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Und es ward Licht! Was LEDs aus Helmstedt so besonders macht

  • Datum: 08.03.2018
Foto von Andrea Hoferichter
Andrea Hoferichter
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Im Leben von Heiko Presuhn dreht sich fast alles um Licht. Schließlich ist er Mitgründer und Geschäftsführer des LED-Herstellers Terra Produktion in Helmstedt. In dem Raum, in den er mich für unser Interview führt, ist es dafür überraschend dunkel. Aber klar: „Hier lässt sich ein Teil unseres Produktportfolios besonders gut präsentieren“, erklärt er. Auch ein paar Glühbirnen und Neonröhren sind in den modernen Geschäftsräumen installiert, aber nur als Anschauungsbeispiele für aussterbende Arten. Die Zukunft gehört den LEDs, davon ist Presuhn überzeugt: „Sie sind heller, effizienter und haben eine sehr viel höhere Lebensdauer.“

Von der Brauerei bis zum Modehaus

Das Unternehmen aus Helmstedt wurde schon vor vielen Jahren mit einer Eigenentwicklung, den blendfreien LED-Straßenlampen, branchenweit bekannt. Heute sanieren die Mitarbeiter vor allem Lichtbänder in Industriehallen, die häufig noch mit Neonbeleuchtung arbeiten. „Wir fertigen die LED-Lichtträger so an, dass sie perfekt in das schon vorhandene Tragschienensystem passen“, sagt Presuhn. Die Fertigung nach individuellen Wünschen sei etwas Besonderes und zeichne Terra gegenüber größeren Herstellern aus. Die Kunden, darunter Autohersteller und Brauereien, wüssten das zu schätzen.

Presuhns Team produziert außerdem Systeme für besondere Einsätze, zum Beispiel Effektbeleuchtung für Vordächer, Rolltreppen oder Fassaden. Auch für Altenheime entwickelt Terra maßgeschneiderte Lösungen. „In den Gängen leuchtet oft Tag und Nacht weißes Licht. Bewohner, besonders wenn sie unter Demenz leiden, verlieren dann leicht den gesunden Tag- und Nachtrhythmus“, erklärt Presuhn. Um das zu verhindern, spenden die Lichtleisten aus Helmstedt morgens etwas mehr weißes und abends eher rötliches Licht, dem natürlichen Lichtverlauf am Himmel nachempfunden.

Besonders stolz ist der Geschäftsführer darauf, dass 90 Prozent aller Leuchten im Programm  Eigenentwicklungen sind und in Helmstedt produziert werden. „Sie sind ‚Made in Germany‘“, betont er.

Aus E.A.S.T. wird Terra Produktion

Presuhn hat das Unternehmen vor fast 18 Jahren mit einem befreundeten Ingenieur gegründet. Und die Leuchten begeistern den gelernten Techniker noch heute. Mitunter schraubt er in der Werkstatt selbst den einen oder anderen Prototypen zusammen. Er besucht Fachkonferenzen, um stets auf dem neuesten Stand zu sein, und knüpft immer wieder neue Kontakte zu potenziellen Partnern und Kunden.

Ein Ergebnis des intensiven Netzwerkens: Seit August 2017 gehört das Helmstedter Unternehmen zur Wortmann Gruppe und ist nun eine Art Bruder von Terra PC, Europas größtem Computerhersteller. „Die Veränderung hat uns noch einmal eine ordentlichen Schub gegeben“, erzählt Presuhn. Das Vertriebsnetzwerk habe sich schlagartig vergrößert, neue Kontakte und Arbeitsplätze seien entstanden. „Und wir sind jetzt natürlich viel flexibler, was Produktionskapazitäten betrifft“, so der Manager. Zudem beginne schon bald der Bau einer neuen Fertigungsstraße in einer bisher frei stehenden Halle gleich nebenan. Geändert hat sich auch der Name: Aus E.A.S.T. Produktions GmbH wurde Terra Produktion GmbH.

Erfinder mit Geschäftsgeist

Nach dem Interview und einer Führung durch Lager, Testanlage und Maschinenpark begleitet mich der Geschäftsführer zum Ausgang. Er stoppt bei einer Leuchte im Treppenhaus. „Die habe ich in einer schnellen Abendaktion in unserer Werkstatt gebaut und eigentlich nur, um ein hässliches Kabel zu überdecken, das hier aus der Wand ragte“, erzählt er. Doch das schlichte Design begeisterte die Kollegen am nächsten Tag so sehr, dass die Leuchte einen Namen bekam und in den Katalog aufgenommen wurde. Heute leuchtet „Sigo 3“ nicht nur im Helmstedter Gewerbepark, sondern in ganz Deutschland, unter anderem in den Fluren des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg.

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