PopRock Workshop Rockbüro

Vernetzen, Fördern, Weiterbilden –
das Rockbüro Wolfenbüttel

Nur wenige Minuten zu Fuß entfernt von Wolfenbüttels Innenstadt, im gemütlichen Wintergarten der Stadtjugendpflege Wolfenbüttel, bin ich verabredet. Hier treffe ich heute auf Daniela Rieken, Stefan Punschke und Christoph Thiem vom Rockbüro Wolfenbüttel. „Unsere Büros sind oben im Haus, aber wir treffen uns zum quatschen gerne hier“, erklärt mir Christoph. Bei Kaffee und Kuchen sitzen wir zusammen. Wir sprechen über die Arbeit des Rockbüros und tauschen uns über die regionale Musikszene aus.

Offen für neue Ideen

Die Gründung des Rockbüros im Jahr 2013 geht auf ein Kooperationsprojekt von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel zurück. 2016, nach drei Jahren Probephase, erhielt das Projekt schließlich den Status einer festen Einrichtung. Ziel war und ist es, die regionale Musik- und Veranstaltungsszene zu fördern. Seitdem arbeitet das dreiköpfige Team mit Hochdruck an der Umsetzung der vielen Ideen und Projekte.

Unterstützung bekommen die drei von Ehrenamtlichen, die hin und wieder projektbezogen beim Rockbüro mitmischen. „Wir sind offen für jeden der Lust hat, sich bei uns zu engagieren und frische Ideen einzubringen“, erzählt Daniela. „Häufig fehlt uns als Kernteam einfach die Zeit, Spinnereien in die Realität umzusetzen“, ergänzt sie. „Mit der Unterstützung von noch mehr Ehrenamtlichen, wäre sicherlich noch mehr möglich.“ „Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel einen Veranstaltungstechnik-Workshop, den wir unbedingt wiederholen möchten. Leider fehlt uns aktuell die Zeit dafür. Auch den 50-plus-Workshop, der letztes Jahr voll ausgebucht war, würden wir gerne wiederholen“, erzählt Stefan.

 

Mehr als Rockmusik

Ich bin selbst seit über 15 Jahren Musikerin und habe früher mit dem Rockbüro Braunschweig einige Konzerte erlebt. Damals war mir nicht bewusst, dass auch in anderen Städten „Rockbüros“ existieren. „Der Name Rockbüro stammt aus den 80ern und hat sich bundesweit als traditioneller Begriff für Musikinitiativen etabliert“, erklärt mir Christoph Thiem, der von den dreien am längsten
beim Rockbüro Wolfenbüttel mitmischt. „Es gab bereits Ideen, den Namen moderner zu gestalten, da gerade das jüngere Publikum mit dem Begriff wenig anfangen kann und den Namen stark mit der Stilrichtung Rock verknüpft. Prinzipiell geht es dem Rockbüro jedoch ganz allgemein um die Förderung der regionalen Popularmusikszene. Egal ob Rock, Pop oder eines der vielen Subgenres.
Da wir aber in der Tradition städtischer Musikinitiativen stehen, haben wir uns entschieden, weiter diesen Namen zu tragen.“

„Das jüngere Publikum sprechen wir mittlerweile durch unsere Kooperation mit der Veränder.Bar an“, ergänzt Daniela. „Dort hat die junge Generation einen Ort gefunden, an dem sie sich aktiv in der Musikszene und bei Veranstaltungen engagieren kann. Unsere Arbeit greift ineinander, indem wir als Rockbüro das junge Eventteam mit Equipment unterstützen, sie bei Veranstaltungen begleiten und auch bei der Bewerbung von Events helfen.“

Inga Stang

Facettenreiche Förderung

Um die regionale Musikszene in allen Bereichen zu fördern, kümmern sich Daniela, Christoph und Stefan nicht nur um die Organisation verschiedener Konzerte. Auch abseits der Bühne schaffen sie Plattformen zum Austausch und Netzwerkaufbau. Musiker können zum Beispiel beim vierteljährlich stattfindenden Musikerstammtisch nach Mitstreitern für ihr Projekt suchen, während Veranstalter sich an das Rockbüro wenden können, um regionale Bands vermittelt zu bekommen. Festivalorganisatoren der Region haben wiederum in dem Netzwerk „Festivalrausch“ eine Plattform zur gegenseitigen Unterstützung gefunden. Gegründet wurde diese 2014 auf Initiative des Rockbüros.

Daneben hat es sich das Rockbüro zur Aufgabe gemacht, sich im Bereich der musikalischen Bildung zu engagieren. Einmal jährlich findet in diesem Rahmen der Wolfenbütteler PopRock-Workshop statt. Sieben Dozenten geben vier Tage lang ihr Wissen aus den Bereichen Gesang, Gitarre, Percussion, Bass u. v. m. an interessierte Musiker weiter. Ein weiteres jährliches Großprojekt, dem sich das Rockbüro widmet, ist der Bandcontest „Wolfenbattle“. Bewerben kann sich jeder, der aus Wolfenbüttel oder einer der umliegenden Städte und Landkreise kommt und Musik macht. „Dieses Jahr veranstalten wir außerdem das zweitägige internationale Konzert „Twin Cities United“ mit Bands aus Partnerstädten von Stadt- und Landkreis Wolfenbüttel“, erzählt Christoph stolz. Musiker aus Polen, Frankreich und anderen Ländern haben sich bereits angekündigt. Vor Ort treffen diese dann auf regionale Musiker, um gemeinsam zwei Tage lang Konzerte zu spielen und sich auszutauschen.

 

Engagement mit Vorbildfunktion

Voll mit Ideen und Inspiration für die Musikszene Braunschweigs verlasse ich Wolfenbüttel wieder. Ich wünsche mir, dass auch ich mehr Zeit hätte, um mich noch stärker im Bereich Musik zu engagieren. So bleibt mir erst einmal nur Respekt vor der Arbeit der drei und zwei gedrückte Daumen, dass das Team viele Ehrenamtliche zur Umsetzung noch weiterer toller Ideen findet.

Rockbüro