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Stadionfunk: Verrückte Pokalgeschichten

  • Datum: 17. September 2020
  • Kommentare: 0
Der Platz im Eintracht-Stadion von der Tribüne aus gesehen. (Bildrechte: Kay Rohn)
Foto von Kay Rohn und Malte Schumacher
Kay Rohn und Malte Schumacher
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Am Freitag war Hertha BSC Berlin zu Gast im Eintracht-Stadion, 1. Runde im DFB-Pokal. Ein Spiel, zwei Perspektiven. Unsere Regionäre Malte Schumacher und Kay Rohn berichten.

Malte Schumacher

Ein Freund, ein guter Freund…

Mein Plan für heute Abend steht: Bei der Ticket-Verlosung für Dauerkarten-Inhaber habe ich wie erwartet nicht gewonnen, Jens auch nicht. Also werde ich zu Jens radeln, zum Fanclub-Sky-Gucken. Um 9.30 Uhr aber klingelt mein Telefon, Poppy ist dran: „Malte, wir sind doch befreundet?“ – ich: „Poppy, wieviel brauchst Du?“ – er: „Nee mein Freund, ich wollte fragen ob Du heute Abend mit ins Stadion kommst, ich habe ja über meine Agentur „Markenstudio“ zwei Sponsoren-Karten zur Verfügung…“. Bämmm, ich bin doch drin – Jens und die Fanclub-Gang werden es mir gönnen…

Union-Geschichten vor dem Hertha-Spiel

Der Spieltag beginnt für mich mit sehr Union Berlin-lastigen Geschichten: Daniel Meyer, unser neuer Trainer, stammt laut Braunschweiger Zeitung „eher aus dem Union-Land“; unser Top-Scorer, Martin Kobylanski, hat mal bei Union gespielt (2014/15) – und von meinem Eintracht-Kaffeebecher strahlt mich Ken Reichel an, einer unserer alten Helden und bis vor ein paar Wochen noch Spieler bei Union.

Okay, die vorhandene Anti-Hertha-Stimmung in mir ist also nochmal verstärkt. Grundsätzlich geht im Pokal natürlich immer alles – auch wenn ich momentan so gar kein Gefühl habe für die Möglichkeiten unserer Mannschaft.

Hallo Zweite Liga, hier ist der BTSV…!

Das hat unzählige Gründe: die Anzahl der Abgänge und Neuverpflichtungen, eine gewisse Eintracht-Entfremdung wegen des nun schon so lange anhaltenden Zuschauer-Auschlusses – zudem waren in den letzten Monaten tatsächlich andere Dinge wichtiger für mich als Fußball. Klar, was mich erreicht hat über BZ, Kicker und all‘ die anderen Eintracht-Informationskanäle, klingt erstmal gut, sinnvoll und vielversprechend. Allein der neue Trainer strahlt sehr viel mehr Kompetenz und Eintracht-Leidenschaft aus als Schuberth und Antwerpen zusammen. Und deshalb ist jetzt mit der Vergangenheit auch Schluss – nach vorne wird gedacht und geschaut: Hallo Zweite Liga, hier ist der BTSV…!

Eine blau-rote Fahne eines Fußballvereins.
Ein falsches Bild? Nein. Mit Cagliari Calcio verbindet Malte eine lang zurückliegende Eintracht-Pokalerinnerung... (Foto: Jorono)

Freudenschreie in Sardinien

Und zugleich muss ich natürlich an den 22. September 2004 denken, als die Eintracht in einem Abendspiel (Flutlicht, wie heute!) in der zweiten Runde des DFB-Pokals ebenfalls gegen Hertha BSC antrat. In der 80. Minute erzielte der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Braunschweiger Alexander Madlung das 3:2 für die Eintracht – allerdings im Hertha-Trikot, es war ein Eigentor.
Und ich? Ich war auch damals „ausgesperrt“, besser gesagt: Im Sardinien-Urlaub. Die entsprechenden sms-Nachrichten der Fanclub-Jungs habe ich gelesen, während ich mir im „Stadio Sant’Elia“ in Cagliari das Liga-Spiel Cagliari Calcio gegen AC Siena (2:0) angeschaut habe, zusammen mit 12.000 anderen Zuschauern – die ziemlich blöd geguckt haben, als ich ob der Nachricht von der Madlung-Bude loskrakeelt habe wie angestochen…

„Hunger, Biss und Einsatz“

Okay, und da die Saison 2018/19 wahrscheinlich alle gelöscht haben von ihrer Festplatte, noch ein kleiner Rückblick: 1. Runde DFB-Pokal am 20. August 2018, Abendspiel zuhause gegen Hertha BSC, Trainer Henrik Pedersen, Ergebnis 1:2. Unser Tor: Ein gewisser Mërgim Fejzullahu. Unter anderen auf dem Platz dabei für uns: Burmeister, Kijewski, Putaro; Yari Otto saß auf der Bank. Und das Zitat aus einem meiner Stadionfunk-Texte von damals: „Das Pokalspiel gegen Hertha am Montag hat trotz der knappen 1:2-Niederlage wieder einmal richtig Spaß gemacht. Die Mannschaft hat an dem Abend alles gezeigt, was der Trainer predigt: Hunger, Biss, Einsatz, technische Fertigkeiten…“ – nun ja, von alldem war ja alsbald nicht mehr viel übrig…

Ein blauer Reisebus vor einem Luxushotel.
Der Hertha-Bus vor dem Steigenberger-Parkhotel. Für dieses Foto musste Malte einiges in Kauf nehmen... (Foto: Malte Schumacher)

Labbadias Labrador

Auf dem Weg zum Mittagessen in der Innenstadt radele ich wie immer am Steigenberger-Parkhotel vorbei – davor steht heute der Mannschaftsbus der Hertha. Ist klar, Commandante Windhorst hat bestimmt ne Flatrate in allen Steigenbergers dieser Welt. Okay, den Bus muss ich fotografieren. Dafür überquere ich einen Grünstreifen – und zack, Tretmine erwischt. Verflucht, hat der Windhorst hier seinen Zwergpinscher ausgeführt? Oder Trainer Bruno seinen Labrador? Wie auch immer – ich nehme das als Glücks-Omen für heute Abend, Ihr hinterhältigen Herthaner…

Eine leere Rheingoldstraße…

Am Abend radele ich früh los, ich bin neugierig, wie ich Rheingoldstraße und Stadion 90 Minuten vor Anpfiff fast ohne Zuschauer wahrnehme. Bizarr sieht das aus, und bizarr fühlt sich das an. Wo sich im Normalfall bei diesem herrlichen Spätsommer-Wetter Tausende in großer Vorfreude tummeln würden, ist schlicht nichts los.

Ab in die „Wahre Liebe“, um diese Trostlosigkeit aus dem Kopf zu kriegen. Dort trifft sich heute das „Fanclub-Gremium“, der frisch gegründete Zusammenschluss möglichst vieler Eintracht-Fanclubs. Die „Volkswagenlöwen“ sind dabei, ebenso die „Braunschweiger Jungs 95“, „Eintracht inklusiv“ und viele andere – wir mit unserer „Bewegung 18. Mai“ natürlich auch. Stilecht in Connis Ecke feilen die Damen und Herren am nächsten Info-Blatt zu den Zielen ihrer Arbeit. Und zwischendurch stecken wir Christel was in ihre Sammeldose für die gute Sache…

… und ein Wolters auf dem Parkplatz

Bevor Poppy und ich auf unsere Plätze gehen, nehmen wir mit Jens, Verkaufsleiter bei Wolters, noch eine Dose „Wolters Pilsener“ auf dem Parkplatz. Im Stadion selber gilt in Corona-Zeiten striktes Alkohol-Verbot, aber Bier und Fußball gehören ja schon irgendwie zusammen, da sind wir uns einig.
Drinnen dann vor der Hauptribüne noch eine Bratwurst – dieses Ritual kann ich wenigstens noch pflegen. Ach ja, bloß nicht dran denken, wie es eigentlich sein könnte und müsste, sonst bekomme ich noch schlechte Laune…

Fünf Eintracht-Fans begrüßen sich und stoßen mit Bierdosen an.
Auf eine Dose Wolters Pils auf dem Parkplatz. (Foto: Malte Schumacher)

Kobylanski läuft zum Freistoß an - Das erste frühe Tor

Block 2 Links, Reihe 17, Platz 7 – das also ist heute meine Position. Rechts von mir liegt die komplett leere Südkurve – bloß nicht zu oft rüberschauen. Poppy tippt 4:0, Jens und ich hatten dem ein auch schon optimistisches 2:1 entgegengesetzt. Keine Ahnung, wo unsere Mannschaft nach dem Umbruch steht, und erst recht kein Gefühl habe ich für den Gegner heute. Die Aufstellung: Jassi im Tor – das habe ich mir gedacht. Ziegele überrascht mich, vorne Kaufmann und „Manni“ Abdullahi, der Rest wie erwartet. Anpfiff, Nägel knabbern – bloß nicht schnell in Rückstand geraten. Aber schon gleich die erste gute Aktion: Foul und Freistoß für uns aus 25 Metern. Koby läuft an – und das gibt’s doch gar nicht, das Ding ist drin! Poppy und ich müssen lachen und klatschen uns ab – perfekter Start! Heute geht was!

Der Vorplatz vor dem Braunschweiger Stadion.
(Fast) leere Ränge, leerer Vorplatz: Vor dem Stadion ist leider auch gar nichts los. (Foto: Malte Schumacher)

War „Manni“ noch dran? Das zweite frühe Tor

Hertha macht nun Druck, das ist klar. Die Berliner Stürmer, Lukebakio und insbesondere Matheus Cunha, machen mir Angst. Unsere Abwehr agiert mal als 3er- und mal 4er- Kette – hoffentlich schaffen die Jungs das im Kopf. Ecke für uns, Koby bringt den Ball rein, ich halte mal die Kamera drauf – und irgendwie senkt das Ding sich über Schwolov ins Hertha-Tor. War Manni noch dran? Poppy und ich wissen es nicht – wieder lachen wir laut und klatschen uns ab. 2:0 nach 18 Minuten gegen den 10. der letzten Bundesliga-Saison – Hammer! Schade, dass die anderen 20.000 Eintracht-Fans das nicht miterleben können, was würden wir jetzt schon feiern und frohlocken in Block 6…

Aber Lukebakio und Matheus Cunha sind auch noch da...

Puh, erstmal durchatmen – nee, komme ich nicht zu, die beiden Monster-Stürmer der Hertha stellen innerhalb von sechs Minuten auf 2:2. Mist – aber ist halt doch ein  Klassenunterschied erkennbar, gerade in der Offensive. Und jetzt? Mit dem Unentschieden in die Pause wäre super, bloß nicht noch einen fangen. Zwei, drei Minuten noch, haut Euch rein Jungs!

 Auf einmal schreit Ben Balla laut auf im Hertha-Strafraum, und der Schiri pfeift Elfmeter. Das gíbt’s doch nicht, ist das heute ein Glückstag… Koby schießt schwach, ballert aber den Abpraller stark rein – 3:2, wir führen wieder. Pause.

Hertha drückt

Hertha drückt schwer nach der Halbzeitpause, und Cunha ist echt ne Granate. So stark wir mit drei Buden bisher offensiv waren, so fehlerhaft agiert unsere Defensive mitunter. Das macht mir natürlich Angst, und ich kann nicht daran glauben, dass Hertha unsere Defensiv-Schwächen nicht noch ausnutzen wird…

Ja, Danke – schon bestätigt Cunha meine Befürchtungen, lässt Wiebe im 16er stehen, passt rein an den Fünfer, und Pekarik vollendet ungestört – 3:3, 65. Minute. Alter Schwede, ist hier was los. Ich erkläre Poppy, dass es nun darum geht, 10 bis 15 Minuten das Ergebnis zu halten, danach ist Hertha hoffentlich konditionell erledigt.

Ein Volley-Pass mit der Hacke

Wenn ich schonmal klugscheiße: Koby interessiert sich für meine Theorie gar nicht und zieht in der 67. Minute (!) aus Höhe der Strafraumgrenze ab - 4:3. „Neunzehnhundert-siebenundsechzig, das war unser BTSV“… Man könnte langsam daran gauben, dass wir mal wieder eine erste Pokal-Runde überstehen.

Und dann kommt Ben Balla, den ich die ganze Zeit schon überschwänglich gelobt habe („Poppy, der spielt in zwei Jahren bei Real Madrid!“): Mit dem Rücken zum Tor serviert er einen Volley-Pass mit der Hacke über 20 Meter auf links in den Lauf von Manni, der einen Verteidiger an seinem stahlharten Astralleib abprallen lässt und den Berliner Torwart tunnelt zum 5:3. Unglaubbar! Abklatschen, springen, schreien, singen – meine Stimme ist längst nur noch ein Krächzen…

Fußballer und Betreuer auf dem rasen im Braunschweiger Stadion.
5:4! Wir alle feiern die Mannschaft! (Foto: Malte Schumacher)

Beschlossen, das Ding zu gewinnen

Jetzt glaube ich, das hier nichts mehr schiefgeht. Klar, jetzt hat die Hertha verstanden, dass sie ein Problem hat – aber das ist etwas spät. In der 83. macht Lukebakio zwar noch das 5:4 und Jassi sieht ein wenig alt aus dabei – aber geschenkt. Hertha ist heute zu lahm, und unsere Jungs haben längst beschlossen, dieses Ding zu gewinnen.

Dann doch noch Zittern, Hertha trifft das Außennetz. Aber endlich kommt der Schlusspfiff. Wir haben mal wieder einen Bundesligisten besiegt, und kurz vor Weihnachten spielen wir die zweite Pokal-Runde – gegen wen, wo und wie auch immer. Was für ein Einstand für den neuen Trainer – was für ein Start für die vielen Neuzugänge.

Auf dem Heimweg, fröhlich krächzend

Ich will jetzt feiern und singen, wir gehen einen Block weiter, zu Kay. Der spreizt alle fünf Finger der rechten Hand und lässt es alle sehen: fünf Buden für uns! Wir bejubeln unsere Jungs, die unten auf dem Rasen „La Ola“ machen. Unser aller Lieblings-Bussi ist auch da – der freut sich zusammen mit meinem Braunschweiger Lieblings-Gastronomen-Ehepaar, den Betreibern des „pane e vino“ im Magniviertel. „Poppy, wollen wir noch was trinken gehen, ich lade Dich ein!“ – „Nein, ich bin mit dem Auto und fahre jetzt nach Hause…“. So soll es sein – ich radele also mit Kay ganz langsam heimwärts durch die milde Spätsommer-Nacht und krächze fröhlich vor mich hin…

Kay Rohn

Ein Ex-Präsident plaudert in der Löwenlounge

Zur Heimdelegation gehört diesmal auch Harald Tenzer, Präsident der Eintracht von 1987-1995. In der Löwenlounge erzählt er, dass er einst mit Eintrachts Torwartlegende Horst Wolter in Berlin bei der Hertha den Sponsorenpool „Hertha 100“ gründete. „Das ist für viele Bundesligavereine zum Erfolgsmodell geworden, die nicht nur alleine von einem Sponsor anhängig sein wollen,“ so Tenzer.

Den Spieltag verbrachten beide Unterstützer damals nach einer festen Agenda. Beginnend mit einem Empfang in der Dornse am Abend vor dem Spiel, einem Fußballspiel „Hertha 100“ gegen „Eintracht 100“ und natürlich dem Besuch des Bundesliga-Spiels am Nachmittag. Mir gefällt, dass es da noch Begegnungen auf anderen Ebenen gab, als nur auf dem Platz.

Noch keine „erste Elf“

Bis zum letzten Vorbereitungsspiel bekamen alle Spieler bei Eintracht die Möglichkeit, sich zu zeigen. Interessant, dass wir in keinem dieser Spiele die erste Elf gesehen haben. Trainer Daniel Meyer wollte scheinbar jeden Einzelnen im Wettkampf sehen und beurteilen.

Im Gegensatz dazu hat Julian Nagelsmann, der Leipziger Trainer, diese Saison völlig auf Testspiele vorab verzichtet und ist gleich mit dem ersten Pflichtspiel gestartet. Die “jungen Wilden“ bringen neue Trainingsformen und Routinen mit. Sehr erfrischend.

Über Live-Kanäle bei Youtube waren einzelne Testspiele der Eintracht zu sehen gewesen und konnten einen ersten Eindruck verschaffen. Mir sind dabei besonders Yassin Ben Bella, Michael Schultz und Fabio Kaufmann aufgefallen. Technik, Übersicht und Schnelligkeit waren nur einige Qualitäten, die ich bei beiden gesehen habe. Dazu noch ein Martin Kobylanski, der sich scheinbar immer weiterentwickelt.

Meyers Masterplan

Nach zwei zeitlich begrenzten und erfolgreich abgeschlossenen Missionen unter der Leitung von André Schubert und Marco Antwerpen kommt jetzt ein Trainer, der erstmal eine kleine Vorlesung hält. Daniel Meyer scannt den ganzen Verein und sagt anschließend seine Meinung dazu. Analyse, eigene Thesen entwickeln und umsetzen – das ist sein Vorgehen.Meyer sieht, auch durch seine Tätigkeit in Köln, den Austausch mit Dennis Kruppke im Nachwuchsleistungszentrum der Löwen als sehr wichtig an.

Die Zusammenstellung des Kaders ist nicht nur auf schnellen Erfolg ausgerichtet. Daniel Meyer plant eine langfristige Entwicklung des Vereins. Er bezieht klar Stellung und hat zu all diesen Themen eine persönliche Meinung. Dieses strategische Vorgehen hat mir in den letzten Jahren gefehlt. Meyer wird nicht immer Recht behalten, aber er verfolgt Ziele, die für den Verein sehr gut sind.

Der Platz im Eintracht-Stadion von der Tribüne aus gesehen.
500 Besucher durften gegen Hertha in den „Tempel“ kommen. (Foto: Kay Rohn)

Kroos im Kulturgarten

Am Mittwoch vor dem Spiel versammelt sich ein Teil der Eintracht-Familie im Wolters Kulturgarten. „Pooltreffen“ nennt sich das, also eine Weiterentwicklung der Initiative, die Harald Tenzer einst auf den Weg gebracht hatte. Eintracht mischt sich in die Kultur ein. Übrigens ein Thema, welches gern weiter bespielt und erweitert werden darf.

Daniel Meyer stellt auf der Kulturbühne seine Sicht der Dinge vor. Er macht das wie immer sehr sortiert, analysiert und nimmt den Zuhörer mit in seine Gedankenwelt. Und er hat noch ein weiteres „As“ im Ärmel: Felix Kroos präsentiert sich dem Braunschweiger Publikum zum ersten Mal. Ruhig aber bestimmt steht der Mittelfeldspieler und Bruder von Toni Kroos zu später Stunde noch Rede und Antwort und erklärt, was für ihn den Ausschlag für Braunschweig und gegen Barcelona gegeben hat.

Viele denken, dass er im Pokalspiel gegen Hertha als Joker auf den Platz kommt. Aber das verneint Daniel Meyer vorab ganz klar. Kroos habe einen Trainingsrückstand und wird von ihm in Ruhe an die Mannschaft herangeführt.

Ein Bild mit einem Löwen, der einen Mundschutz trägt.
Vorsicht bissig! Heute müssen auch brüllende Löwen eine Maske aufsetzen. (Foto: Kay Rohn)

Nichtabstieg

Bei Eintracht entsteht für mich eine ganz neue Formation. Daher glaube ich, dass uns auch ein ganz anderer Fußball erwartet. Ich denke, dass es trotzdem ein schwieriger Start in die neue Saison wird. Zum Beispiel erwartet uns am ersten Spieltag in Heidenheim eine über Jahre eingespielte Mannschaft, die sich weiter verstärkt hat. Aber ich glaube an eine kontinuierliche Entwicklung der neuen Braunschweiger Mannschaft, die nach vier, fünf Spielen in der oberen Tabellenhälfte stehen wird. Das Ziel in diesem Jahr ist für mich ganz klar der Nichtabstieg. In den nächsten fünf Jahren wünsche ich uns eine Konsolidierung in der zweiten Liga.

5:4 - nach Elfmeterschießen?

Nein, eben kein Elfmeterschießen. Was ist da los mit den Abwehrreihen auf beiden Seiten? Fünf, beziehungsweise vier Gegentore. Wofür oder wogegen spricht das? Erstmal egal: Es ist ja auch ein Pokalspiel, es geht gleich um alles. Was für ein Wille in unserer Mannschaft. Schon das erste Tor, der Freistoß von Koby – ein Willensakt. Der wollte einfach, er hatte den festen Glauben, dass er den Ball aus dieser Entfernung in die Maschen jagt. Dann der Moment, als die Herthaner das 2:2 machen und Eintracht die eigene Ordnung verlor. Aber genau an dem Punkt kam die Mannschaft wider Erwarten zurück.

Über den Elfmeter und der etwas glücklichen Ausführung kam das Team zurück und verblüffte jeden Einzelnen der 500 Zuschauer. Für mich herausragend aus dieser Mannschaft waren natürlich Koby, aber vor allem Ben Bella. Aber auch alle anderen haben auf sehr hohem Niveau gespielt – insgesamt eine grandiose Mannschaftsleistung.

Da entsteht etwas. Keine blühenden Landschaften. Kein Big-City-Club. Sondern eine neue, ganzheitlich aufgestellte Mannschaft mit viel Potenzial.

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