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Schnell, stressfrei und umweltfreundlich: mit dem Rad durch das Wolfenbüttler Land

  • Datum: 6. Dezember 2019
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Bei der Tourist-Info Wolfenbüttel kann man sich ein E-Bike leihen. (Bildrechte: Kerstin Hecker, Stadt Wolfenbüttel)
Foto von Inga Stang
Inga Stang
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Ohne Rad? Ohne mich! Als Braunschweigerin lege ich so gut wie jeden Meter mit dem Zweirad zurück. Durch Schnellradwege und Fahrradspuren ist man bequem innerhalb kürzester Zeit am Ziel, ohne im Stau zu stehen oder lange auf den Bus warten zu müssen. Würde ich auf dem Land leben, sähe das sicherlich anders aus. Dort fehlt es häufig an ausgebauten Radstraßen und Infrastruktur, um mit dem Rad längere Wege zurückzulegen. Stadt und Landkreis Wolfenbüttel haben sich diesem Problem angenommen und die Infrastruktur für Radfahrer deutlich verbessert.

Mobilitätspreis für Wolfenbüttel

Für dieses Engagement wurden beide vergangenes Jahr mit dem Titel „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ ausgezeichnet, welchen sie von 2019 bis 2023 tragen dürfen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Förderung des sogenannten intermodalen Verkehrs. Intermodal bedeutet, dass für einen Weg verschiedene Fortbewegungsmittel benutzt werden können.

Christoph Löher, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises, erklärt mir bei einem Treffen in seinem Büro, wie hierdurch das Radfahren auch für die ländliche Bevölkerung attraktiver gemacht werden soll. „Wünschenswert wäre es natürlich, wenn generell mehr Radwege entstehen und bestehende Radwege verbreitert werden könnten. Solche Maßnahmen sind jedoch bürokratisch recht aufwändig und benötigen einige Zeit, um realisiert zu werden. Intermodaler Verkehr kann hier eine Brücke bilden, damit zumindest ein Teil der Strecke mit dem Rad zurückgelegt werden kann.“

Die Maßnahmen des Landkreises zur Förderung des Radverkehres beginnen daher schon im Kleinen, zum Beispiel bei der Bereitstellung von Fahrradstellplätzen an Bahnhöfen und Bushaltestellen. Erst letztes Jahr konnten durch eine Förderung des Regionalverband Großraum Braunschweig 70 Fahrradbügel im Landkreis verteilt werden. Für Veranstaltungen wurden zusätzlich mobile Abstellanlagen angeschafft. Ein besonders tolles Projekt ist in Schöppenstedt realisiert worden. Das Bahnhofsumfeld wurde komplett erneuert und mit mehr Park & Ride sowie Bike & Ride-Kapazitäten aufgewertet. Ein gemeinsamer Bahnsteig für die Züge auf der einen und Busse auf der anderen Seite kam dazu. Außerdem sorgen nun Unterstände für Zweiräder, eine E-Bikestation und ein Taxistand für mehr Auswahl. Die Aufenthaltsqualität der gesamten Anlage hat damit stark an Attraktivität gewonnen und ermöglicht es den Menschen der Region nun einfacher, die öffentlichen Verkehrsangebote wahrzunehmen.

Verkehrsminister, Kreisbaurat und andere Honorationen.
Frank Otte (AGFK),Stadtbaurat Ivica Lukanic, Bürgermeister Thomas Pink, Stadt-Radverkehrsbeauftragte Valerie Dubiel, Landrätin Christiana Steinbrügge, Kreis-Radverkehrsbeauftragter Christoph Löher, Kreisbaurat Claus-Jürgen Schillmann und Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann bei der Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune. (Foto: Stadt Wolfenbüttel)

Fünf Jahre nicht krank geworden - auch durchs Radfahren

„Vor 15 Jahren war nur ein sehr kleiner Teil des Landkreises für den Radverkehr erschlossen. Da hat sich sehr viel getan und wir sind immer noch dabei, das Radfahren für die Bevölkerung attraktiver zu gestalten“, erzählt Löher. Eine der großen Maßnahmen war die Verbreiterung des Radweges am Sternhaus in Wolfenbüttel oder der Radwegneubau entlang der Landesstraße von Cremlingen Richtung Hordorf. Löher selbst fährt jeden Tag mit dem Rad aus Braunschweig bis zum Verwaltungsgebäude des Landkreises Wolfenbüttel in der Nähe des Bahnhofs. „Radfahren hält nicht nur gesund und ist besser für das Klima, es macht auch unheimlich viel Spaß!“, erklärt er mir auf Nachfrage, was er besonders am Radfahren schätzt. Ganze fünf Jahre sei er nicht mehr krank geworden.

Seit dem E-Bike Boom trauen sich auch ältere Personen immer häufiger an Langstrecken heran. Bei meiner eigenen letzten Tour durch den Landkreis im Rahmen der Wolfenbütteler Landpartie durfte ich zum Beispiel mit mehreren Herrschaften reden, denen ein E-Bike trotz ihrer körperlichen Einschränkungen zu mehr Mobilität und damit Lebensfreude verholfen hat.

Einige Leute stellten das E-Bike-Pendeln im Landkreis Wolfenbüttel vor.
Stellten das E-Bike-Pendeln vor: Thomas Vogel, Benjamin Kämpfe, Christian Keunecke, Carsten Richter, Bürgermeister Thomas Pink, Sven Strube, Christoph Löher, Lisa Kröger und Valerie Dubiel. (Foto: Landkreis Wolfenbüttel)

E-Bikes leihen oder günstig kaufen

Um das Radfahren auch für Arbeitnehmer interessanter zu machen, verlieh die Stadt in einem vergangenen Projekt 12 E-Bikes für eine bestimmte Zeit an Unternehmen in der Region. „Die Arbeitnehmer hatten die Möglichkeit, die gebrauchten Räder im Anschluss zu einem günstigen Preis zu erwerben“, erzählt mir Löher. Viele der Teilnehmer nutzten das Angebot und gaben im Nachgang an, weiterhin das Rad für ihren Arbeitsweg nutzen zu wollen. Wer nur hin und wieder ein E-Bike nutzen möchte, hat hingegen bei der TouristInfo der Stadt Wolfenbüttel die Möglichkeit, ab 10 Euro Halbtagesmiete ein E-Bike auszuleihen. Diverse Veranstaltungen rund um das Thema Radfahren runden das Engagement von Stadt und Landkreis als fahrradfreundliche Kommune ab. Ich selber habe mir vorgenommen, nun auch in kühleren Jahreszeiten noch einmal das Wolfenbütteler Land in Angriff zu nehmen und eine Radtour durch die Landschaft zu wagen. Vielleicht sogar mit einem E-Bike zum Austesten.

Bei der Tourist-Info Wolfenbüttel kann man sich ein E-Bike leihen.
E-Bike-Verleih in der Tourist-Information Wolfenbüttel. (Foto: Kerstin Hecker, Stadt Wolfenbüttel)

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