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Die fantastischen Fünf: Top-Unternehmen aus Salzgitter

Ansicht Salzgitter AG Warmbandwalzwerk (Bildrechte: Frank Bierstedt)

Neben einer Vielzahl von mittelständischen Unternehmen prägen fünf Global Player die örtliche Wirtschaft. Sie machen Salzgitter zu einem der größten Arbeitsplatzzentren Norddeutschlands, das Azubis wie berufserfahrenen Professionals attraktive Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Wir stellen die Big Five vor.

#1 Vom Stahl bis zur Platine: Salzgitter AG

Alles begann im nahe gelegenen Groß Ilsede 1858 mit der Gründung einer Eisenhütte: Heute ist die Salzgitter AG einer der führenden Stahl- und Technologiekonzerne Europas. Der Konzern umfasst knapp 200 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland. Doch nach wie vor ist der Konzernsitz in Salzgitter der wichtigste Standort und Heimat unter anderem der operativen Gesellschaften Salzgitter Flachstahl, Salzgitter Bauelemente, Salzgitter Europlatinen, Salzgitter Mannesmann Forschung sowie VPS Verkehrsbetriebe Peine Salzgitter, TELCAT und DEUMU – mit zusammen über 8.000 Arbeitsplätzen. Auch im 21. Jahrhundert finden in der Produktion von Autos und Haushaltsgeräten und im Maschinen- und Anlagenbau hochwertige Marken- und Spezialstähle aus Salzgitter Verwendung.

„Am Standort Salzgitter haben wir das Beste aus zwei Welten“, erklärt Markus Rottwinkel, beim Stahlproduzenten verantwortlich für das Employer Branding. „Hier treffen sich die Vorteile eines Großkonzerns und die Freiheiten eines Mittelständlers. Wegen der vergleichsweise überschaubaren Größe unserer Tochtergesellschaften und unserer flachen Hierarchien können unsere Mitarbeiter mit ihren Ideen gut vorankommen und bekommen schneller als anderswo Verantwortung übertragen.“ Und auch wenn Stahl kein neues Produkt ist, bietet sich für Ingenieure bei der Salzgitter AG ein großes Potenzial, ihre Kreativität in Innovationen einzubringen: „Unsere Forscher machen sich intensive Gedanken um den Stahl der Zukunft“, berichtet Rottwinkel. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung des Produktes – die Vision ist eine CO2-reduzierte Stahlproduktion, bei der aus „grüner Energie“ gewonnener Wasserstoff eingesetzt wird.

Stahlwerk in Salzgitter (Foto: Stadt Salzgitter / André Kugellis)
Metallverwertung bei der Salzgitter AG
Metallverwertung bei der Salzgitter AG (Foto: Frank Bierstedt)

#2 Vom Dreizylinder bis zum Bugatti-Motor: Volkswagen AG

Salzgitter treibt die Welt an, zuverlässig und dynamisch. Jeder zweite Motor, der in den Fabriken des Volkswagenkonzerns verbaut wird, stammt aus dem traditionsreichen VW-Motorenwerk. Täglich produzieren gut 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 7.000 Otto- und Dieselmotoren­ – über 1,2 Millionen Jahr für Jahr. Daneben werden bei VW in Salzgitter Industrieantriebe, Blockheizkraftwerke sowie Aggregate für Boote hergestellt. Die Typenvielfalt bei den Automotoren ist enorm. Das Spektrum beginnt beim kompakten und sparsamen Dreizylinder, der im Golf 1.0 TSI BlueMotion seine Verwendung findet. Am anderen Ende der Angebotspalette findet sich ein echtes Kraftpaket: Auch der Supersportler Bugatti Chiron wird von einem Triebwerk made in Salzgitter angetrieben, und wie! Der Sechzehnzylindermotor schöpft 1.500 Pferdestärken aus acht Litern. Voll ausfahren dürfen die Besitzer die Kraft aus Salzgitter allerdings nicht ­– ein Begrenzer regelt die Geschwindigkeit bei 420 Stundenkilometern ab.

Um auch in Zukunft genügend gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben, bildet man im VW-Motorenwerk Jahr für Jahr etwa 100 Azubis in neun gewerblichen und zwei kaufmännischen Berufen aus. Darüber hinaus besteht eine enge Bildungszusammenarbeit mit der Ostfalia Hochschule und der Technischen Universität in Braunschweig. „Gerade unsere Entwicklungsabteilung bietet hervorragende Perspektiven für qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure, Technikerinnen und Techniker“, erklärt VW-Sprecherin Stella Pechmann. „Wir arbeiten und forschen hier in Salzgitter für den Autoantrieb der Zukunft.“

#3 Die ziehen was weg – MAN Truck & Bus AG

Nicht ganz so schnell wie mit den Personenwagen des Volkswagen-Konzerns, aber ebenfalls ausgesprochen kraftvoll ist man mit den Fahrzeugen unterwegs, für die die MAN Truck & Bus AG in ihrem Werk in Salzgitter wesentliche Teile und Komponenten fertigt. Kein neuer Lastwagen der Marken MAN und Scania kommt ohne Komponenten aus dem traditionsreichen Werk im Ortsteil Watenstedt aus. Neben Achsen und Kurbelwellen für Nutzfahrzeugmotoren werden in einer gesonderten Montagelinie Bus-Chassis montiert. Für die MAN-Montagewerke in aller Welt verpackt der Standort komplette LKW- und Bus-Bausätze. Auch die globale Ersatzteillogistik des Konzerns läuft über Salzgitter. Insgesamt arbeiten an diesem modernen Standort über 2.500 Beschäftigte. Der Bau von Lastkraftwagen und Omnibussen hat in der Region eine lange Tradition: 1964 begann die Produktion im Werk in Salzgitter-Watenstedt ­– damals noch unter dem Dach der Braunschweiger Büssing AG. Bis heute erinnert der Burglöwe im MAN-Firmenemblem an das berühmte Vorgängerunternehmen.

„Wir sind ein Werk mit langer und bewegter Vergangenheit“, stellt Rainer Scharnowski fest. Mit einem gewissen Stolz fügt der Personalleiter bei MAN Salzgitter an: „Standort und Belegschaft sind flexibel, wir stellen uns immer wieder erfolgreich neuen Herausforderungen.“ Das schweißt zusammen: Die Fluktuation in der Belegschaft liegt nahe Null. „Neben interessanten Arbeitsplätzen und einer angemessenen Vergütung bieten wir als Teil des Volkswagen-Konzerns alle Vorteile eines großen Unternehmens“, ergänzt Scharnowski, „von der Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung an anderen Standorten über attraktive Sozialleistungen und eine gute Gesundheitsversicherung und -versorgung.“

#4 Der zündende Funke – Bosch

Seit der Frühzeit des Autos sorgen Produkte von Bosch dafür, dass der zündende Funke überspringt. In den über 100 Jahren hat sich die Technik von der einfachen Zündkerze zu komplexen digitalen Steuergeräten entwickelt –­ und Bosch ist immer vorne dabei gewesen, wenn es um Innovation und Qualität ging. Aus Robert Boschs schwäbischer Tüftlerwerkstatt hat sich ein weltweit operierender Konzern mit vielfältigen Tätigkeits- und Geschäftsfeldern entwickelt. Von Salzgitter aus werden die weltweiten Aktivitäten aller Bosch-Motorsteuergeräte-Werke koordiniert, weitere globale Bedeutung haben verschiedene Kompetenzzentren, der Musterbau und die ebenfalls weltumspannende Gewährleistungsanalyse. Daneben werden im Werk Salzgitter weiterhin Geräte für Motorsteuerung und Batteriemanagement hergestellt. Insgesamt sind bei Bosch in Salzgitter etwa 1.500 Menschen beschäftigt.

„Wir fertigen Steuergeräte für alle Autohersteller ­und sind Teil des weltweit größten Autozulieferers“, erläutert Dr. Joachim Bamberg. Der promovierte Theologe ist Personalleiter bei Bosch in Salzgitter. Er betont die soziale Tradition des Unternehmens: „Ein verantwortungsvolles Unternehmertum hat schon unser Firmengründer Robert Bosch praktiziert. Zum Beispiel hat er als einer der ersten Arbeitgeber in Deutschland den Achtstundentag eingeführt. Bis heute ist uns der Mitarbeiter nicht nur als Arbeitnehmer, sondern als Mensch wichtig.“

„Bis heute ist uns der Mitarbeiter nicht nur als Arbeitnehmer, sondern als Mensch wichtig“

Dr. Joachim Bamberg, Personalleiter Bosch

#5 Gut aufgegleist – Alstom

Auch auf den Schienen der Welt sorgt Salzgitter für Bewegung. Ob in der S-Bahn in Hamburg, Dublin oder Kopenhagen ob im Regionalverkehr in ganz Deutschland, in Schweden oder Luxemburg, in Frankreich oder Kanada – überall sind Triebzüge von Alstom Transport Deutschland schnell, sicher und komfortabel unterwegs. Der Unternehmensname ist relativ neu, doch der Bau von Eisenbahnfahrzeugen hat im Unternehmen eine fast 180-jährige Tradition: Im Jahre 1839 wurde es als Wagenbauanstalt Gottfried Linke gegründet. 1950 wurde in Salzgitter-Watenstedt neu begonnen. Heute sorgen mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für moderne Mobilität in den Ballungsräumen und Regionen Europas. Dabei stehen die Salzgitteraner für Innovation und Exzellenz: So konnte man 2016 mit dem Coradia iLint den weltweit ersten Regionalzug vorstellen, der von Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrieben wird und so völlig emissionsfrei arbeitet.

Die Erprobungsfahrten auf der unternehmenseigenen Teststrecke verliefen erfolgreich. Für den Personenzug der Zukunft wurde in Salzgitter eigens eine Wasserstofftankstelle gebaut. Der für die Testfahrten verwendete Wasserstoff ist das Nebenprodukt eines industriellen Prozesses und wird hier als Abfallprodukt sinnvoll weiterverwertet. 2018 wird der Erprobungsbetrieb mit Fahrgästen auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven beginnen. „Damit sind wir ein Treiber für die Verkehrswende in Deutschland und Europa“, stellt Alstom-Sprecherin Tanja Kampa selbstbewusst fest und fügt hinzu: „Als innovationsfreudiges High-Tech-Unternehmen sind wir natürlich ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für technische Berufe.“

Heute, morgen, übermorgen

Im Herzen Europas, am Schnittpunkt zweier Magistralen, die Nord und Süd, Ost und West verbinden, treffen sich somit Tradition und Zukunft. Salzgitter sorgt weltweit für Bewegung. Unsere Produkte überzeugen durch Qualität und Innovation. In den Werkstätten und Labors der „großen Fünf“ arbeiten die Forscher und Entwicklerinnen dafür, dass auch die Antriebe der Zukunft aus Salzgitter kommen werden.

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