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Glasmacherkunst aus alter Zeit

Glashütte
Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Jetzt haben Sie den Glashüttenweg erreicht. Er führte einst zur sogenannten ""Glashüttenwiese"" am Jacobsbruch nördlich von Schierke. Auf einer Wiese mitten im Wald stand dort von 1824 bis 1843 eine Glashütte. Ein Unternehmer aus Wernigerode hatte die Hütte auf den Grundmauern eines Torfwerkes errichtet.

Die Waldglashütten bildeten eine eigene Epoche in der Geschichte des Glases. Die Gläsnermeister, die im Harz ihre Hütten betrieben, kamen zumeist aus dem traditionsreichen Waldglashütten Böhmens, des Bayerischen Waldes und des Spessarts. Sie wohnten mit ihren Familien im Wald und bildeten eine streng organisierte Zunft. Gläsner heirateten vorwiegend untereinander. Die Namen bekannter Gläsner-Dynastien wie Kaufhold, Fleckenstein, Reuter, Fricke oder Barthels sind überall da anzutreffen, wo einst Glas produziert wurde.

Waldglas besteht aus Quarz, Kalk, Alkalioxid und Metallen. Quarzsand ist dabei der eigentliche Glasbildner, Kalk gewährleistet die Haltbarkeit des Glases und Pottasche (Alkalioxid) wurde als Flussmittel und zum Herabsetzen der Schmelztemperatur für Quarz eingesetzt. Charakteristisch für das Waldglas ist seine grüne Farbe, die durch Eisenoxid hervorgerufen wird. Die Produktpalette in den Glashütten reichte von Butzenscheiben über Flaschen und Gläser bis zu Knöpfen. Wichtigste Grundlage für den Glashüttenbetrieb war ein ausreichender Vorrat an Brennmaterial.

Im Jacobsbruch wurden Holz und Torf für die Befeuerung der Öfen und zur Gewinnung der Pottasche verwandt. Der riesige Holzverbrauch – etwa 2 000 bis 3 000 Kubikmeter Holz pro Jahr und Glashütte – sowie die Konkurrenz zum Bergbau, die ebenfalls vom Rohstoff Holz abhängig war, erschöpften die Vorräte des Waldes sehr schnell. Als auch die Torfvorräte zur Neige gingen, musste die Glashütte bei Schierke wegen Brennstoffmangels bereits 1843 wieder geschlossen werden. Reste der Grundmauern sind noch heute im Gelände zu sehen. Durch die Schließung dieser letzten Waldglashütte des Ostharzes war die jahrhundertealte Tradition der Glasmacherkunst im Harz verloren gegangen.

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