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Schöne Radtouren durch die Toskana
des Nordens:
ein kleiner Überblick

Radfahrer vor einem Fachwerkhaus (Bildrechte: Thomas Kempernolte)

Idyllisch und leicht hügelig – Die Gegend um Wolfenbüttel wird nicht nur deswegen, sondern auch wegen ihres milden Klimas gerne „Toskana des Nordens“ genannt. Und sie bietet attraktive Radwandermöglichkeiten. Wir empfehlen vier Radtouren für kultur- und naturbegeisterte Entdecker.

1. Schöne Dörfer im Landkreis Wolfenbüttel

Die Schöne-Dörfer-Route trägt die Beschilderung „Route 1“, denn sie war die erste beschilderte Freizeitroute im Landkreis Wolfenbüttel. Und ja, der Name trügt nicht: Auf dieser Tour entdecken Sie tatsächlich einige der schönsten Dörfer im Nordosten des Landkreises.

Die Tour folgt einem Rundkurs und kann somit in jedem beliebigen Ort begonnen werden. Von Wolfenbüttel aus steuern Sie über Salzdahlum und Hötzum den Ort Klein Schöppenstedt an – und schon sind Sie mittendrin.

In Klein Schöppenstedt bieten sich zur Besichtigung ein im ostfälischen Landstil errichtetes Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert und der Schöppenstedter Turm an. Weiter geht es zum Naturschutzgebiet „Weddeler Teiche“. Hier können Sie Vögel beobachten, bevor Sie über Hordorf nach Schandelah radeln.

Der Dorfkern von Schandelah ist geprägt von denkmalgeschützten Hofanlagen. Auch die Dorfkirche mit dem gotischen Westturm und der original erhaltenen Innenausstattung ist einen Besuch wert.

Über Gardessen führt die Tour nun weiter nach Abbenrode, ein reizvolles Dorf mit einer noch immer betriebsfähigen Bockwindmühle am Westrand. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung nach Destedt. Das Renaissanceschloss Destedt kann von außen besichtigt werden und auch den großen Gutspark, der nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurde, sollten Sie unbedingt erkunden.

 (Bildrechte: Thomas Kempernolte)
Über Gardessen führt die Tour weiter nach Abbenrode, ein reizvolles Dorf mit einer noch immer betriebsfähigen Bockwindmühle am Westrand (Foto: Thomas Kempernolte)

Nun geht die Fahrt weiter durch Hemkenrode – die Heimat des Musikers Axel Bosse – nach Veltheim/Ohe. Hier bieten sich die romantische Wasserburg und die Kirche St. Remigius zur Besichtigung an. An der Voigtsmühle vorbei erreichen Sie über Neuerkerode und Volzum das Dorf Apelnstedt.

Ansicht Wasserburg (Bildrechte: Thomas Kempernolte)
Auf der Schöne-Dörfer-Tour bietet sich die Besichtigung der romantischen Wasserburg an (Foto: Thomas Kempernolte)

Die Wassermühle von Apelnstedt zählt zu den ältesten Wasserkraftwerken am Flüsschen Wabe. Das Mühlenhaus und Teile der Stauanlagen sind heute noch erhalten. Über Atzum geht es zurück nach Wolfenbüttel.

Übrigens: Über die Haltepunkte Weddel und Schandelah ist die Tour an das Streckennetz der Deutschen Bahn angebunden – ideal für Touristen, die aus der Umgebung kommen und einen schönen Tagesausflug machen möchten.

Verlauf:
Hötzum – Klein Schöppenstedt – Weddel – Hordorf – Schandelah – Abbenrode – Destedt – Hemkenrode – Veltheim – Volzum – Apelnstedt

Beschaffenheit:
Die Strecke verläuft auf Radwegen entlang klassifizierter Straßen und auf gut ausgebauten Feld- und Forstwegen.

Länge: 39 Kilometer

Schwierigkeit: mittel

2. Rund um den Oderwald

Der Oderwald, ein ausgedehntes Waldgebiet zwischen Wolfenbüttel und Schladen, liegt im Zentrum einer Rundtour, die am Wolfenbütteler Bahnhof beginnt und in beide Richtungen befahren werden kann. Gegen den Uhrzeigersinn nehmen Sie zuerst den Radweg Berlin-Hameln. Durch den Oderwald mit seinen verschlungenen Wegen geht es über Leinde und Cramme nach Groß Flöthe. Von hier aus führt der Weg durch die Feldmark nach Ohlendorf.

Auf dem Weg nach Klein Mahner lohnt der Blick von einer Brücke auf den Bahnhof der Museumsbahn Warnetalbahn. Vielleicht haben Sie Glück und sehen auf den Gleisen eine historische Dampflokomotive oder eine Draisine in Aktion.

Vor dem Ortseingang von Klein Mahner biegen Sie in den Weser-Harz-Heide-Radfernweg in Richtung Gielde ein. Vor Schladen bietet sich ein Abstecher zum Archäologie- und Landschaftspark Kaiserpfalz Werla an. Hier können Sie die teilweise rekonstruierte Anlage erkunden und einen Blick über die Oker genießen.

In Schladen wollen Sie vielleicht gleich die nächste Pause einlegen – mit einem Besuch bei Jürgen Hergert. Der Betreiber der Schlangenfarm ist zweifacher Weltrekordhalter im „Schlangen-Sit-In“. Er lebte als einziger Mensch der Welt 100 Tage lang auf engstem Raum mit 26 Giftschlangen.

 (Bildrechte: Thomas Kempernolte)
Fachwerk in Hornburg (Foto: Thomas Kempernolte)

Über den Iberg erreichen Sie Hornburg. Diese attraktive Fachwerkstadt lädt zu einem Spaziergang durch ihre malerischen Gassen ein. An der idyllischen Hagenmühle, einer von zwei noch existierenden Wassermühlen im Landkreis Wolfenbüttel, hören Sie das Mühlrad klappern, bevor Sie auf dem Weser-Harz-Heide-Radweg über Dorstadt zurück nach Wolfenbüttel radeln.

Verlauf:
Wolfenbüttel – Leinde – Cramme – Groß Flöthe – Ohlendorf – Gielde – Schladen –Isingerode – Hornburg – Dorstadt – Ohrum – Halchter – Wolfenbüttel

Beschaffenheit:
Die Tour verläuft auf Wirtschaftswegen abseits vom Autoverkehr, auf ruhigen Nebenstraßen oder auf straßenbegleitenden Radwegen.

Länge: 58 Kilometer

Schwierigkeit: mittel

3. Till-Eulenspiegel-Radweg

Der Eulenspiegel-Radweg ist ein kurzweiliger Ausflug in die historische Literatur. An Originalschauplätzen sowie Natur- und Kulturdenkmälern, die schon zu Eulenspiegels Zeiten existierten, erfahren Sie Interessantes aus dem Leben des mittelalterlichen Schalks.

Entlang der Tour begegnen Sie den Eulenspiegel-Geschichten mit Hilfe von grünen Infotafeln und auffälligen Outdoor-Installationen. Auch ein Besuch des Till-Eulenspiegel-Museums in Schöppenstedt bietet sich an.

Zweifeln Sie nicht an Ihrer Kondition, wenn Sie mehrmals aus der Puste kommen: Die Route zwischen Elm und Asse, die durch ihre zwei Schleifen an die Form einer Brille erinnert, hat es ganz schön in sich. Sie haben aber auch die Möglichkeit, „ein Auge zuzudrücken“ – also nur einen Teil zu umrunden - oder einen Streckenabschnitt zwischen Schöppenstedt und Wolfenbüttel mit der Bahn zurückzulegen.

Verlauf:
Wolfenbüttel – Klein Denkte – Groß Denkte – Asse - Groß Vahlberg – Eilum – Kneitlingen – Sambleben - Eitzum – Schöppenstedt – Berklingen – Klein Vahlberg – Asse – Wittmar – Groß Biewede – Kissenbrück – Wolfenbüttel

Beschaffenheit:
Der Radwanderweg verläuft meist auf Wirtschaftswegen oder verkehrsarmen Straßen. Einige längere Abschnitte führen über Feld- und Waldwegen. Nicht rennradtauglich.

Länge: etwa 62 Kilometer

Schwierigkeit: schwer

4. Innerste-Radweg

Entlang des sagenumwobenen Flüsschens Innerste führt der Innerste-Radweg von der Quelle im Oberharz bis zur Mündung in die Leine. Auf der Route entdecken Sie historische Mühlen und Schlösser und wildromantische Täler.

Der Radwanderweg hat seinen Ausgangspunkt in den Wäldern des Oberharzes unweit der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Auf befestigten Waldwegen geht es vorbei an den Stauteichen der Oberharzer Wasserwirtschaft durch das tief ins Gebirge eingeschnittene Innerstetal. Hier ist der Harzer Bergbau mit kulturellen Traditionen und Besucherbergwerken immer noch lebendig.

Sie erreichen das Naturschutzgebiet „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“ und radeln im sanft hügeligen Innerste-Bergland durch alte, malerische Dörfer und an zahlreichen Wassermühlen vorbei.

Bei Baddeckenstedt verlassen Sie den Lauf des Flusses, um einen Abstecher nach Oelber am weißen Wege zu machen, genauer gesagt zum gleichnamigen Schloss. Das Schloss wurde in den 1930er-Jahren als Heimat von Gottfried Freiherr von Cramm bekannt. Die Siege des Tennisbarons auf internationalen Turnieren machten den Tennissport hierzulande populär.

Zurück an der Innerste verdient eine weitere Mühle Aufmerksamkeit: die Rhener Mühle. Die ehemalige Graupenmühle liegt wie Schloss Oelber im Gebiet der Samtgemeinde Baddeckenstedt, einer Exklave des Landkreises Wolfenbüttel. Schließlich erreichen Sie die Bischofsstadt Hildesheim mit ihren Welterbestätten und von dort aus Ruthe bei Sarstedt. Hier mündet die Innerste schlussendlich in die Leine.

Verlauf:
Clausthal-Zellerfeld – Wildemann – Lautenthal – Langelsheim – Ringelheim – Sehlde – Baddeckenstedt – Rhene – Oelber am weißen Wege – Derneburg – Hildesheim – Sarstedt – Ruthe

Beschaffenheit: Teile des Radweges verlaufen auf klassifizierten Straßen, kurze Strecken liegen auf mäßig ausgebauten Feldwegen.

Länge: 105 Kilometer

Schwierigkeit: überwiegend einfach