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Schoduvel in Braunschweig – mehr als nur ein Karnevalsumzug

  • Datum: 22.02.2017
Foto von Agata Sulik
Agata Sulik
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Robert Glogowski ist Mitglied der Braunschweiger Freibeuter und ein richtiger Narr, der den Karneval lebt und liebt. Er erklärt mir, warum Karneval für Zusammenhalt steht und zugleich ein wichtiges Erbe ist, das nicht verloren gehen darf.

Karneval steht für Freude und Zusammenhalt

Zum Karneval kommen vielen Menschen zum Feiern zusammen. Was bedeutet Karneval für Sie?

Robert Glogowski: „Der Karneval gibt jedem von uns die Möglichkeit, einmal im Jahr auch über sich selbst zu lachen. Hier kommen Menschen aus verschiedensten Kulturen und Regionen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Es spielt keine Rolle, wer man ist und woher man kommt.“

Die Geschichte des Braunschweiger Karnevals ist mehr als 700 Jahre alt – Foto: Sara Uhde

Ein großes Netzwerktreffen

Welche Bedeutung hat der Karnevalsumzug für unsere Region?

Robert Glogowski: „Der Umzug ist ein großes Netzwerktreffen aus Wirtschaft, Politik und der Bevölkerung. Neu gegründete Unternehmen aus der Region haben zum Beispiel die Chance, sich vorzustellen und während des Karnevalsumzug Kontakte zu knüpfen.“

Feierkultur von Weiberfastnacht bis Rosenmontag fehlt

Der Karneval wird oft nur auf den Umzugstag reduziert, der seinen Ausklang in der Stadthalle findet. Wo können die Narren und Jecken darüber hinaus noch ausgelassen feiern?

Robert Glogowski: „Der Straßenkarneval beginnt eigentlich bei uns bereits mit der Weiberfastnacht am Freitag und geht bis Rosenmontag. Jährlich kommen immer mehr Besucher zum ausgelassenen Beisammensein in unsere Region. Die Nachfrage ist da. Bislang  fehlt uns aber eine Feierkultur, die diese Masse auffängt.“

Bühne für regionale Künstler

Was meinen Sie mit Feierkultur?

Robert Glogowski: „Zum einen muss der Karneval noch mehr als Bühne genutzt werden, auf der regionale Künstler wie Musiker und Comedians ihr Talent unter Beweis stellen können. Zum anderen brauchen wir Angebote, die vor allem die Bedürfnisse eines jungen, modernen Publikums ansprechen.“

Die Braunschweiger Freibeuter machen sich stark für die Karnevalskultur unserer Region – Foto: Braunschweiger Freibeuter

Musik verbindet

Sie sind als Mitglied der Braunschweiger Freibeuter auch musikalisch unterwegs. Welche Ziele verfolgt diese wilde Truppe?

Robert Glogowski: „Die Braunschweiger Freibeuter sind eine bunte Mischung aus Unternehmern, Politikern, Partnern und Freunden. Wir setzen uns für die Weiterentwicklung des Karnevalszuges und der Feiern rund um den Karneval ein.“

Karnevalssong für die Region 

Sie gründeten mit Partnern eine Initiative, die die CD „Elf Lieder“ ins Leben gerufen hat. Was können wir uns darunter vorstellen?

Robert Glogowski: „Mit viel Herzblut haben wir gemeinsam mit regionalen Musikern die Karnevals-CD „Elf Lieder“ produziert. Dieses Jahr ist unsere zweite CD rausgekommen. Einige Songs werden auch auf dem Umzug gespielt. Braunschweig braucht Karnevalslieder, die zum ausgelassenen Feiern anregen und die Karnevalskultur weitertragen. So können alle Generationen und Gruppen in der Region zusammenkommen.“

Braunschweiger Freibeuter: Freibeuter Feiern!

Wissenswertes

Seit mehr als 700 Jahren gibt es den Karneval in Braunschweig. Bekanntheit erlangte er aber erst, als Max Jüdel die Gründung der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. initiierte. Gemeinsam mit der Karneval-Vereinigung der Rheinländer e. V. und der Mascheroder Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß 1965 e. V. bildet sie heute das Komitee Braunschweiger Karneval, das für den Karnevalsumzug verantwortlich ist. Seinen Ursprung hat er im ersten „Kinder-Karnevalsumzug“ von 1979, zu dem der damalige Oberbürgermeister Gerhard Glogowski, Vater von Robert Glogowski, den Anstoß gab. Der Umzug hatte damals eine Marschzeit von 45 Minuten.

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