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Warm, sonnig, bunt: Genieße den Indian Summer in unserer Region

  • Datum: 16. Oktober 2016
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 (Bildrechte: Martina Zingler)
Foto von Miriam Grupe
Miriam Grupe
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Zurzeit nutze ich jeden Sonnenstrahl, um den goldenen Herbst zu genießen. Der „Indian Summer“ lässt die Region in den schönsten Farben leuchten! Ein paar besondere Orte stelle ich hier vor:

Wolfsburg

Wer in Wolfsburg einen zünftigen Herbst erleben möchte, dem empfehle ich einen Spaziergang in Fallersleben. Hier ist bei jedem Schritt der Hauch der Geschichte zu spüren. Als „historisches Herzstück” gilt der Schlossteich. Er ziert den Wolfsburger Ortsteil schon seit mehreren Jahrhunderten.

Farbenprächtig: Schlossteich in Wolfsburg (Foto: Jens L. Heinrich)

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich hier das historische Leben abspielte: Wie Kinder im Herbst beim Toben das bunte Laub aufwirbelten, während fleißige Mägde aus dem Schloss die Wäsche im Teich wuschen und wie brave Bürger am Sonntag in die Michaeliskirche pilgerten, die einst der Vater von Heinrich Hoffmann von Fallersleben erbaute. Danach zum Frühschoppen ins Alte Brauhaus, das auch heute noch ab elf Uhr zur Einkehr einlädt.

Zwar ist der Mai der traditionelle Monat zum Heiraten, doch am Schlossteich kann ich mir bei der wundervollen Farbenpracht eine hochherrschaftliche Hochzeit genauso gut im Oktober vorstellen! Und das geht sogar, denn im Wasserschloss Fallersleben finden stilvolle Trauungen statt. Heiraten im Indian Summer – eine schöne Vorstellung.

Braunschweig

Auch in der Löwenstadt ist der Herbst eingekehrt, ob im Prinzen-, Bürger-, Inselwallpark oder im Naturzschutzgebiet Riddagshausen. Auch an und auf der Oker lässt sich die herbstliche Stimmung ganz wunderbar bei einem Spaziergang beziehungsweise einer Floßfahrt genießen.

Mythologie im Park (Foto: Frank Bierstedt)

Das letzte warme Wetter lockt nicht nur mich ins Freie. Bei meinem Bummel durch den Stadtteil Heidberg gelange ich auch zum Schulzentrum. In der Sonne strahlt mir hier die Skulptur „Vierdimensionaler Pegasus“ von Karl-Henning Seemann entgegen. Mit ihrer imposanten Reichweite von vier Metern glänzt sie zwischen bunten Blättern und vor blauem Himmel. Wo könnte der Herbst noch schöner aussehen?

Frohen Mutes und inspiriert von so viel Glanz und Erhabenheit spaziere ich weiter zum und durch den weitläufigen Heidbergpark, von dessen grünen Wiesen ich auf die bunt gefärbten Bäume blicken kann. Nicht nur „Summer in the City“ ist wunderschön, sondern auch der Herbst!

Salzgitter

Schon der Weg zum Reihersee führt mich durch einen farbenfrohen Herbstwald. Rund um das Gewässer geht es immer wieder über schmale Pfade und an der ein oder anderen Stelle gerate ich auf feuchtem Boden auch mal ins Rutschen, aber der Ausblick, der sich mir zwischen den Röhrichtwiesen und den dicht an dicht stehenden Birkenstämmen immer wieder auf den See bietet, entschädigt für die streckenweise etwas abenteuerliche Wanderung.

In Ruhe den Blick schweifen lassen (Foto: Martina Zingler)

Der Reihersee liegt wunderschön eingebettet im Salzgitter-Höhenzug. Gerade im Herbst lässt sich hier das weite Panorama auf den Laubwald in nahezu paradiesischer Stille genießen. Atemberaubend, wie die hügelige Landschaft in satte rot-goldene Farben getaucht vor mir liegt. Das ist „Indian Summer“ par excellence!

Goslar

Kurz hinter Braunlage, mitten im Nationalpark Harz, befindet sich die Gaststätte Molkenhaus, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Mountainbiker, für Groß und Klein, Familien und Paare. Das Molkenhaus bietet seinen Gästen verschiedene Aktionen: Von geführten Wanderungen über herbstliche Spezialitäten bis hin zu den beliebten Wildfütterungen ist hier auch im Herbst immer etwas los.

Bei meiner Wanderung durch den herbstlichen Harzwald kehre ich in dieser beliebten Wandergaststätte ein. Heute ist die Außenterrasse gut besucht, kein Wunder, denn wer möchte nicht vor dem dunklen Winter noch ein bisschen Sonne erhaschen!

Zeit für Geselligkeit (Foto: Frank Bierstedt)

Mit einem heißen Kaffee lasse ich mich auf einer rustikalen Bank nieder, schließe die Augen und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Die lichten bunten Laubbäume bilden einen schönen Kontrast zu den düsteren Fichten. Nach der kleinen Stärkung mache ich mich wieder auf den Weg, um noch ein bisschen vom „Indian Summer“ im Harz zu ergründen. Es war aber sicher nicht mein letzter Besuch im Molkenhaus!

Helmstedt

Indian-Summer-Stimmung auch im Landkreis Helmstedt: In der kleinen Gemeinde Lauingen bei Königslutter steht eine mächtige Bugenhagen-Linde, die bereits vor 500 Jahren gepflanzt wurde. Ihr Stammumfang beträgt 670 cm und sie ist 20 Meter hoch wie breit.

Wer im Oktober einen Ausflug in Richtung Elm macht, sollte sich dieses geschützte und gehegte Naturdenkmal nicht entgehen lassen – vor der Lauinger Kirche wirft sie mir heute tiefe Schatten entgegen, auch wenn ihr gelbes Laub nicht mehr ganz so voll steht.

Wahrzeichen im Herbstkleid (Foto: Frank Bierstedt)

Die Linde ist auch das Wahrzeichen von Lauingen, denn sie ist – in diesem Fall allerdings als grünes und nicht güldenes Blatt – im Ortswappen verewigt, das einen zweiblättrigen Spross über einer Pflugschar zeigt. Den Prediger Bugenhagen, der den Baum während der Reformation pflanzte, würde diese späte Ehre sicher freuen.

Wolfenbüttel

In der Wolfenbütteler Altstadt macht die uralte Buche vor der Marienkirche der Bezeichnung „goldener Oktober“ alle Ehre: Ihr gewaltiges Blätterdach mit dem orange und gelb getönten Laub ist ein Blickfang! Spendet dieser alte Baum im Sommer kühlen Schatten, so stehlen sich heute nur vereinzelte Sonnenstrahlen durch das schon schüttere Geäst.

Ich lehne mich an den schartigen Stamm und schließe meine Augen. Die herbstlichen Gerüche des feuchten Bodens und die restliche Wärme des sonnigen Tages verleihen mir Ruhe. Mitten in der Stadt ein so schönes Stück Natur zu erspüren, tut in der Hektik des Alltags ganz gut.

Goldener geht es kaum (Foto: Frank Bierstedt)

Zur Ruhe kommen kann man auch in der Marienkirche. Sie ist Wolfenbüttels Hauptkirche und der erste bedeutende protestantische Großkirchenbau der Welt. Eigentlich heißt dieses Gotteshaus heute „Beatae Mariae Virginis“, aber bekannter ist sie unter ihrem Vorgängernamen. Auf ihrer besonders schönen Orgel werden Orgelandachten gehalten und monatlich Konzerte gegeben. Die goldene Buche hat sicher schon dem ein oder anderen davon gelauscht …

Peine

Auf dem Wald-Erlebnis-Pfad Zweidorfer Holz nahe Wendeburg im Landkreis Peine empfängt mich raschelndes Laub zu meinen Füßen. Die Sonne stiehlt sich vorwitzig durch die hohen Baumkronen, die schon herbstlich gelichtet sind und taucht die Stationen des Pfads in warmes goldenes Licht: lustige Gesellen aus Holz, Stationen zum Mitmachen und informative Tafeln, die den Wald näher erläutern.

Der herbstliche Wald mit seinen intensiven Gerüchen nach feuchtem Waldboden und würzigem Holz hat schon auf dem Weg zum Lehrpfad, der durch blaue Eulen gekennzeichnet ist, einige Schönheiten zu bieten. Zum Beispiel komme ich an einer Kolonie Pilze vorbei, die sich am Wegesrand ausgebreitet hat.

Giftig oder essbar? (Foto: Marvin Reepschläger)

Bunte Blätter an den Ästen recken sich mir entgegen und am Eingang der Waldlehrstation werde ich mit dem Spruch „Der Wald legt das Lauschen nahe“ von Hermann Hesse empfangen.

Und ich folge dem weisen Rat – an diesem goldenen Oktoberabend stehe ich im Wald und lausche der Stille. Herrlich!

Gifhorn

„Indian Summer“ geht auch am Wasser: An der Kreuzung von Elbe-Seiten- und Mittellandkanal liegt das kleine Dörfchen Edesbüttel. Genau hier fließen die beiden Wasserstraßen ineinander. An den Kanälen lässt es sich wunderbar spazieren gehen oder Rad fahren.

Direkt am Edesbütteler Ufer sind lange Frachtkähne, die durchs ganze Land schippern, aus nächster Nähe zu bewundern. Heute fährt ein kleines weißes Bötchen vor der knallig roten Kanalbrücke an die Kaimauer – im Hintergrund der herbstlich getönte Wald. Ein malerischer Anblick im Abendlicht ist auch der vorbeiziehende flache Frachtkahn, der mich eine Weile auf meiner heutigen Radtour begleitet.

Auf großer Fahrt (Foto: Marvin Reepschläger)

Die gut ausgebauten Wege an den Seiten der Wasserstraßen können kilometerlang befahren werden. Wer mag, kommt durch etliche Stationen unserer Region: Der Elbe-Seitenkanal fließt quer durch den Landkreis Gifhorn, bis er in Edesbüttel in den Mittellandkanal mündet. Und eben jener führt durch Wolfsburg, ein Stück Gifhorner Landkreis bis nach Braunschweig, von wo aus er sich weiter in Richtung Peine schlängelt.

So weit komme ich jedoch nicht. Ich trete heute nur gemütlich in die Pedale, winke den Bootsleuten zu, genieße die Herbststimmung am Wasserrand und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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