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Sozial engagiert: So helfen Unternehmen in der Region

Zwei Kinder halten Baum-Setzlinge und eine UKF-Baumscheibe in den Händen. (Bildrechte: Volksbank BraWo/Agentur Ausdruckslos, Sascha Hahne)

Soziales Engagement ist kein bloßes Anhängsel, sondern für Unternehmen aus der Region Braunschweig-Wolfsburg ein zentraler Teil ihres Selbstverständnisses - und oft sogar das Geschäftsmodell. Denn wo Unternehmen in der Gesellschaft verwurzelt sind, können sie langfristig Erfolg haben. In der Region ist das Engagement vielfältig und reicht von der Unterstützung für die Special Olympics bis zum Pflanzen eines ganzen Waldes.

Der Region etwas zurückgeben: Die Volksbank BraWo

Die Volksbank BraWo ist nicht nur für die Wirtschaft im Großraum Braunschweig-Wolfsburg ein entscheidender Faktor. Als regional verwurzeltes Unternehmen möchte die Genossenschaftsbank auch gesellschaftlich Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region leisten – das ist sogar Chefsache.

Seit 2005 fördert die hauseigene Stiftung regionale Projekte für Kinder und Jugendliche sowohl finanziell als auch operativ. Im zehn Jahre später gegründeten EngagementZentrum arbeitet man derweil an der langfristigen Stärkung Gemeinwohl-orientierten Engagements. Dort werden unter anderem Non-Profit-Organisationen bei Ihrer Arbeit unterstützt und Akteure miteinander vernetzt.

Das Netzwerk United Kids Foundations funktioniert in diesem Sinne als Bindeglied zwischen überregionalen Initiativen und lokalen Institutionen, um gemeinsam eine bessere Zukunft für Kinder in unserer Region zu ermöglichen.
Neben den Bereichen Bildung, Gesundheit, Integration, Armutsbekämpfung und Gewaltprävention gehören dazu insbesondere auch der Erhalt und Schutz der Umwelt: Ein ganzer Mischwald im Harz wird zu diesem Zweck wieder aufgeforstet!

Genossenschaftsbank und Gemeinwohl

Zufrieden Wohnen: Die Bau- und Wohnungsgenossenschaften

In einem zunehmend überhitzten Immobilienmarkt wird insbesondere in den Ballungsräumen bezahlbarer Wohnraum rar. Diesen zu erhalten und zu entwickeln, steht im Fokus von Baugenossenschaften.
Rund 2,2 Millionen Genossenschaftswohnungen gibt es insgesamt in Deutschland. Auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg sind Wohnungsbaugenossenschaften aktiv. „Wir stehen als Genossenschaft für ein solidarisches Miteinander in unseren Nachbarschaften und vor allem auch für die Vielfalt. Nicht nur die der Geldbeutel, sondern der Lebensentwürfe und gerade in heutigen Zeiten der Herkunft“, sagt Karin Stemmer, Vorstandsmitglied der Braunschweiger Baugenossenschaft eG.

Zwei Frauen im Gespräch miteinander.
Karin Stemmer, Vorstandsmitglied der Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG), im Interview. (Foto: Holger Isermann)

In unserem Koblog sprach Standort38 mit Torsten Böttcher (Baugenossenschaft Wiederaufbau eG), Andreas Otto (Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG) und Karin Stemmer (Braunschweiger Baugenossenschaft eG) über bezahlbare Mieten, sozialen Sprengstoff auf dem Wohnungsmarkt und die Quartiersentwickelung als Ausgangspunkt für zufriedenes gesellschaftliches Miteinander.

„Wir gestalten nicht nur Stein, wir denken Mensch.“

Karin Stemmer, Vorstandsmitglied der Braunschweiger Baugenossenschaft eG
Förderung und Spaß für alle

Potenziale erkennen und fördern - Die Evangelische Stiftung Neuerkerode

Wenn es um die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen geht, um die Versorgung kranker Menschen oder um die Pflege und Rehabilitation, dann ist die Evangelische Stiftung Neuerkerode ein ganz wichtiger Faktor in unserer Region.
Seit mehr als 150 Jahren sorgt die Stiftung für die Inklusion und die Teilhabe am Alltag.

Mehr als 800 Menschen mit einer geistigen und/oder Mehrfachbehinderung leben in Neuerkerode. Einige von ihnen arbeiten direkt im Dorf in unterschiedlichen Werkstätten und Wirtschaftsbetrieben.
Hier lohnt sich ein Besuch, denn der regionale Wirtschaftskreislauf kann hier direkt unterstützt werden: Eine Gärtnerei, verschiedene Läden und Gemüsebau tragen dazu bei, allen Bewohnern eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen.    

 

Rüdiger Becker (1962 - 2021), Vorstandsvorsitzender  der ESN. (Bildrechte: Evangelische Stiftung Neuerkerode)

„Im Zentrum unseres Handelns steht immer der Mensch."

Rüdiger Becker (1962-2021), Vorstandsvorsitzender der ESN

Menschen ernst nehmen und ihnen beistehen, Potenziale erkennen und fördern - und das alles mit einer christlichen Grundhaltung. So lassen sich die Leitlinien der diakonischen Unternehmensgruppe zusammenfassen. Noch treffender sagte es Rüdiger Becker, der leider viel zu früh verstorbene Vorstandsvorsitzende und Direktor der Evangelischen Stiftung Neuerkerode: „Im Zentrum unseres Handelns steht immer der Mensch." 

Stadtwerke Gifhorn – Energie für Umwelt und Kultur

Die Stadtwerke Gifhorn produzieren nicht nur Strom für die Region. Das mehrheitlich in kommunaler Hand befindliche Unternehmen kann auf die eigene Stromproduktion Einfluss nehmen und profitiert sogar von den Gewinnen. Mit dem jüngsten Umstieg auf 100 Prozent Ökostrom tragen die Stadtwerke zum Klimaschutz bei und übernehmen dabei alle Mehrkosten, was einen wichtiger sozialer Schritt ist: Die Kunden müssen keine Preiserhöhung fürchten.  

Olaf Koschnitzki ist Geschäftsführer der Stadtwerke Gifhorn.
Olaf Koschnitzki ist Geschäftsführer der Stadtwerke Gifhorn. (Foto: Stadtwerke Gifhorn)

„Für die Stadtwerke Gifhorn ist das Thema soziales Engagement eng verknüpft mit der Unternehmensphilosophie, die Gemeinschaft und Nachhaltigkeit fokussiert."

Olaf Koschnitzki, Geschäftsführer

Darüber hinaus setzen die Stadtwerke auch das Kulturangebot im Landkreis Gifhorn hin und wieder unter Strom: Das Unternehmen unterstützt dabei diverse Projekte, wie etwa das Gifhorner Altstadtfest. Dieses bietet bereits seit 1980 lokalen Künstlern und Vereinen jährlich eine Bühne.
Seit 2016 ist der Energieversorger zudem Sponsor des Südheide Marathon beim Gifhorner Lauftag. „Als lokaler Energieversorger sehen wir uns in der Verantwortung, Gifhorn und die Region vielfältig mitzugestalten. Deshalb engagieren wir uns auf der gesamten gesellschaftlichen Breite als Sponsor und mit Spenden", sagt Geschäftsführer Olaf Koschnitzki. Mit der Aktion „500 Euro für Gifhorner Vereine“ unterstützen die Stadtwerker vor allem Vereine, die in den letzten Monaten stark um ihre Existenz kämpfen mussten, aber maßgeblich auf die Lebensqualität in unserer Region einzahlen.

Ehrenamtliche Hilfe

Engagiert für die Special Olympics und den Sport in der Region: Sport Thieme

Der Breitensport hat eine enorme soziale Kraft. Egal ob im Turnen, in Mannschaftssportarten oder im Schulsport: Bewegung setzt körperliche und geistige Entwicklung in Gang, wirkt präventiv und stärkt gerade zusammen mit anderen die sozialen Bindungen.  

Als einer der führenden Sportgerätehersteller Deutschlands setzt sich Sport Thieme aus Grasleben dafür ein, dass der Breitensport seine integrative Kraft voll entfalten kann. Das Unternehmen unterstützt zum Beispiel Verbände wie den Behinderten Sportverband Niedersachsen und ist ein starker Partner von Special Olympics Deutschland, der Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung.

„Für mich fühlt es sich einfach richtig an, einen sozialen Beitrag zu leisten, sei es in Form von ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Spenden.“

Katharina Thieme-Hohe, Geschäftsleitung

Katharina Thieme-Hohe ist Mitglied der Geschäftsleitung und sieht darin nicht nur eine selbstverständliche Verantwortung, sondern auch ein traditionelles Leitbild für das Familienunternehmen: „Soziales Engagement war schon meiner Großmutter und auch meinem Vater wichtig. Als Kind habe ich immer wieder miterlebt, wie sie andere unterstützt haben.“, sagt sie.
Damit Sport der soziale Kitt in unserer Region und sein Stellenwert hoch bleibt, arbeitet Sport Thieme mit dem Studiengang Sportmanagement an der Ostfalia Hochschule zusammen und sorgt so für eine praxisnahe Ausbildung.  

Gutes und Sinnvolles zurückgeben - Die Erich Mundstock-Stiftung

Vier Omnibusse auf der im Jahr 1904 eingerichteten Buslinie zwischen Wendeburg und Braunschweig: So sah 1945 der Erstbetrieb von Erich Mundstock aus. Der 21-jährige Braunschweiger übernahm das von seinem Vater schon 1930 gegründete Unternehmen und machte es im Laufe der Jahrzehnte zu einem der größten Busunternehmen Deutschlands.
Trotz aller Erfolge blieb Erich Mundstock seiner Heimatregion Braunschweig-Peine eng verbunden. „Er entwickelte den Wunsch, mittels einer gemeinnützigen Stiftung den Menschen vor Ort für ihre Herzlichkeit zu danken“, sagt seine Enkelin Sarah Mager-Mundstock. Diese Stiftung gründete ihr Großvater 1998 und übertrug ihr den größten Teil seines Privatvermögens.      

Sarah Mager-Mundstock ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Erich Mundstock-Stiftung. (Bildrechte: Erich Mundstock Stiftung)

„Als Kind der Region Braunschweig/Peine freue ich mich und bin stolz, das Engagement meines Großvaters in der Erich Mundstock Stiftung fortzuführen.“

Sarah Mager-Mundstock, Geschäftsführender Vorstand
Aktion „Gemeinsam helfen“...

„Oft habe ich miterlebt, wie sehr meinem Großvater seine Heimat am Herzen lag“, erinnert sich Mager-Mundstock. Sie ist heute geschäftsführender Vorstand der Erich Mundstock-Stiftung und führt sie im Sinne von Erich Mundstock in die Zukunft. Das zentrale Anliegen ist dabei die sinnvolle Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. So fördert die Stiftung heute nicht nur Kindergärten, Jugendprojekte oder Sportvereine, sondern auch Wohn- und Tagesstätten für Menschen mit Behinderung. Zu den jüngsten Förderungen zählt der neue Spielbereich im Waldorfkindergarten Am Giersberg in Braunschweig.  

Mit Fußball gegen Vorurteile: Der VfL Wolfsburg

Sportlich ist der VfL Wolfsburg derzeit spitze. Doch während der Erfolg in der Fußball-Bundesliga mal kommt und mal geht, bleibt das soziale Engagement des Vereins konstant auf hohem Niveau. Viele wichtige Themen, die im Stadion und auch außerhalb eine Rolle spielen, werden vom VfL unterstützt und gefördert. Dabei geht es um das Eintreten gegen Homophobie und Rassismus, aber auch um die Förderung von Bildung und Gesundheit vor allem im Jugendbereich.

„Die enorme Strahlkraft des Bundesliga-Fußballs bietet große Chancen für die Gestaltung gesellschaftlicher Themen. Dieses Potential nutzen wir als Partner der Region.“

Michael Meeske, Geschäftsführer VfL Wolfsburg

Events wie etwa der Vielfaltsspieltag, den der Verein mit großem Engagement und sichtbaren Zeichen auf Tribünen und Trikots durchführt und dabei viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, Fähigkeit oder sexueller Orientierung unterstützt, sind ein gutes Beispiel dafür.  
„Fußball besitzt die Kraft, Vorurteile abzubauen, Menschen zusammen zu bringen und als Vorbild zu fungieren. Wir als VfL Wolfsburg nutzen dieses Potential für viele soziale Anliegen in der Region“, sagt VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. Dazu zählt er auch politische Bildung und Bewegungsförderung. Das soziale Engagement - ein nachhaltiger Spielzug des VfL. Denn manche Dinge lassen sich eben nicht in Punkten und Tabellenpositionen messen.

Das Kinderhaus Wolfsburg - eine „Herzensangelegenheit"

Wie wichtig stabile Familienverhältnisse für Kinder sind, um mit einer größeren Chancengerechtigkeit aufwachsen zu können, hat uns vor allem die Corona-Pandemie wieder einmal vor Augen geführt. Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht mehr in ihren Familien leben können, haben deshalb oft eine schwierige Zukunft vor sich. Einige von ihnen finden aber seit 2017 im Kinderhaus Neindorf in Wolfsburg ein sicheres, neues Zuhause. 

Dass es diese Möglichkeit gibt, dafür sorgte die Volkswagen-Belegschaftsstiftung in Zusammenarbeit mit der Tabaluga-Stiftung von Sängerstar Peter Maffay. „Das Kinderhaus Neindorf ist seit dem Jahr 2016 eines der größten Förderprojekte der Volkswagen Belegschaftsstiftung", sagt die Vorstandsvorsitzende Angela Kaspar. 

Angela Kaspar ist Vorstandsvorsitzende der Volkswagen-Belegschaftsstiftung. (Bildrechte: Volkswagen-Belegschaftsstiftung)

„Das Kinderhaus Neindorf ist für uns eine echte Herzensangelegenheit"

Angela Kaspar, Vorstandsvorsitzende der Volkswagen-Belegschaftsstiftung
Ein Kind schält eine Möhre.
Alltägliche Tätigkeiten wie das Zubereiten von Speisen schaffen Selbstständigkeit. (Foto: Diakonie Wolfsburg/ Sebastian Blank)

Das Wohnprojekt wird von der Diakonie Wolfsburg geleitet und betreut. „Das diakonische Team leistet dort eine herausragende Arbeit", sagt Kaspar. „Die daraus resultierende, nahezu stetig positive Entwicklung der Kinder sorgt schließlich dafür, dass die Volkswagen Belegschaftsstiftung das Projekt aus vollster Überzeugung unterstützt.“

 

Die ganze Welt in einer Stadt

Unsere Region ist nicht der einzige Standort, an dem die Belegschaftsstiftung benachteiligten Kindern und Jugendlichen hilft: Projekte werden an den weltweiten Standorten des Volkswagen Konzerns unterstützt, neben Deutschland auch in Brasilien, Kenia, Ungarn, Indien und China. Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren konnte die Stiftung auf diese Weise mehr als 35.000 Kinder und Jugendliche fördern.

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