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Dem Wolf spielerisch auf der Spur

  • Datum: 13.07.2018
Foto von Ingo Bartels
Ingo Bartels
Alle Beiträge (17)

Seit einem Jahr wird das soziale Bildungsengagement des VfL Wolfsburg mit dem außerschulischen Lernort weiter ausgebaut. Grund genug, um einen Vormittag mit dem VfL-Pädagogen Björn Ferneschild und der Grundschule Danndorf zu verbringen.

Ich treffe mich vor der VfL-FußballWelt mit Björn, der beim VfL Wolfsburg in der CSR-Abteilung angestellt ist und seit dem vierten Lebensjahr in Wolfsburg lebt. Er koordiniert den Besuch der 120 Kinder, die sich in vier 30er-Gruppen aufgeteilt haben. Die Schulen, die den VfL Wolfsburg besuchen, interessieren sich für die richtige Ernährung, den adäquaten Umgang mit Rassismus, das Leben mit dem Wolf und das Erreichen des VfL-Sportabzeichens. Die Grundschule Danndorf um Schulleiterin Heike Kluge hat sich bei ihrem Besuch für die großen Themen Ernährung und Sport entschieden. Bevor es für mich losgeht, darf ich noch das grün-weiße Klassenzimmer besuchen.

Die Schüler erarbeiten in Workshops wichtige Themen wie Gewalt oder Niederlage – Foto: Ingo Bartels

„Das Motivierende bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist deren Wissbegier und Lebendigkeit. Kinder sind unbefangen, aufgeschlossen und sehen die Welt mit einer Leichtigkeit, die uns Erwachsenen im Alltag manchmal abhanden gekommen ist. Mit all diesen Faktoren lässt sich insbesondere im Zusammenspiel Bildung und Fußball einiges ausprobieren. Der Fußball ist hierbei ein super Motivator, um Kindern und Jugendlichen Bildungsinhalte, aber auch wichtige gesellschaftliche Werte des Mit- und Füreinander, zu vermitteln“, sagt der VfL-Fan Ferneschild.

Außerschulischer Lernort des Vfl Wolfsburg | Die Region | Autor: Ingo Bartels

Überall Fußballschuhe an der Decke

Seit 2017 erhält der VfL Wolfsburg eine Förderung von der Bundesliga-Stiftung und kann fortan auf deren finanzielle Unterstützung und Begleitung bauen. Darüber hinaus gehört der außerschulische Lernort von nun an als 13. Standort von derzeit 18 Clubs zum bundesweiten Netzwerk „Lernort Stadion e.V.“. Die 13 ist dabei allerdings eine Glückszahl, denn zahlreiche ehemalige und aktuelle Profis haben ihre signierten Schuhe an die Decke gehängt und wünschen so den jungen Besuchern viel Glück und Spaß im Klassenzimmer. Ziel ist es, in dem Workshop gemeinsam zu erarbeiten, wie man richtig reagiert. Immer begleitet von einem Pädagogen, der zum Schluss erläuternd auflöst. Mich interessiert beim Thema Digitalisierung natürlich auch, ob Social Media ein Thema ist. „Ab der 9. Klasse wird auch das Thema Social Media eingebunden. Die Schüler erarbeiten dann kreative Ideen. Beim Bananenwurf auf Dani Alves nutzten die Kids die Möglichkeiten im Social Media, um ihre Botschaft schnell und effizient zu verbreiten. Sie entschieden sich hier für Snapchat und setzten sich selbst eine Affenmaske auf. So zeigten sie ihre Solidarität für den Profifußballer.“ Die Auflösung des besagten Falles von 2014 war übrigens, dass Dani Alves in die Banane biss.

An der Decke hängen die Fußballschuhe vieler aktueller und ehemaliger Fußballprofis, wie Maxi Arnold und Kevin de Bruyne – Foto: Ingo Bartels

Laufen, schießen, passen

Für das VfL-Sportabzeichen geht es in den nebenan gelegenen HYGIA X-Perience Park. Dort hat Björn Ferneschild, der sein Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Deutsch und Politik sowie Wirtschaft in Kassel absolvierte, einen Parcour aufgebaut. Den betreut er nun mit seinen drei Kolleginnen. „Der Tag mit der Grundschule Danndorf ist auch für das VfL-Team eine neue Herausforderung, denn so eine große Gruppe hatten wir bisher noch nie“, erzählt der 31-Jährige. Wir gehen mit der 4. Klasse hinüber in die Sporthalle und teilen die Teams in vier große Gruppen auf. Ich gehe mit Björn mit und verfolge hautnah, wie viel Spaß die Viertklässler bei den Übungen haben. Die vier Stationen dauern jeweils neun Minuten und haben fußballaffine Namen:

• Verhexter Ballparcour (mit Tennisball, Rugbyball, Reaktionsball)
• König Fußball
• Reise nach Wembley
• Farben dribbeln

Beim „König Fußball“ geht es ums präzise Schießen in Teamarbeit – Foto: Ingo Bartels

Schnippeln, lernen, essen

Nach dem sportlichen Abschnitt geht es für mich in das Fanhaus zum Bereich Ernährung. Dort füllen die Schüler den Satz „Der Profi ist was er isst“ mit Leben. Auf die theoretische Grundlage, bei der den Dritt- und Viertklässlern die Ernährungspyramide anschaulich erläutert wird, folgt der praktische Teil. Auf dem Tisch liegen bebilderten Rezepte. Die Schüler teilen sich auf und bereiten zwei verschiedene Smoothies, einen Couscous-Salat und Powerballs zu. Einige der Schüler essen zum ersten Mal Couscous. Das zeigt, dass das Thema Ernährung noch stärker fokussiert werden muss in der frühkindlichen Erziehung, um Kindern eine gesunde Lebensweise näher zu bringen. Deswegen gehen die VfL-Pädagogen auch auf das Thema Allergien ein, um das Themenfeld umfangreich abzudecken. Nach dem Schnippeln und vermischen der Zutaten, ist es den Pädagogen wichtig, dass die jungen Teilnehmer reflektieren, was sie genau gemacht und welche Zutaten sie verarbeitet haben. Im Anschluss darf dann jeder alles probieren und seine Meinung äußern. Es hat allen geschmeckt und die Begeisterung für die simple Zubereitung ist groß. Auch die Couscous-Neulinge zeigen sich angetan von der Reisvariante.

Gemeinsam mit der NABU

Wenngleich es bei meinem Besuch nicht auf dem Plan stand, finde ich toll, dass der VfL Wolfsburg auch etwas im Bereich Kinder und Umwelt tut. Dem wichtigen Bereich begegnet man hier in Kooperation mit dem ortsansässigen NABU (Naturschutzbund). Was läge da näher, als das Thema „Der Wolf ist zurück“ zu beleuchten? Der Wolf ist schließlich das Maskottchen „Wölfi“ und bei der Mannschaft spricht man von den Wölfen. Auch in einer Fußballmannschaft gibt es den Leitwolf, der sein Rudel führt. Hier kann man sehr anschaulich den Bogen zur Natur spannen und beispielsweise zeigen, wie schnell ein Wolf, ein Fußballprofi und ein Kind ist. „Den Lauf absolvieren wir im AOK-Stadion, das ist für die Schüler auch ein tolles Erlebnis“, erklärt Björn Ferneschild. Der Wolf, so sagt er, braucht 3,6 Sekunden für 50 Meter. Diese Strecke laufen die Kinder meist in neun bis zehn Sekunden nach und lernen so, wie schnell Wolf und Fußballprofi sind. Ferneschild hat hier schon viele Erfahrungswerte sammeln können, denn bereits seit August 2014 ist er beim VfL Wolfsburg fest als Pädagoge angestellt und ist immer noch begeistert vom Interesse am Grün-weißen Klassenzimmer, das sich fest im Veranstaltungskalender der Schulen aus Wolfsburg und Umgebung etabliert hat.

Auf Kunstrasen durchlaufen die Schüler zahlreiche Parcours auf dem Weg zum VfL-Sportabzeichen – Foto: Ingo Bartels

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