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Wirtschaftsjunioren Gifhorn Wolfsburg, Vorstand Hensel mediagency

Mit Herz und Verstand für die Region
Wirtschaftsjunioren vernetzen sich lokal und weltweit

Sie sind die Stimme der jungen Wirtschaft: Rund 10.000 selbständige Unternehmer und Führungskräfte im Alter unter 40 Jahren sind im Netzwerk der deutschen Wirtschaftsjunioren organisiert. Autorin Inga Stang hat in Erfahrung gebracht, was Menschen, die sich in diesen Kreisen engagieren, bewegt und was sie bewegen.
 

Die Wirtschaftsjunioren arbeiten in lokalen Mitgliedskreisen an Themen rund um die Zukunft und Förderung des eigenen Wirtschaftsstandorts. Hierzu gehören auch die Kreise der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg sowie die Wirtschaftsjunioren Braunschweig, die bereits seit vielen Jahren aktiv für die Region tätig sind.

Von der Region in die Welt

Wie alle lokalen Mitgliedskreise in Niedersachsen gehören auch die hiesigen Junioren auf Landesebene zu den Wirtschaftsjunioren im Hanseraum, auf Bundesebene zum Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. und auf internationaler Ebene zum Weltverband Junior Chamber International. Wie weit sie oder er sich außerhalb der lokalen Ebene engagiert, ist jedem Junior selber überlassen. Wer es jedoch schafft, sich im internationalen Kontext zu bewähren, erhält die besondere Auszeichnung als Senator und wird hierdurch zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit.  

Eine Aufgabe, die für viele Wirtschaftsjunioren wie Nora Achterkerke nur schwer mit der Leitung eines eigenen Unternehmens vereinbar ist: „Das ist wahnsinnig viel Arbeit. Da kann ich nicht nebenbei eine Firma führen. Das geht nur, wenn man das zeitlich auch alles hinkriegen kann“, betont die 33-jährige. 

Nora Achterkerke Achterkerke GmbH
Nora Achterkerke, Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Braunschweig

Nora Achterkerke ist seit 2020 bei den Wirtschaftsjunioren aktiv und übernimmt 2026 erstmalig den Vorstandsvorsitz des Braunschweiger Kanons. Darüber hinaus ist sie aber vor allem Geschäftsführerin der Braunschweiger Achterkerke GmbH, die 1991 von ihrem Vater gegründet wurde. Er durfte in seiner Jugend bei den Wirtschaftsjunioren leider nicht tätig werden, schwärmte Nora aber stets von dem Netzwerk und seinen Möglichkeiten vor.
 

Ein Netzwerk, hundert Möglichkeiten

Zu diesen Möglichkeiten gehören neben der Teilnahme an internationalen Konferenzen zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, die Teilnahme an Austauschformaten mit Politikerinnen und Politikern, Trainerausbildungen und vieles mehr. „Dieser Verband bietet wirklich ganz, ganz viele Möglichkeiten, nicht nur um sich als Person einzubringen, sondern auch im Bereich der Weiterbildung“, erläutert Nora Achterkerke. 

Sie selbst konnte im vergangenen Jahr über das Netzwerk an einem Know-how-Transfer teilnehmen und eine Woche lang der Landtagsabgeordneten Aniko Merten-Glogowski über die Schulter schauen. „Das war schon beeindruckend, sowas einfach mal zu sehen. Mal reinzugehen und wirklich auch mal mit den Politikern oder jungen Abgeordneten zu sprechen und zu sehen, wie diese mit Fragestellungen umgehen. Einfach wie der Bundestag an sich arbeitet und warum das alles so lange dauert“, lacht Nora Achterkerke. „Das sind Eindrücke, die man sonst nicht erhält.“

Engagement für die Region

Trotz aller Möglichkeiten, den eigenen Horizont zu erweitern, liegt der Fokus der Wirtschaftsjunioren stets auf dem ehrenamtlichen Engagement für die eigene Region. Hierfür ist jede Ortsgruppe in sogenannte Arbeitskreise aufgeteilt, die sich jeweils einem bestimmten Thema und Ziel verschrieben haben. 

Exemplarisch für die Tragweite der Junioren ist der Arbeitskreis Politik. Hier engagieren sich die Mitglieder, um den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Politik zu fördern und die Rahmenbedingungen für Unternehmer zu verbessern. „Es ist wichtig, dass wir uns engagieren und für unsere Ideen einstehen, denn nur so können wir uns aktiv in der Wirtschaft und der Politik beteiligen“, betont Michel Wedekind, seit 2025 Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfburg.
 

Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg treffen Oberbergermeister Dennis Weilmann privat
Austausch der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg mit Oberbürgermeister Dennis Weilmann und Wirtschaftdezernent Jens Hofschröer im Ratssaal der Stadt Wolfsburg.

Neben Politik gibt es jedoch noch viele weitere Arbeitskreise, die sich zum Beispiel mit sozialer Verantwortung, Bildung oder Digitalisierung auseinandersetzen. „Durch unsere vier Arbeitskreise konnten wir 2025 tolle Projekte für die Region realisieren“, erzählt Michel Wedekind: „Das war zum einen eine Spendenaktion bei unserem Sommerfest, bei dem wir 1.000 Euro für ein Tierheim und 1.000 Euro für das Projekt Starthilfe sammeln konnten. Außerdem konnten wir durch die Teilnahme an der ‚Schenke ein Lächeln‘-Aktion dazu beitragen, dass 111 Kinder ein Weihnachtsgeschenk bekommen haben.“
 

Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg Spendenübergabe an Initiative Starthilfe privat
Der Kreis Gifhorn-Wolfsburg bei der Spendenübergabe an die Initiative Starthilfe.

In Braunschweig existieren sechs Arbeitskreise. Der jüngste setzt sich mit nachhaltiger Wirtschaft auseinander: „Da haben wir nicht nur das Thema Klima, sondern auch nachhaltig Wirtschaften, das Thema Personal oder auch nachhaltige Unternehmensführung“, erläutert Nora Achterkerke. „Jeder muss gucken, wo fühle ich mich am wohlsten, wo kann ich ganz viel einbringen mit meiner Expertise oder wo habe ich gar keine Ahnung, aber gehe trotzdem hinein, um da am meisten für mich zu lernen.“

Ein Vermächtnis, das bleibt

Klar ist, wer hier mitmachen möchte muss Einsatz zeigen. Anwärter/-innen müssen sich ein Jahr lang beweisen, bevor sie offiziell abgelehnt oder aufgenommen werden. Doch wer einmal drin ist, den erwarten nicht nur viele Möglichkeiten, sondern auch die Chance, Kontakte fürs Leben zu knüpfen. 

In Braunschweig lassen sich noch heute viele Netzwerke der hiesigen Unternehmerszene auf gemeinsame Anfänge als Wirtschaftsjunioren zurückführen. Dies liegt vor allem an der langen Tradition der Junioren in der Löwenstadt. 

Wirtschaftsjunioren Braunschweig, Vorstand Philipp Ziebart
Der Vorstand der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren (v.l.n.r. Viktoria Nußbaum, Jan Wichmann, Lennart Niklas Bernert, Sören Ridderbusch, Nora Achterkerke, Dorothee Reinhardt, Jessica Lege).

Bereits 1977 wurde das Chapter gegründet und das Wissen vieler Jahre an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Nicht zuletzt diese Tradition ist es, die auch Nora Achterkerke motiviert, trotz vieler Aufgaben weiter engagiert zu bleiben: „Wenn man solche Menschen wie das Gründungsmitglied Harald Tenzer einmal erlebt oder mit ihnen gesprochen hat, ist das ein unheimlicher Antrieb, auch selber seine eigenen Spuren zu hinterlassen.“

Gemeinschaft, die verbindet

Für Michel Wedekind steht hingegen die Verbindung zwischen Menschen und der Aufbau eines Netzwerks auf Augenhöhe im Fokus: „Mich treibt es an, Menschen zusammenzubringen, die miteinander wachsen können. Durch die Amerikaner habe ich einen dazu passenden Begriff gelernt: Co-Elevation. Jeder gibt in eine Beziehung, was er oder sie gut kann, und gemeinsam kommen beide auf ein höheres Level. In Deutschland ist meist noch Win-to-Win das angestrebte Ziel. Dabei müssen aber beide Seiten ein Stück von ihrem Ziel zurücktreten.“ 

Die Wolfsburger Gruppe hat sich erst 2010 gegründet, steht aber dem Engagement der Braunschweiger in nichts nach. 

Wirtsachaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg, Michel Wedekind Linna Hensel / CSAE GmbH
Kreissprecher Michel Wedekind der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg

Generell, so Nora Achterkerke, gehe es bei den Wirtschaftsjunioren auch über die eigenen Stadtgrenzen hinaus um Kooperation und Gemeinschaft statt Konkurrenz. „Ich glaube, wir haben als junge Führungskräfte alle die gleichen Probleme. Deshalb geht es darum, Dinge auch mal anzusprechen. Aber nicht nur über Probleme zu sprechen, sondern wie stellen wir uns der Zukunft? Was können wir machen, um uns gegenseitig zu unterstützen? Um den Mut nicht zu verlieren? Oder was sollen wir machen, um einfach füreinander ein Stück weit auch da zu sein und auch Antworten für die Zukunft zu entwickeln?“ 

Auch für Michel Wedekind spielt der überregionale Austausch eine Schlüsselrolle in der Wirkkraft der Wirtschaftsjunioren: „Gerade mit unseren Nachbarkreisen wie Braunschweig, Heidekreis-Celle oder Lüneburg klappt das schon sehr gut. In diesem Jahr waren auch die Wirtschaftsjunioren Lübeck für ein Hansedate bei uns und wir hatten eine großartige Zeit bei einer exklusiven Führung in der Autostadt. Der Gegenbesuch steht bereits!“

Wirtschaftsjunioren Gifhorn Wolfsburg, Vorstand Hensel mediagency
Das Vorstandsteam der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg bei der Businesslounge in der Schlossremise in Wolfsburg, im Bild sind (v.l.n.r.) Hendrik Vieth, Veith Deumeland, Meike Förster, Sarah Wedekind, Michel Wedekind, Jan-Filipp Schmidt, Markus Simon und Lea Kehring

Spätestens bei der Hanseraumkonferenz in Hannover kommendes Jahr, treffen alle regionalen Kreise wieder aufeinander. Für Michel Wedekind ein jährliches Highlight: „Ich habe durch die Hanseraumkonferenzen wundervolle Menschen kennenlernen dürfen, die ich sonst sicher nicht getroffen hätte. Mein Netzwerk hat sich durch die Wirtschaftsjunioren enorm erweitert und die gegenseitige Unterstützung, auch über die Kreise hinaus, ist einzigartig!“ 

Wer alle Voraussetzungen erfüllt und Lust hat bei den Wirtschaftsjunioren reinzuschnuppern, findet auf den jeweiligen Homepages alle Informationen zum Beitritt und Bewerbungsverfahren.