades befinden sich weitere touristische Highlights: zum Beispiel der Hochseilklettergarten „Skyrope“, das Haus der Natur, die Burgberg-Seilbahn und die Sole-Therme. Für leibliche Genüsse ist am Fuße des Burgberges unter anderem durch die „Wipfelgastronomie“ und das Restaurant „Sagenhaft“ gesorgt.

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