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Peine ohne Dach – Ausflugstipps für Entdecker

  • Datum: 10.08.2017
Foto von Kathrin Bolte
Kathrin Bolte
Alle Beiträge (7)

Schönes Wetter und ihr wisst nicht, was ihr anstellen sollt? Ich war für euch unterwegs. Hier sind sechs Ausflugstipps im Peiner Land, auf denen sich viel entdecken lässt, die nicht teuer sind und sicher ganz viel Spaß bereiten. Also, runter vom Sofa und rein ins Abenteuer!

Auf den Spuren der Peiner Geschichte – die Bronzebücher

Den Anfang macht eine wunderbare Radtour zu den inzwischen neun Bronzebüchern, die sich im Peiner Stadtgebiet befinden. Was bitte sind Bronzebücher? Neun aufgeschlagene Bronzeplastiken zweier Künstler, die kurz und anschaulich Wissen über die Stadt Peine vermitteln. Die gesamte Tour macht gerade einmal rund sieben Kilometer aus und ist daher auch ein toller Ausflug für kleinere Kinder, die zu ihrer ersten Radtour starten.

Rauf aufs Rad, los gehts!

Ich starte meine Tour am Hagenmarkt. Außerhalb der Stadt befand sich ein Sumpfgebiet. Um 1900 entstand hier der sternförmig angelegte Platz nach dem französischen Vorbild des Place-de-Charles-de-Gaulle in Paris.
Weiter geht es zum Rosenhagen: Wir befinden uns hier in Peines Vorstadt im Mittelalter. Eine Zugbrücke, „Katzhagentor“, bildete die Verbindung nach „Paane“, der ursprüngliche Stadtname.

Von hier sind es nur wenige Meter bis zum Damm: Siedlungsgeschichtlich ist diese Straße der älteste Teil der Stadt. Wer findet das Pelikan-Haus von 1611 in dieser schönen Straße? Rauf aufs Rad und weiter zum Winkel: An dieser Stelle wütete 1557 ein großer Brand. Kurz darauf wurde „Paane“ wieder aufgebaut und erweitert. Das über 330 Jahre alte Schmedenstedthaus, die heutige Bücherei, stammt ursprünglich aus der Ortschaft Schmedenstedt.

Das Schmedenstedthaus – Foto: Kathrin Bolte

Weiter führt die Fahrt zum Echternplatz: Dieser Ort ist mit 42 Jahren noch recht jung. Die Echternstraße jedoch, damals „Hinter Straße“, existierte bereits im Mittelalter. Am Echternplatz befindet sich „Schicke-Schacke“, die Bronzefigur eines Peiner Originals.

Machen wir uns auf zum Schützenplatz: Hier findet jeden Sommer Peines fünfte Jahreszeit, das Freischießen, statt. Der Mann mit dem Zylinder wird mit dieser Plastik für sein Engagement für das Fest geehrt. Wer findet seinen Namen heraus? Auf, auf zur Schützenstraße: Täglich über 7.500 Kraftfahrzeuge (!) befuhren diese Straße vor rund 40 Jahren. Heute beginnt hier die Innenstadt. Jetzt treten wir ein bisschen in die Pedale, denn wir müssen in die Peiner Südstadt zum Carl-von-Ossietzky-Platz: Dieses Wohnviertel entstand 1950, besonders Werksangehörige der Ilseder Hütte siedelten sich hier an.

Der letzte Punkt der Radtour führt wieder in die Innenstadt. Hier am Marktplatz wartet nicht nur das letzte Bronzebuch, sondern auch eine eiskalte Belohnung für alle, die bis hierher durchgehalten haben. Stadtgeschichtlich ist dieser Platz ein Highlight – denn wir befinden uns auf einem ehemaligen Friedhof. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts stand hier die Jakobi-Kirche, die jetzt in der Fußgängerzone zu entdecken ist. Vor dem Bronzebuch stehend, den Blick nach links gerichtet, wartet  die Belohnung.

Hier können sich Kinder richtig austoben – Foto: Kathrin Bolte

Spielplätze und Skaterpark

Die Peiner Spielplätze bieten Abwechslung für Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, aber auch für Eltern und Großeltern. Im gesamten Landkreis Peine gibt es 72 Kinderspielplätze, öffentlich zugängliche Schulhöfe und Bolzplätze sowie drei Skateranlagen.

Zu den größten Spielplätzen gehört die Spiel- und Freizeitanlage Am Ottos Hof, der Spielbereich Max-Pechstein-Straße, der Spielbereich südlich der Schreiberhauer Straße, der Kinderspielplatz Braunschweiger Straße und der Spielplatz und die Skateanlage am UPP II/Hans-Gallinis-Straße. Gerade der Skaterpark ist ein echter Generationenpark. Während die Kleinsten ihren Spaß auf dem Spielplatz haben, üben die Größeren waghalsige Akrobatik auf dem Skateboard, den Inlinern oder auf dem BMX-Rad.

Der Skatepark in Peine – Foto: Kathrin Bolte

Im Sommer sieht man hier auch viele Familien beim Picknicken. Obwohl das Areal von viel befahrenen Straßen umgeben ist und auch die Bahnstrecke nach Braunschweig nicht weit entfernt liegt, ist der Skaterpark eine Oase der Ruhe. Die weitläufige Anlage rund um den Unternehmenspark bietet sich auch zum Spazierengehen an. Und so treffen sich hier Alt und Jung, um den Tag an der frischen Luft zu verbringen.

Auch am See kann man Surfen – Foto: Kathrin Bolte

Surfen ohne Meer – in Handorf ist das möglich

Denkt man ans Surfen, sieht man vor dem inneren Auge Meer, Wellen und sportliche Jungs und Mädels auf ihren Brettern. Was man weniger vermutet: Man kann auch in Peine surfen. Am Handorfer See ist der Surf-Club Peine e. V. ansässig, der 1985 gegründet wurde und rund 170 Mitglieder aller Altersklassen zählt. Der Verein ist ein Anlaufpunkt für alle aktiven Windsurfer und jeden, der Spaß an dem Sport hat.

Wer Mitglied ist, kann den Handorfer See ganzjährig zum Windsurfen nutzen. In der Zeit von Mai bis Oktober findet nahezu jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr das Freitagstraining statt. Wer also mal sehen möchte, wie Surfen ohne Meer funktioniert, der kann hier gern vorbeischauen. Als Badesee darf der Handorfer See so nicht genutzt werden. Aber es lohnt sich allemal, hier einen Blick zu riskieren, wenn schon von Weitem die Segel der Surfer zu sehen sind.

Der Natur auf der Spur im Ökogarten

Der Ökogarten der IGS Vöhrum ist ein Geheimtipp. Wer mit Tieren und der Natur auf Tuchfühlung gehen möchte, etwas lernen mag oder einfach nur diese ganz besondere Atmosphäre erleben will, der wird nicht enttäuscht. Im Tier- und Ökogarten Peine erwartet den Besucher ein Schulzoo mit über 180 verschiedenen Tieren, von Insekten- bis Schafgröße. Es gibt zudem dort einen Schulgarten mit vielen verschiedenen Lebensräumen für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Jeden ersten Sonntag im Monat findet ein Besuchertag zu einem bestimmten Thema statt. Man kann dort dann eine Rallye durch den Garten machen, an verschiedenen Workshops teilnehmen, beim Füttern der Tiere helfen, frisch gebackene Waffeln und Leckeres vom Grill genießen. Zudem wird in allen Ferien ein Ferienprogramm geboten und es besteht die Möglichkeit, dort einen Kindergeburtstag zu feiern.

Walderlebnispfad – „Wald Erleben im Peiner Land“

2005 gründete sich der Förderverein „Wald Erleben im Peiner Land“, der sich für unterschiedliche Ziele einsetzt. Unter dem Motto „Der Hightech-Bürger braucht Natur, um wieder ins Lot zu kommen“ sowie „Junge Menschen benötigen unverstellte Naturkontakte“ will der Verein Waldinformation, Umweltbildung und Waldökologie im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung fördern. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können im Wald Erfahrungen sammeln und durch Erlebnisse mit der Natur ihr eigenes Umweltbewusstsein, ihre Wertehaltung und ihre Handlungskompetenzen vertiefen.

Man entdeckt so einiges auf Radtouren – Foto: Kahtrin Bolte

Radtour am Mittellandkanal

Völlig ungestört von Peine nach Hannover mit den Rad fahren – der Mittellandkanal macht es möglich. Natürlich auch in die andere Richtung, z. B. nach Braunschweig. Nur wenige Kilometer hinter Peine befindet sich das Örtchen Sophiental mit der „Waldgaststätte Sophienruh“. Diese urige, gepflegte Gaststätte hat eine lange Terrasse mit direktem Blick auf den Kanal und eine Beach Bar. Im Sommer wird immer wieder auch mal was für Kinder geboten, z. B. eine Hüpfburg. Sophienruh bietet sich für einen kleinen Zwischenstop mit kühlen Getränken und einer Kleinigkeit zu essen perfekt an.

Ziel meiner Radtour war allerdings der Yachthafen Heidanger in Vechelde. Also wieder aufs Rad und losgestrampelt. Im Örtchen Wedtlenstedt, am Zweigkanal Salzgitter, befindet sich der aus einer Kiesabbaufläche entstandene Bootshafen.

Ich sitze direkt am Wasser, lasse mir einen Kaffee schmecken und denke: „Hm, war jetzt gar nicht so weit weg.“ Von Peine, gestartet bin ich am Schützenplatz, bis zum Hafen sind es nicht mal 20 Kilometer. Dennoch war ich mehrere Stunden unterwegs, denn hier am Kanal gibt es so viel zu entdecken. Und wenn die schwer beladenen Kähne an mir vorbeigefahren sind, habe ich angehalten. Einfach zu spannend, auch wenn ich dieses Spektakel bereits als Kind mit meinen Eltern mindestens einmal in den Sommerferien erlebt habe.

Last, but not least

Die Beschilderung ist auf der gesamten Strecke sehr gut. Naja, ist ja auch nicht ganz so schwer, direkt am Kanal entlangzufahren. Deshalb ist die Strecke auch nicht ganz ungefährlich, da es sich nicht um eine Asphaltdecke handelt. Mein Tipp: Es sollten nur sichere Radfahrer die Tour wagen. Die Wege sind teilweise schmal und es bedarf etwas an Geschick, um voranzukommen. Alternativ kann man hier auch wunderbar spazieren gehen – ein Spaß für die ganze Familie.

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