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247 Quadratkilometer Wildnis vis-à-vis vom Wurmberg

Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Der Wurmberg ist mit 971 m der höchste Gipfel Niedersachsens. Hier oben bietet sich Ihnen ein fantastischer Ausblick auf den Nationalpark Harz. Nationalparke haben das Ziel, Naturlandschaften großflächig zu schützen und einer ungestörten natürlichen Entwicklung zu überlassen. Weltweit gehören mehr als 4000 Nationalparke zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten ihrer Länder. Der Nationalpark Harz ist mit einer Fläche von 247 km² eines der größten Wildnisgebiete Deutschlands und er beginnt gleich hinter der Kuppe des Wurmbergs. Das Schutzgebiet reicht von Herzberg im Süden bis Bad Harzburg und Ilsenburg im Norden und umfasst ungefähr 10% der Gesamtfläche des Harzes. Mitten im Nationalpark und direkt gegenüber dem Wurmberg thront der 1.141 Meter hohe Brocken. Er besteht aus Granit, einem Gestein, das im Harz zu eigenartigen Formen verwittert. Der sagenumwobene Berg ist der Höhepunkt der Harzlandschaft, geprägt von steilen Bergzügen, Hochebenen, Klippen, Tälern und Schluchten. Unter den deutschen Mittelgebirgen erreicht nur der Harz eine klimatische Waldgrenze. Darüber liegt die baumfreie Bergheide des Brockens. Wenn Sie genau hinschauen, erkennen Sie am Fuße des Brockens größere Hochmoore wie zum Beispiel das Rote Bruch oder das Bodemoor. In den Bergfichtenwäldern der hohen Lagen mit ihren klaren Gebirgsbächen, Felsen, Blockhalden und Mooren, ist die "Sagenhafte Bergwildnis" zu Hause. Eine Landschaft, die zum Durchatmen einlädt und heute wieder die Heimat wild lebender Luchse, Wildkatzen ist und vielleicht auch bald wieder der Wolf. Der Gipfel des Wurmberges ist mit einer eigenartigen Steinanlage überzogen, die lange als Überreste einer jahrtausendealten Kultstätte galten. Eine aus unbehauenen Steinen gefügte Treppe beginnt an der Ostflanke des Berges und mündet am Gipfelplateau in einem Terrassenfeld. Im Volksmund nannte man diese Treppe im 19. Jahrhundert Heidentreppe; nach der Jahrhundertwende wurde der Name Hexentreppe gebräuchlich.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führte man auf dem Wurmberg archäologische Grabungen durch. Dabei wurde ein steinerner Weg entdeckt und schließlich am Ende des Weges eine kreisrunde Wallanlage von etwa 10 m Durchmesser freigelegt, welche die Reste eines quadratischen Steinbaus umschließt. Die Archäologen fanden seinerzeit keine Anhaltspunkte für die Datierung der Anlage, weshalb sie fortan als prähistorische Kultstätte unbekannter Zeitrechnung geführt wurde.

Neuere Forschungsergebnisse hingegen sind reichlich ernüchternd. Die quadratische Formation erwies sich als Fundament einer von 1820 bis 1840 bestehenden Steinhütte, welche der Braunlager Oberförster Daubert dort angelegt hatte. Die Reste dieser Hütte wurden 1890 für die Errichtung eines trigonometrischen Messturmes genutzt. Auch die Hexentreppe erwies sich schließlich doch als ein Werk Dauberts. Der Förster Daubert und seine Tochter waren bekannt für ihre Gelage auf dem Berg, und der Aberglaube Braunlager Einwohner scheint dahinter heidnische Handlungen vermutet zu haben. Aus ihren Erzählungen wurde in wenigen Jahrzehnten die Sage vom Heidentempel.