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BTSV und VfL in der Relegation: 96 Stunden erstklassige Ungewissheit

  • Datum: 01.06.2017
Foto von Kay Rohn und Malte Schumacher
Kay Rohn und Malte Schumacher
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Für die Region war es mindestens das Fußballereignis des Jahrzehnts: das Zusammentreffen von Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg in der Relegation. Ein Spiel mit solcher Brisanz kann nicht unkommentiert bleiben. Regionär und VfL-Spezialist Ingo Bartels gesellt sich diesmal zu unserem bewährten Stadionfunk-Team, bestehend aus Kay-Uwe Rohn und Malte Schumacher.

Ingo Bartels:

Schon Wochen vor dem entscheidenden Treffer des Hamburger SV hatte ich gehofft, dass das Duell VfL Wolfsburg gegen den Nachbarn Eintracht Braunschweig ausbleibt. Warum? In den beiden Spielen haben wir es gesehen. Drei Halbzeiten lang war der Zweitligist mindestens gleich gut.

Die Leinwand steht in Elmshorn

Der Vatertag war aus meiner Sicht ein sehr unglücklicher Termin für ein so brisantes Derby. Ich bin froh, dass ich nicht in der Stadt bin. Gemeinsam mit den Wirtschaftsjunioren (WJ) Gifhorn-Wolfsburg bin ich – wie jedes Jahr – auf der Hanseraumkonferenz (kurz HAKO). Auf der Abendveranstaltung in Elmshorn haben wir uns vorgenommen, das Spiel auf dem Tablet zu verfolgen. Die Gastgeber der WJ Unterelbe haben unsere Nervosität erkannt und bauen eine Leinwand auf. Ich schaue mir bei einem kühlen Bier das Spiel an.

Angespannt: Regionär Ingo Bartels verfolgt das Match – Foto: Simon Möller

Schnell merke ich, dass der VfL seine spielerische Qualität, wie fast in der gesamten Saison, nicht abruft. Auch meine wechselnden Sitznachbarn können nicht verstehen, warum der VfL trotz der individuellen Klasse das Spiel nicht dominiert. Einer hat sogar mit Mirko Boland beim MSV Duisburg gespielt.

Die Nummer 10 der Eintracht kommt in der 23. Minute frei zum Kopfball und vergibt kläglich. Mein Herz rast. Das hätte das 0:1 sein können und bei der Leistung der Wölfe wäre das durchaus kritisch gewesen. In der 35. Minute dann die Erlösung. Mario Gomez erzielt das 1:0 per Elfmeter. Trotz zahlreicher Wiederholungen halte ich an der Meinung fest, dass man den Elfmeter geben kann. Hinter mir sitzt ein neutraler Wirtschaftsjunior, der selbst Schiedsrichter ist und vom Gegenteil überzeugt. Erst mit der Aussage des Schiedsrichters, dass es eine Fehlentscheidung war, rücke ich von meiner Meinung ab.

In der zweiten Halbzeit passiert nicht viel auf dem Platz und der VfL geht mit einem 1:0 ins Rückspiel. Ich kann nicht wirklich feiern, denn mit diesem knappen Sieg reicht der Eintracht ein Tor, um gleichzuziehen. Und dann wird es an der Hamburger Straße sehr schwierig, zu bestehen.

Die Tage zwischen den Spielen

Die Zeit zwischen den Spielen fühlt sich sehr lang an. Auch wenn ich gut abgelenkt bin durch die Konferenz mit viel Tages- und Abendprogramm, schweifen die Gedanken immer wieder ab zum Rückspiel. Ich bin nicht überzeugt, dass der VfL Wolfsburg sicher in der ersten Liga bleibt. Gegen Montagabend steigt dann endlich die Vorfreude, dass das Warten ein Ende hat und die Entscheidung naht. Unsere eigens gegründete WhatsApp-Gruppe HAKO 2017 erwacht wieder zum Leben und fleißig wird alles kommentiert, was auf dem Platz passiert. Einige unserer Mitglieder sind auch live im Stadion.

Hexenkessel Hamburger Straße

20:30 Uhr. Wie nicht anders zu erwarten, beginnt die Eintracht druckvoll. Dennoch ist das Spiel zu Beginn zerfahren, ohne richtigen Spielfluss auf beiden Seiten. Bei den Wolfsburger Kontern kommen die Pässe nicht an und im Mittelfeld fliegen die Kopfbälle nur so hin und her. Bereits in den ersten zehn Minuten teilen die Braunschweiger aus und kriegen in der 11. Minute die erste gelbe Karte für Sauer. Besonders Didavi wird oftmals zu hart attackiert.

Meine Nervosität steigt in der 13. Minute, als Casteels eine Riesenchance der Eintracht durch Torjäger Nyman erstklassig pariert. Eine Minute später köpft Wollscheid fast ein Eigentor, weil die Abstimmung mit Casteels nicht stimmt – ein Sinnbild der gesamten Saison. Die erste Viertelstunde zeigt einen schwachen Auftritt gegen die aggressiven Braunschweiger.

Ich frage mich, wann der VfL endlich die Nervosität ablegt und über sein sicheres Passspiel das Spielgeschehen in die Eintracht-Hälfte verlagert. Davon sind die Wölfe aber sehr weit entfernt und lassen in der 25. Minute die nächste große Chance durch Reichel zu.

Dominanz der Heimmannschaft zur Halbzeit

Es braucht jetzt eine Chance für den Erstligisten, um dem Gastgeber ein Zeichen zu geben, dass Wolfsburg immer gut für ein Tor ist. Allerdings ist bis zur 30. Minute spätestens vor dem blau-gelben Sechzehner Schluss. In der 33. Minute kommt dann die individuelle Klasse von Vieirinha zum Vorschein. Der Europameister schippt den Ball steil in den 16er-Raum und Gerhardt vergibt die erste richtige Wölfe-Chance, da der Braunschweiger Keeper Fejzic gut pariert.

In der 39. Minute ist der Ball im Netz, allerdings hat der Schiri vorher abgepfiffen. In der Zeitlupe scheint es, als hätten zwei Wolfsburger einen Braunschweiger in die Mangel genommen. Gerhardt hat den Braunschweiger Spieler gegen Gustavo geschoben. Auch wenn das Tor nicht zählt, hoffe ich, dass die Wölfe jetzt besser ins Spiel kommen. Diese Hoffnung hält genau zwei Minuten, als der BTSV-Kapitän Reichel von halblinks frei vor Casteels auftaucht und den Ball weit über das Tor jagt. Mit zwei Minuten Nachspielzeit pfeift der Schiedsrichter endlich die erste Halbzeit ab. 0:0 nach 45 Minuten und einer offensichtlichen Dominanz der Heimmannschaft. Ich puste kräftig durch und bin auf die zweite Halbzeit gespannt.

Die schnelle grün-weiße Erlösung

JAAAAAA! Mali kommt in der 49. Minute elf Meter vor dem Tor frei zum Schuss und schießt von halbrechter Position Fejzic an, der Abpraller landet an der 16-Meter-Linie bei Vieirinha und der hämmert den Ball in die Maschen. 1:0 für Wolfsburg bedeutet mindestens drei Tore für die Eintracht, um das Spiel zu drehen. Ich merke, wie meine Anspannung weicht und ich fortan viel entspannter das Spiel verfolge, denn es ergeben sich jetzt zwangsläufig Freiräume, die dem VfL-Spiel entgegenkommen.

Es ist sofort sichtbar, dass Braunschweig mehr Fehler macht als zuvor und Wolfsburg mehr Ballbesitz erhält. Dennoch läuft es weiterhin nicht rund und die Eintracht teilt ordentlich aus. Trotzdem ist die Luft bei der Eintracht raus. Es sind jetzt 60 Minuten gespielt und ich habe nicht das Gefühl, dass der Zweitligist noch einmal zurückkehren kann. In der 66. Minute kombiniert sich der VfL gut durch den Strafraum und macht es gefährlich. Doch bei der Hereingabe von Gomez ist keiner in der Mitte. Eine Minute drauf scheitert Mali an Fejzic.

Dann ist die Luft raus

Die Chancen auf Wolfsburger Seite erhöhen sich und lassen mich weiter entspannen, denn das 2:0 liegt eher in der Luft als der Ausgleich. Als die letzte Viertelstunde anbricht, macht sich bei mir die Sicherheit breit, dass nichts mehr anbrennen kann. In der 79. Minute zieht Nyman nochmal ab, aber der Schuss geht zu weit am Tor vorbei. In der 81. Minute fliegt Sauer mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er zum wiederholten Male gefoult hatte. Das ist die Entscheidung! Zu zehnt ist es für die Eintracht noch aussichtsloser geworden.

Die Luft ist raus und in der 90. Minute darf Mario Gomez schon früher raus. Ich kriege richtig Gänsehaut, wenn ich sehe, wie der Goalgetter sich freut, als hätte er einen Titel geholt. Für mich der überragende Wolfsburger der Saison, der auf und neben dem Platz immer Größe und Vereinstreue bewiesen hat und mit seinen 16 Toren dafür gesorgt hat, dass der VfL nicht auf einem Abstiegsplatz landet. Hoffentlich bleibt er noch eine weitere Saison!

Enttäuschende Saison

Keine Minute später pfeift der Schiedsrichter das Spiel ab und Wolfsburg bleibt erstklassig. Puh! Ich bin mehr als erleichtert, denn die Saison war nicht nur sehr enttäuschend, sondern die letzten vier Tage waren viel zu anstrengend. Auch von Sven Knipphals fällt eine große Last ab. Der Sprinter vom VfL Wolfsburg ist einer der größten Fans, denn seine Uroma hat den VfL einst mitgegründet. „Ich bin äußerst erleichtert und froh, dass die Saison glimpflich beendet werden konnte“, sagt er direkt nach Abpfiff. Der VfL Wolfsburg hat den Super-GAU abgewendet. Denn ausgerechnet in der Saison, in der die Fans 20 Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit feiern, kommt der Club aus dem Allerpark mit einem blauen Auge davon.

Ich bin gespannt, wie der Kader 2017/2018 aussieht. Es wird sich zeigen, ob es Trainer Andries Jonker schafft, den attraktiven Kombinationsfußball zu zeigen, für den der Niederländer aufgrund seiner bisherigen Stationen steht.

Malte Schumacher:

Hop oder top, barfuß oder Lackschuh

Montagabend also nochmal … Ein Spiel noch in dieser Saison – so viel ist klar. Ein richtiges, echtes Endspiel: hop oder top, barfuß oder Lackschuh … Wobei das ja Quatsch ist – unsere Zweitligasaison war gut. Wir stünden bei einem Nichtaufstieg ja nicht mit nichts in der Hand da … Das Relegationshinspiel am Vatertag hatten wir bei unserem alljährlichen Vatertagsvergnügen in Matzes Garten im Kleingartenverein Schmiedekamp ausgiebig vorbesprochen, ab 19 Uhr zerstreuten sich die „Väter“ dann leicht angeschiggert in alle Winde und vor die jeweiligen TV-Geräte …

Vatertagshinspiel

Ich fand, die Eintracht sah dabei ganz gut aus, Wolfsburg aber hat das Tor gemacht. Extrem umstritten, weil erst Handspiel Gomez, dann unberechtigter Elfmeter verwandelt, auch durch Gomez … Da bleibt mal wieder was hängen bei allen Beteiligten, gerade wenn man sich vier Tage später zum Rückspiel trifft … Heute ist ob der späten Anstoßzeit um 20.30 Uhr ausreichend Zeit für beides: Arbeit und entspannte Stadionanreise.

Hitze

Aber was heißt entspannt: Es hat noch gefühlte 30 Grad, als ich mich um 17.45 Uhr aufs Rad setze und ganz bedächtig losfahre. Am Stadion ist auch so früh schon der Bär los, in langen Schlangen stehen die Menschen für ihre vorbestellten Karten an und auch rund um die „Wahre Liebe“ ist alles voller blau-gelber Fans. Grün-Weiße sind nicht zu sehen, die Fanlagertrennung wird wohl rigoros von den Ordnungskräften durchgesetzt.

„Wahre Fans“ in Blau-Gelb vor dem Spiel – Foto: Malte Schumacher

U19

Vor dem Anpfiff wird allerlei geboten und natürlich spricht die Vereinsführung zu den Fans. Für uns aber ein besonderes Erlebnis sind die U19-Spieler, die uns bei einer Stadionrunde auf der Laufbahn ihre just errungene DFB-Pokal-Schale zeigen … Alter Schwede, das beste deutsche U19-Pokal-Team, also gleichsam der BVB im U19-Bereich. Riesen-Respekt, Riesen-Beifall von den Rängen. Mittendrin Jumbo Weisheit – der hat schon 1967 mit Lothar Ulsaß gechillt …

Erfolgreiche U19 – Foto: Malte Schumacher

Thilo

Vor dem Anpfiff läuft dann auch noch Thilo, Südkurven-Urgestein, mit seiner großen Eintracht-Fahne aufs Spielfeld – auch dies eine Reminiszenz an die gute alte Zeit. Er zelebriert in der Nähe des Anstoßkreises auf seiner Fahne so etwas wie Gebete in Richtung des Fußball-Gottes, vielleicht hilft das ja … Und auch die zu Spielbeginn hochgezogene Choreografie ist erstklassig: „Biss zum Schluss“ heißt es da, mit Bezug auf die Löwen, die eben bis zum Ende beißen können und wollen.

Wahnsinnsstimmung

Die Aufstellung birgt wieder Überraschungen: Khelifi und Schönfeld sind dabei, aber das war relativ klar, da Domi und Biada verletzt ausfallen. Schauen wir mal – wir alle, außer Mex, der sonst immer neben mir steht. Mex ist beim Hinspiel wohl der Blinddarm geplatzt, sagt seine Frau Angela, er liegt noch flach nach der OP. Blöder Zeitpunkt, so’n Endspiel … In der ersten Halbzeit merkt man, warum das Eintracht-Stadion auch Tempel genannt wird: Die Mannschaft spielt Power-Fußball Richtung Wolfsburger Tor und die Zuschauer singen, schreien und gehen mit, wie es sich gehört bei einem Endpiel. Wir haben Chancen, wir sehen gut aus, wir stehen sicher – nur das Tor fehlt. Die Stimmung ist der Wahnsinn – so muss es weitergehen in Halbzeit 2!

Knalltrauma

Nach dem Seitenwechsel aber, fünf Minuten nach Wiederanpfiff, kippt das positive Spektakel komplett weg. Maskierte Voll-Honks entern den Zaun vor Block 9 und aus benachbarten Blöcken fliegen Böller in Richtung Spielfeld und Tartanbahn. Ein Ordner bricht zusammen, bleibt minutenlang liegen und muss versorgt werden, Kurven-Mutti Christel wird auch fast getroffen. Wir verstummen erst vor Entsetzen, dann rufen wir „Ihr seid so blöd“ in Richtung der Chaoten, die sich längst wieder verdünnisiert haben.

Das Tor für Wolfsburg fällt in der 49. Minute – und für mich hängt das alles unmittelbar zusammen. In dem Moment, wo der Underdog, unsere Eintracht, weiter die lautstarke Unterstützung der ganzen blau-gelben Power-Meute gebraucht hätte, nutzen einige wenige Vollpfosten die große Aufmerksamkeitsbühne (ARD-Live-Übertragung) für ihre krankhafte Selbstdarstellung. Ab der 55. Minute ist das Spiel für mich erledigt, ich bleibe zwar, aber bin nicht mehr da. Das ist ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten, der wieder zehn Jahre Reparaturarbeiten benötigen wird – so was geht mir durch den Kopf.

Auges Schuh

Auge neben mir ist genauso genervt, geht aber noch einen Schritt weiter. Zunächst widmet er sich minutenlang mit Hingabe, um sich selbst von seinem Frust abzulenken, der Entwirrung eines Schnürsenkelknotens an seinem Schuh. Danach dann guckt er mich kurz von der Seite an und sagt: „Ich haue jetzt ab, die Penner haben mir den Abend und das Spiel versaut.“ Ja, so ist das.

Der Spaß am Spiel ist verdorben und ein Knoten im Schnürsenkel – Foto: Malte Schumacher

Nach dem Schlusspfiff wird’s sogar noch schlimmer, weil einige meinen, einen Platzsturm machen zu müssen – hallo, wir haben 1:0 verloren und bleiben in Liga 2, wozu der Platzsturm? Auch hier wohl Selbstdarstellung und Dummheit im Spiel. Die Verabschiedung von der Mannschaft nach einer guten Saison wird uns Fans damit genommen, auf dem Feld tummeln sich Honks, Polizei und Ordner, die Spieler verschwinden lieber.

Meinung

Nachts gegen 1 Uhr postet Marc Wittfeld, Fanclub „Jägi-Jungs“ und Bandleader bei „Braunschweig Pension“, ein treffendes und bewegendes Statement: „Ich trauere … vielen Dank an die genetischen Fehlkonstruktionen, die meinen/unseren Sport zerstören. Unabhängig davon, dass wir in einer Welt leben, die von Terror geprägt ist, erschließt es sich mir nicht, wie man so verstrahlt sein kann, während eines Fußballspiels solche Granaten zu schmeißen, dass Menschen verletzt werden, verstört sind und fassungs- und sprachlos zurückbleiben. Um auf den Fußball zu schwenken: IHR habt verloren. Nicht die Mannschaft. Und das vor einem Millionenpublikum. Ich überlege nach 40 Jahren, mir das nicht mehr anzutun. Meine Dauerkarte kauf’ ich trotzdem, damit Ihr Proleten nicht noch einen Platz mehr bekommt …“

Perspektive

Natürlich werden wir Ende Juli wieder dabei sein, wenn die Zweitliga-Saison 2017/18 startet. Aber bis dahin tut die Pause gut. Und es tut uns allen gut, über dieses letzte Spiel der Saison 2016/17 intensiv nachzudenken.

Kay-Uwe Rohn:

Letzter Akt: Vorhang fällt

Keine Nachspielzeit, einfach Schluss. Kein Ende wie in Hoffenheim, kein Mutmachen aus der Kurve, sondern Krawallmacher, ein Teil der Fans, die sich einfach nicht im Griff haben. Kein schönes Braunschweig-Bild. Die Relegation ist der harte Weg in die 1. Liga. Der Gegner war abgebrüht, kalt und entschlossen.

Wolfsburg hat gerade im ersten Spiel kein eigenes Spiel entwickeln können. Im zweiten Spiel haben die Wolfsburger taktisch weitaus besser gespielt und ihre Chance genutzt. Der kleine Unterschied war, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Tore waren durchaus möglich, aber wir haben keins geschossen in hundertachtzig Minuten. Kampf und Einsatz stimmten an diesem Abend vor einer Kulisse, die absolut erstligatauglich ist. Ein bisschen kamen mir die Blau-Gelben in der zweiten Halbzeit wie ein ganz junges unerfahrenes Team vor. Jeder kämpfte für sich und wollte mit dem Ball bis zum Tor laufen und das entscheidende Tor auch noch selbst schießen. Aber nur so können wir sehen, an was noch zu arbeiten ist.

„Wir haben Bock auf die neue Saison“

So gefällt mir der Trainer. Orientierung geben, Mut zeigen und Motivation schüren. Die Worte erreichen mich tatsächlich und ich bin irgendwie froh, dass die Saison abgeschlossen ist. Mit 66 Punkten, Platz 3 und Teilnahme an der Relegation zum Oberhaus. Das ist ein Riesenerfolg. Und wenn Kritik aufkommt, dann können das Trainerteam und die Verantwortlichen ihre Entscheidungen überprüfen. Ich freue mich auf 2017/18.

Der persönliche Rückblick

Ich hatte viele interessante Gäste/Freunde mit bei den Spielen. Immer wieder ein wunderschöner Austausch vor dem Spiel, während der neunzig Minuten und danach. Freunde, Familienmitglieder, aber auch Partner aus meiner Arbeitswelt. Herzlichen Dank an meine Spieltagsabschnittsbegleiter, mal mit Fußballsachverstand, mal ohne. Übrigens haben beide Vertreter ihren ganz besonderen Charme.

Auf den Punkt gebracht: die Choreografie „Biss zum Schluss“ – Foto: Kay-Uwe Rohn

BISS ZUM SCHLUSS

Diese Choreo muss noch erwähnt werden. Wer sagt, Fußballfans sind keine Intelligenzbestien, der irrt. Mit drei Worten die Situation, den Verein, die Mannschaft und die Leidenschaft zu erklären – einfach nur erstligareif. Intelligenter kann man das nicht ausdrücken.

Mir ist aufgefallen: Orhan Ademi und Pfitze waren auch da.

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