Zum Inhalt springen

Salzgitter: Hier helfen sich Jung und Alt!

Alter Mann und junge Frau am Computer (Bildrechte: Stadt Salzgitter)

Salzgitter liegt in reizvoller landschaftlicher Lage und gehört zu den bedeutendsten Industriestandorten Norddeutschlands. Ein inspirierendes Umfeld, das viele Menschen anlockt. Die durch Bergbau- und Industrietradition gestählte Solidarität in der Stadt, die schon schwierige Zeiten und manchen Strukturwandel gemeistert hat, sorgt dafür, dass jeder seinen Platz findet. Man hilft sich eben!

Typisch für diesen Gemeinsinn ist die Arbeit der Diakonie im Braunschweiger Land, die eine gut ausgestattete Kreisstelle in Salzgitter unterhält. Sie ist Anlaufpunkt für jeden, der Unterstützung braucht: Kinder oder Schüler mit häuslichen Problemen, Erwachsene, die die Sorgen des Alltags allein nicht mehr meistern können, oder Senioren, die Gesellschaft und Gemeinschaft suchen. Die Diakonie hält ein breites Spektrum an Angeboten und Anlaufstellen bereit: von der Schwangerenberatung bis zur Suchthilfe, vom Generationentreff bis zum Schulpatenprojekt, von der Boule-Gruppe bis zum PC-Kurs. Natürlich spiegeln sich in Salzgitter auch die bundesweiten aktuellen Herausforderungen wider, wie das Thema Flüchtlingshilfe. Auch hier packt die Diakonie mit an.

Wie im Film „Ziemlich beste Freunde“

Ganz groß geschrieben wird die Nachbarschaftshilfe für Senioren. Seit vielen Jahren schon hilft sie Menschen, im Alter selbstbestimmt zu leben. 2017 wurden neue Wege beschritten: Der Senior kann auf Minijob-Basis einen Helfer einstellen, mit dem er partnerschaftlich die Herausforderungen des Alters angehen kann. Die Vermittlung übernimmt die Nachbarschaftshilfe. Sie schult die zukünftigen Helfer und schlägt dem älteren Mitbürger eine möglichst passende Person vor.

„Die beiden lernen sich kennen, es gibt eine Testphase, und wenn es passt, gibt es einen richtigen Anstellungsvertrag auf Minijob-Basis“, erläutert Petra Behrens-Schröter von der Nachbarschaftshilfe, die auch bei den notwendigen Formalitäten für das neue, hochoffizielle Arbeitsverhältnis hilft. So erhält der Senior die nötige Hilfe für Haushalt, Garten und Logistik und kann so selbstständig seinen Alltag gestalten. „Die Vorteile sind: ein klarer rechtssicherer Bereich, ein echter Vertrag, der für beide Seiten gültig und verlässlich ist. Die Senioren sind nicht mehr auf den Goodwill der Helfer angewiesen oder müssen darauf hoffen, dass ihnen jemand zur Verfügung gestellt wird, mit dem sie schon irgendwie klarkommen – sie entscheiden das jetzt selbst. Das gibt ihnen ein ganzes Stück mehr Autonomie,“ so Behrens-Schröter. Das neue Vorgehen erwies sich bereits im ersten Jahr als großer Erfolg. Beide Seiten profitieren von der Vermittlung und Unterstützung der Nachbarschaftshilfe: „Wir sind die, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen“, fasst Behrens-Schröter den Kerngedanken der Koordinierungsstelle zusammen.

 

Diakonie im Braunschweiger Land, Kreisstelle Salzgitter
Nachbarschaftshilfe
St.-Andreas-Weg 2
38226 Salzgitter
Tel. 05341-8888-0

Mehr als nur ein Dach über dem Kopf

Über fünftausend Wohnungen bietet die Wohnbau Salzgitter an und ist damit einer der wichtigsten Akteure, wenn es darum geht, Menschen in der Stadt heimisch zu machen. Dabei geht es um viel mehr als nur vier Wände und ein Dach. Das Südstadtzentrum der Wohnbau stellt das generationengerechte Wohnen in den Mittelpunkt. Denn in der Südstadt von Salzgitter-Bad sind mehr als die Hälfte der Bürger über 60 Jahre, zehn Prozent sogar über 80 Jahre alt. Mit den Lebensjahren steigen die Bedürfnisse – das Südstadtzentrum nutzt die gewachsenen Strukturen, um ihnen gerecht zu werden. In direkter Nähe einer barrierefreien Bushaltestelle und einer Arztpraxis wurde ein großer Quartierstreff geschaffen. Hier bieten Freiwillige in Kooperation mit der Stadt generationenübergreifende Hilfe für Senioren an, die wiederum Gesellschaft, Beratung oder praktische Unterstützung zur Bewältigung des Alltags suchen. Durch die Hilfe aus dem Stadtteil muss für Betreuungspauschalen keine Miete erhöht werden. So können auch ältere Mitbürger in ihren Wohnungen weiter selbstbestimmt leben und müssen nicht aus rein organisatorischen Zwängen in ein Seniorenheim.

 

Südstadtzentrum
Eichendorffplatz 9
38259 Salzgitter
Tel. 05341-2846196

Freiwillige bieten in Kooperation mit der Stadt Hilfe für Senioren an, die Gesellschaft, Beratung oder praktische Unterstützung zur Bewältigung des Alltags suchen.
Freiwillige bieten in Kooperation mit der Stadt Hilfe für Senioren an, die Gesellschaft, Beratung oder praktische Unterstützung zur Bewältigung des Alltags suchen. (Foto: Stadt Salzgitter)

Ein Wohnzimmer für alle

Möglichst lange im eigenen Wohnzimmer bleiben zu können, das wünschen sich viele Senioren. Wussten Sie, dass es sogar ein öffentliches Wohnzimmer gibt? Ein solches bietet das SOS-Mütterzentrum Salzgitter mit seinem Mehrgenerationenhaus. Hier dürfen Sie jederzeit vorbeikommen, um mit anderen Menschen zusammen zu sein: Zum Beispiel, wenn Sie Anregungen oder Hilfe brauchen, Gesprächspartner für Ältere oder Spielgefährten für Kinder – wie in einer Großfamilie, bei der einfach jeder dazugehört. Vor über 35 Jahren ist das Zentrum ursprünglich zur Entlastung von Müttern und Familien entstanden, dann hat es sich schrittweise immer weiter entwickelt, zu einem Ort für alle Menschen des Viertels: „Zu uns kann jeder kommen, egal wie alt, egal aus welchen Verhältnissen, egal aus welcher Kultur“, betont Andrea Hellfach vom SOS-Mütterzentrum. So gibt es neben einer Kinder- inzwischen auch eine separate Altentagesstätte.

Das Herzstück ist der offene Bereich für alle, die Caféstube, in der man sich trifft und Kaffee trinkt, sich austauscht und Pläne schmiedet, gemeinsam isst und die Gesellschaft von anderen Menschen erlebt. Mit dabei ist immer mindestens eine der Gastgeberinnen des Hauses, die für Wünsche und Sorgen der Besucher stets ein offenes Ohr hat. Außerdem bringen die Gastgeberinnen langjährige Erfahrung und Sozialkompetenz mit; so können sie auch mit schwierigeren Lebenssituationen umgehen. Die Caféstube ist das Headquarter für Aktivitäten aller Art: musikalische oder sportliche Angebote, Kreativ- und Sprachkurse oder einfach nur gesellige Anlässe und Feste. Vierhundert bis sechshundert Besucher kommen täglich, „vom vier Tage alten Baby bis zur 99-jährigen Seniorin“, wie Hellfach berichtet. „Der offene Bereich ist auch gerade für ältere Menschen zu einer beliebten Anlaufstelle geworden, die hier den halben oder sogar den ganzen Tag verbringen, weil sie hier noch Leben haben – hier entstehen richtige Wahlfamilien.“

Lob von der Ministerpräsidentin

Dieses Konzept eines offenen Mehrgenerationenhauses für Menschen aus der direkten Umgebung, die gemeinsam den Tag gestalten können, hat die damalige niedersächsische Ministerpräsidentin Ursula von der Leyen so beeindruckt, dass sie eine zunächst landesweite Initiative für weitere solcher Einrichtungen gestartet hat. Als sie später als Ministerin nach Berlin ging, nahm sie die Idee mit und überführte sie auf Bundesebene. Heute gibt es in ganz Deutschland etwa 500 solcher Mehrgenerationenhäuser – entstanden aus der Keimzelle in Salzgitter!

Dort aber ruht man sich auf den Erfolgen nicht aus. Gerade laufen die Vorbereitungen für ein noch weitreichenderes Projekt: die Zusammenlegung der Kinder- und der Altentagesstätte. „Wir wollen, dass Kinder und alte Menschen gemeinsam betreut werden, dass der Alltag gemeinsam miteinander erlebt wird. Viele Kinder leben ja gar nicht mehr mit ihren Großeltern an einem Ort, denen fehlt es, mal von einer Oma in den Arm genommen zu werden oder von einem Opa Geschichten vorgelesen zu bekommen. Und die Senioren haben ganz viel Wissen und Lebenserfahrung, die sie weitergeben können, und werden wieder wirklich gebraucht. Wir wollen unser Mehrgenerationenhaus also auf die nächste Stufe heben, daran arbeiten wir jetzt“, erläutert Hellfach. So soll das Mütterzentrum in Salzgitter noch mehr zu dem werden, was es für viele längst schon geworden ist – die erste Adresse für ein zweites Zuhause.


SOS Mütterzentrum Salzgitter
Braunschweiger Straße 137
38259 Salzgitter
Tel. 05341-8167-0

Von Wohnen im Alter bis zur Pflegehilfe – man lernt halt immer noch dazu

Das Seniorenbüro der Stadt Salzgitter berät und unterstützt ältere Bürger der Stadt auf vielfältige Weise. Es ist eine zentrale und trägerunabhängige Beratungsstelle für Senioren sowie deren Angehörige für alle Fragen des Alters. Darüber hinaus ist das Seniorenbüro auch Anlaufstelle für die Ehrenamtlichen, die den Älteren helfen möchten.

„Unsere Arbeit hat fünf wichtige Aufgaben“, erklärt Jörg Schumann, Fachgebietsleiter im Fachdienst Soziales und Senioren. In der Koordinierungsstelle „Wohnen im Alter“ helfen Wohnberaterinnen, bestehende Wohnungen und Häuser seniorengerecht umzubauen. Oder sie unterstützen ältere Menschen dabei, noch einmal neue Projekte in Angriff zu nehmen, wie zum Beispiel gemeinschaftliches Seniorenwohnen. Und wenn es dann doch alleine nicht mehr geht, helfen sie auch bei anstehenden Umzügen, etwa ins Pflegeheim.

Wichtig sind auch die vier Seniorentreffs in Salzgitter, die als öffentliche Einrichtung älteren Menschen, Seniorenkreisen und Altenarbeit betreibenden Vereinen und Vereinigungen als Treffpunkt zur Verfügung stehen. Veranstaltungen, Vorträge oder geselliges Beisammensein stehen hier auf dem Programm. „Wir haben sehr hohe Besuchszahlen bei den offenen Angeboten“, freut sich Jörg Schumann. „Unsere Angebote funktionieren auch deshalb so gut, weil wir im Netzwerk mit anderen Einrichtungen eng zusammenarbeiten.“

Ebenso gut angenommen werden auch die Seniorenveranstaltungen: Konzerte, Theater oder das Fahrsicherheitstraining sind beliebt. Wichtig ist dabei auch die Koordinierungsstelle Ehrenamt: Hier werden ehrenamtliche Helfer angeworben, ausgebildet und betreut, damit sie bei Veranstaltungen helfen oder beispielweise Fahrdienste übernehmen. Sie ermöglichen so erst das breite Spektrum an Angeboten für ältere Mitbürger. Dazu gehören auch die vielfältigen Beratungen der Sozialberater, die bei verschiedensten Anliegen oder Problemen weiterhelfen. Wer Fragen rund um Pflegeeinrichtungen oder Grundsicherung hat, ist im Seniorenbüro gut aufgehoben.

 

Stadt Salzgitter
Seniorenbüro
Joachim-Campe-Straße 6-8
38226 Salzgitter
Tel. 05341-839-3959

Senioren-Duette

Ein besonders innovatives Angebot des Seniorenbüros ist das seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführte DUO-Programm. Hierbei werden Ehrenamtliche zur Haushaltsassistenz und Alltagsbegleitung ausgebildet. Ein Lehrgang mit 50 Theorie- und 20 Praktikumsstunden macht die Helfer richtig fit für den Umgang mit Senioren. Psychologie im Alter, erste Hilfe speziell bei alten Menschen, Kommunikation mit Senioren – all das kann man lernen, wie Jörg Schumann vom Seniorenbüro betont: „Dieses Angebot wird sehr gerne angenommen von Menschen, die ehrenamtlich helfen wollen, aber auch von Nachbarn oder Angehörigen, die einen älteren Menschen intensiver begleiten wollen. So sind sie gut vorbereitet auf das Leben mit älteren Menschen.“ Das DUO ist dabei übrigens keine geheimnisvolle Abkürzung, lacht Schumann auf Nachfrage: „Das steht einfach dafür, dass hier zwei Menschen einen wichtigen Lebensabschnitt gemeinsam gestalten, der Helfer und der Senior – als Duo eben.“

Hilfe im Duett, und das in allen Lebenslagen – auch das ist Salzgitter.


Katholische Familienbildungsstätte
Siderische Str. 3, 38226 Salzgitter
Tel. 05341 – 456 82

Vorheriger Artikel
Traum vom Eigenheim – Salzgitter macht es möglich
Nächster Artikel
Auf der Spur der süßen Kristalle – in der Zuckerfabrik Clauen im Peiner Land