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Wo der Bergbach rauscht

Abbe
Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.

Beschreibung

Die Abbe ist ein kleiner Gebirgsbach im Nationalpark. Sie entspringt im Moorgebiet des Brockenfeldes südlich des Quitschenbergs. Ein Teil des Wassers der Abbe wird über den Abbegraben in das Dammgrabensystem eingeleitet, welches einst eine große Bedeutung für den Bergbau um Clausthal besaß. Rund fünf Kilometer von der Quelle entfernt ergießt sich das Wasser der Abbe in die Ecker und wird bald darauf gemeinsam mit deren Wasser in der Eckertalsperre angestaut. Bergbäche wie die Abbe sind die Lebensadern des Harzes. Durch sie sind alle Ökosysteme miteinander vernetzt. Typisch für Bergbäche sind eine hohe Strömungsgeschwindigkeit und eine niedrige Wassertemperatur. Auf kurzer Distanz überwinden sie große Höhenunterschiede. Die Abbe legt auf einer Länge von 5 km 240 Höhenmeter zurück. Das Wasser ist sehr sauerstoffreich. Den Sauerstoff nimmt es auf, wo Luft und Wasser miteinander in Berührung kommen, zum Beispiel wenn sie hinter Steinen, in Strudeln, in Kaskaden und Wasserfällen verwirbelt werden. Auffällig sind die rostbraune Färbung des Wassers sowie die oft starke Schaumbildung. Die braune Farbe hat ihre Ursache in den aus dem Moor gelösten Huminstoffen. Turbulente Strömungen bewirken ein Aufschäumen dieser Huminstoffe in Verbindung mit Eiweißen. Wer in den moorig braunen Bächen des Hochharzes Artenreichtum erwartet, wird enttäuscht. Nur einige wenige Spezialisten können in den reißenden essigsauren Fluten ein Auskommen finden. Einige wenige hochempfindliche Arten, die nur in wirklich sauberen und sauerstoffreichen Gewässern existieren können, wie zum Beispiel die Larven bestimmter Köcherfliegen, Eintagsfliegen, und Steinfliegen gehören zum Arteninventar. Die einst weit verbreitete Bachforelle war noch bis vor 30 Jahren aus den Oberläufen der Harzbäche weitgehend verschwunden. Ursache war die ab den 1950er Jahren stark zugenommene Gewässerversauerung durch Luftschadstoffe. Durch europaweite Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und die Anpflanzung von Laubbäumen an den Harzer Bachufern hat sich die Situation in den letzten Jahren merklich gebessert. Neue Untersuchungen zeigen, dass die Harzer Bachforelle ihren ursprünglichen Lebensraum langsam zurückerobert und sogar wieder bis in Höhenlagen von 800 m aufsteigen kann. Mit etwas Glück kann man an der Abbe den einzigen Singvogel beobachten, der tauchen und unter Wasser laufen kann: die Wasseramsel. Sie sucht am Gewässergrund nach Insektenlarven, die sich an Steinen festsaugen. Aus dem Wasser ragende Steine dienen als Rastplatz und Ausgangspunkt für Tauchgänge. Ihr kugelförmiges Nest baut die Wasseramsel über fließendem Wasser zum Beispiel an umgestürzten und über dem Gewässer liegenden Baumstämmen. Abgefallene Kotreste werden so auf natürliche Weise abtransportiert und liefern ihren Fressfeinden – "Marder und Co." – keine Hinweise auf das Vorhandensein eines Nestes.

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