Zum Inhalt springen

Köstliches für Leib und Kehle – Leckerbissen aus dem Landkreis Goslar

Im Landkreis Goslar weiden nicht nur urige Rindviecher. Hier wird auch die Tradition vom Brennen und Veredeln gelebt. Wer nach einer langen Wanderung Lust auf kulinarische Genüsse hat, sollte Liköre aus der Klosterbrennerei Wöltingerode und Fleischspezialitäten vom Harzer Höhenvieh nicht verpassen. Wir laden Sie ein – zum Probieren und Nachkochen!

Das Harzer Rote Höhenvieh: Fleisch mit besonderer Qualität

Es kann wohl kaum überraschen, dass man in einer solch urigen und besonderen Region auch einer ganz besonderen Tierart begegnet. Gemeint ist das Harzer Rote Höhenvieh. Um was für ein Rindvieh handelt es sich dabei? Jedenfalls um keine Hochleistungszuchtrasse, die allein für die Bedürfnisse der Fleischindustrie auf möglichst schnellen Fleischansatz gezüchtet wurde. Als sogenanntes Dreinutzungsrind diente das Harzer Rotvieh traditionell gleich drei Zwecken, nämlich dem als Fleischlieferant, Milchproduzent und Zugtier.

Durch die räumliche Isolation in der Mittelgebirgslage entstand über die Jahrhunderte aus den roten Rinderrassen des Harzes eine ganz eigene Rasse, die sich zu einer heimlichen Touristenattraktion gemausert hat. Kräftig sind diese Tiere, die über weite Teile des Jahres in den Höhenlagen weiden. Dabei trotzen sie Wind und Wetter, und das ganz ohne Outdoor-Kleidung und Walkingstöcke (man neidet es ihnen).

An diese Verhältnisse ist das Harzer Höhenvieh auch optimal angepasst, und zwar besonders durch sein leicht zottiges, dickes Fell, das ihm ein herrliches urwüchsiges Aussehen verleiht. Wie der Name bereits verrät, hat dieses Fell eine kräftige braunrote Färbung. Ein weiteres Merkmal des Harzer Roten Höhenviehs ist seine markante Wamme: jene leicht hängende Hautfalte, die von der Kehle bis zur Brust herabreicht und in der viel Fettgewebe eingelagert ist. Und dann wären da noch die hellen Hörner des Höhenviehs, die für gewöhnlich mit einer dunklen Spitze bekrönt sind.

Das Harzer Höhenvieh und sein Lebensraum sind perfekt aufeinander abgestimmt. So formte der Natur- und Lebensraum die körperlichen Merkmale dieser Rasse ebenso, wie die Rinderhaltung eine für den Harz einzigartige Bergwiesenflor hervorgebracht hat. Wenn Sie also demnächst über die blühenden Bergwiesen wandern, denken Sie daran, dass Sie diese wunderbare Landschaft auch der beständigen Weidearbeit des Harzer Roten Höhenviehs zu verdanken haben.

Übrigens lassen sich zum Beispiel in der Region Wolfshagen auch Wanderungen zum Harzer Höhenvieh buchen. Hier können Sie auf Tuchfühlung mit dem Rotvieh gehen. Das lohnt sich nicht nur wegen des Aussehens dieser Rinder, sondern auch weil das Höhenvieh besonders schmackhaft ist. Denn fraglos hat die Lebensweise der Rinder auch einen Einfluss auf Güte und Qualität des Fleisches. So warten denn auch die Bauern der Region mit einer Vielzahl leckerer Fleisch- und Wurstspezialitäten rund ums Höhenvieh auf. Viele dieser Rinderzuchten genügen Biostandards und wurden mit offiziellen Biosiegeln ausgezeichnet.

Besorgen Sie sich doch zum Beispiel leckere Wurstspezialitäten vom Harzer Höhenvieh für ein deftiges „Tscherperessen“: Dabei handelt es sich um ein Essen bestehend aus Harzer Wurstspezialitäten, Harzer Käse, Gurken, Brot und Schmalz. Der Begriff „Tscherper“ stammt übrigens aus der Bergmannssprache und meint eine Messerform, die die Bergmänner stets bei sich trugen. Den Bergmännern diente es gleichermaßen als Essbesteck und Werkzeug für Arbeiten in der Grube.

Hochprozentiges zum deftigen Essen

Wenn Sie sich zu einer solch deftigen Mahlzeit in einem der vielen Restaurants und Kneipen einfinden, empfiehlt sich zur Verdauungsförderung entweder eine der vielen regionalen Kräuterschnaps-Spezialitäten oder auch ein kräftiger Gin. Dieser Wachholderschnaps hat eine lange Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Traditionell ist der Gin ein englisches Getränk und war hierzulande lange Zeit totgesagt. Aber Totgesagte leben bekanntermaßen länger, und seit einigen Jahren feiert der Gin ein echtes Comeback in modernen Neuinterpretationen. Dabei ist Gin nicht nur ein leckeres, hochprozentiges Getränk. Er eignet sich auch ideal zum Kochen. Einige Anregungen hierzu finden Sie in unseren Rezepten.

Das 1174 gegründete Benediktinerkloster Wöltingerode in Vienenburg.
Eine Station des Harzer Klosterwanderwegs - das Kloster Wöltingerode im Landkreis Goslar. (Foto: Allianz für die Region GmbH / Stefan Sobotta)

Für die Klosterbrennerei Wöltingerode kreierte der Sternekoch Markus Semmler einen Gin, der seine feine Note einer Mischung aus Wacholderbeeren und Trester verdankt. Moderner Geschmack und jahrhundertealte Brautradition verbinden sich in diesem Gin und zeigen, dass Tradition weder langweilig noch überkommen ist, sondern faszinierende neue Genussmittel erschaffen kann. So könnte Ihr Trip in die Region Goslar am Harz auch zu einer kulinarischen Reise werden. Das Klostergut Wöltingerode ist übrigens in jedem Fall einen Besuch wert. Die wunderschönen Grünanlagen und Blumenbeete laden zum Schlendern, Flanieren und Erholen ein. Außerdem können Sie sich durch die Klosterbrennerei sowie das Fasslager führen lassen. Eine Verkostung der leckeren Klosterliköre und Schnäpse darf dabei natürlich nicht fehlen.

Haben wir Ihnen Appetit gemacht? Vielleicht probieren Sie eines der folgenden Rezepte aus, nachdem Sie in einer der örtlichen Rinderhöfe das herrlich vollmundige Fleisch vom Harzer Höhenvieh eingekauft haben. Übrigens: Achten Sie bei allen Produkten immer auf das Label „Typisch Harz. Ausgezeichnet Regional!“, das für die besondere Qualität echter Harz-Produkte bürgt.

Das Harzer Höhenvieh und sein Lebensraum sind perfekt aufeinander abgestimmt. (Foto: Antje Radcke)

REZEPTIDEE 1: Deftige Rinderrouladen vom Harzer Höhenvieh

Ob nach einer kleinen Bergwanderung oder als leckerer Sonntagsschmaus, die Rinderroulade ist ein Klassiker unter den deftigen Gerichten. In Begleitung von leckerem Schmorgemüse und einer kräftigen, mit einem Schuss Gin verfeinerten Soße serviert, kann die gute alte Roulade durch eine neue Geschmacksnote überzeugen. Das Fleisch des Harzer Höhenviehs ist besonders gut für Rinderrouladen geeignet, da die Tiere durch das Weiden an der frischen Luft und viel Bewegung nicht übermäßig Fett ansetzen. Zum Rezept.

REZEPTIDEE 2: Herzhaftes Roastbeef mit Honig aus dem Harz

Das Roastbeef ist nicht nur ein Klassiker der englischen Küche. Warm oder kalt genossen bildet es gewissermaßen das Herzstück einer leckeren, deftigen Mahlzeit. Das Roastbeef ist das Zwischenrippenstück vom Rind und vom Harzer Höhenvieh gewonnen, verfügt es über eine besondere würzige Note. Neu interpretiert mit einer leckeren Kruste aus Pinienkernen, Kräutern und regionalem Honig werden Sie förmlich den Geschmack des Harzes und seiner wunderschönen Waldlandschaften schmecken. Zum Rezept.

REZEPTIDEE 3: Rindereintopf vom urigen Höhenvieh

Ein klassischer Eintopf ist eine wunderbare und traditionelle Art, nicht nur Fleisch, sondern auch Knochen des Rindes zu verwenden. Schöne, deftige Küche -unkompliziert und nahrhaft: Auf Basis des vollmundigen Geschmacks des Harzer Höhenviehs erhält der Eintopf eine besondere Note. Wenn Sie Teile der Brühe einfrieren, lässt sie sich später jederzeit wieder für einen Eintopf verwenden oder zu einem Fond verfeinern. Zum Rezept.

REZEPTIDEE 4: Ungarn im Harz? Deftiges Höhenviehgulasch

Gulasch gilt als das traditionelle Essen der ungarischen Viehhirten. Was liegt da näher, als ein deftiges Gulasch in der Harzer Variante zu kochen? In diesem Fall handelt es sich um ein reines Rindergulasch. Natürlich können Sie, wenn Sie mögen, auch ein Schweine- und Rindergulasch zubereiten. In diesem Rezept dient der Gin zum Verfeinern und Abrunden des Geschmacks. Wenn Sie den „Gin Mundus“ der Klosterbrennerei Wöltingerode verwenden, ergänzt die wunderbare Wacholdernote den deftigen Fleischgeschmack exzellent. Zum Rezept.

REZEPTIDEE 5: Bergmanns Zwiebelrostbraten mit Harzer Majoranhonig

Der Zwiebelrostbraten ist eigentlich ein traditionelles österreichisches oder schwäbisches Gericht. Eine Harzer Einfärbung erhält dieses Gericht, wenn Sie es mit Honig aus der Region verfeinern. Jede Region erzeugt aufgrund ihrer spezifischen Pflanzenvielfalt einen ganz eigenen Geschmack des dort gewonnenen Honigs. Sortenreiner Majoranhonig aus dem Harz und dem südlichen Niedersachsen verleiht dem Zwiebelrostbraten durch sein herzhaftes und würziges Aroma eine besondere Note. Zum Rezept.

REZEPTIDEE 6: Handkäse mit Musik

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird Harzer Käse im nördlichen Harzvorland aus entrahmter Sauermilch hergestellt. Neben der Hauptzutat Sauermilchquark wird dem Harzer Roller in der Regel auch noch Kümmel zugesetzt, um den Geschmack zu verfeinern. In nur wenigen Handgriffen wird aus dem Handkäse eine deftige Speise zur Brotzeit - Handkäse mit Musik. Zum Rezept.

Mehr erfahren

Vorheriger Artikel
Braunschweigs Top 6 Restaurants mit toller Aussicht
Nächster Artikel
#AllesDa für die Gartenparty: Spezialitäten aus der Südheide Gifhorn