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Von Freiwilliger Feuerwehr bis „FSJ" – Ehrenamtliches Engagement in der Region

Mitarbeiterinnen der Braunschweiger Tafel sortieren die gespendeten Lebensmittel und verteilen sie anschließend an bedürftige Menschen.  (Bildrechte: Hanno Keppel)

Zusammenhalt, Engagement und Unterstützung für Menschen im eigenen Umfeld oder auch darüber hinaus - das ist der Kern des Ehrenamtes in unserer Region. Zahlreiche Bürger engagieren sich hier für schwächere Mitmenschen oder besondere Zwecke, sei es im Sportverein, als Integrationshelfer oder in der Nachbarschaftshilfe. Sie möchten sich selbst ehrenamtlich engagieren? Neben einigen Schlaglichtern auf regionale Initiativen finden Sie hier Anregungen zum Mitmachen!

Ob bei der Feuerwehr, der „Tafel“ oder auch im Umweltschutz: Lebensqualität entsteht dort, wo Menschen sich gegenseitig und uneigennützig helfen und etwas für die Allgemeinheit tun. Ein Engagement, das viel Positives bewirkt, aber oft abseits der großen Aufmerksamkeit stattfindet.

 

Junge Menschen sammeln Müll.
Ehrenamt - Ehrensache. Das Engagement für die Allgemeinheit, sei es Müllsammeln oder Nachbarschaftshilfe, ist ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft und macht Freude. (Foto: iStock/ South Agency)

Um die Leistungen im Ehrenamt zu würdigen und die verdiente Anerkennung zu geben, richtet die Verleihung des Gemeinsam-Preises durch die Braunschweiger Zeitung jedes Jahr den Fokus auf die Menschen, die sich in unserer Region für andere sozial engagieren. Das Event, das normalerweise im Braunschweiger Dom stattfindet, ist jedes Jahr ein kleines gesellschaftliches Highlight und sorgt für große Anteilnahme.

„Ehrenamt bereichert das Zusammenleben und ist quasi der Kitt in unserer Gesellschaft“, sagt Verlegerin Julia Becker von der Funke Mediengruppe. Die Bandbreite des sozialen Engagements ist dabei enorm. In diesem Jahr wurde unter anderen zum Beispiel die Fan-Initiative von Eintracht Braunschweig für große Solidarität mit schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft in der Corona-Krise ausgezeichnet.

„Ehrenamt bereichert das Zusammenleben."

Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe

Ich will mich engagieren – aber wo?

Wer sich ehrenamtlich engagieren will, hat in der Region die große Auswahl. Ob in der Stadt oder auf dem Dorf, ob es eher um die Mitmenschen, den Umweltschutz oder Tiere gehen soll: Die Möglichkeiten, sich einzubringen und mit dem eigenen Können und der eigenen Zeit etwas Sinnvolles zu tun, werden dankend angenommen.
Wichtig hierbei ist allerdings auch die Koordination: Wo bekomme ich einen Überblick, welche Organisation, welcher Verein oder gemeinnützige Initiative braucht im Moment Unterstützung?

Um Freiwillige und Hilfesuchende passend zueinander zu bringen, übernehmen einige Plattformen eine Vermittlerrolle. In jeder Stadt und jedem Landkreis in unserer Region gibt es Ansprechpartner, die bei der Koordination behilflich sind. Entdecken Sie die Welt der Menschen dieser Region, eine Welt voll Mitgefühl, sozialem Engagement und Hands-on-Mentalität.

Hier wird Zusammenhalt groß geschrieben: Drei Schlaglichter

#1 Braunschweiger Tafel e.V. -  Helfen gegen Hunger
Schon seit 25 Jahren versorgt die Braunschweiger Tafel bedürftige Menschen und soziale Einrichtungen mit der wichtigsten aller Grundlagen: Mit Lebensmitteln. Diese werden meist von Supermärkten, Herstellern, Bäckereien und Drogerien gespendet, weil das Haltbarkeitsdatum naht.
Insgesamt etwa 3500 Menschen können so versorgt werden. „Ich bin heute sehr glücklich – vor allem aber dankbar und auch ein wenig stolz, dass wir heute gemeinsam auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken können!“, so Bernd Assert, amtierender Vorsitzender.
Er ist dankbar für jeden, der bei der Tafel ehrenamtlich hilft, sagt aber auch: „Das Engagement sollte langfristig angelegt sein und über mindestens fünf, sechs Stunden in der Woche. So können wir langfristig planen.“

Mitarbeiterinnen der Braunschweiger Tafel sortieren die gespendeten Lebensmittel und verteilen sie anschließend an bedürftige Menschen.
Mitarbeiterinnen der Braunschweiger Tafel sortieren die gespendeten Lebensmittel und verteilen sie anschließend an bedürftige Menschen. (Foto: Hanno Keppel)
Ein Stadtwald für Goslar

#2 FUN – Umweltschutz macht Spaß
1991 setzten Naturschützer in Hondelage bei Braunschweig den ersten Spatenstich am Tränketeich an. Die Renaturierung des ehemaligen Feuerwehr-Wasserreservoirs am Sportplatz war nur das erste von hunderten Umweltprojekten, die vom „FUN“ im Laufe der Jahre im Nordosten von Braunschweig und im angrenzenden Landkreis Helmstedt umgesetzt wurden.
Seitdem hat der „Förderkreis Umwelt und Naturschutz Hondelage e.V.“, wie er mit vollem Namen heißt, über 300 Kleingewässer in der Landschaft um Hondelage sowie Streuobstwiesen angelegt, Bäume gepflanzt und sogar Schafe, Schottische Hochlandrinder und Wasserbüffel angesiedelt.
Als Mammutprojekt, das sogar von der EU gefördert wurde, renaturierten die FUN-Mitglieder einen langen Teil der Schunteraue, so dass dort heute wieder Amphibien, Störche & Co. einen natürlichen Lebensraum haben.

Der Förderkreis ist eine starke Gemeinschaft, die ihre Heimat liebt und  dankbar ist für jede helfende Hand, die mit einer Schaufel, einer Säge oder auch einem Fotoapparat umgehen kann – egal, welchen Alters. Egal, ob ein Tag in der Woche oder sogar für ein ganzes Jahr.

#3 Blutspende: Gib Dein Bestes!
Leben zu retten, kann auch ganz einfach sein. Manchmal braucht man dazu auch nur ganz ruhig auf einem bequemen Stuhl sitzen - und sich etwas Blut abnehmen lassen. Denn der Bedarf an Spenderblut ist groß.
Für Menschen, die nach einem schweren Unfall oder für eine Organtransplantation operiert werden müssen, ist dieser ehrenamtliche Einsatz oft überlebenswichtig. Na klar, es piekst erst einmal etwas, aber nachher darf man sich ruhig wie ein Held fühlen!

Einer jungen Frau wird Blut abgenommen.
Wenn man sich überwunden hat, macht Blutspenden glücklich. Schließlich kann man damit ganz konkret das Leben von anderen Menschen retten. (Foto: DRK-Blutspendedienste)

Ganz ähnlich wichtig und ebenfalls nur mit einem winzigen Pieks ist eine Typisierung für die Deutsche Knochenmarkspende, DKMS. 

SPECIAL: Das Freiwillige Soziale Jahr

Vor zehn Jahren wurde die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst für junge Männer ausgesetzt. Seitdem haben alle jungen Menschen die Möglichkeit, sich nach der Schule und vor einer Ausbildung im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres, kurz FSJ, ein Jahr lang in sozial sinnvollen Tätigkeiten zu üben und der Gesellschaft etwas zurück zu geben.

Einsatzorte sind zum Beispiel Krankenhäuser, Kindergärten, Museen, aber auch Schulen und Stadtteilzentren. Ein schöner Weg, Berufserfahrung zu sammeln und sich selbst und andere Menschen kennen zu lernen - oder die Welt: Ein Freiwilligendienst ist nämlich auch im Ausland möglich.  

Der ehrenamtliche Dienst kann auch als Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert werden - hier sind Naturschutzverbände, Tierheime, Zoos oder Projekthöfe oft die Einsatzorte. Der Bundesfreiwilligendienst hingegen ist ähnlich wie das FSJ aufgebaut.

 

„Ihr freiwilliger Dienst ist Ausdruck eines besonderen gesellschaftlichen Engagements."

Edith Kürten, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

Am Ende ist es nicht entscheidend, in welcher Form das Engagement stattfindet: Ob ihr einem Fluss seine urpsrüngliche Form zurückgebt oder mit der freiwilligen Feuerwehr Katastrophenschutz leistet: Ihr stärkt das Miteinander und den Zusammenhalt - und das ist aller Ehren wert.  

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