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Felsen und Blockhalden

Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Die Achtermannshöhe ist mit 926 m der dritthöchste Berg Niedersachsens und der vierthöchste Gipfel im Harz. Die etwa 15 bis 20 m hohe, baumfreie Felskuppe ragt schroff über dem Wald auf und ist einer der schönsten Aussichtsgipfel im Nationalpark. Brocken, Bruchberg und Wurmberg sind zu sehen. Eine Besonderheit besteht im inneren Aufbau der Achtermannshöhe. Den Untergrund bildet harter Brockengranit, während die baumfreie Kuppe von einer rund 10 Meter dicken Schicht aus Hornfels bedeckt wird. Dieses sehr harte Felsgestein entstand einst aus Grauwacke beim Kontakt mit stark aufgeheiztem Granitmagma. Die heutigen Blockhalden sind am Ende der letzten Eiszeit entstanden und mindestens 10.000 Jahre alt. Bei ihrer Bildung waren starke Kräfte am Werk. Verwitterung, in Form von Frostsprengung, spielte eine entscheidende Rolle. Blockhalden verfügen über ein ganz erstaunliches Mikroklima. Während an der Haldenoberfläche ein trocken-warmes Klima mit extremen Temperaturschwankungen von bis zu 60 Grad vorherrscht, ist es unter den Blöcken kühler und das Klima ist insgesamt ausgeglichener. In den Hohlräumen der Blockhalde herrschen Bedingungen, die denen von Naturhöhlen vergleichbar sind. Das ganze Jahr über ist es vergleichsweise kühl und feucht und natürlich dunkel. In diesem rauen Felsmeer aus Gesteinsbrocken können nur Spezialisten überleben. Hier ist das Reich seltener Moose und Flechten – ein Reich, das an die Alpen oder an den hohen Norden erinnert. Zwergsträucher krallen sich in Felsspalten fest, in denen sich etwas Feinboden angesammelt hat. Und auch was die Tiere angeht, erscheinen die Blockhalden auf den ersten Blick nahezu unbewohnt. Aber das täuscht. Bei genauerem Hinsehen können Sie entdecken, dass es in den Steinmeeren des Nationalparks Harz viele Bewohner gibt. Bergeidechsen wärmen sich auf den besonnten Gesteinsoberflächen auf und nutzen, ebenso wie die Feuersalamander, die Lücken zwischen den Blöcken als Unterschlupf. Es wird vermutet, dass diese Arten im Winter die milderen Tiefen der Blockhalden aufsuchen. Dies wird auch für einige Schmetterlingsarten wie z.B. den C-Falter oder das Tagpfauenauge vermutet, die besonders im Herbst beim Sonnenbad beobachtet werden können. Auch Fledermäuse wie die Nordfledermaus nutzen die großen Steinmeere als Tagesquartier.