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Naturerlebnis: Vier herrliche Jahreszeiten im Harz

Schneelandschaft mit Wagen- oder Schlittenspuren (Bildrechte: Christian Wiesel)

Besuchen Sie mit uns die Bergwelt im Wandel der Natur und erleben Sie die unglaubliche Vielfalt der Stimmungen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Landkreis Goslar.

Schon für die deutschen Romantiker war der Harz eine echte Sehnsuchtslandschaft. Hier tauchten Chamisso, Heine und Novalis in die wilde Bergwelt ein und verewigten ihre Erlebnisse in Reiseberichten und Gedichten. Auch Goethe besuchte als junger Mann mehrmals den Harz und bestieg 1777 den Brocken. Dieses Naturerlebnis beeindruckte ihn so sehr, dass er es im Faust ausführlich verarbeitete: Dr. Heinrich Faust wandert zusammen mit Mephistopheles auf den sagenumwobenen Berg, um sich in der Walpurgisnacht heimlich unter die Hexen zu mischen. Doch Sie müssen weder Dichter noch Teufelsanbeter sein, um der Faszination des nördlichsten deutschen Mittelgebirges zu erliegen. Denn das ganze Jahr hindurch bieten schroffe Gipfel, tiefe Täler, üppige Wälder, urzeitliche Moore und kühle Gewässer Ausflüglern, Sportsfreunden und Feriengästen aus allen Altersgruppen attraktive Erholungsmöglichkeiten vor den Toren der Kaiserstadt Goslar.

Auf Entdeckungstour im Fichtenwald und Hochmoor (Foto: Martina Zingler)

Wenn das Buschwindröschen blüht – Frühling im Bergwald

Wenn im Frühling langsam die Temperaturen steigen, erwacht die einzigartige Pflanzenwelt der Harzer Bergwildnis zu neuem Leben. Dann bedecken die weißen Blüten der Buschwindröschen den Waldboden, Leberblümchen setzen blaue Tupfer und das Gelb der zart blühenden Adonisröschen leuchtet schon von Weitem. Insgesamt sind im Harz rund 1.000 verschiedene Blüten- und Farnpflanzenarten zuhause, die sich am besten bei einem Streifzug zu Fuß entdecken lassen.

Überhaupt können Sie im Harz Naturerlebnis und Wanderlust ganz ideal miteinander verbinden. Auf einem gut beschilderten Wegenetz von über 8.000 Kilometern gibt es vom gemütlichen Sonntagsspaziergang bis hin zur sportlichen Mehrtageswanderung für jeden Geschmack und Anspruch reichlich Auswahl. Doch der Harz hat noch mehr zu bieten: Quasi im Vorbeigehen erhalten Wanderer und Ausflügler im Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen Einblick in rund 400 Millionen Jahre Erdgeschichte. Das Mittelgebirge im Südteil des Parks besitzt auf vergleichsweise kleinem Raum eine einmalige Vielfalt geologischer und mineralogischer Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist der 635 Meter hohe Rammelsberg, dessen stillgelegte Stollen als Besucherbergwerk mit Museum zehn Jahrhunderte Bergbaugeschichte dokumentieren und seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Im Anschluss an einen Besuch, der für die ganze Familie lohnt, führt ein neun Kilometer langer Rundweg ausgehend vom Rammelsbergparkplatz bergauf zum Maltermeister Turm, dann weiter auf dem Borchersweg hinauf zur Hütte am Sidecum und schließlich über den Pfeiferweg wieder in großen Serpentinen hinunter zum Herzberger Teich und zurück zum Ausgangspunkt. Neben bildschönen Panoramablicken und herrlicher Stille können Sie sich Ihre Wanderung auch „amtlich bestätigen“ lassen: Inhaber der „Harzer Wandernadel“ erhalten zwei Stempelabdrücke für ihren Wanderpass.

„Allerliebst schossen die goldenen Sonnenlichter durch das dichte Tannengrün. Eine natürliche Treppe bildeten die Baumwurzeln. Überall schwellende Moosbänke; denn die Steine sind fußhoch von den schönsten Moosarten, wie mit hellgrünen Sammetpolstern, bewachsen."

(Henrich Heine, Die Harzreise)
Die rund 1.000 verschiedenen Blütenpflanzenarten im Harz lassen sich am besten bei einem Streifzug zu Fuß entdecken. (Foto: Christian Wiesel)

Sommer im Nationalpark – ökologisch gut gekühlt

Und wenn es im Sommer dann richtig heiß wird, lockt die Harzer Bergwelt Erholungssuchende von nah und fern mit angenehm gemäßigten Temperaturen. Denn im Harz befindet sich mit dem Nationalpark Harz einer der größten Waldnationalparks in Deutschland, der mit rund 250 Quadratkilometern ungefähr zehn Prozent der Gesamtfläche des Harzes umfasst. Damit ist das Mittelgebirge eine gigantische Öko-Klimaanlage, die ihre Umgebung durch die Wasserverdunstung des Baumbestandes auf natürliche Weise kühlt. Dadurch müssen Sie selbst im Juli und August keine Angst vor körperlichen Aktivitäten haben und können zum Beispiel mit der ganzen Familie den einen Kilometer langen Baumwipfelpfad bei Bad Harzburg erkunden. Auf bis zu 22 Metern Höhe streifen Sie hier durch die alten Baumkronen des Kalten Tals und erfahren quasi im Vorbeigehen Wissenswertes zu Holzwirtschaft und Gesteinsgeschichte der Gegend. Etwa fünf Kilometer weiter östlich lockt das nächste Ausflugsziel: die Rabenklippe. Diese schroffe Granitfelsformation mit angrenzendem Luchsgehege lässt sich von Bad Harzburg aus wunderbar in anderthalb Stunden zu Fuß erreichen. Ausgangspunkt ist die Talstation der Burgbergseilbahn, unweit des „Hauses der Natur“, wo man sich über den Nationalpark und die Harzregion informieren kann. Dann geht es mit der Seilbahn auf den Burgberg, der bei gutem Wetter einen fantastischen Weitblick bis nach Braunschweig, Helmstedt und Salzgitter ermöglicht. Von dort führt die gut ausgeschilderte Wanderung entlang des alten Kaiserwegs, über die Säperstelle, einem alten Platz zur Holzentrindung, vorbei am Vertriebenendenkmal Kreuz des Deutschen Ostens bis zum höchsten Punkt, der Rabenklippe. Hier können Sie bei klarer Sicht bis zum Brocken blicken. Unweit der Felsformation leben im zum Nationalpark gehörenden Luchsgehege vier Pinselohren, die man mit etwas Glück beim Fressen oder bei der Körperpflege beobachten kann. Wer nach so viel Naturerlebnis müde ist, kann gemütlich mit dem Bus zurück nach Bad Harzburg fahren. Alle andern kehren auf dem Rundweg zum Ausgangspunkt zurück.

Herbst unter Buchen – ein Hauch von Indian Summer

Im Herbst verwandelt sich der Nationalpark Harz in ein farbenprächtiges Blättermeer, denn fast seine gesamte Fläche ist von üppigen Wäldern bedeckt. Dann laden neben urzeitlichen Mooren und naturbelassenen Bachläufen immergrüne Fichten- und leuchtende Buchenwälder zu einem Besuch in die einzigartige Bergwildnis. Hauptattraktion des Nationalparks ist der majestätische Brocken, der jedes Jahr rund eine Million Besucher anzieht. An seinem Fuß, unweit von Schierke, im Landkreis Harz, gewährt ein 200 Meter langer Stieg Einblicke in den legendären Brockenurwald: Vom Sämling, der seine Kraft aus dem Totholz vermodernder Stämme zieht, über junge Fichten, die voller Kraft gen Himmel wachsen, bis hin zu absterbenden Baumriesen, die wiederum den Nährboden für die nächste Baumgeneration bieten, ist hier der gesamte Waldkreislauf zu sehen. Auch bei Torfhaus kann der Besucher das Werden, Wachsen und Vergehen eines naturbelassenen Waldes erleben, nämlich auf dem 180 Meter langen WaldWandelWeg. Das Besondere: Hier lässt sich der Urwaldbesuch mit einer 4,5 Kilometer langen Rundwanderung verbinden. Sie führt ausgehend vom Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus rund um das Große Torfhausmoor und bietet neben fleischfressenden Pflanzen und einer grandiosen Sicht auf den Brocken auch einen Blick in den Abbegraben, der zum UNESCO-Weltkulturerbe der „Oberharzer Wasserwirtschaft“ gehört. Wer sich für deutsch-deutsche Geschichte interessiert und lieber mit dem Fahrrad als zu Fuß unterwegs sein will, dem sei eine Erlebnistour entlang des Grünen Bandes empfohlen. Denn der Eiserne Vorhang, der fast 40 Jahre lang Ost und Westeuropa voneinander trennte, schlug auch eine schmerzhafte Schneise in den Harz. Im Landkreis Goslar können Sie den ehemaligen Grenzstreifen auf einer 70 Kilometer langen Rundtour mit Start in Vienenburg erkunden. Sie führt über die Fachwerkstädte Städte Ilsenburg und Hornburg durch beschauliche Landstriche und offenbart dem Radwanderer eine wahre Schatzkammer der Natur.

Während der Erkundungstouren durch die Natur offenbaren sich viele atemberaubende Aussichten (Foto: Christian Wiesel)

Schnee satt – Winterurlaub im Harz

Wenn sich der Schnee wie eine weiße Decke über die Harzer Bergwelt legt und die dunklen Wälder unter ihrer Schneelast ächzen, entfaltet die Winterlandschaft im Landkreis Goslar ihren ganz besonderen Zauber. Während woanders der Skizirkus schon mit den ersten Flocken beginnt, ist es hier selbst bei idealen Schneeverhältnissen vergleichsweise still und beschaulich. Harzer Wintergäste wissen diese Ruhe zu schätzen und genießen die Wintersportmöglichkeiten auf Loipen, Pisten und Schneewanderwegen, die niemals überfüllt sind. Langlauffreunde können sich auf 500 Loipenkilometern für jeden Schwierigkeitsgrad vergnügen. Allein bei Braunlage stehen unter anderen die mittelschwere Achtermann-Loipe, die malerische Waldloipe und die beleuchtete Skatingloipe zu Auswahl. Auch in Sachen Abfahrt können die Harzer Hänge dem Vergleich mit anderen Gebirgen locker standhalten. Zwar sind die Pisten nicht so steil wie in den Alpen, aber dafür auch nicht so überfüllt. Am 971 Meter hohen Wurmberg im Skizentrum Braunlage und auf dem 853 Meter hohen Sonnenberg bei St. Andreasberg sind die Bedingungen so gut, dass auch anspruchsvolle Fahrer auf ihre Kosten kommen. Wer ein Skigebiet für die ganze Familie sucht, ist auf dem 726 Meter hohen Bocksberg, unweit des Goslarer Stadtteils Hahnenklee-Bockswiese gut aufgehoben. Neben Sessellift und Seilbahn gibt es hier auch einen für Anfänger geeigneten Übungslift. Und wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, sollten Sie unbedingt auch eine der zahlreichen präparierten Rodelbahnen ausprobieren. Die Schlittenabfahrten im Harz haben nicht nur verschiedene Schwierigkeitsgrade, sondern sind zum Teil auch abends beleuchtet. Die längste Strecke ist die 1.700 Meter lange Natur-Rodelbahn auf der alten Molkenhaus-Chaussee bei Bad Harzburg. Glückliche Kindergesichter sind hier garantiert.

Die verwunschene Bergwildnis im Winter (Foto: Christian Wiesel)

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