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Von A wie Ansprechpartner bis Z wie Zuschuss – Immobilienmärkte der Region

Ein Appartementkomplex vor einer Baustelle. (Bildrechte: Frank Spyra)

Ob neu hinzugezogen oder auf der Suche nach einer Veränderung, ob zur Miete oder im Eigenheim – dieser Artikel bietet allen einen Überblick, die hier eine neue Bleibe suchen. Von A wie Ansprechpartner bis Z wie Zuschuss – die Immobilienmärkte der Region auf einen Blick.

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Der Traum vom Eigenheim

Wohneigentum wird so geschätzt, wie schon lange nicht mehr. Seit Jahren bewegen sich die Immobilienpreise deshalb kontinuierlich nach oben. Auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg ist die Nachfrage ungebrochen hoch. So wurden auch im Jahr 2021 Rekordpreise für Häuser und Eigentumswohnungen erzielt. Mit 4,1 Milliarden Euro erreichte der Geldumsatz einen neuen Höchststand. Das verdeutlicht der Grundstücksmarktbericht, der jährlich im Auftrag des Landes Niedersachsen ermittelt wird.

Spitzenreiter bei den Baulandpreisen ist Braunschweig. Hier kostet der Quadratmeter Bauland im Schnitt 350 Euro. Damit ist die Löwenstadt, was die Preise angeht, im Mittelfeld der niedersächsischen Ballungszentren. In der Landeshauptstadt Hannover müssen zukünftige Bauherren mit einem Durchschnittswert von 480 Euro pro Quadratmeter rechnen. In der Autostadt Wolfsburg zahlen Interessierte für den Quadratmeter weniger als die Hälfte davon – im Schnitt 200 Euro.

Die niedrigsten Baulandpreise gibt der Gutachterbericht für das gemeindefreie Gebiet Harz im Landkreis Goslar an. 9 Euro kostet der Quadratmeter hier im Schnitt. Aber auch im Nordkreis Gifhorns finden sich günstige Angebote (beispielsweise 15 Euro pro Quadratmeter in der Gemeinde Sprakensehl), ebenso wie in den Landkreisen Helmstedt (40 Euro je Quadratmeter in den Gemeinden Jerxheim und Söllingen), Peine (75 Euro je Quadratmeter in der Gemeinde Edemissen) und Wolfenbüttel (35 Euro je Quadratmeter in der Gemeinde Winningstedt). Eine interaktive Grafik des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen findet ihr hier.

Nicht bauen, sondern kaufen?

Ob Altbau, Fachwerk- oder modernes Stadthaus, wer auf der Suche nach einem freistehenden Bestandsobjekt ist, kann in der Region fündig werden. Derzeit (Stand: 29.03.2022) sind mehr als 160 solcher Objekte auf dem Immobilienmarkt verfügbar. In den Städten Braunschweig und Wolfsburg kosteten diese durchschnittliche 460.000 Euro beziehungsweise 455.000 Euro. Günstiger wird es in den ländlicheren Regionen. So kostete ein Ein- oder Zweifamilienhaus im Landkreis Goslar 2021 im Schnitt rund 170.000 Euro, im Landkreis Helmstedt lag der Wert bei etwa 240.000 Euro. Das teuerste vom Gutachterausschuss mit einbezogene Haus wechselte in Braunschweig übrigens für 1,25 Millionen Euro den Besitzer.

Bei den Preisen für Eigentumswohnungen zeigt sich in der Region laut Gutachterausschuss ein Nord-/Süd-Gefälle. Lagen die mittleren Quadratmeterpreise in den Landkreisen Goslar, Helmstedt, Wolfenbüttel sowie in der Stadt Salzgitter unter 2000 Euro, lagen sie in den Kreisen Peine und Gifhorn sowie in den Städten Braunschweig und Wolfsburg darüber. Spitzenreiter ist Braunschweig mit einem Durchschnittspreis von 3370 Euro pro Quadratmeter. Im niedersächsischen Vergleich liegen die Preise in der Region jedoch in der unteren Hälfte – lässt man die urbanen Zentren einmal beiseite.

Ein Appartementkomplex vor einer Baustelle.
Noch wird in den Steimker Gärten viel Gebaut. 2025 sollen die Arbeiten aber abgeschlossen sein. (Foto: Frank Spyra)

BRAWO-Immobilienexperte: Modernisierungsboom folgt auf Neubauboom

Der jüngste Neubauboom wird laut BraWo-Immobilienexperten von einem Sanierungsboom abgelöst. „Wir erleben gerade eine Zeitenwende: Die energetische Gebäudesanierung rückt bei Finanzierungsvorhaben immer stärker in den Fokus. Der Bauboom der letzten Jahre könnte sich auch aufgrund der Baustoffpreise zum Modernisierungsboom wandeln“, sagt André Bonitzke, Leiter Immobilien bei der Volksbank BraWo. Hier sei die BraWo immer stärker als „Finanzierungslotse im Fördermittel-Dickicht“ gefordert, so Bonitzke.

„Die Volksbank BraWo bleibt auch in Umbruchszeiten ein starker Partner in der Region und ist wichtiger Ansprechpartner bei Immobilienthemen“, bekräftigt Dirk Rosskopf, Geschäftsführer der Volksbank BraWo Immobilien GmbH.

Zwei Herren im dunklen Sakko vor einem BraWo-Immobilien-Aufsteller.
Dirk Rosskopf, Geschäftsführer der Volksbank BraWo Immobilien GmbH und André Bonitzke, Leiter Immobilien bei der Volksbank BraWo, sehen einen Modernisierungsboom im Immobilienmarkt. (Foto: Volksbank BraWo)

Mieten in der Region – geballte Preise und günstige Gegenden

Die Mietpreise der Region Braunschweig-Wolfsburg variieren stark. In den Ballungsgebieten fallen diese erwartungsgemäß am höchsten aus. So liegen die ortsüblichen Vergleichsmieten im Zentrum Braunschweigs – zieht man den Mietspiegel aus dem Jahr 2020 zu Rate – bei rund 14,55 Euro pro Quadratmeter. Außerhalb städtischen Rings können die Mieten diesen Wert weit unterschreiten: die rechnerische Untergrenze liegt bei 5,13 Euro pro Quadratmeter.

Vergleichsweise etwas niedriger fallen die Mieten in der Autostadt Wolfsburg aus. Neumieter müssen hier mit Mietpreisen zwischen 5,10 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen im sogenannten einfachen baulichen Zustand und 13,80 Euro im gehobeneren Zustand rechnen. Für eine 60 Quadratmeter große Wohnung in mittlerem Zustand kann so beispielsweise eine monatliche Kaltmiete von 597 Euro erwartet werden.

Am günstigsten sind Mietwohnungen im Landkreis Helmstedt. Dort beginnt die Mietpreisspanne bei Neuvermietungen bei 4,30 Euro pro Quadratmeter. Demnach läge eine erwartbare Monatsmiete für eine 60 Quadratmeter große Wohnung in mittlerem Zustand hier bei rund 402 Euro.

Ein Wohnraumprojekt in einer Altstadt.
Mit Projekten wie den Edelhöfen in Helmstedt entstehen überall in der Region moderne Wohnprojekte. (Foto: Warmbein Kommunikation)

Aber auch in Landkreis Goslar lässt es sich günstig zur Miete wohnen. Dort beginnen die Preise laut Gutachterausschuss in einigen Kleinstädten wie Langelsheim und Vienenburg bei 2,65 Euro pro Quadratmeter. Im Nordkreis von Gifhorn beginnen die Preise bei 3 Euro, in der Stadt Salzgitter liegen die Neumieten bei 4,40 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen in gutem baulichem Zustand erreichen hier Quadratmetermieten bis 8,00 Euro pro Quadratmeter.

Die detaillierten Auflistungen der regionalen Gutachterausschüsse findet ihr hier.

Blick über die Region hinaus in Richtung Süden

Zwar steigen die Preise auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg, doch steht sie im Vergleich zu anderen Standorten der Automobilindustrie gut da. In dem für seine horrenden Immobilienpreise berüchtigten München, Heimat der BMW AG, stiegen die Quadratmeterpreise für Bauland laut den Landesämtern für Statistik bis 2020 um mehr als sechs Prozent auf durchschnittlich rund 2700 Euro pro Quadratmeter.

Das Bild ist eine Grafik, die die Entwicklung der Baulandpreise von 2016 bis 2020 zeigt.
Entwicklung der Baulandpreise in der Region und in anderen Standorten der Automobilindustrie. (Foto: Frank Spyra)

Mit etwas Abstand dahinter, dennoch weit oberhalb der Preislagen in der Region Braunschweig-Wolfsburg, liegt die Stadt Stuttgart, der Sitz der Mercedes-Benz AG. Gut 1.610 Euro mussten Interessenten hier im Schnitt für einen Quadratmeter Bauland bezahlen. In Ingolstadt, dem Stammsitz der Audi AG, lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis 2020 bei knapp 950 Euro pro Quadratmeter – rund dreimal so hoch wie beim regionalen Spitzenreiter Braunschweig.

Hier entsteht neuer Wohnraum

Unsere Region versucht der angespannten Marktlage entgegenzuwirken. Das zeigen nicht zuletzt die vielen Neubaugebiete, die derzeit ausgewiesen werden. In unserer interaktiven Karte haben wir 38 Neubaugebiete zusammengetragen, die sich momentan in der Vermarktung befinden (Stand: Frühjahr 2022).

Weitere Baugebiete sind in Planung, wie beispielsweise das Gebiet „Hölteberg“ in Helmstedt, wo noch in diesem Jahr die Bauphase beginnen soll. Auch in der Stadt Peine, genauer in Schwicheldt und Stederdorf sind, die Planungsphasen auf gutem Wege. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der Städte und Landkreise: Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel, Wolfsburg.

Rasend schnell vernetzt

Ob Arbeiten von Zuhause in Videokonferenzen oder das Streamen von Filmen und Musik in der Freizeit: Ohne Internetzugang und eine Infrastruktur, die das Versenden und Empfangen großer Datenmengen ermöglicht, geht heutzutage fast nichts mehr. In der Region Braunschweig-Wolfsburg ist man dazu durchaus in der Lage: Knapp zwei Drittel der Gebäude sind heute (Stand: Februar 2022) an schnelle Netze angebunden. Das belegen Daten des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen (BZNB), das den Ausbau in unserem Bundesland betreut.

Knapp 20 Prozent der Gebäude sind demnach bereits mit Glasfaserzugang versorgt. Und der Ausbau wird vorangetrieben. Die Spitzenreiter, so die vorsichtige Schätzung des Breitbandzentrums, werden bis 2024 der Landkreis Gifhorn mit einer Glasfaserabdeckung von 88,7 Prozent, gefolgt von Wolfsburg mit 80,3 und Peine mit 72,2 Prozent sein. Die Datenautobahnen der Zukunft verlaufen also auch durch die Region.

Highspeed-Internet ist aber bereits jetzt in weiten Teilen der Region verfügbar. Im Landkreis Peine etwa sind mehr als 90 Prozent der Gebäude mit Internetgeschwindigkeiten im Gigabitbereich versorgt. Auf die Region bezogen sind es rund zwei Drittel der Gebäude. Bis 2024, so die Prognose der Experten des BZNB, wird das Internet in rund 80 Prozent der Gebäude unserer Region im Gigabitbereich liegen.

Ein weiterer Pluspunkt: Auch der Ausbau selbst ist ein Wirtschaftsfaktor für die Region. An ihm sind lokale wie überregionale Unternehmen sowie Städte und Gemeinden aus der ganzen Region beteiligt – von der Avacon Connect GmbH aus Helmstedt bis zur WOBCOM GmbH aus Wolfsburg.

Datenkabel stecken in ihren Buchsen.
Glasfaserleitungen erlauben wesentlich höhere Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung. Und das ist heutzutage ein unverzichtbarer Standortfaktor – für die Wirtschaft wie für das private Heim. (Symbolbild) (Foto: Pixabay)

Finanzierungsspezialisten in der Region

Kaum jemand schüttelt das Geld für das eigene Heim aus der Portokasse. Doch in der Region gibt es Ansprechpartner, die gerne weiterhelfen. Die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK) etwa und die Volksbank BraWo sind feste Größen in der Region Braunschweig-Wolfsburg und zählen das Immobiliengeschäft zu ihren Kernbereichen.

„Die Volksbank BraWo bietet individuelle Lösungen für Kaufvorhaben, Neubauten, Modernisierungen oder auch Kapitalbeschaffungen. Auch eine Kombination, zum Beispiel aus Kauf und Modernisierung, sind denkbar. Wichtig dabei ist der Begriff individuell“, sagt Florian Kull, Leiter Baufinanzierung bei der Volksbank BraWo. Ihm unterstehen 22 Finanzierungsberater an den Standorten Wolfsburg, Gifhorn, Peine, Salzgitter und Braunschweig.

Die Bank wirbt mit langfristigen Niedrigzinsen und einer zügigen Kreditentscheidung. In der Tochtergesellschaft Volksbank BraWo Immobilien kümmern sich die Berater um passende Immobilienangebote. Abhängig vom Kunden und vom Vorhaben unterbreiteten die Berater ein maßgeschneidertes Angebot, so Kull. „Also, alles in einer Hand, aus der Region für die Region“, so Kull, denn auf die persönliche Betreuung und Beratung lege die Volksbank BraWo großen Wert.

Bei der BLSK sind es 76 Expertinnen und Experten, die an der Standorten Braunschweig, Holzminden, Seesen, Salzgitter, Bad Harzburg, Wolfenbüttel, Helmstedt und Vorsfelde mit dem Thema Finanzierungsmöglichkeiten betraut sind. Dabei hilft der BLSK ihre tiefe Verwurzelung in der Region: Über 100 Finanzierungspartner ermöglichen es der Bank, bis zu 100-prozentige Finanzierungen anzubieten.

Und was sind die Stärken der BLSK? „Wir sind schnell und flexibel“, sagt Bettina Wolken, Immobilienspezialistin und Leiterin der Betreuung der BLSK-Bestandskunden in Braunschweig. Bereits beim ersten Termin könnten Kundinnen und Kunden eine Finanzierungsbescheinigung für den Makler erhalten. Die Absicherung der Risiken sollen nicht nur das Objekt, sondern alle Aspekte der Vorsorge betreffen.

Denkmalschutz: Alte Schätze sanieren

Insbesondere in den Städten und Landkreisen unserer Region, die auf eine lange Historie zurückblicken, ist viel alte Bausubstanz erhalten geblieben. Allein in der Lessingstadt Wolfenbüttel stehen rund 1.000 Fachwerkhäuser – nicht wenige von ihnen sind denkmalgeschützt – in der Stadt Goslar unterliegt die gesamte Altstadt den UNESCO-Richtlinien. Wen es in ein ebensolches schützenswertes Gebäude zieht, sieht sich oftmals mit spezifischen Sanierungsvorgaben konfrontiert.

Das Landesamt für Denkmalpflege empfiehlt daher, sich an die Unteren Denkmalschutzbehörden zu wenden. Diese sind auf Ebene der Landkreise, aber auch der Städte, angesiedelt und können bei Fragen rund um Instandsetzung, Sanierung und Fördermöglichkeiten unterstützen. Zuwendungsfähig sind im Regelfall sowohl die Umsetzung der eigentlichen Maßnahmen als auch Kosten für Planungen und eventuelle Gutachter. Dabei unterscheiden sich die Fördersummen von Stadt zu Stadt und von Landkreis zu Landkreis. Hier empfiehlt es sich, mit den jeweiligen Stellen vor Ort in Kontakt zu treten.

Ansprechpartner und Behörden vor Ort

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