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Andrea von Graszouw, Partnerin Tagueri AG. Beate Ziehres

Tagueri-Partnerin gibt praktische Tipps zur Burnout-Prävention
Gespräch mit Andrea von Graszouw

Wenn der Burnout an die Tür klopft, nimmt sich Andrea von Graszouw Zeit – Zeit für ein vertrauliches Gespräch, Zeit, um die Ursachen zu finden und Zeit für eine intensive Reflexion. Ihr Ziel: die Burnout-Gefahr frühzeitig erkennen und entgegenwirken. Andrea von Graszouw ist Burnout- Präventionscoach, CEO-Advisor, Organisationsentwicklerin, Wirtschaftsmediatorin und Partnerin bei der Tagueri AG. 

Aber auch Andrea von Graszouw stand selbst einmal an der Schwelle zum Burnout. Doch als Expertin erkannte sie die Warnsignale rechtzeitig und konnte die Erkrankung abwenden. Genau diese Fähigkeit möchte sie auch den Menschen vermitteln, die sich hilfesuchend an sie wenden.

Bereits in jungen Jahren übernahm Andrea von Graszouw Führungsverantwortung im politischen Umfeld – eine besonders anspruchsvolle Herausforderung, in der Konflikte an der Tagesordnung waren. In dieser intensiven Zeit ließ sie sich von einem Coach begleiten. Die Wirksamkeit dieser Unterstützung inspirierte sie, selbst in das Coaching und die Mediation einzusteigen. Besonders das Konflikt-Coaching gewann für sie an Bedeutung. Parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit schlug sie einen neuen Weg ein: 2011 wagte sie den Schritt in die Freiberuflichkeit, spezialisierte sich auf Wirtschaftsmediation und begleitete ihre ersten Mediations-, Coaching- und Konfliktlösungsprozesse.

Tagueri lernte Andrea von Graszouw als Freiberuflerin durch einen Wirtschaftsmediations-Auftrag kennen – der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit. „Dass man mir vor mehr als zwei Jahren eine Partnerschaft angeboten hat, war eine besondere Anerkennung für mich“, erinnert sich Andrea von Graszouw. „Mir wurde klar, dass mein Beitrag vom Unternehmen als wertvoll erachtet wird.“

Heute coacht sie intern den Vorstand, die Geschäftsführung sowie weitere Führungskräfte aus dem Top-Management.

Andrea von Graszouw, Partnerin Tagueri AG. Beate Ziehres
Andrea von Graszouw, Partnerin Tagueri AG.

Abdullah Ahad, Senior Partner bei Tagueri und einer der Standortleiter des Geschäftsbereichs Wolfsburg, sagt dazu: „Für Führungskräfte ist Andreas Arbeit ein echter Gewinn. Es ist nicht alltäglich, dass jemand im Haus ist, der Führungskräfte entlastet und unterstützt. Dieses interne Angebot hat sehr großen Einfluss auf die Unternehmenskultur bei Tagueri selbst. Und Andreas Dienstleistung auch unseren Kunden anzubieten, war eine richtig gute, vorausschauende Idee“, freut sich der Senior Manager.

Abdullah Ahad, Senior Partner Tagueri AG. Beate Ziehres
Abdullah Ahad, Senior Partner Tagueri AG.

„Gesundheit und Resilienz sind keine Buzzwords, sondern feste Elemente im Berufs- und Privatleben.“

Abdullah Ahad, Senior Partner bei Tagueri

Auch Abdullah Ahad holt sich Ratschläge von Andrea von Graszouw. „Gemeinsam mit meinen Kollegen bin ich dafür verantwortlich, dass die Mitarbeitenden zufrieden sind und wir unsere Kunden bei ihren Herausforderungen kompetent und bestmöglich unterstützen“, sagt Abdullah Ahad über seine Aufgabe bei der Tagueri AG.

Herausforderungen gekonnt begegnen

Die Aufgabe der Business- und Burnout-Präventionscoachin im Unternehmen beschreibt Ahad folgendermaßen: „Andrea verantwortet das Thema Executive Leadership. Sie ist Sparringspartnerin für die Kolleginnen und Kollegen sowie für die Führungskräfte unserer Kunden und Kundinnen. Viele unserer Kunden stehen in diesen Tagen vor großen Herausforderungen, sie möchten sich orientieren, haben Fragezeichen im Kopf oder beschäftigen sich mit mit ihrer eigenen Resilienzfähigkeit und der Transformationsfähigkeit ihrer Organisationen.

Andrea von Graszouw bestätigt diese Beobachtung: „Führungskräfte stehen unter enormem Druck – hohe Anforderungen, eine große Arbeitsbelastung und stetig steigende Erwartungen im beruflichen Umfeld. Hinzu kommt, dass auch das private Leben nicht immer frei von Herausforderungen ist. Solange beide Bereiche in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, können meine Coachees die Belastungen in der Regel gut bewältigen. Doch wenn unvorhergesehene Ereignisse, persönliche Grenzerfahrungen oder – wie aktuell – tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen auftreten, erhöht sich der Druck erheblich. Eine Zeit lang lässt sich dies kompensieren, doch wenn dann noch private Belastungen hinzukommen, gerät die Balance ins Wanken.“

In genau solchen Situationen kommt Andrea von Graszouw ins Spiel. Bei Tagueri wurde ein interner Prozess etabliert, der es Mitarbeitenden ermöglicht, sich bei einem bestimmten Belastungslevel an sie zu wenden. „Ich führe mit den Kolleginnen und Kollegen vertrauliche Gespräche, in denen wir gemeinsam analysieren, welche Anpassungen möglich sind und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Balance wiederherzustellen.“ Dies geschieht im geschützten Rahmen eines Einzelgesprächs und auf Augenhöhe.

Grafische Darstellung Ziel-Arten beim Coaching. Andrea von Graszouw
Grafische Darstellung Ziel-Arten beim Coaching.

Immer wieder beobachtet Andrea von Graszouw, wie sich Menschen im Laufe eines Coachings deutlich weiterentwickeln – sie gewinnen an Reife, werden reflektierter und wachsen persönlich wie beruflich. „Wer mit mir arbeitet, hat den Wunsch nach Veränderung, möchte sich weiterentwickeln und erfolgreicher sein. Ich setze Impulse für innere Prozesse, die teilweise sehr tief gehen“, betont sie.

Die Anliegen ihrer Klientinnen und Klienten sind vielfältig. Der Fokus liegt meist auf beruflichen Themen, die jedoch häufig eng mit persönlichen Fragestellungen verknüpft sind.

Andrea von Graszouw.

„Ein Kernthema ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Andrea von Graszouw, Burnout-Präventionscoach bei Tagueri

Führungsaufgabe: Fürsorgepflicht wahrnehmen 

Bei Tagueri sind Führungskräfte darin geschult, Überlastung nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erkennen. „Sie haben den Auftrag, darauf zu achten, dass die Kollegen und Koleginnen ihr Arbeitspensum im Auge haben und sich Auszeiten gönnen“, erklärt Abdullah Ahad.

Alarmzeichen für Überlastung sind länger anhaltende Müdigkeits- und Erschöpfungssignale des Körpers wie

  • Schlafmangel
  • Reizbarkeit
  • fehlender Fokus
  • fehlende Motivation
  • Fragezeichen im Kopf
  • Gedankenkarussell 

Für die Leser hat Andrea von Graszouw Tipps zusammengestellt, um Überlastungssituationen zu bewältigen und ihnen vorzubeugen.

Drei praktische Tipps für Führungskräfte, um Überlastungssituationen zu bewältigen und präventiv zu handeln:

1. Prioritäten setzen und delegieren

  • Beschreibung: Führungskräfte neigen dazu, alles selbst erledigen zu wollen. Überprüfen Sie Ihre Aufgabenliste kritisch und priorisieren Sie dringend wichtige Aufgaben.
  • Praktische Schritte:
    • Nutzen Sie Methoden wie die Eisenhower-Matrix (wichtig/dringend).
    • Delegieren Sie Aufgaben an kompetente Mitarbeitende und vertrauen Sie deren Fähigkeiten.
    • Akzeptieren Sie, dass nicht alles perfekt erledigt werden muss. Oft reicht „gut genug“ aus!

2. Regelmäßige Reflexion und Pausen einplanen

  • Beschreibung: In stressigen Situationen wird häufig das eigene Wohlbefinden ignoriert. Das führt zu weniger Effektivität und steigert die Überlastung.
  • Praktische Schritte:
    • Blockieren Sie feste Zeiten im Kalender für Pausen und Reflexion. Nutzen Sie diese Zeit beispielsweise für kurze Spaziergänge oder gezielte Entspannungsübungen.
    • Reflektieren Sie regelmäßig: „Welche Aufgabe zahlt direkt auf den Unternehmenserfolg ein?“ und „Was kann warten?“

3. Offene Kommunikation und Unterstützung suchen

  • Beschreibung: Führungskräfte fühlen sich oft isoliert, wenn sie Überlastung verspüren. Unterstützung zu suchen ist jedoch ein Zeichen von Stärke.
  • Praktische Schritte:
    • Tauschen Sie sich mit einer Vertrauensperson (außerhalb des Unternehmens), einem Mentor oder einem Coach aus, um neue Perspektiven zu gewinnen und mentale Entlastung zu schaffen.

Zusätzlich: Erstellen Sie eine persönliche Ressourcenliste, die Strategien und Aktivitäten enthält, die Ihnen in Überlastungssituationen guttun. Beispiele: ein Kurzurlaub, ein Wellnesstag oder mehr Zeit für ein Hobby einplanen.

Regelmäßige Auszeiten sind essenziell

Auch Andrea von Graszouw hat feste Auszeiten in ihren Alltag integriert. „Manchmal nehme ich mir bereits am Freitag frei, um ein verlängertes Wochenende zu genießen. Mit meinem Wallach Godewind kann ich vollständig abschalten, in eine andere Welt eintauchen und starte am Montag mit frischer Energie in die neue Woche“, berichtet sie.

Ihre positiven Erfahrungen mit bewussten Pausen gibt sie auch an ihre Klientinnen und Klienten weiter. Regelmäßige Auszeiten sind für sie eine essenzielle Maßnahme, um langfristig leistungsfähig, resilient und ausgeglichen zu bleiben.

Andrea von Graszouw.

„Die Auszeit darf auch gerne mal länger sein.“

Andrea von Graszouw, Burnout-Präventionscoach bei Tagueri

Oft zeigen sich die Arbeitgeber ihrer Coachees kooperativ, wenn es um eine Auszeit über den regulären Jahresurlaub hinaus geht, berichtet Andrea von Graszouw. Sie hat immer wieder erlebt, dass Menschen, die über viele Jahre hinweg Führungsverantwortung tragen, sich kaum oder gar keine bewussten Pausen gönnen.

In diesem Zusammenhang warnt sie vor der größten Gefahr, die aus chronischer Überlastung resultiert:

„Wer einmal einen Burnout hatte, kommt nie wieder zurück in die ursprüngliche Leistungsfähigkeit.“

Andrea von Graszouw, Burnout-Präventionscoach bei Tagueri

Abdullah Ahad kann Unternehmen nur empfehlen, eine Fachkraft für Mitarbeitergesundheit im Unternehmen zu beschäftigen. Im Gespräch mit den Mitarbeitenden sei der Unternehmensleitung klargeworden: Je zufriedener und glücklicher Kolleginnen und Kollegen sind und je besser sie im persönlichen Einklang mit ihrem Beruf sind, desto bessere Arbeitsergebnisse können sie liefern. Deshalb habe sich das Unternehmen entschieden, die Zukunftsthemen Gesundheit, Resilienz und Führungskräfteentwicklung in den Mittelpunkt zu stellen.

Abdullah Ahad, Senior Partner Tagueri AG.

„Wir haben bewusst in Gesundheit und Resilienz investiert, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.“

Abdullah Ahad, Senior Partner bei Tagueri und einer der Standortleiter des Geschäftsbereichs Wolfsburg

Bei Tagueri werde es nicht als Schwäche, sondern als Chance gesehen, einen Coach zu haben. Denn für einen steinigen Weg würden Kraft, Ausdauer und Ruhe benötigt. Ein Coach könne helfen, all dies zu finden.

„Resiliente und gesunde Mitarbeiter sind das Fundament eines jeden Unternehmens.“

Abdullah Ahad, Senior Partner bei Tagueri und einer der Standortleiter des Geschäftsbereichs Wolfsburg

Die Resilienz einer Organisation zahle zu 100 Prozent auf den Erfolg, also auf den Gewinn ein, ergänzt Andrea von Graszouw. „Gesunde, ausgeglichene Mitarbeiter sind leistungsfähiger, motivierter und kreativer. Wenn Mitarbeitende wegen Krankheit ausfallen, kostet es hingegen richtig Geld.“