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HEY, ALTER! Computer für Kids

  • Datum: 30. September 2022
  • Kommentare: 0
So sehen glückliche Schüler:innen aus!  (Bildrechte: HEY ALTER! e.V.)
Foto von Inga Stang
Inga Stang
Alle Beiträge (41)

Was Anfang 2020 als Idee in den Köpfen der zwei Braunschweiger Martin Bretschneider und Moritz Tetzlaff begann, hat sich zu einer 35 Standorte umfassenden ehrenamtlichen Bewegung in Deutschland entwickelt. Unter dem Namen „HEY, ALTER! - Alte Rechner für junge Leute" setzt sich das bundesweite Team mit gebrauchter Hardware für mehr Chancengleichheit unter Schulkindern und Jugendlichen und so für eine gerechte und grünere Zukunft ein.

Eine Idee am Frühstückstisch

Als Moritz Tetzlaff zu Beginn des Jahres 2020 gemeinsam mit seiner Frau am Küchentisch saß, war Corona gerade das alles bestimmende Thema. In den Schulen wurde schnell deutlich, dass nicht alle Schüler und Schülerinnen mit den gleichen Voraussetzungen in das E-Learning starten konnten. Das sah auch Moritz´ Frau Katharina jeden Tag, da sie selbst als Lehrerin arbeitet und in ihrem Jahrgang gleich mehrere Kinder in der Klasse ohne Laptop auskommen mussten. Die beiden überlegten, einfach ein paar befreundete Unternehmer anzurufen und diese nach gebrauchten Laptops aus dem Bestand zu fragen. Gesagt, getan!

Der erste Anruf ging direkt an Martin Bretschneider, Gründer der Agentur Gingco, den Moritz´ Frage direkt zur nächsten brachte: Warum können nicht alle Unternehmen ihre gebrauchten Rechner denen spenden, die keine haben? Alte Rechner für junge Leute – ganz einfach!

Vom Hackerspace bis zum Arbeitgeberverband: Starke Unterstützung für Moritz und Martin

Schnell fanden sich weitere Unterstützer wie die TU Braunschweig, der Arbeitgeberverband Region Braunschweig, der Hackerspace Stratum Null und viele weitere, die sich gemeinsam für die Idee einsetzen wollten.

Martins Agentur Gingco entwarf schließlich die Marke „HEY, ALTER!” mitsamt Logo, Homepage und allem, was dazu gehört. Der Anfang war getan! Nun brauchte es Ehrenamtliche, um gemeinsam aktiv zu werden. Unterstützt wurde die Initiative hierbei vom „Sandkasten” der TU Braunschweig – einer Plattform, auf der Ideen Mithelfende finden und Projekte starten können. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich 25 Ehrenamtliche, die gemeinsam über 300 gespendete Rechner von Unternehmen und Privathaushalten einsammelten und aufbereiteten. Inzwischen sind es schon 1700 Rechner, die an Schüler und Schülerinnen verteilt wurden. Doch nicht nur in Braunschweig hat die Idee innerhalb kürzester Zeit hohe Wellen geschlagen.

Von Braunschweig über Berlin bis nach München

Als erstes klopfte der Arbeitgeberverband „AGA” aus Hamburg an, um einen weiteren HEY, ALTER! Standort zu gründen. Es folgten die Ems-Vechte-Region, die Städte Solingen und Stuttgart. Heute sind es 35 Standorte bundesweit, die sich der Mission “Mehr Chancengleichheit für Schüler:innen” angeschlossen haben.

HEY, ALTER! Braunschweig ist nach wie vor der Hauptstandort und koordiniert die Arbeit der bundesweiten Teams. Wer mitmachen möchte, kann sich beim Team melden, unterschreibt einen Nutzungsvertrag der an die unkommerzielle Nutzung der Marke bindet und erhält im Gegenzug alles, was nötig ist, um loszulegen. Von einem Handbuch voll mit Tipps zum Loslegen über ein eigenes Logo, einen Platz auf der Homepage, eine Mailadresse bis hin zum Support durch das bundesweite Team auf der eigenen HEY, ALTER!-Chatplattform.

Ganze 300 Ehrenamtliche engagieren sich mittlerweile für die Idee HEY, ALTER! Und gründeten aus der Initiative heraus einen Verein, der sich nun noch besser um das Akquirieren und Verteilen von Geldern kümmern kann. Denn eines ist ganz klar: ohne Spenden kann auch das größte Team nicht helfen.

Weiterhelfen - Auch nach der Pandemie

Besonders nach dem Ende des E-Learnings, hat das Interesse am Thema Hardware für Kids spürbar nachgelassen. Doch Chancengleichheit ist unabhängig von Pandemien ein Thema, welchem der Verein mehr Aufmerksamkeit verschaffen möchte. Denn ohne Rechner ist es für Schüler und Schülerinnen kaum möglich, wichtige digitale Skills im Umgang mit dem PC und Software zu erlernen, die sie dringend für ihre weitere berufliche Laufbahn benötigen.

Deshalb ist der Verein bundesweit weiterhin auf Unterstützer und Unterstützerinnen angewiesen. Finanzielle Spenden und Laptop-Spenden, aber auch das Weitererzählen und Sammeln im Arbeits- und privatem Umfeld kann helfen.