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SoLaWi – Ein Geschäftsmodell, das Mut macht

  • Datum: 02.10.2018
Foto von Mariel Reichard
Mariel Reichard
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Haben Sie schon einmal von Groß Dahlum gehört? Nein? Ich bis vor Kurzem auch nicht, obwohl ich nur wenige Dörfer weiter aufgewachsen bin. Der Name täuscht: Groß Dahlum ist alles andere als groß und mit seinen rund 650 Einwohner*innen sehr beschaulich. Dennoch findet man hier etwas, das im Einzugsgebiet Braunschweig/Wolfenbüttel wohl einmalig ist: eine SoLaWi.

SoLaWas?

Der Name SoLaWi steht für Solidarische Landwirtschaft und eine solche wird in Groß Dahlum von Lea Nagel und Uwe Weihmann betrieben. Im Jahr 2013 wandelten sie den traditionellen Familienbetrieb um und schlossen sich einem erfolgreichen Konzept an. SoLaWis funktionieren grundlegend anders als herkömmliche Betriebe: jedes Jahr wird eine bestimmte Anzahl von Anteilen vergeben. Aktuell kann ein Anteil für circa 1.180 Euro im Jahr erworben werden und ist in der Regel perfekt dafür geeignet, eine Familie das ganze Jahr über mit Gemüse und Kräutern zu versorgen. Darüber hinaus gibt es Obst zum Selbstpflücken und alles wird den Menschen abholbereit zur Verfügung gestellt. Zurzeit vergibt die SoLaWi 130 Anteile und es wird bereits eine Warteliste geführt, weil die Nachfrage so groß ist. Nach Bedarf können auch Fleischanteile erworben werden, diese kommen von Tieren, die die SoLaWi selbst hält; Schweine, Schafe und Hühner.

Frischer geht’s nicht

Wer sich bewusst ernährt und genau darauf achtet, wo das Essen auf dem Teller herkommt, wird Gefallen an einer SoLaWi finden. Mit über 40 Kulturen besteht nicht nur eine riesige Auswahl, die natürlich je nach Jahreszeit variiert, sondern es sind auch alle Lebensmittel biozertifiziert und nach Demeter-Richtlinien angebaut. Dafür stehen drei große Gewächshäuser zur Verfügung sowie rund sechs Hektar Land, auf denen alles blüht und gedeiht. Auf Wochenmärkten wird man die SoLaWi allerdings vergeblich suchen – der Verkauf läuft ausschließlich über die Anteile.

Herausforderungen für das Klima

Was mich mittlerweile sehr beunruhigt: jedes Mal, wenn ich für Die Region Menschen auf dem Land besuche, kommen wir früher oder später auf die Klimakrise zu sprechen. Auch die SoLaWi hat dieses Jahr sehr unter der Hitze gelitten. Ernteausfälle und Wassermangel haben ihr zu schaffen gemacht. Frau Nagel ist froh darüber, dass alle Mitglieder großes Verständnis gezeigt haben, aber ein weiterer Sommer dieser Art wäre dramatisch. Doch sie bleibt optimistisch und letztendlich hat es ja auch einen Grund, dass das Wort „solidarisch“ im Geschäftsmodell vorkommt.

SoLaWi – Immer was zu tun

Der Betrieb steht bei Lea Nagel niemals still. Zurzeit sind die Mitarbeiter*innen mit der Kartoffelernte beschäftigt, das Gemüse muss abgepackt und die Verwaltung und Mitgliederbetreuung dürfen auch nicht liegengelassen werden. Die SoLaWi ist für sie eine Lebensphilosophie: Ein Geben und Nehmen, das auf gegenseitiger Unterstützung beruht und damit hoffentlich ein zukunftsweisendes Modell für die konventionelle Landwirtschaft wird.

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