Zum Inhalt springen

MAN in Salzgitter: gut aufgestellt für die Zukunft

 (Bildrechte: MAN Truck & Bus AG)

Als einer der führenden Nutzfahrzeug-Hersteller in Europa bedient die Marke MAN Truck & Bus mit handlichen Transportern bis hin zu gigantischen Sonderfahrzeugen alle Segmente in diesem Bereich. In Salzgitter fertigen 2.500 Mitarbeiter des Unternehmens nach einem fundamentalen Umbau des Standortes heute unter anderem Achsen und Kurbelwellen. Damit hat sich das Werk in der jüngsten Zeit vom Montage- in einen Komponentenstandort und internationalen Teileversorger verwandelt. Warum Salzgitter jetzt fit ist für die Zukunft, erklärt Standortleiter Dr. Thomas Rennemann.

Messung der Kurbelwelle bei MAN (Foto: MAN Truck & Bus AG)

Zukunftsfähige Produkte

Im Werk Salzgitter entstehen die nicht-angetriebenen Achsen für den kompletten MAN-Verbund und ab nächstem Jahr auch für Scania. Damit trägt der Standort die Produktionsverantwortung für eine Schlüssel-Systemkomponente aller Lkw und Busse der beiden Marken. Außerdem fertigt das Werk Kurbelwellen sowie Spezialrohre für medienführende Bereiche im Fahrzeug. Mit der Produktion qualitativ hochwertiger Kurbelwellen folgt das Unternehmen einer mehr als 100 Jahre alten Tradition in der Region.

 (Bildrechte: MAN Truck & Bus AG)

„Die Kurbelwelle ist ein Hightech-Produkt. Toleranzen, die dünner sind als ein Haar, entscheiden darüber, ob eine Kurbelwelle in Ordnung ist.“

Dr. Thomas Rennemann

Darüber hinaus beliefert der Standort alle Kontinente der Welt mit MAN-Ersatzteilen und CKD-Sätzen von schweren Lkw und Bus-Chassis. CKD steht für Completely Knocked Down und bedeutet, dass in Einzelteile zerlegte Fahrzeuge – sorgfältig in Kisten eingepackt – meist verschifft und in fernen Ländern zusammengebaut werden. Mit diesem Portfolio blickt Thomas Rennemann optimistisch in die Zukunft des Standortes. Denn selbst im Zeitalter der Elektromobilität werden Achsen essentielle Fahrzeugbestandteile bleiben, Spezialrohre und Ersatzteile benötigt sowie CKD-Sätze vorbereitet und verschickt werden.

(Foto: MAN Truck & Bus AG)

Grünes Werk

Ökologische Verantwortung spielte und spielt beim Umbau des Standortes eine wichtige Rolle. Ziel der Planer: Salzgitter soll auch in zehn Jahren konkurrenzfähig aufgestellt sein. Wertvolle Ressourcen zu schonen und klimaschädliche Aktivitäten zu vermeiden steht deshalb im Werk ganz oben auf der Agenda.

In welchem Maße dies glückt, darüber gibt der Wert der CO2-Neutralität beziehungsweise Klimaneutralität Auskunft. Im Vergleich zum Jahr 2008 hat das Werk heute 61 % seines CO2-Ausstoßes eingespart. Damit überrundet MAN in Salzgitter das selbst gesetzte Ziel von 25 % bei weitem.

(Foto: christo.cc)

Wie ist das gelungen? Thomas Rennemann erklärt uns, dass die Nachhaltigkeitsstrategie des Standortes auf drei Säulen steht: grünes Produkt, grüne Supply Chain und grüne Fabrik.

„In allen 3 Säulen denken und arbeiten wir hart. Bei allem, was wir tun, stellen wir uns die Frage: In welche der drei Säulen zahlt das ein?“

Dr. Thomas Rennemann
(Foto: christo.cc)

Grünes Produkt

Seit dem vergangenen Jahr bereitet der Standort Salzgitter schadhafte Getriebe auf, die aus den Service-Niederlassungen kommen. Als Original-Tauschteile der Produktreihe Ecoline kommen die Getriebe mit MAN-Garantie wieder auf den Markt.

Getriebe von einem Lkw (Foto: MAN Truck & Bus AG)

„Wir sind stolz auf das Thema Getriebeaufbereitung, das wir nicht nur für MAN, sondern auch für Scania umsetzen. Da haben wir bewiesen, dass wir wettbewerbsfähig sind.“

Dr. Thomas Rennemann

Grüne Supply Chain

Innerhalb wie außerhalb des Werkes optimierten die Planer die Logistikwege. Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet hier der Einsatz von Lang-Lkw, die fertig montierte, riesige Fahrerhäuser für den CKD-Prozess aus München nach Salzgitter transportieren.

(Foto: MAN Truck & Bus AG)

Grüne Fabrik

Dank einer Kooperation mit dem benachbarten Unternehmen Salzgitter Flachstahl nutzt MAN die Abwärme der Hochöfen zum Heizen der Betriebsgebäude. Außerdem wurde das Werk mit LED-Lampen ausgestattet, die zum einen Strom sparen und zum anderen angenehmeres und helleres Licht spenden als herkömmliche Beleuchtung.

„Fakt ist, meine größten CO2-Emittenten sind Wärme und Strom. In beiden Bereichen konnten wir durch die Kooperation mit Flachstahl beziehungsweise den Einsatz von LED-Beleuchtung extreme Einsparungen realisieren.“

Dr. Thomas Rennemann

Engagierte Mitarbeiter

2.500 Mitarbeiter – das klingt groß! Thomas Rennemann vergleicht die MAN-Belegschaft in Salzgitter dennoch eher mit einer Großfamilie, die zusammenhält und gemeinsam durch dick und dünn geht. Und man bleibt sich gegenseitig treu. Die Fluktuationsrate spricht hier eine deutliche Sprache: Sie liegt unter einem Prozent. Häufig haben die Mitarbeiter im Laufe ihres langen Berufslebens zahlreiche unterschiedliche Bereiche des Unternehmens und viele Kollegen kennengelernt.

„Für mich als Werksleiter ist es ein unheimlicher Luxus, mit den Menschen persönlich Kontakt zu haben. Das Werk ist gottseidank noch so klein, dass ich beim Gang durch das Werk mit ganz vielen Menschen reden kann und ein Gefühl dafür bekomme, wie es läuft.“

Dr. Thomas Rennemann

Nachwuchssorgen oder gar Fachkräftemangel sind in diesem Unternehmen Fehlanzeige. Für 50 Ausbildungsplätze gehen jährlich über 1.000 Bewerbungen ein. Ganz bewusst denkt man auch bei der Vergabe dieser Plätze in Generationen und berücksichtigt gerne Kinder von Mitarbeitern. So stehen nach dreijähriger Ausbildungszeit Jahr für Jahr rund 50 neue, bestens vorbereitete Mitarbeiter bereit, die selbstverständlich ins Werk integriert werden.

„Ich glaube nicht daran, einen Headhunter zu beauftragen und so einen Kandidaten zu finden, der die Welt rettet. Ich bin eher ein Verfechter des kontinuierlichen, langsamen Wachstums. Das ist halt eine Lebenseinstellung.“

Dr. Thomas Rennemann

Mit dem Konzept, aus den eigenen Reihen zu rekrutieren, ist man bei MAN in Salzgitter bisher gut gefahren. Eine Rolle spielt dabei sicherlich auch das Engagement des Unternehmens, wenn es darum geht, die eigenen Mitarbeiter fit zu machen für die Aufgaben der Zukunft. So stehen regelmäßige Qualifizierungsgespräche bei MAN auf der Tagesordnung.

„Ein Beispiel für gelungene Qualifizierung sehen wir beim Werksumbau: Ganz viele Menschen aus der Operative helfen jetzt in den Planungsabteilungen mit. Denn es ist uns ganz wichtig, dass Änderungen nicht nur von Planern im Büro ausgehen, sondern dass Mitarbeiter vom Shopfloor fest integriert sind in den Planungsprozess.“

Dr. Thomas Rennemann

Fachkräfte gewinnen, halten und qualifizieren und für ältere Arbeitnehmer lange attraktiv bleiben – diese Herausforderungen meistert MAN in Salzgitter ausgezeichnet. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium zertifizierte das Unternehmen 2017 als „Demografiefest. Sozialpartnerschaftlicher Betrieb“. Ein werkseigener, sehr aktiver Gesundheitsdienst übernimmt in diesem Bereich wichtige Aufgaben.

Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Motivation und psychischen Gesundheit der Mitarbeiter dürfte auch ein Versprechen der Unternehmensleitung leisten: Die MAN Truck & Bus AG hat eine Beschäftigungsgarantie bis 2025 ausgesprochen. Damit hat das Unternehmen zum Ausdruck gebracht, dass es sich dem Standort Salzgitter und den Menschen, die hier ihren Lebensunterhalt verdienen, verpflichtet fühlt. Auch in der Zukunft.

Vorheriger Artikel
„Wir sind Dolmetscher zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“
Nächster Artikel
Immer auf Achse, aber in Braunschweig angekommen