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Von Holzkohle und schwarzen Gesellen

Alte Meilerplatte
Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Sicher hätten Sie die kreisrunde ebene Fläche rechts am Wegesrand übersehen. Wenn Sie jetzt einmal genau hinschauen, können Sie hier den Standort eines ehemaligen Kohlemeilers entdecken, die so genannte Meilerplatte. In den Meilern wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein aus Holz Kohle hergestellt. Dazu schichtete der Köhler Holzscheite auf und deckte sie mit Grassoden und Erde ab. Die Holzverkohlung war mit dem Erzbergbau verknüpft. Die Holzkohle wurde vor allem als Energiequelle für die Silber- und Eisenhütten benötigt. Holzhauer und Köhler waren die ersten, die den Urwäldern rings um den Brocken ernsthaft zu Leibe rückten. In Höhenlagen um 700 bis 800 Meter dominierte hier ursprünglich ein Mischbestand aus Buchen und Fichten, der weiter oben in einen reinen Fichtenwald überging. Mit dem massiven Ausbau des Bergbaus im Harz änderte sich das. Die schwarzen Gesellen arbeiteten sich an den Flanken des Brockenmassivs schrittweise empor. Ihre Meilerplätze befanden sich selbst in höchsten Lagen über 900 Meter. Vor allem auf die Buchen hatten sie es abgesehen, denn aus diesen ließ sich besonders energiereiche Kohle für die Hüttenbetriebe brennen. Als das harte Buchenholz nicht mehr ausreichend zur Verfügung stand nutzten die Köhler auch die Fichten, die ab Mitte des 18. Jahrhunderts von den Förstern in großem Stile angebaut wurden, um der Übernutzung der Harzwälder entgegenzuwirken Bis heute hat sich in den Meilerplatten die mit Kohlenstücken durchsetzte schwarze Erde erhalten. Wenn Sie im Zentrum der Meilerplatte mit den Händen ein wenig in der Erde graben, können Sie noch Reste der uralten Holzkohle finden.

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