Zum Inhalt springen

Abschluss mit Jobgarantie?

Außenansicht von einem altem Gebäue in Braunschweig (Bildrechte: Frank Bierstedt)

Gibt es eigentlich ein Studienfach, das man nicht in der Region studieren kann? Gleich vier Hochschulen werben mit mehr als 200 Studiengängen um Hochschulabsolventen und Quereinsteiger. Viele Studierende finden sehr schnell einen guten Job…

Forschung und Lehre haben in der Region eine jahrhundertelange Tradition – bereits 1745 wurde die TU Braunschweig gegründet. Kerndisziplinen der Hochschule sind Ingenieur-und Naturwissenschaften, welche jedoch interdisziplinär eng mit den ebenfalls angebotenen Wirtschafts-, Sozial-, Geistes- und Erziehungswissenschaften vernetzt sind. Hier wird nicht im Elfenbeinturm geforscht: Studierende profitieren neben der Vernetzung von zahlreichen spannenden und realitätsnahen Praxisprojekten. In über 80 studentischen Gruppen können Kenntnisse angewendet und vertieft werden – vom gemeinsamen Bau eines Satelliten bis hin zum kreativen Spiel in einer Theatergruppe.

Ein paar Fakten: Die Uni verfügt über sechs Fakultäten mit 156 Instituten – überwiegend im naturwissenschaftlichen Themenfeld, doch auch eine eigene Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften ist angegliedert. Mehr als 70 Studiengänge von Architektur bis Wirtschaftswissenschaften stehen den derzeit gut 20.000 eingeschriebenen Studierenden zur Verfügung. Die Institute verteilen sich auf insgesamt fünf akademische Hotspots: den Zentral-Campus rund um den Formusplatz, den Campus Ost und Nord, den Forschungsflughafen und die Außenstelle Mobile Life Campus Wolfsburg.

Die Qualität der Lehre wird übrigens fortwährend mit zeitgemäßen Methoden auf den Prüfstand gestellt: 2009 startete die TU Braunschweig eine Ideenplattform namens „Sag’s uns“, die sich an Studenten richtet und Lehre und Studium verbessern soll. Anregungen, Lob und Kritik werden in diesem frei zugänglichen Blog gesammelt und diskutiert. Offenbar eine gute Idee: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat diese Initiative im März 2010 mit dem Titel „Hochschulperle des Monats“ zu einem der besten Hochschulprojekte bundesweit gekürt.

Selbstverständlich wird an der TU Braunschweig nicht nur geforscht, auch die Freizeit kommt nicht zu kurz. Die Universität bietet mit ihren Sporteinrichtungen mehr als 70 Sportarten an – vom Mannschafts- bis zum Ausdauer- und Leistungssport. Ebenfalls bei den Studierenden beliebt ist das trubelige und bunte Nachtleben mit zahlreichen Restaurants, Bars und Clubs.

Mit Spitzhacke und Bratsche – die TU Clausthal Zellerfeld

Nur 30 Jahre nach Gründung der TU Braunschweig eröffnete 1775 die „Clausthaler montanistische Lehrstätte“, aus der 1864 die international renommierte Bergbauakademie hervorging, die wir heute als TU Clausthal-Zellerfeld im Südwesten von Goslar finden.

Fast 5.000 Studierende sind dort in einem der 33 Studiengänge eingeschrieben, die sich auf die Fakultäten Natur- und Materialwissenschaften, Energie- und Wirtschaftswissenschaften

Mathematik, Informatik und Maschinenbau verteilen. Bemerkenswert: Ein gutes Drittel der Studierenden kommt aus dem Ausland. Die am stärksten vertretene Nation ist dabei die Volksrepublik China mit einem Anteil von etwa 15 % aller Studierenden. Kein Wunder – in China zählt die TU Clausthal zu den führenden ingenieurwissenschaftlichen „ABC-Universitäten“, gemeinsam mit der RWTH Aachen und der TU Berlin. Übrigens: Hier hat sogar der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie promoviert.

Die Uni gilt als echte Kaderschmiede: Jeder sechste DAX-Konzern des Landes hat einen Alumnus der TU im Vorstand – das ist einzigartig. Außerdem ist die Clausthaler Hochschule bekannt für ihre Forschungs- und Ausbildungskooperationen mit großen Playern der Rohstoffindustrie. Öl- und Energiekonzerne wie ExxonMobil oder das RWE betreiben duale Förderprogramme an der TU, nicht selten um die begehrten Absolventen bereits vor ihrem Studienabschluss als Mitarbeiter zu ködern…

Neben den Naturwissenschaften ist an der TU Clausthal aber auch die Muse regelmäßiger Gast. Bereits 1960 wurde hier ein Kammerorchester gegründet, das inzwischen zu einem echten Sinfonieorchester herangewachsen ist. Jedes Semester wird ein anspruchsvolles Programm erarbeitet, das zum Semesterende in der Aula der Uni und in anderen Orten der Region aufgeführt wird.

Von Theater bis Design – die Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig (HBK)

Auch wenn die Region für ihre naturwissenschaftliche Prägung weltweit berühmt ist – hier hat sich in den 50-er Jahren aber auch eine echte künstlerische „Gegenbewegung“ formiert. Vorläufer der HBK war die 1952 gegründete städtische Werkkunstschule, die 1972 den Universitäten des Landes gleichgestellt wurde und letztlich im Jahr 1978 zur Hochschule für Bildende Künste wurde.

Die Hochschule der Bildenden Künste ist eine international angesehene Hochschule mit Promotions- und Habitilationsrecht. Sie liegt nur knapp 45 Gehminuten von der TU Braunschweig entfernt am westlichen Rand der Altstadt. Ganz gleich, ob Sie sich für Freie Kunst, Kunst im Lehramt, Darstellendes Spiel, Visuelle Kommunikation, Design in der digitalen Gesellschaft, Transformation Design, Kunstwissenschaft oder Medienwissenschaften interessieren – hier gibt es 13 Studiengänge mit fünf Abschlüssen, vom Meisterschüler bis zum international angesehenen Bachelor of Arts. Mit 1000 Studierenden gehört die HBK zu den größten der 31 Kunsthochschulen in Deutschland.

Modern und gut ausgestattete Werkstätten und Labore bieten beste Voraussetzungen für alle kreativen Denk- und Arbeitsprozesse.

Inspiration und angewandtes Wissen: die Ostfalia

Sie ist die jüngste der akademischen Hochschulen in der Region und zugleich diejenige, die sich am weitesten über die Fläche verteilt: Die Ostfalia unterhält Standorte in Salzgitter, Wolfenbüttel, Wolfsburg und Suderburg. 1971 gegründet, gehört sie zu den echten Aufsteigern in der Hochschullandschaft: Mehr als 13.000 Studierende sind hier in einem von über 80 Studiengängen immatrikuliert. Zwölf Fakultäten von Bau-Wasser-Boden bis Wirtschaft mit 25 Instituten bürgen für eine außergewöhnliche Bandbreite an Themen. Die Ostfalia nimmt übrigens auch Quereinsteiger ohne Abitur an, denn einige Aus- und Weiterbildungen ermöglichen hier einen uneingeschränkten Hochschulzugang.

Damit nicht genug: Ein Team von Lerncoaches unterstützt Studenten in allen Fragen des Studierens und darüber hinaus, denn erfolgreich zu studieren setzt nicht nur akademische, sondern auch persönliche und soziale Kompetenzen voraus: Ein funktionierendes Zeitmanagement und Organisationsvermögen, aber auch Problemlösungsstrategien und Transferfähigkeit sind gefragt. Wenn es hier einmal hängt, sind die Coaches direkt ansprechbar – bevor der erste Frust auftritt.

Besonders wichtig sind den Lehrenden der Blick über den Tellerrand und die Anwendbarkeit des erworbenen Wissens in der Praxis. In ihrem Leitbild formuliert die Ostfalia dies so:

„Inspirierende Lehre, engagiertes Lernen und anwendungsnahe Forschung stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Lehre und Forschung orientieren sich an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Herausforderungen und setzen Maßstäbe in Bezug auf Qualität und Aktualität. Wir forschen ergebnisoffen, unabhängig, frei und verantwortungsbewusst. Unser Handeln orientiert sich an den ethischen Standards der Professionen“

Das Rezept scheint aufzugehen – denn mehr als drei Viertel der Absolventinnen und Absolventen haben bereits drei Monate nach dem Abschluss einen angemessenen Arbeitsplatz gefunden.

Weitere Studiengänge in der Region

Vorheriger Artikel
Historisches Helmstedt: 10 Mal Geschichte lebendig erfahren
Nächster Artikel
Diversity als Erfolgsmodell – die TU Clausthal als Vorreiter