Sie sind nicht nur in ihrer Sportart äußerst erfolgreich, sondern tragen den Namen der Region auf ihre jeweils individuelle Weise auch in die Welt hinaus: Die Region Braunschweig-Wolfsburg hat eine Reihe erfolgreicher Sportlerpersönlichkeiten hervorgebracht - und fördert, trainiert und begleitet sie auf ihrem Weg bis an die (Welt-)Spitze.
- Leben & Freizeit
- Sport
- Sportler als Botschafter der Region
Sportler als Botschafter der Region
Vom Basketball-Idol bis zur Para-Leichtathletin
Sportler als Botschafter der Region: Vom Basketball-Idol bis zur Para-Leichtathletin
Mit Basketball zum Triumph: Regionale Stars werden 2023 FIBA-Weltmeister
Erfolgreiche Deutsche im ur-amerikanischen Sport Basketball waren lange Zeit eher eine Seltenheit. Dirk Nowitzki ragte lange allein aus der Menge heraus. Bis Dennis Schröder und Daniel Theis und die Basketball-Nationalmannschaft von 2023 kamen und die Weltmeisterschaft gewannen. Schröder und Theis, beides Kinder der Region - Schröder ist in Braunschweig geboren, Theis in Salzgitter - begannen ihre professionelle Karriere zusammen beim SG Braunschweig. Seither haben beide Basketball-Geschichte geschrieben. Theis kann sich nicht nur den WM-Titel von 2023 auf die Fahnen schreiben, sondern hatte im Vorjahr auch Bronze bei der Europameisterschaft gewonnen und 2025 dann auch den EM-Titel. Er gewann dreimal die deutsche Meisterschaft und wurde 2022 mit den Boston Celtics NBA-Vizemeister.
Sein Kumpel aus Jugendtagen, Dennis Schröder, dürfte inzwischen zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Sportlern überhaupt gehören. Sportlich zeichnete er sich schon früh durch seine defensiven Fähigkeiten und seine Treffsicherheit aus. In der Basketball-Nationalmannschaft ist der Braunschweiger eine Schlüsselfigur gewesen. Seinen größten Erfolg feierte er bei der FIBA-Basketball-Weltmeisterschaft 2023, als er die Nationalmannschaft zu ihrem ersten WM-Titel führte.
Schröders einzigartige Persönlichkeit und sein soziales Engagement stachen von Anfang an heraus. Sie führten nicht nur dazu, dass er als einer der beiden Fahnenträger Deutschlands bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Paris 2024 ausgewählt wurde, sondern waren auch ausschlaggebend für die Gründung der Dennis Schröder Academy, die es sich zum Ziel gesetzt hat, jugendliche Basketballtalente in Braunschweig zu fördern.
Volksbank BRAWO/Nina Stiller
Der heutige NBA-Star engagiert sich außerdem stark für Kinder- und Jugendsport durch Projekte wie „jump4future“, zusammen mit den United Kids Foundations (dem Kindernetzwerk der Volksbank BRAWO), der Stiftung „RTL - Wir helfen Kindern“ und den Basketball Löwen Braunschweig, um sozial benachteiligte Kinder in seiner Heimatregion Braunschweig zu unterstützen.
Kämpfernaturen feiern Erfolge
Ein Vorbild für viele mit und ohne Handicap ist Laura Burbulla. Als Kleinkind erlitt sie einen Schlaganfall mit der Folge einer Hemiparese, die ihre rechte Körperseite beeinträchtigt und spastisch lähmt. Aber sie erkämpfte sich ihren Weg, vom sicher laufen lernen bis zum Einstieg in die Leichtathletik mit zehn Jahren. Ein wichtiger und großer Moment auf ihrem Weg: die Teilnahme an den Paralympics in Paris 2024. Mit ihren 19 Jahren gehörte Burbulla zu den jüngsten Starterinnen und hatte erstmals Gelegenheit, sich mit erfahrenen Sportlerinnen zu messen. Bemerkenswerte Erfolge für die Sportlerin vom VfL Wolfsburg waren der siebte Platz im Weitsprung und der zehnte im 100 Meter Sprint.
Bei einer ganz anderen Sportart konnte ein Sportler aus der Region kürzlich noch mal richtig auftrumpfen: Der Peiner Arno Merk feierte nach einer Karriere mit vielen Aufs und Abs ein großartiges Comeback und qualifizierte sich für die Darts-WM 2026 in London.
Bereits sehr jung hatte Merk sich im Darts-Sport einen Namen gemacht und 2011 überraschend an der Weltmeisterschaft der British Darts Organisation teilgenommen. Nach Anfeindungen, einer längeren sportlichen Abstinenz und der Teilnahme an einem Reality-TV-Format kehrte Merk 2023 zum ernsthaften Spiel zurück und konnte sich im November 2025 sensationell für die WM in London qualifizieren. Im „Ally Pally“ erreichte er die dritte Runde, nachdem er in Runde zwei sogar Ex-Weltmeister Peter Wright aus Schottland ausgeschaltet hatte. Der Peiner musste sich dann aber dem späteren Gewinner und dreimaligen Titelträger Michael van Gerwen geschlagen geben. Dennoch bewies Merk mit diesem Comeback bemerkenswerten Kampfgeist und Durchhaltevermögen und äußerte sich nach seinem WM-Aus auch entsprechend zufrieden.
Nadine Schünemann
Aus der „Hochburg des Trampolinturnens“ gehen Gewinner hervor
Salzgitters Trampolinturner der TG-Jugenddorf sind nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt bekannt. Hier trainieren und trainierten einige der erfolgreichsten Trampolinturner Deutschlands, wie etwa der Deutsche Meister im Männer Doppel-Mini-Trampolin von 2022 Christopher Kuhnert sowie Nachwuchs-Talent Nicola Volska.
Auch Karina Peisker ist durch den TGJ Salzgitter in der Region verwurzelt. Mit zehn Jahren entdeckte sie das Rhönradturnen. Mit insgesamt elf Weltmeisterschafts-Medaillen kann Peisker auf eine herausragende Karriere zurückblicken. Ihr jüngster Erfolg war die Aufnahme in die deutsche Nationalmannschaft, mit der sie 2025 in Leipzig die Goldmedaille bei der Team-Weltmeisterschaft holte.
Neben ihrer Karriere als Profi-Sportlerin im Rhönradturnen hat Peisker inzwischen die Welt des Zirkus für sich erobert und tritt mit Partnerakrobatik, dem Luftreifen und Handbalancier-Performances auf. Nicht zuletzt hat sie es geschafft, ihr Studium der Medizin erfolgreich abzuschließen.
Unvergessen: Herausragende Sportler ihrer Zeit
Eine weitere Sportlerpersönlichkeit des TGJ Salzgitter ist sicher auch noch gut in Erinnerung: Weltklasse-Trampolin-Turner Henrik Stehlik. Stehliks größten Erfolge waren der Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 und die Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2004.
Ein eng mit unserer Region verbundener Fußballer spielte in den 1970er Jahren mit dem Who-is-Who des Weltfußballs zusammen: Bernd Gerstorff. In Berlin geboren, startete er seine Fußballkarriere auch bei Berliner Vereinen, bevor er 1969 in die Bundesliga zu Eintracht Braunschweig wechselte. Legendär und für die Braunschweiger Fans zu einem besonders erinnerungswerten Ereignis wurde seine Rückkehr mitten in der Saison 1973/74 von Bayern München zurück zur Eintracht. In den noch folgenden 19 Spielen schoss er unglaubliche 35 Tore und den Verein damit zurück in die 1. Bundesliga. Als Persönlichkeit blieb Gerstorff auch nach Beendigung seiner Fußballkarriere der Region treu: Von 2000 bis 2012 leitete er den Bereich Konzernkommunikation der Salzgitter AG und war Konzernsprecher des Unternehmens. Später führte er in Braunschweig ein Marketing- und Kommunikationsunternehmen.
Aber nicht nur im Fußball konnten sich Sportler der Region besonders hervortun. Bestes Beispiel ist Hildegard Falck, deutsche Mittelstreckenläuferin und Olympiasiegerin im 800-Meter-Lauf. Sie trat zuerst für Hannover 96, später dann für den VfL Wolfsburg an. Ihren größten Erfolg feierte sie bei den Olympischen Spielen 1972 in München, wo sie in einem Herzschlagfinale ihre Konkurrentin Nijole Sabaite auf der Zielgeraden um eine Zehntelsekunde bezwang. Außerdem konnte sie sich in der Mannschaftskategorie noch die Bronzemedaille in der 4-mal-400-Meter-Staffel sichern und erhielt daraufhin vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt.
Super-Botschafter für die Region
Regionale Vereine bringen Einzelsportler ebenso wie Mannschaften auf die Erfolgsspur. Einer davon ist mit Sicherheit der VfL Wolfsburg. Eines der herausragendsten Beispiele für sportliche „Super-Botschafter“ für die Region ist die Frauen-Fußballmannschaft des VfL. Mit dem Triple 2013 setzte sich eine Erfolgswelle in Gang, die deutschlandweit wohl ohne Beispiel ist. Auch schon bevor die Wölfinnen Jahr für Jahr in allen drei Wettbewerben um den Titel mitspielten, hatte der Frauenfußball in Wolfsburg aber schon Tradition. Das internationale Spitzenteam wurde sieben Mal Deutscher Meister, holte sich elf Mal den DFB-Pokalsieg - zuletzt 2024 - und konnte auch zwei mal die Champions League für sich entscheiden.