Seit neun Jahren ist Gurbet Cakil Leiterin der Autobahnmeisterei im Braunschweiger Nordwesten. In dieser Zeit hat sie sich ein vertrauensvolles, wertschätzendes, aber auch respektvolles Miteinander erarbeitet. Ihre Mitarbeiter/-innen hätten nichts dagegen, dass sie sie „Jungs“ nennt, sagt sie, im Gegenteil.
Die Chefin wirft sich selbst in den orangenen Arbeitsanzug, lässt sich die Bedienung von Maschinen erklären, packt mit an und greift ein, wenn ihr etwas nicht gefällt. Sie kann auch eine ordentliche Standpauke halten, wenn sie es für nötig erachtet. Wenn das Team morgens kommt, ist Gurbet Cakil schon da und hat bereits einen Plan im Kopf. Sollte sie ausnahmsweise um 6.45 Uhr nicht da sein, fangen die Mitarbeiter an, sich Sorgen zu machen. Dass sie abends das Licht ausknipst, versteht sich für die Leiterin der Autobahnmeisterei Hafen von selbst.
Nach dem Fachabitur studierte Gurbet Cakil Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Tief- und Straßenbau in Suderburg. Der damalige Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Lüneburg ist heute Bestandteil der Ostfalia und nennt sich Campus Suderburg. 2009 schließt sie ihr Studium mit einer 1,0-Diplomarbeit ab. Ihr Vater kommt selbst vom Bau und hätte sie sehr gerne als Ärztin oder im Finanzbereich gesehen, erinnert sich Gurbet Cakil im Gespräch. Die Tochter war auch nicht abgeneigt, stellte aber während eines Praktikums schnell fest: Blutabnehmen ist nicht ihr Ding.
Beim Landkreis Peine gewinnt sie als Berufsanfängerin erste Einblicke in die Arbeit einer Straßenmeisterei. Und lernt: