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Wasser ist Leben

Wormke am Stern
Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Bedingt durch die hohen Niederschläge im Harz fließen zahlreiche Bäche zu Tal. Die Wormke – so heißt der kleine Gebirgsbach, der Sie bereits ein Stück weit begleitet – entspringt wenige Kilometer oberhalb im Moorgebiet des Jacobsbruchs. Bergbäche sind die Lebensadern des Harzes. Durch sie sind alle Ökosysteme miteinander vernetzt. Typisch für die Harzbäche sind eine hohe Strömungsgeschwindigkeit und eine niedrige Wassertemperatur. Das Wasser ist sehr sauerstoffreich. Den Sauerstoff nimmt es auf, wo Luft und Wasser miteinander in Berührung kommen, zum Beispiel wenn sie hinter Steinen, in Strudeln, in Kaskaden und Wasserfällen verwirbelt werden. Auffällig sind die rostbraune Färbung des Wassers sowie die oft starke Schaumbildung. Während die braune Farbe ihre Ursache in den aus dem Moor gelösten Huminstoffen hat, bewirken turbulente Strömungen ein Aufschäumen dieser Huminstoffe in Verbindung mit Eiweißen. Wer in den moorig braunen Bächen des Hochharzes Artenreichtum erwartet, wird enttäuscht. Nur einige wenige Spezialisten können in den reißenden essigsauren Fluten ein Auskommen finden. Um von der Strömung nicht fortgerissen zu werden, haben zahlreiche Organismen spezielle Mechanismen entwickelt. Algen haben zum Beispiel Haftorgane oder bilden auf den Steinen flache Teppiche. Manche Tiere haben Saugnäpfe, stark abgeflachte Körper oder bilden klebrige Sekrete zum Anheften. Die Larven der meisten Köcherfliegenlarven sind wahre Baumeister unter Wasser. Sie leben in einem Köcher aus kleinen Steinchen, Sand oder Blattresten. Doch kein Schutz ist perfekt. Forellen verschlucken die Larven mit samt ihrem Gehäuse. Auch die Larven des Feuersalamanders entwickeln sich in den klaren Quellbächen. Die leuchtend gelbe Farbe des erwachsenen Salamanders ist eine Warnfarbe und bedeutet: "Halt, ich schmecke nicht". Ein räuberisches Tier, das einmal das Gift des Salamanders kennengelernt hat, schreckt später bereits beim Anblick der Färbung zurück. Die einst weit verbreitete Bachforelle war noch bis vor 30 Jahren aus den Quellbereichen und Oberläufen der Harzbäche weitgehend verschwunden. Ursache war die ab den 1950er Jahren stark zugenommene Gewässerversauerung durch Luftschadstoffe. Durch europaweite Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und die Anpflanzung von Laubbäumen an den Harzer Bachufern hat sich die Situation in den letzten Jahren merklich gebessert. Neue Untersuchungen zeigen, dass die Harzer Bachforelle ihren ursprünglichen Lebensraum langsam zurückerobert und sogar wieder bis in Höhenlagen von 800 m aufsteigen kann.

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