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Torfstich am Großen Torfhausmoor

Alter Torfstich
Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Kurz vor Torfhaus erreichen wir wieder das Große Torfhausmoor. Linkerhand fällt Ihnen im Hintergrund sicher die deutliche Geländekante in ca. 50 m Entfernung auf: hier wurde Torf abgebaut. Die mit Fichten und Zwergsträuchern bewachsenen Steilwände markieren die Grenze des Torfstichs und geben einen imposanten Eindruck von den heute 5 bis 7 m mächtigen Torflagern. Begonnen hatte man mit dem Torfstechen hier im 18. Jahrhundert, in der Blütezeit des Harzer Bergbaus, da die Holzreserven in den Harzwäldern erschöpft waren. Doch der Torfabbau war im rauen Klima des Harzes nie rentabel und wurde wenige Jahrzehnte später wieder eingestellt. Übrig geblieben ist jedoch der Ortsname Torfhaus der nahe gelegenen Siedlung, die Ihren Ursprung der Torfgewinnung verdankte. Ein erstes Gebäude namens Borkenkrug wurde 1713 errichtet. Es handelte sich offensichtlich um ein Wege- oder Forsthaus. Die heutige Bundesstraße 4 stellte schon damals eine viel genutzte Verbindung zwischen Harzburg und Nordhausen dar.

Rechterhand von der Aussichtsbank können Sie einen Stichgraben erkennen, der ebenfalls aus der Bergbauzeit stammt. Er sollte helfen, das Moor zu entwässern und die forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen zu erweitern. So wichtig dies seinerzeit für den unter Holzmangel leidenden Harzer Bergbau war, so nachteilig wirkt der Graben sich bis heute auf die angrenzenden Moore aus. Der Wasserhaushalt der Moore wurde empfindlich gestört. Durch die Entwässerung wird dem Torfkörper vermehrt Sauerstoff zugeführt. Es kommt zu einer rasanten Beschleunigung von Mineralisationsprozessen – der Torfkörper schrumpft. Kohlenstoff und andere Nährstoffe, die in Jahrtausenden im Torfkörper akkumuliert wurden, werden nun in wesentlich kürzeren Zeiträumen wieder freigesetzt und tragen in Form von Kohlendioxid und Lachgas zur Klimaerwärmung bei.

Die Wunden der Vergangenheiten heilen nicht von heute auf morgen. Torfmoose siedeln sich erst nach und nach wieder an und halten das Moorwasser zurück. Kleinere Stichgräben wachsen auf diese Weise wieder ganz von alleine zu. Andernorts - wie hier am Torfhausmoor - helfen hölzerne Stauwerke nach, das Wasser in den Mooren zurückzuhalten. Die Wiedervernässung bildet die Voraussetzung für die langsame Regeneration des Moores.

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