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AutoVision – Der Personaldienstleister stellt sich neu auf. Zehn Fragen an Michaela Averkorn.

  • Datum: 24.07.2018
Foto von Klaus Sievers
Klaus Sievers
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Die AutoVision – Der Personaldienstleister gibt es in Wolfsburg in verschiedenen Unternehmenskonstellationen seit 17 Jahren. Die AutoVision ging 2001 aus der Wolfsburg AG hervor und arbeitete erfolgreich in den Bereichen Zeitarbeit und Dienstleistungen – vor allem für den VW-Konzern. Vor fünf Jahren wurden die Bereiche Zeitarbeit und Personaldienstleistungen sowie weitere Dienstleistungen unternehmerisch getrennt. Seit September 2017 wird der Personaldienstleistungsbereich unter dem neuen Namen AutoVision – Der Personaldienstleister geführt. Nach der Übertragung der Gesellschafteranteile des bisherigen Joint Venture Partners VW Group Services ist die AutoVision – Der Personaldienstleister ein Gemeinschaftsunternehmen der Wolfsburg AG und der Innovations- und Beteiligungsgesellschaft IBG. Die AutoVision ist heute der sechstgrößte Personaldienstleister in Deutschland. Michaela Averkorn arbeitet seit Jahresanfang als Prokuristin in der Geschäftsleitung des Unternehmens.

Frau Averkorn, wo liegen heute und wo werden künftig die Schwerpunkte im Personaldienstleistungsgeschäft der AutoVision liegen?

Unser Geschäft mit Zeitarbeit war bisher sehr stark von Volkswagen geprägt – den Großteil des Umsatzes machten wir mit der Marke Volkswagen. VW hat sich nun entschieden, statt Zeitarbeitnehmer selbst befristet Beschäftigte einzustellen. Deshalb müssen wir uns als AutoVision neu aufstellen und einen Wandel vollziehen – etwa für die Zeitarbeit neue Branchen erschließen, neue Kunden innerhalb des Konzerns und extern akquirieren, sowie neue Geschäftsfelder im Personaldienstleistungsbereich generieren. Unser Ziel ist es, den externen Umsatzanteil, also außerhalb des VW-Konzerns, deutlich zu erhöhen.

Wie soll sich das Unternehmen AutoVision wandeln?

Unser Geschäft mit der Zeitarbeit ist auf mehreren Säulen aufgebaut. Dazu gehört zunächst die Zusammenarbeit mit inländischen Konzerngesellschaften wie MAN, Audi oder Porsche. Dann werden wir das Geschäft mit Konzernunternehmen im europäischen Ausland suchen. Da waren wir bisher noch nicht vertreten. Und dann wollen wir uns verstärkt um externe Kunden bemühen. Bisher machen wir einen überwiegenden Anteil unseres Umsatzes mit Zeitarbeit.

Wollen Sie auch Dienstleistungen anbieten?

Ja, zusätzlich wollen wir auch neue Dienstleistungen anbieten – etwa die Beratung von Kunden darüber, wie und in welchen Konstellationen Zeitarbeit im Unternehmen Sinn macht. Dafür gibt es offenbar ein großes Bedürfnis. Ein neues Angebot ist auch die Bereitstellung von Managed Services, also die Koordination aller Personaldienstleistungen, die ein Unternehmen von verschiedenen Anbietern benötigt und in Anspruch nehmen will. Hier starten wir derzeit erste Projekte im Volkswagen Konzern. Das Geschäft mit der klassischen Personalvermittlung wollen wir ausbauen und auch da extern neue Kunden akquirieren. Bisher liegt der Schwerpunkt im kaufmännischen Bereich.

Michaela Averkorn am Schreibtisch – Jörg Scheibe

Michaela Averkorn – Foto: Jörg Scheibe


Wie viele Standorte und Mitarbeiter haben Sie derzeit?

Wir beschäftigen im Unternehmen selbst rund 170 Mitarbeiter, davon 80 in Wolfsburg, und in der Zeitarbeit im Jahresdurchschnitt rund 5.000 Mitarbeiter. Das schwankt sehr stark. In Deutschland haben wir insgesamt 19 Standorte – überwiegend dort, wo auch der VW-Konzern Standorte hat.

In welche Branchen vermitteln Sie Zeitarbeitnehmer und welche Qualifikationen haben diese?

Schwerpunkt ist natürlich die Autoindustrie. Wir sind aber auch in der Metall-, Elektro- und Chemieindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrtbranche aktiv. Dabei konzentrieren wir uns auf größere Kunden mit einem Bedarf ab 50 Zeitarbeitnehmern. Wir vermitteln bisher vor allem Mitarbeiter in die Bereiche Produktion und helfende Tätigkeiten. Auch hier werden zunehmend Fachkräfte gesucht. Wir wollen künftig aktiver im Bereich der indirekten Arbeit werden, beispielsweise mehr Ingenieure einsetzen. Da registrieren wir eine spannende Entwicklung: Wir bekommen immer mehr Bewerbungen von jungen qualifizierten Spezialisten. Die sind am Anfang des Berufslebens durchaus bereit für Zeitarbeit, weil sie mobil sind, weil sie Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen sammeln oder weil sie an zeitlich begrenzten interessanten Projekten mitarbeiten wollen.

Wie läuft denn derzeit die Konjunktur in der Zeitarbeitsbranche und warum setzen Unternehmen überhaupt auf Zeitarbeit?

Insgesamt läuft die Konjunktur derzeit gut – Tendenz steigend. Aber es gibt schon deutliche regionale Unterschiede. Unternehmen nutzen klassischerweise Zeitarbeit, um Produktions- oder Auftragsspitzen abzudecken. Zeitarbeitnehmer werden aber auch häufig bei zeitlich begrenzten Projekten eingesetzt.

Können Sie sich auch andere Märkte vorstellen?

Grundsätzlich können wir uns natürlich auch andere Branchen vorstellen, wie zum Beispiel die Pflegeberufe. Der Bedarf ist riesig, es gibt allerdings auch große Probleme, überhaupt Arbeitskräfte für diesen Bereich zu finden. Da ist eine entsprechende Qualifizierung wichtig und auch ausländische Arbeitnehmer sind da relevant. Derzeit prüfen wir auch in anderen Branchen, ob wir beim Einsatz von Zeitarbeit zusammenarbeiten können. Trotzdem liegt hier aktuell nicht unser Fokus. Wir wollen auch verstärkt im europäischen Ausland aktiv werden und machen dort erste Gehversuche.

Wie läuft Ihr Recruiting, wie bekommen Sie neue Mitarbeiter?

Wir nutzen natürlich verschiedene Kanäle. Neben den klassischen Medien wie unsere Homepage und Printmedien setzen wir immer mehr auf die aktive Ansprache von potenziellen Bewerbern –etwa über soziale Medien und Online-Dienste. Was immer noch funktioniert, sind spezielle Bewerber-Messen für einzelne Berufsgruppen.

Mitarbeiter berichten: Arbeiten bei einem der führenden Personaldienstleister | AutoVision

Sie sind Prokuristin und in der Geschäftsleitung der AutoVision. Wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Als Diplom-Kauffrau startete ich meine Laufbahn 1993 bei der Firma Brillux in Münster, bei der ich bis 2002 im Personalwesen, zuletzt als Ausbildungsleiterin, tätig war. Anschließend wechselte ich für sechs Jahre in den Personalbereich der ZF Boge Elastmetall GmbH am Standort Damme, bis ich am 1. Oktober 2008 zur Volkswagen AG in Wolfsburg wechselte. Hier hatte ich bis zum 31. Dezember 2017 verschiedene Funktionen innerhalb der unterschiedlichen Personalbereiche inne. Unter anderem war ich von 2011 – 2013 als Leiterin eines Personal Service Centers und in Personalunion als Personalleiterin der Marke Bugatti eingesetzt. Anschließend wurde ich Referentin des Konzern Personalvorstands der Volkswagen AG, von wo aus ich 2014 die Leitung der Konzern Managemententwicklung für die Bereiche Personal und Finanz übernahm. Seit dem 1. Januar 2018 bin ich nun Prokuristin der AutoVision und freue mich über die Herausforderung, das Unternehmen umzubauen.

Was schätzen Sie an der Region Braunschweig-Wolfsburg und wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit in der Region?

Ich meine, die Region hat ein reiches kulturelles Angebot, das ich gern nutze – beispielsweise die Festivals Movimentos in Wolfsburg oder Kultur im Zelt in Braunschweig. Außerdem genieße ich die Natur in der Region, deren Freizeitmöglichkeiten oft unterschätzt werden. Ich treibe am liebsten Wassersport, vor allem Segeln und Tauchen, im Winter auch Skilanglauf im Harz. Insgesamt glaube ich, dass sich die Region mit Ihrem Kultur- und Freizeitpotenzial nach draußen noch besser verkaufen könnte.

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