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Generalprobe: Wie sich Feuerwehrmänner auf den Ernstfall vorbereiten

  • Datum: 15. August 2016
  • Kommentare: 2
 (Bildrechte: Stefan Freydank)
Foto von Stefan Freydank
Stefan Freydank
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Feuer in einem Helmstedter Wohngebiet. Es brennt! Doch die Nachbarn, die Polizei und auch die örtliche Feuerwehr lässt das kalt. Denn alle kennen den Grund: Randolf Gatz von der Firma FEUREXnord hat mal wieder Besuch. 

Denn immer mal wieder reisen hier Feuerwehrleute aus Norddeutschland an, die sich in Helmstedt von Theoretikern zu Praktikern mit einer wichtigen Portion Erfahrung ausbilden lassen. „Wir haben hier die Möglichkeit, buchstäblich durchs Feuer zu gehen“, sagt Randolf Gatz von FEUREXnord. Der Ort des Geschehens: eine gerade modernisierte Anlage aus mehreren Überseecontainern. Sie haben eine Grundfläche von über 200 Quadratmetern und sind wie ein typisches Wohnhaus eingerichtet: Wohnzimmer, Flur, Küche, Kinderzimmer. Nur so könne man die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen auf einen Brand vorbereiten, betont Gatz.

Ein Container voll Rauch

Heute ist die Feuerwehr Falkensee aus Brandenburg zu Gast. Nach einer Theorieeinheit geht es für die Teilnehmer zur Sache. Im hintersten Container wird noch einmal Holz nachgelegt. Drei Feuerwehrmänner stehen vor der Tür zum Brandcontainer. Die Schutzausrüstung bringt es leicht auf über 25 Kilogramm. Die Atemluft kommt aus einer Flasche auf dem Rücken. Aus den Türdichtungen dringt bereits Rauch. Letzte Instruktionen vom Ausbilder. Dann gilt es, die Tür auf Hitze zu checken. Einige Sekunden später verschwinden die Männer im stark verrauchten Container. „Wir haben dort eine Innentemperatur von bis zu 800 Grad“, berichtet Ausbilder Gordon Wolter.

Luft in Flaschen (Foto: Stefan Freydank)

Er erzählt, dass es statistisch eine positive Entwicklung gibt: zunehmend weniger Brände durch die Rauchmelderpflicht und entsprechende Baumaterialien. Allerdings hätten deshalb gerade die jüngeren Einsatzkräfte kaum noch mit echter Hitze und Feuer Erfahrung. „Und das trainieren wir hier“, sagt er. „Denn wenn es brennt, müssen wir routiniert sein. Dann zählt jede Minute.“

Schlechte Sicht und Hitze

Die Feuerwehrmänner im Inneren melden sich über Funk. Sie haben die Übungspuppe im verqualmten Wohnzimmer gefunden und bringen sie jetzt raus. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür. Dieser Durchgang ist erfolgreich absolviert. Die Männer legen ihre Pressluftatmer ab. „Es ist sehr heiß“, lautet das erste Fazit. Wasser trinken, regenerieren und während der Nachbesprechung die Tipps vom Ausbilder aufsaugen.

Die Eindrücke sind vielfältig. „Man sieht gar nichts und die Hitze macht das strategische Absuchen der Wohnung, wie theoretisch gelernt, sehr anspruchsvoll. Ich bin froh, diese stressige Situation hier zu trainieren und diese Erfahrung nicht erst bei einem richtigen Wohnungsbrand zu machen. Mehr Praxistraining geht nicht“, resümiert ein sichtlich erschöpfter Teilnehmer.

Steigende Anmeldezahlen

Dass das Programm gut ankommt, merkt Gatz auch an den Anmeldezahlen: „Wir haben hier rund 200 Teilnehmer im Jahr, Tendenz steigend. Wir setzen darauf, dass wir kein Standardprogramm abspulen, sondern individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen.“ Neben der Ausbildung im Brandcontainer werden auch weitere Ausbildungsmodule angeboten.

13 Ausbilder und sieben Gesellschaften gehören aktuell zur FEUREXnord GbR. „Es sind Berufs- und freiwillige Feuerwehrleute. Sie bringen eine Menge Erfahrung mit und wissen, worauf es ankommt“, betont Gatz. Schließlich will das Unternehmen am Standort Helmstedt unter dem Firmenmotto „Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein“ auch künftig ein Leuchtturm für die Heißausbildung der Feuerwehren sein.

2 Kommentare

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Anwohner hat geschrieben

Noch mehr Teilnehmer?
Es ist eine riesen Sauerei was da gemacht wird.
In einem Wohngebiet, auch wenn es ein Mischgewebe ist, so einen Rauch zu produzieren. Wer weiß was da verbrannt wird.
Es ist klar, das Feuerwehrleute üben müssen aber das ist eine Sauerei.
Was sagt eigentlich das Umweltamt dazu?

Redaktion (Redaktion) hat geschrieben

Hier die Antwort unseres Regionärs Stefan Freydank:
Lieber Anwohner,
vielen Dank für das Interesse an meine-region.de und insbesondere an meinem Beitrag „Feuer frei“ aus Helmstedt. Im Gespräch mit der Firma FEUREX sind wir natürlich auch auf den Standort zu sprechen gekommen. Das Unternehmen wird regelmäßig durch diverse Ämter geprüft und die modernisierte Anlage produziert, nach Aussagen des Geschäftsführers, deutlich weniger Rauch als der Vorgänger. Sofern gewünscht, kann ich gern einen Kontakt zum Geschäftsführer herstellen, so dass Sie sich bei weiterem Bedarf die Informationen aus erster Hand holen können.
Schöne Grüße, Stefan Freydank