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Im Miteinander liegt das Glück - Leben im Netzwerk der esn

Eine ausgestreckte Hand, darin fünf Steine. (Bildrechte: Bernhard Janitschke)

Miteinander arbeiten und wohnen. Gesund werden und gesund bleiben. Leben. Geborgen sein. Im Netzwerk der Evangelischen Stiftung Neuerkerode spielen der Zusammenhalt in einer sicheren Umgebung und die von Liebe und Gemeinsinn getragene gegenseitige Unterstützung die wohl wichtigste Rolle. So wird jeder Mensch achtsam auf seinem eigenen Weg unterstützt.

Ein Raum, ein Heim, ein Ort, dazu herzliche Menschen in einer geschützten, wohlmeinenden Umgebung. Das sind die wohl elementarsten menschlichen Bedürfnisse, von den natürlichen einmal abgesehen.

Für die Arbeit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn) sind Nähe und Begegnung von zentraler Bedeutung, denn hier steht der Mensch an sich im Mittelpunkt. Alle, die mit der esn zu tun haben oder Teil von ihr sind, können darüber aus ganz unterschiedlicher Perspektive sprechen.

Nähe trotz Pandemie – wie geht das?

Seit fast zwei Jahren hat die Pandemie gewohnte und grundlegende Muster des Zusammenseins verändert. Neue Mittel und Wege der Kommunikation wurden erprobt und gefunden, dadurch aber auch neue Situationen geschaffen. Und bald merkten wir: Unterhaltungen am Bildschirm, Telefonieren, Texten auf dem Smartphone – das reicht nicht aus. Wie wichtig ist Nähe für das Miteinander und welche Rolle spielt fehlende Nähe für die Gesundheit, gerade in einer inklusiven Einrichtung wie der Evangelischen Stiftung Neuerkerode?

Als „ziemlich wichtig“ ordnet Dr. Susanne Stein, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Lukas-Werk Rehabilitationszentrum St. Leonhard in Braunschweig, die persönliche Nähe ein. „Die direkte Nähe zum Menschen ist da unersetzlich. Und für unsere Patienten sind die Räume manchmal auch viel mehr als ein reiner Therapieraum. In den Gruppen öffnen sie sich, fühlen Geborgenheit. Wir bieten hier einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen.“

Dr. Susanne Stein, Fachärztin aus Neuerkerode. (Bildrechte: Bernhard Janitschke)

„Ich denke schon, dass man im Miteinander gesund werden kann.“

Dr. Susanne Stein, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Auch nach einer Therapie oder Behandlung sind Dr. Susanne Stein und ihr Team für ihre Klienten immer ansprechbar. „Das darf und soll so sein“, sagt sie, „individuelle Rückmeldungen sind für uns und unsere geleistete Arbeit sehr wichtig!“  

Liebe ist…

Zusammensein. Für Katrin und Lukas, Jens und Jan und Rainer und Finja ist es das wohl Wichtigste in ihrem Leben. Sie sind Bewohner und Bewohnerinnen sowie Mitarbeitende im Netzwerk Evangelische Stiftung Neuerkerode – und sie stehen sich bei, teilen ihr Leid, aber vor allem ihre Freude am Leben. Diese Bilder zeigen Menschen, die in Liebe miteinander verbunden sind.

Förderung und Spaß für alle!

Liebe ist auch: Ein pochendes Herz. Der 6-jährige Milan schlägt sich mit der Faust ganz schnell auf die Brust. „Bum Bum Bum“, sagt er. Elisabeth, lange blonde Haare und ebenfalls 6, stimmt zu. „Ja, Liebe ist küssen den ganzen Tag.“

Den Kindern des inklusiven Kindergartens Peter und Paul fehlt zwar noch einige Lebenserfahrung, aber mit „Liebe“ kann jeder und jede intuitiv etwas anfangen – in jedem Alter. Oft bekommt man hier den Eindruck: Da halten zwei (oder mehr) ganz eng zusammen.  

Als Familie zusammenbleiben

Familie Hampel, das sind Walter und Christa, beide 87 Jahre alt, zusammen mit ihrem Sohn Clemens. Gemeinsam wohnen die drei in einer behindertengerechten Wohnung im Senioren- und Pflegeheim „Haus der helfenden Hände“ auf dem Rittergut in Beienrode. Aber warum auch Clemens?
Clemens ist 51 Jahre alt, aufgrund einer Hirnhautentzündung im Kleinkindalter lebt er mit einer intellektuellen Behinderung. Aus dem gemeinsamen Haus, das Walter, der gelernte Maurer, für die kleine Familie damals im Dorf gebaut hat, zogen sie vor drei Jahren auf das Rittergut – Christa hatte zuvor einen Schlaganfall erlitten. Die gemeinsame Entscheidung dazu haben sie nicht bereut.

„Es ist beruhigend zu wissen, dass Clemens hier gut gepflegt wird.“

Christa Hampel, wohnt seit drei Jahren auf dem Rittergut Beienrode.

„Es ist beruhigend zu wissen, dass Clemens hier gut gepflegt wird, wenn wir mal nicht mehr da sind“, sagt Christa. Sie wünscht sich, „dass wir drei im Rittergut noch lange gemeinsam leben.“
Wir wünschen es ihnen von Herzen. Denn die Umgebung sorgt für Geborgenheit in einem attraktiven Rahmen: Das Rittergut ist aufwendig modernisiert, sein alter Kern aber wurde belassen. Und der bietet mit seinen mehr als 1000 Jahren ein einzigartiges Wohn- und Arbeitsumfeld.

Doch das alles wäre nur halb so viel wert ohne die echten Werte, die hier gelebt werden: Vertrauen, Fürsorge und Verlässlichkeit.

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