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Kunst im öffentlichen Raum

Station 1: Herzog August Denkmal, 1904 (1)
Nördliches Harzvorland Tourismusverband e.V. Quelle: Nördliches Harzvorland Tourismusverband e.V.

Bewertung

  • Kondition
    0
  • Erlebnis
    0
  • Landschaft
    0

Tourendetails

  • Schwierigkeitsgrad
    unbekannt
  • Länge
    7.16 km
  • Dauer
    2 h
  • Aufstieg
    75 m
  • Abstieg
    4 m
  • Höchster Punkt
    95 m

Beste Jahreszeit

  • Jan
  • Feb
  • Mär
  • Apr
  • Mai
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Okt
  • Nov
  • Dez

Wegbeschreibung

Station 1: In Wolfenbüttel ist der Regent, Herzog August der Jüngere (1579-1666), vom Pferd abgestiegen und zelebriert nicht die bekannte Geste des auf dem Ross sitzenden Herrschers [vgl. Erinnerungsorte; Herzog August Denkmal]. Mit diesem ungewöhnlichen Motiv konnte der Künstler, ein konservativer Vertreter der Berliner Bildhauerschule, den "Verschönerungsverein zu Wolfenbüttel" überzeugen. Meyer-Steglitz setze den 1901 formulierten Wunsch des Auftraggebers nach einer *"hübschen"* und *"volkstümlichen"* Arbeit um, die, so der Vorsitzende Julius Zwißler, umso *"beifälliger"* [17] aufgenommen würde, wenn die Bevölkerung nicht zu einem Herzog aufsehen müsste, dessen Wirken ihr weitgehend unbekannt sei. Die Kombination mit dem damals beliebten Motiv des Brunnens, erweitert um eine kleine Grünanlage, entsprach zudem der grundsätzlichen Idee des Vereins. Dieser gab sich nicht der Illusion hin, dass das *"bescheidene"* [18] Monument im *"Wohnzimmer"* der Stadt ein *"Tugendinstrument"* für die 15.000 Einwohner sein könnte. Heute ist die unter Denkmalschutz stehende Anlage ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.  Mit Pinsel, Bleistift oder Kamera entwickelten 1992, aus Anlass der 100. Ausstellung des "Kunstvereins Wolfenbüttel e.V.", 34 Künstler Variationen zum "abgestiegenen Reiter". Als Reaktion auf die bronzene Ehrwürdigkeit von Reiterdenkmälern entstand 1993 der "Kleine Reiter" von Franz Burkhardt [vgl. Kunst im öffentlichen Raum; Der kleine Reiter]. 2011 besetzte eine patinierte, überlebensgroße Bronzeskulptur in einer heimlichen, nächtlichen Aktion den Pferderücken. Flankiert wurde der fest verschweißte "Geistreiter" von einem komplexen Rätsel, das unter anderem Fragen zum Denkmal und zur kulturellen Identität der Stadt stellte. Die temporäre Intervention der Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth, die nach viereinhalb Monaten beendet wurde, ohne dass das Rätsel gelöst werden konnte, lotete vielschichtig die Potenziale aktueller Kunst im öffentlichen Raum aus.    *Texte von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [17]: Julius Zwißler an den Bildhauer Oscar Bodin, 7.8.1901, in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4624 - Errichtung und Unterhaltung des Herzog-August-Brunnes und Denkmals auf dem Stadtmarkt  zu [18]: Jahresbericht des Verschönerungsvereins, 1901 in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4624*

 

Station 2: Real und surreal zugleich wirkt der Apfel mit dem Reißverschluss von Hubertus von Löbbecke, der motivisch auf einen Siebdruck von 1976 zurückgeht. Dinge des Alltags treffen in einer ver-rückten Wirklichkeit aufeinander. Nach von Löbbecke zeigen sie, *"dass man den Apfel schnell öffnen und essen kann. Die Menschen schaffen viele Dinge, die ihnen später aber über den Kopf wachsen - die sie nicht mehr beherrschen können."* [19] Auch bei anderen Objekten von Löbbeckes, wie einer zugeknöpften Paprika oder einer Birne mit Strapsen, sind Gegenstände ihrer Funktion entledigt und ins Absurde, Ironische verschoben. Der Künstler greift auf Grundelemente des Surrealismus zurück, der in den 1920er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit seiner neuen Kombinatorik die Grenzen der Kunst kühn und frei sprengte. Auch in der 1970er-Jahren entstandene, heiter-surreale Lithographien und Gemälde des Autodidakten sind dieser Richtung verpflichtet. Hubertus von Löbbecke ist ein kulturelles Multitalent: Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, reiste er als Kameramann mit dem Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau und als Lektor auf Kreuzfahrtschiffen um die Welt. Heute wohnt er in Hamburg und Spanien, geboren ist er in Wolfenbüttel, wo er bis 1983 lebte. Hier zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Serviceclubs "Round Table 112 Wolfenbüttel-Salzgitter", dessen Symbol der rotglänzende Apfel mit goldenem Reißverschluss des Siebdruckes ist. Zu seinem 25-jährigen Jubiläum finanzierte der Club die Errichtung der "Neuzüchtung", von der er verschiedene Ausführungen gibt, auf einem vom Steinmetzbetrieb Kraft gefertigten Sockel. Die Stadt hatte die Skulptur, die lange in einem Privatgarten in Wolfenbüttel stand, schon 200, erworben. Sie sollte mit dem "Wolf [vgl. Kunst im öffentlichen Raum; Wolf] den Grundstein für die Entwicklung einer Kunstmeile legen, die aber nicht realisiert worden ist.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [19]: Wolfenbütteler Zeitung, 10.6.2003*

 

Station 3: An seinem 65. Geburtstag eröffnete der seit den 50er-Jahren in Wolfenbüttel lebende Bildhauer Erich Schmidtbochum ein privates Museum mit über hundert Arbeiten in seinem Haus in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Von der Stadt erhielt der Künstler an diesem Tag den Auftrag zur Gestaltung einer Wolfsfigur. Dadurch sollte er *"etwas versöhnlich"* [20] gestimmt werden, denn der Bildhauer hatte zuvor immer wieder eine fehlende Wertschätzung seines künstlerischen Schaffens seitens der Stadt kritisiert - auch wenn er mit zahlreichen Skulpturen wie der "Flora" am Stadtbad oder "Schulanfang und Schulende" vor der Geitelschule im öffentlichen Raum Wolfenbüttels vertreten ist. Dem Groll Schmidtbochums entsprechend, wünschten sich städtische Vertreter dezidiert einen bissigen Wolf.  Der Standort vor dem früheren Karstadt Warenhaus am Löwenwall wurde mit Hinweis auf das ehemalige Dammtor an der Einmündung zum Schlossbezirk bestimmt. Bei der Enthüllung hob Bürgermeister Heinz-Dieter Eßmann hervor, dass der Wolf das älteste Wahrzeichen der Stadt sein und nicht das vor einer Säule springende Pferd des Stadtwappens. Der Name Wolfenbüttel geht aber konkret auf die erstmals 1118 erwähnte Burg Wulferusbutle der Herren von Wulfen zurück. Der Wolf spielt für diesen Ort der Wulfen historische gesehen aber nicht unmittelbar eine Rolle.  Schmidtbochums Skulptur zeigt die für den Bildhauer typisch kantige, leicht verknappte Formensprache. Traditionell, figurativ, inhaltlich wie formal leicht zugänglich ist das Werk im Kontext einer dekorativen Ausstattung des öffentlichen Raums zu verstehen. Seit den 1960er- bis in die 1980er-Jahre war die Idee der "Stadtverschönerung" mittels Skulpturen allgemein sehr populär.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [20]: Wolfenbütteler Zeitung, 1.12.1978*

 

Station 4: Das Objekt "Ansiedlung" von Sina Heffner greift die kleinteilige Struktur der Wolfenbütteler Innenstadt mit ihren über sechshundert Fachwerkhäusern auf. Das gesamte Ensemble aus Stahl hat nach Heffner  *"etwas Kleines, Abgeschlossenes, Heimeliges"* [21]. An einer zentralen Mittelsäule sind verschiedene trichterförmige Kästen befestigt, die an Lautsprecher, Flüstertüten oder Vogelhäuser erinnern. Die Vorderseiten zeigen herausgeklappte Silhouetten diverser Vogelarten. Durch die Silhouetten, die verschachtelte Anordnung der heterogenen Kästen wie auch durch die lebendige Oberflächenstruktur der Patina entsteht eine Verbindung von Innen- zum Außenraum. Tiere nutzen die Skulptur als Behausung inmitten des Parks, der Ende des 19. Jahrhunderts um die Villa der Bankiersfamilie Seeliger angelegt worden ist.  Sina Heffner hat mit naturnahen und zugleich abstrahierenden Tierobjekten ihre Ausdrucksform gefunden, wie unter anderem die weiße, überdehnte Giraffe am Ortseingang von Wolfsburg oder der Gewinn des "Kunst am Bau"-Wettbewerbs der Landwirtschaftskammer in Echem 2015 zeigen. "Ansiedlung" entwickelte die in Braunschweig lebende Künstlerin, die ihr Studium der Freien Kunst als Meisterschülerin bei Thomas Virnich an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig abschloss, im Rahmen der Aktion "Kunst findet Sta(d)tt". Dieses Projekt im öffentlichen Raum hatte der "Kunstverein Wolfenbüttel e.V." 2012 organisiert, ein Jahr später wurde die Arbeit von der Stadt erworben.  Wenn man Heffners Objekt in Bezug zum Wolfenbütteler Slogan *"Endlich Zuhause"* sieht, entwickelt es einen hintergründigen Humor. Was wird wie in Wolfenbüttel wahrgenommen? Was wird hier gezwitschert? Wer wohnt hier? In Sina Heffners "Ansiedlung" schwingen verschiedene Lesearten mit, ihre Arbeit ist offen für Deutungen, nicht zuletzt im Kontext des öffentlichen Stadtraums.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*   *zu [21]: Sina Heffner, Ansiedlung, 2012, in: Archiv Kunstverein, Akte: Kunst findet Sta(d)tt*

 

Station 5: Der Bildhauer Schmidtbochum hat die Schlüsselszene aus dem 1779 veröffentlichten, von Lessing in Wolfenbüttel geschriebenen Drama "Nathan der Weise" dargestellt. In der Ringparabel erklärt Nathan dem Sultan Saladin die Gleichberechtigung der drei großen monotheistischen Religionen, Mit halbgeschlossenen Augen scheint die Figur kurz innezuhalten. Gleichzeitig wirkt sie durch Armgesten, Überstreckung und Stilisierung fast gebieterisch. Die Gesichtszüge sind dem bekannten Nathan-Darsteller Ernst  Deutsch (1890 - 1969) nachgebildet, der dem Künstler Modell gestanden haben soll. Deutsch selbst war 1959 mit der Berliner Schaubühne im Lessingtheater aufgetreten.    Die Nathan-Skulptur sollte nicht *"in erster Linie ein Schmuck der Grünanlagen vor dem Lessinghaus"*, sondern *"Mahner (...) in unserer Zeit"* [22] sein. Der Standort, neben dem letzte Wohnort des Dichters und Sichtachse zur Bibliothek, war kurzfristig gewählt worden. Die ursprünglichen Vorhaben, die Skulptur in der Nähe des Lessingtheaters aufzustellen und die Einweihungsfeier von einer Lessing-Rezitation von Ernst Deutsch im Theater begleiten zu lassen, hatte die Stadt zuvor aufgeben müssen.      Die über drei Meter große Bronzeskulptur ist das bekannteste  Wolfenbütteler Werk von Erich Schmidtbochum. Der Bildhauer hatte den Entwurf des "Nathan" kurze Zeit nach seinem Umzug von Bochum nach Wolfenbüttel den Bürgern der Stadt geschenkt. Er sah dies zugleich als seine Eintrittskarte in das städtische Kulturleben an und hoffte auf entsprechende Resonanz der öffentlichen Hand. Die Stadt selbst übernahm die *"bescheidenen Kosten des Bronzegusses"* [23]. Eine kleine, 55 cm große Figur des Nathans ging als Geschenk des Künstlers an den Staat Israel.  Das eigenwillige Denkmal *"ein Zeitdokument aus den sechziger Jahren"* [24], war am Anfang sehr umstritten. Es wurde von verschiedenen Seiten teils sehr polemische, fast militante Kritik am *"Gartenzwerg der öffentlichen Hand"* [25] laut. Intellektuelle, wie der Direktor der Herzog August Bibliothek Erhard Kästner, kritisierten den Verzicht auf öffentliche Ausschreibung. Künstler von Weltruf wie Ossip Zadkine oder Naum Gabo hätten für diese Aufgabe gewonnen werden müssen, zumal für einen Platz, der die *"allerempfindlichsten Ansprüche"* stelle. Die Kritiker fragten, ob die Stadt Bedenken gehabt hätte, den *"Juden Nathan"* [26] öffentlicher an der viel befahrenen B4 beim Theater aufzustellen. Gleichzeitig forderten Sie die Entfernung der *"rohen Arbeit"* [27]. Ihr Fazit lautete: Eine *"Sache von hohem geistigem Rang"* [28] sei ohne Sachverstand erledigt worden. Die Braunschweiger Zeitung kommentierte: *"Wolfenbüttel hat seinen Kunstskandal"* [29]. Schmidtbochum holte im Gegenzug positive Rückmeldungen zum "Nathan" ein: Ernst Deutsch schrieb dem Bildhauer einen Vierzeiler und bekundete *"schöne Statue"* [30], Bundespräsident Theodor Heuss nannte sie ein *"eindrucksvolles Werk"* [31]. Heute ist "Nathan" ein fester Punkt im Koordinatensystem der Stadt.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [22]: Wolfenbütteler Zeitung, 24.6.1961  zu [23]: Erich Schmidtbochum: Aus dem Leben eines Künstlers von Erich Schmidtbochum, in: Freundeskreis des Gr. Waisenhauses, 25 Jahre Wolfenbüttel. Braunschweig 32. Jg. Mai 1982, S. 51-53, hier: S. 53  zu [24]: Paul Raabe: Spaziergänge durch Lessings Wolfenbüttel. Zürich-Hamburg 1997, S. 64  zu [25]: Braunschweiger Zeitung, 26.7.1961  zu [26]: Schreiben von Erhart Kästner an den Rat der Stadt Wolfenbüttel, 13.7.1961, in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4632 - Aufstellung des Denkmals "Nathan der Weise" vor dem Lessinghaus  zu [27]: Schreiben von Erhart Kästner an den Rat der Stadt Wolfenbüttel, 15.6.1961, in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4632  zu [28]: Schreiben von Erhart Kästner an den Rat der Stadt Wolfenbüttel, 13.7.1961, in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4632  zu [29]: Braunschweiger Zeitung 29./30.7.1961  zu [30]: Abschrift des Briefes von Theodor Heuss an Erich Schmidtbochum, o.D., in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4632  zu [31]: Abschrift des Briefes von Theodor Heuss an Erich Schmidtbochum vom 7.7.1961, in: NLA WO, 34 N 4, Fb. 9 Nr. 4632*

 

Station 6: Es besonderes, überregional bedeutendes Objekt und Schmuckstück ist die unter Denkmalschutz stehende Sonnenuhr von Johann Friedrich Penther. Der vielseitig Gelehrte errichtete 1738 den außergewöhnlichen "Sonnencompass" mit gleich zwölf Zeitmessern in drei Ebenen für den Grafen Christian Ernst Stolberg-Wernigerode vor dem Lustschloss in Wernigerode. Im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung wurde die Uhr 1790 an den Baron von Münchhausen aus Hedwigsburg verkauft, wo sie im Innenhof des 1944 zerstörten Schlosses stand. Die Herzog August Bibliothek erhielt von den Gutsbesitzern die Sonnenuhr 1956 als Geschenk. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde sie aber erst 1968 am heutigen Standort, in Erinnerung an den italienischen Philosophen und Astronomen Giordano Bruno (1548-1600), errichtet.  Auf einem dreiteiligen Sockel erhebt sich die von einem Pflanzenkorb gekrönte Sonnenuhr. Die unterschiedlichen Schattenzeiger der vier horizontalen und acht vertikalen Sonnenuhren sind erdachsparallel ausgerichtet. Die 360°-Uhr nutz und spielt mit den Möglichkeiten, dass die Zifferblattflächen mit ihren Stundenmarken entsprechend der unregelmäßigen Wölbung der Jakobsmuscheln geformt sein können. So konnte der Mathematiker und Architekturhistoriker Penther, der 1733 ein Lehrbuch über die Konstruktion von Sonnenuhren in Augsburg publiziert hatte, eine exakte astronomische Sonnenuhr mit einer spätbarocken Gartenskulptur virtuos verbinden.  Die zwölf Zeitmesser geben den tatsächlichen Sonnenstand am Himmel, das heißt die sogenannte "Wahre Ortszeit" von Wolfenbüttel an. Gleichzeitig können die Stunden für die Tageszeit auf mehreren Ziffernblättern abgelesen werden. Die Zeitangaben weichen aber abhängig von den astronomischen Gegebenheiten *"je nach der Jahreszeit zwischen rund zwei und 32 Minuten"* [32] von der Mitteleuropäischen Zeit ab.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [32]: Martin Neumann: Die Restaurierung einer Kombination von Sonnenuhren aus dem Jahr 1738, in: Schriften des historisch-wissenschaftlichen Fachkreises "Freunde alter Uhren" in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie, Band XXXVI. 1987 (0.O.). S.195-200, hier: S.200*

 

Station 7: Zwei Löwen flankieren die Freitreppe, die zur Holztür der altehrwürdigen Herzog August Bibliothek führt. Die im Stil der italienischen Neorenaissance erbaute Bibliothek wurde von 1884 bis 1887 von den Architekten Gustav Bohnsack (1843-1925) und Kreisbaumeister Carl Müller (1834-1907) als Ersatz für die alte Bibliotheksrotunde errichtet. Den neuen Bau konzipierten sie eher wie eine prachtvolle Schatzkammer. Die beiden Löwen waren von Beginn an als Portalwächter vorgesehen und sind formal wie inhaltlich ein zentrales Element der Fassadengestaltung, auch wenn Sie nicht vollständig achsensymmetrisch ausgebildet sind.  Im Unterschied zum einzigartigen, barocken Brückenensemble von Franz Finck am Wolfenbütteler Schloss, bedienten sich die Baumeister der Bibliothek schon vorhandener Figuren. 1819 hatte der berühmte Bildhauer Johann Gottfried Schadow für das Bunzlauer Denkmal von Karl Friedrich Schinkel ein Modell für vier Löwen geschaffen, Nach diesem Modell wurden in der Harzer  Gießerei Zorge weitere Exemplare gegossen. Vier von ihnen sind Teil des 1823 eingeweihten Braunschweiger Denkmals am Löwenwall, später wurde ein Löwe für den Brunnen am Hagenmarkt in Braunschweig bestellt. Bei den zwei Wolfenbütteler Bibliothekslöwen soll es sich um die Exemplare handeln, die ursprünglich auf Pfeilen am 1819 errichteten Steintor in Braunschweig thronten. Nach Abbruch des Tores sollen sie für den Bibliotheksneubau nach Wolfenbüttel gekommen sein. Weitere, gusseiserne Abgüsse nach Schadows Löwen gibt es in Halle und Gleiwitz.  Die fabrikmäßige Vervielfältigung der auch vom Material her kostengünstigen Löwenfiguren ist kennzeichnend für die zunehmende Industrialisierung des Kunstmarktes im 19. Jahrhundert. Im Gegenzug wurden verstärkt Unikate statt Reproduktionen gefordert. Unabhängig von dieser Diskussion erfreuten sich Löwen als Machtsymbol, als Zeichen für Kraft und Stärke, großer Beliebtheit.*Text von Elisabeth Vorderwülbecke*

 

Station 8: Dem weltberühmten katalanischen Cellisten Pau Casals (1876-1973) zu Ehren wurde im "Europäischen Jahr der Musik" die Büste im Namen der Stadt Barcelona errichtet. Entworfen hat sie der Bildhauer Antoni Miró aus Valencia im Auftrag der "Pau Casals-Freunde" aus Wolfenbüttel, ein Verein, der von der aus Barcelona gebürtigen, später in Wolfenbüttel lebenden Matilda Romagosa de Pruss (1935-2011) gegründet worden ist.  Die vier Profile der facettenreichen Büste spielen auf die vier Streifen der katalanischen Fahne an und sind subtil mit dem Kalkstein verbunden. Diese Auffächerung kann aber, analog der Verbindung von Tönen in der Musik, überbrückt werden. Die Skulptur ist spannungsreich zwischen planem Schattenriss und dreidimensionalem Realismus angesiedelt. Die Wahrnehmung variiert durch das, den Umraum integrierende Spiel von Licht und Schatten. Mit seiner Musik engagierte sich Casals nachhaltig für Frieden, Demokratie und Freiheit. Als geradliniger Verfechter republikanischer Ideale kehrte der Cellovituose, der immer Wert auf den katalanischen Namen Pau legte, dem Spanien der Franco-Zeit den Rücken.  Die Skulptur steht auch für den Kulturaustausch zwischen der Weltstadt Barcelona und der Kreisstadt Wolfenbüttel. Mit der Errichtung einer Kopie von Lessings Wolfenbütteler Büsteim Garten der alten Universität wurde 1986 in Barceolna ein großer, deutscher Verfechter für Frieden und Verständigung geehrt.  Ein "lebendiges Denkmal" setzte die Gruppe um de Pruss auch der Wolfenbütteler Prinzessin Elisabeth Christine, die 1708 den spanischen König Karl III. in Barcelona heiratete sowie deren Tochter, der späteren Kaiserin Maria Theresia. Die überlebensgroßen Figruren, sogenannte "Gigantinnen", werden seit 1991 bzw. 1997 bei Feierlichkeiten und Stadtereignissen im In- und Ausland präsentiert.*Text von Elisabeth Vorderwülbecke*

 

Station 9: Im Zuge des Neubaus des Geschäftshauses an der Ecke Schiffwall/Kleiner Zimmerhof erwarb der Bauunternehmer Carl Schuhmacher privat die Skultur "Großer Hermes" von Waldemar Otto. Für den kleinen Platz vor der angedeuteten Arkade schloss Schumacher mit der Stadt einen Nutzungsvertrag, sodass die Skulptur im öffentlichen Raum aufgestellt werden konnte.  Hermes, eine Figur der griechischen Mythologie, ist Götterbote und Beschützer der Kaufleute und Reisenden. Gegnüber dem alten Hafen für Holzflößer aus dem Harz und somit an einem früheren Handelsplatz der Stadt stehend, verweist die Hermes.gestalt auf das Tätigkeitsfeld des Auftraggebers. Dieser wünschte eine nicht idyllische, an der Schnittstelle von figürlich und abstrakt angesiedelte, zeitgenössische Arbeit in der historischen Innenstadt Wolfenbüttels. Im Worpsweder Bildhauer Otto fand er den kongenialen Partner, der die Skulptur speziell für diesen Platz entwickelte.  Otto war Anfang der 60-er Jahre mit Torsi und seit 1969 mit Figur-Wandkombinationen bekannt geworden und ist heute mit zahlreichen Bronzeskulpturen im öffentlichen Raum Norddeutschlands vertreten. Die menschliche Figur in ihrer Beziehung zur Umgebung prägt seine Arbeit bis heute.  In Wolfenbüttel ist der menschliche, überlebensgroße Körper lediglich schemenhaft angedeutet, besitzt nur ein sehr reduziertes Volumen. Die im Sandgussverfahren hergestellte, biomorph geformte Skulptur weist feine Oberflächendifferenzen auf. Hermes, nicht ausgestattet mit antiken Attributen des Götterboten, scheint aufgrund seiner inneren Spannung und der Verschiebung aus der Senkrechten in den Umraum treten zu können - ohne Real von der Platte gelöst zu sein.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*

 

Station 10:  Transformation: Aus dem Volumen einer einzigen Platte sind dreizehn Kreisringe geschnitten, umgeformt, neu zusammengesetzt und somit in einen neuen Zustand überführt worden. Ursprünglich entfaltete die 4,20 Meter hohe, sieben Tonnen schwere Skulptur auf der Grünfläche neben der reich geschmückten Hauptkirche "Beatae Mariae Virgines" ihre klare, geometrische Struktur. Auf diesem Platz war sie im Kontext einer Ausstellung von Ansgar Nierhoff im "Kunstverein Wolfenbüttel e.V." errichtet worden. Mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen gelang es dem Kunstverein 1993, die Arbeit zu erwerben, jedoch musste sie an den Rosenwall umgesetzt werden. Trotz seiner Größe und Schwere erhält der "Transformat" einerseits durch die Offenlegung des gestalterischen Prozesses und andererseits durch die mittig, sich organisch leicht weitende Spalte eine gewisse Leichtigkeit.  Auch der lebendige Patinierungsprozess isoliert die Skulptur nicht von der Umgebung und erweitert die Ebenen der Wahrnehmung. Die abstrakte Stahlskulptur bildet nichts ab, erläutert nichts, verweist nicht auf Geschichte oder Geschichten, hat keine Erinnerungsfunktion. Frühere inhaltliche konkrete Bezüge im Werk der 60er- und 70er-Jahre des Kölner Bildhauers, wie beispielsweise den deformierten Stahlkissen, sind nicht mehr von Bedeutung. Die Skulptur verhandelt Grundthemen der Bildhauerei wie Dimensionen von Raum und Zeit, den Prozess, Formkonstelationen und Bezugssysteme.  Ansgar Nierhoff gehört zu den bedeutenden, zeitgenössischen Vertretern der minimalistisch-konstruktiven Richtung. Sein Renomme zeigt unter anderem di Teilnahme an der "documenta 6" und die Jury-Mitgliedschaft beim Wettbewerb um das Berliner Holocaust-Mahnmal. An den großen, geometrisch-abstrakten Werken aus Eisen oder Stahl im öffentlichen Raum haben sich aber nicht selten die Geister geschieden.   *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*

 

Station 11: Eine Mischung aus Wirklichkeit und Fiktion, gewürzt mit Ironie und Humor, zeichnet den "Kleinen Reiter" von Franz Burkhardt aus. Der Künstler hatte 1992 einen thematisch nicht gebundenen Skulpturenwettbewerb der Stadt Wolfenbüttel, an dem drei junge Bildhauer der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig teilnahmen, für sich entscheiden können. Der aus Wolfenbüttel stammende Meisterschüler von Emil Cimiotti und Johannes Brus, setzte im Unterschied zum "abgestiegenen Reiter" des "Herzog August Denkmals" [vgl. Erinnerungsorte; Herzog August Denkmal und Kunst im öffentlichen Raum; Herzog August Denkmal], einen gutgenährten Reiter in den Sattel. Laut Burkhardt handelt es sich bei seinem Reiter *"nicht unbedingt"* [33] um Herzog Julius (1528-1589). Die Intention sei prinzipiell Untertanengeist, Obrigkeitsdruck und Herrschaftsdarstellungen in traditionellen Reiterstandbildern zu hinterfragen. Dieser Darstellung konnten etliche Bürger der Stadt nicht folgen: Vor allem Juliusstädter kritisieren die Skulptur als Beleidigung des Herzogs, als Spielzeugfigur und als *"debiler Gartenzwerg"* [34] auf einem Esel. Über die emotionale Diskussion berichteten auch die überregionalen Medien.  Wer war Julius? Der Herzog lenkte seit 1568 die Geschichte des Fürstentums Wolfenbüttel im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Er führte die Reformation ein, gründete die Universität Helmstedt, legte einer erste Bibliothek im Schloss an und setzte sich für die städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung ein. Resultat seiner großzügigen Politik war eine Verschuldung des Fürstentums. Persönlich legte Julius aber wenig Wert auf Aussehen und Luxus. Seine von einem frühem Unfall resultierende Behinderung und die Tatsache, dass er nicht reiten konnte und meistens als Fortbewegungsmittel einen Tragestuhl benutzen musste, widersprachen schon damals Erwartungen eines fürstlichen Erscheinungsbildes. Mit diesen Erwartungen spielt auch der ruppige, brachiale Gestus des "Kleinen Reiters", der seit 2001 auf Plakaten für die Kulturnacht in Wolfenbüttel wirbt.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [33]: Wolfenbüttel am Sonntag, 6.12.1992  zu [34]: Wolfenbütteler Schaufenster, 6.12.1992*

 

Station 12: Ein Gärtner mit Schüffeleisen und eine Gärtnerin mit Korb stehen auf der Rasenfläche vor der Trinitatiskirche, zu deren Gemeindemitgliedern neben den Soldaten der Garnison die Gärtner vor dem Herzogtore zählten. Die Versammlung der Gärtnerfamilien Wolfenbüttels gab 1997 die Arbeit ZUR ERINNERUNG AN 300 JAHRE GEMÜSEANBAU bei Frijo Müller-Belecke aus Hemmor/Landkreis Cuxhaven in Auftrag und organisierte die Finanzierung. Der Bildhauer hatte sich mit leicht verständlichen, naturnahen, immer wieder modifizierten, traditionellen Werken im öffentlichen Raum zahlreicher Städte Deutschlands einen Namen gemacht. Diesem Gestaltungsansatz entspricht auch die Wolfenbütteler Figurengruppe, die nicht an die Mühsal, sondern an das Glück der Gartenarbeit erinnert. In Wolfenbüttel gehört das Gärtnerpaar zu den beliebtesten Skulpturen der Stadt und ist mit dem prominenten Standort, an dem sich früher der "Kaiser-Wilhelm-Stein" und der "Artillerie-Brunnen" befanden, eng verknüpft. Der Erwerbsgartenbau bildet ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte Wolfenbüttels. Vor allem nach der 153/54 erfolgten Verlegung der herzoglichen Residenz von Wolfenbüttel nach Braunschweig, bestimmten die Gärtner mit ihren Streckhöfen das Erscheinungsbild der Stadt. Das Gemüse verkauften sie auf Wochenmärkten oder ließen es in der heimischen Konservenindustrie verarbeiten. Gründer der größten Konservenfabrik "Busch, Barnewitz & Co." war Alfred Busch, dessen Bruder Wilhelm Busch ihn des Öfteren in Wolfenbüttel besuchte. Nach 1945 verschwand, im Zuge neuer Wohnbebauung, der Berufsstand zunehmend aus der Stadt. Allerdings waren Ende der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts immerhin noch rund 130 Familien im Gartenbau beschäftigt. Der Tradition der Gartenstadt widmet sich auch das 2014 eröffnete "Gärtnermuseum Wolfenbüttel e.V." am Neuen Weg.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*

 

Station 13: Die Fragen *"Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir?"* [35] bilden die inhaltlichen Grundlagen der "Wolfenbütteler Figur" von Joachim Wolff. Das zwischen Abstraktion und Figuration changierende Mischwesen fügt sich, auf einem historischen Sockel stehend, in die Nische der Gebäudefassade ein. Es "sprengt" sie gleichzeitig durch die glänzende, moderne Materialästhetik sowie durch das nach außen gerichtete Volumen. Mit der Dynamik von Gestik und Körper sucht die kräftige, aus kubischen Elementen bestehende Gestalt auch den Kontakt zu Passanten. Die Figur setzt sich aus menschlichen - männlichen wie weiblichen - sowie tierischen Versatzstücken zusammen, die keiner bestimmten Perspektive unterliegen. Nach Wolff weist die Figur auf *"das Rätsel von Matriarchat und Patriachart"*, auf *"das Rationale wie das Irrationale"*, auf die Vielschichtigkeit des Menschen hin.  Zugleich sieht der Bildhauer *"im spielerischen Ausdruck ein Anklang an die Shakespeare-Zeit, in der das Bauwerk entstand."* [36] Das im späten 16. Jahrhundert, nach Plänen des niederländischen Baumeisters Hans Vredemann de Vries, errichtete Verwaltungsgebäude beherbergt seit 1959 die ur- und frühgeschichtliche Abteilung des Landesmuseums Braunschweig. Nach einem 1983 erfolgten Umbau hatte Joachim Wolff, der mit dem Hildesheimer "Seelilien Brunnen" und großen, abstrakten Edelstahlplastiken bekannt geworden war, den Auftrag im Rahmen einer "Kunst am Bau"-Maßnahme erhalten. Der Bildhauer nutze für seine Figur die über der rechten Eingangstür vorhandene, bis dato leere, halbrunde Nische. Diese war Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge eines Fassadenumbaus der ehemaligen herzoglichen Kanzlei entstanden und ursprünglich für die Figur einer Justitia vorgesehen. Das figurative, zeitgemäße Kunstwerk verleiht der Fassade des historischen Bauwerks inhaltlich wie formal einen eigenständigen Akzent.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*    *zu [35]: Joachim Wolff zitiert nach Ralf Busch, in: Gerd Biegerl (Hrsg.): Joachim Wolff: Die "Wolfenbütteler Figur": Plastik für ein Museum. Text: Ralf Busch, Wolfenbüttel 1986, S. 9  zu [36]: Joachim Wolff, s.o. S.9*

 

Station 14: Kunst und Technik - eine Einheit? Der renommierte, in Liebenburg lebende Künstler Gerd Winner erhielt 2001 aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der Ingenieursausbildung in Wolfenbüttel den Auftrag, ein öffentliches Sinnbild zu entwerfen. In enger Kooperation mit der Hochschule entwickelte er den "Turm der Technik". Die 12,60 Meter hohe Stele aus Edelstahl visualisiert mit ihren zwanzig Flachrelieftafeln kaleidoskopartig die Grundlagen der Ingenieursausbildung, spiegelt beispielhaft Forschungs- und Lehrbereiche der Hochschule wider.  Die von unten nach oben zu lesenden Piktogramme wurden durch präzise Laserschnitte hergestellt. Sie weisen von abstrakten, mathematischen Grundlagen zu konkreten, technischen Anwendungen. So wandert der Blick auf einer Seite Euklids Dodekaeder und Ikosaeder über gedämpfte Schwingungen bis zum Windrad. Bekrönt wird die aufwändig konstruierte, klar und leicht wirkende Skulptur vom Logo der Hochschule. Von innen heraus wird der Turm mit Leuchtstoffröhren des Farbkreises nach Newtown beleuchtet. Ein eingebauter Personenlift ermöglicht die Wartung.  Dieses Werk steht in einer inhaltlichen Linie mit früheren Siebdrucken, Wandreliefs und Skulpturen Winners, die sich mit technischen Themen auseinandersetzen. Daneben finden sich im weit gespannten Werk des in Braunschweig geborenen Künstlers zahlreiche religiöse Arbeiten wie auch die bekannten frühen, menschenleeren Städtebilder von New York, London oder Berlin.  Nach Gerd Winner symbolisiert die Wolfenbütteler Skulptur *"mit ihren Bauteilen, mit Kreis, Dreieck und Quadrat den konstruktiven, menschlichen Geist und verweist auf jenen Geist, der diese "Welt im Innersten zusammenhält" und alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet hat."* [37]  Der Turm, eine *"Apologie der Technik"* [38], feiert die Schönheit des Funktionalen. Das Weg- und Wahrzeichen der Hochschule bildet zugleich einen städtebaulichen Akzent.    *Text von Elisabeth Vorderwülbecke*     *zu [37]: www.ostfaalia.de/cms/de/presse/not_in_menu/turm_der_technik  zu [38]: Braunschweiger Zeitung, 5.7.2003*