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Leidenschaft und Profession: Ein Besuch bei Lorenz Ballooning am Tankumsee

  • Datum: 18.09.2018
Heißluftballon mit Menschen
Foto von Holger Reichard
Holger Reichard
Alle Beiträge (9)

Dieser Tage kann man sie an einem ruhigen Sommerabend wieder elegant über den Dächern schweben sehen, oder als mysteriöse Flugobjekte am fernen, vom Sonnenuntergang tiefrot gefärbten Horizont: Heißluftballone. Jedes Mal, wenn ich sie nach dem zischenden Geräusch des Brenners am Himmel entdecke, frage ich mich: Wie kommt man eigentlich zum Ballonfahren? Wer steht dort oben im Korb? Wer steuert ihn? Fragen, die sich vor mehr als 25 Jahren auch der Gifhorner Ingo Lorenz stellte, die er heute mit seinem Unternehmen Lorenz Ballooning beantworten kann:

Rund 20 Jahre lang betrieb Ingo Lorenz eine Kfz-Werkstatt in Triangel (Landkreis Gifhorn). In seiner Freizeit war er oft mit dem Motorsportboot unterwegs. Meist auf den heimischen Gewässern oder rund um Fehmarn. Als er zu Beginn der 1990er Jahre einen Heißluftballon über seine Werkstatt schweben sah, wurde er neugierig. Diese anmutige, für ihn völlig andere Art der Fortbewegung faszinierte ihn und er stellte sich die eingangs erwähnten Fragen. Bald sollte er die Antworten erhalten: ein Ballonfahrer, der eines Tages in seiner Werkstatt erschien und sich nach Ersatzteilen erkundigte, barg ein Schlüsselerlebnis. Für Ingo Lorenz war danach klar: Es ist Zeit für ein neues Hobby – und für eine neue Profession.

Ingo Lorenz – Ballonfahrer seit 1993

Mitte 1993 erwarb Ingo Lorenz in der Nähe von Mainz seine Pilotenlizenz. Ein Jahr später gründete er das Luftfahrtunternehmen Lorenz Ballooning, das seinen Sitz heute am Tankumsee hat. Von hier und weiteren Standorten aus, wie zum Beispiel dem Allersee in Wolfsburg oder dem Schlosssee in Gifhorn, bietet er seinen Kunden Ballonfahrten an. Das sogar barrierefrei, also auch für Rollstuhlfahrer. Des besseren Wetters wegen vorwiegend in der Zeit von April bis Oktober. Das Leistungsportfolio von Lorenz Ballooning ist damit aber noch lange nicht erschöpft. Ingo Lorenz handelt mit neuen und gebrauchten Ballonen. Er repariert, wartet und prüft sie. So ist sein Unternehmen auch ein vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) genehmigter Instandhaltungsbetrieb für Heißluftballone. Zudem ist er seit 2014 von der IHK zertifizierter Sachverständiger für deren Technik, Führung und Betrieb, für die Feststellung von Unfallursachen, Schätzungen und die Begutachtung von Startplätzen.

Frontalaufnahme Ingo Lorenz

Ballonfahrer aus Leidenschaft und Profession: Ingo Lorenz – Foto: Lorenz Ballooning

Ausbilder und Prüfer – für Schüler, Lehrer und Prüfer

Und auch als Ballonfahrer hat Ingo Lorenz seine Kompetenzen stetig ausgebaut. So schult und prüft er heute als Ausbildungsberechtigter nicht nur angehende Ballonpiloten, sondern auch Fluglehrer und sogar Flugprüfer. Mehr Qualifikation geht nicht. Schulungen und Fortbildungen stehen deshalb auf dem Tagesprogramm.

Beim Ballonfahren ist das von entscheidender Bedeutung. Denn es gibt in der Luftfahrt ein Sprichwort, das es gerade für Ballonfahrer zu beachten gilt: „Es ist besser, am Boden zu stehen und sich zu ärgern, dass man nicht in der Luft ist, als in der Luft zu sein und festzustellen, dass man jetzt besser am Boden wäre.“ Kurzum: Sicherheit geht über alles. Eben auch für Ingo Lorenz. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung, gesammelt in unzähligen Fortbildungsmaßnahmen und inzwischen fast 1.500 Stunden am Brenner, kann er diese Sicherheit gewährleisten wie kaum ein anderer.

Brenner Heißluftballon

Ist das Zischen des Brenners zu hören, geht der Blick nach oben: ein Heißluftballon – Foto: Lorenz Ballooning

Selbst einmal in einem Ballon von mitfahren?

Bleibt die Frage, was man machen muss, um selbst einmal elegant über die Dächer dieser Region zu schweben oder einem geliebten Menschen eine solche Fahrt zu schenken. Sich für eine Ballonfahrt bei Lorenz Ballooning anmelden, natürlich. Danach heißt es, Geduld haben und sich bereithalten. Denn wann ein Heißluftballon starten kann, hängt vom Wetter ab und lässt sich nur kurzfristig entscheiden. Es muss eine stabile Wetterlage herrschen, trocken, wenig Wind und nicht zu heiß.

Weil man diese Wetterlagen nicht über einen langen Zeitraum im Voraus kennt, macht die Buchung eines festen Termins keinen Sinn. Aus diesem Grund erfolgt die Benachrichtigung des Gastes relativ spontan. Ist einem wartenden Teilnehmer der plötzlich anberaumte Starttermin nicht möglich, wird er auf die Liste für die nächste Ballonfahrt gesetzt und ein anderer übernimmt seinen Platz. So kann es nach der Anmeldung zwischen sechs Wochen und einem Jahr dauern, bis es für den vorfreudigen Fahrgast in die Lüfte geht.

Los geht’s mit Lorenz Ballooning!

Die reine Fahrzeit dauert etwa eine Stunde. Eingebunden sind die Gäste aber auch beim Auf- und Abbau, sodass man insgesamt zwischen drei und vier Stunden für das spektakuläre Erlebnis einplanen sollte. Nach der Landung wird der neue Ballonfahrer nach einer alten überlieferten Sitte  mit Sekt, Feuer und der Verleihung einer Urkunde in den Adelsstand erhoben.

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