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Von Gründerin bis Führungskraft – erfolgreiche Frauen in der Region

Drei Frauen unterhalten sich bei der Kampagne Motivation W . (Bildrechte: Franziska Rutz)

Erfolgreiche Frauen gibt es überall auf der Welt – so auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg. Von der Gründerin bis zur Führungskraft – jede hat ihre eigene Geschichte. Wenn es um erfolgreiche Karrieren geht, ist die Region Braunschweig-Wolfsburg ein starker Partner. Mit all ihren Institutionen, Anlaufstellen und Projekten bietet sie zahlreiche etablierte Plattformen zum Austausch und zur Unterstützung, zu den Themen Weiterbildung, Umorientierung, Wiedereinstieg oder Unternehmensgründung.

Projekt "Dein Berufseinstieg"

In ländlichen Gebieten ist es mitunter schwieriger für Frauen, beruflich Fuß zu fassen oder sich weiter zu entwickeln. Da macht das Isenhagener Land im Kreis Gifhorn keine Ausnahme. An dieser Stelle setzt das Projekt „Dein Berufseinstieg"​​​​​​​ an, direkt vor Ort in Wittingen. Es richtet sich an Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, die etwa nach der "Familienphase" (wieder) einen Job aufnehmen möchten oder die kurz vor der Ausbildung stehen und mitten in der Berufsorientierung stecken.   

Die anderen Adressaten sind Unternehmen, die auf der Suche nach Fachkräften und offen für neue Wege sind, diese zu gewinnen oder zu qualifizieren. „Herzstück des Projektes ist der EinLaden, ein Leerstand in der Wittinger Innenstadt, den wir mit Leben und Ideen füllen", sagt Ulla Evers, Projektkoordinatorin von "Dein Berufseinstieg". Hier stellen sich in wechselnder Abfolge Einzhandel, Dienstleistungen, mittelständische Industrie und das Handwerk vor.

Portraitbild Ulla Evers. (Bildrechte: EinLaden)

"Ich erlebe es immer wieder, wie kraftvoll, flexibel und zuverlässig Frauen ihr Können auf dem Arbeitsmarkt einbringen würden, wenn ihnen von Arbeitgeberseite mehr zugetraut würde. Auch wenn sie mit 40 oder 50 Jahren neue berufliche Herausforderungen für sich suchen."

Ulla Evers, Projektkoordinatorin

Außerdem finden hier Workshops und Coachings statt, eigene Gründungsideen können hier ebenfalls ausprobiert werden. Das Projekt, gefördert durch die LEADER-Region Isenhagener Land und den europäischen Landwirtschaftsfonds ELER und umgesetzt von der on der Stabsstelle Gleichstellung und Demografie im Landkreis Gifhorn mit ihrem Kooperationspartner, der ländlichen Erwachsenenbildung LEB e.V. Braunschweig, möchte gemeinsam mit Frauen und Firmen aus dem Isenhagener Land schauen, wie sie beruflich zueinander finden können. Ob Quereinstieg, U30-Ausblidung oder Weiterqualifizierung - alle Möglichkeiten können und sollen hier in Betracht gezogen werden.

Vier Frauen stehen hinter einem Aufsteller-Schild in Wittingen.
"Gut, dass Du da bist": Das Team des EinLadens in Wittingen ermutigt Frauen in der Berufs(um)orientierung, die ersten Schritte in eine neue Richtung zu gehen. (Foto: EinLaden)

Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft

Im Fokus der Arbeit der „Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft“ steht die vielfältige Beratung von Frauen in Wolfsburg, Gifhorn und Helmstedt. Von der existenzsichernden Beschäftigung, über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Sicherung der Chancengleichheit von Frauen bis hin zur Entwicklung von Kompetenzen für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Hier können Frauen individuelle, vertrauliche und kostenlose Beratungsgespräche in Anspruch nehmen; zu spannenden Themen wie Kompetenzerhalt in der Elternzeit, berufliche Standortbestimmung, Bewerbungstraining, Rückkehr nach der Elternzeit, Förderung eigener Potenziale, berufliche Neuorientierung, Weiterentwicklung und Existenzgründung.

Frau und Wirtschaft versteht sich als Bindeglied zwischen Frauen, der regionalen Wirtschaft, dem Arbeitsmarkt und den Weiterbildungseinrichtungen. Dazu passt auch das formulierte Selbstbild der Koordinierungsstelle: „Wir lenken den unternehmerischen Blick auf die Frauen als unverzichtbares Fachkräfte- und Innovationspotenzial.“ So wurden beispielsweise im Rahmen des Projektes „Initiative zu Empowerment durch Partizipation“ Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erarbeitet und ein Leitfaden erstellt, der mittlerweile sogar überregional Anklang findet und zum Einsatz kommt: „Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen sich die Betriebe zunehmend mehr darauf einstellen, sich mit der Fachkräftebindung älterer MitarbeiterInnen zu befassen. Angehörige pflegende ArbeitnehmerInnen und ihre ArbeitgeberInnen sind dann gleichzeitig besonderen Anforderungen ausgesetzt“, weiß Bettina Klim, Leiterin Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, zu berichten.

Beteiligte des Projektes Projekes „Bedarfsanalyse und Lösungswerkstatt zur Stärkung regionaler KMU“.
Projektabschluss des Projekes „Bedarfsanalyse und Lösungswerkstatt zur Stärkung regionaler KMU“. (Foto: Wolfsburg AG)
Portrait von Bettina Klim (Bildrechte: Wolfsburg AG)

„Die Betriebe haben mittlerweile die Fachkraftressource ‚Frau‘ für sich entdeckt und kommen sogar gezielt auf uns zu und formulieren ihren aktuellen Fachkräftebedarf. Mehrfach konnten wir bereits durch den konkreten wechselseitigen Austausch Betrieben und Frauen zu einer Win-Win-Situation verhelfen. Der gegenseitig erlaubte Austausch von Frau zum Betrieb und umgekehrt erleichtert beispielsweise auch Quereinstiege, welche nur aufgrund der Aktenlage sicherlich nicht als Möglichkeit erkannt worden wären.“

Bettina Klim, Leiterin Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft Wolfsburg-Gifhorn-Helmstedt

Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen

Nicht nur an Frauen, sondern explizit an Paare richtet sich das „Dual Career Netzwerk“. Um die Region zu einem noch attraktiveren Standort für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu machen, haben sich bereits mehr als 60 Arbeitgeber und Kooperationspartner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vernetzt. Das macht das Netzwerk zu dem größten seiner Art in Deutschland. Was ist der Beweggrund für so viel Engagement? Im heutigen Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte sollten Arbeitgeber verstärkt die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten der Partner/innen berücksichtigen. Das Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen unterstützt regionale Arbeitgeber dabei, dieses wichtige Instrument des Personalmanagements zu etablieren und eigene Beratungsangebote auf- und auszubauen.

Sein Leitbild formuliert das Netzwerk so: „Wir unterstützen und beraten Partner/innen von neu eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Netzwerkmitglieder. Es werden individuelle Lösungen für Paare und Familien zur optimalen Integration in die Arbeits- und Lebenswelt der neuen Region erarbeitet und Stellenoptionen für Dual Career Paare aufgezeigt. Das Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen umfasst neben der persönlichen und individuellen Beratung zu beruflichen Möglichkeiten oder der Begleitung beim Bewerbungsprozess, auch die Unterstützung bei der Suche nach geeigneter Kinderbetreuung oder auch Tipps zum Wohnen und Leben in der Region. Dies trägt wesentlich dazu bei, die eigene Karriere(planung) mit der Familie zu vereinbaren. Das macht uns auch so erfolgreich – dies zeigt die Mitgliederzahl des Netzwerkes von rund 60 Unternehmen deutlich auf.“
Ein zusätzliches Angebot für Arbeitsuchende bietet das Welcome Center. Hier können sich ausländische Fachkräfte, die gerne in unserer Region arbeiten möchten, individuell beraten lassen.

„Im Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen bieten wir persönliche Beratungen zu beruflichen Möglichkeiten an und geben Tipps bei Fragen zu Wohnen, Leben und Kinderbetreuung in der Region. So unterstützen wir sowohl individuelle Karrierechancen als auch ein erfülltes Privat- und Familienleben von Dual Career-Paaren.“

Simuna Karadzic-Nahler, Koordination Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen

International Womenʼs Association

Den Familien ausländischer Fach- und Führungskräfte die Integration in der Region zu erleichtern – das haben sich die Mitglieder der International Womenʼs Association auf die internationalen Fahnen geschrieben. Bei global agierenden Unternehmen sind Einsatzzei­ten im Ausland schließlich inzwischen en vogue. Häufig fällt es den Fach- und Führungskräften durch ihren täglichen Kontakt zu Kollegen und Geschäftspart­nern leichter, in der Region anzukommen als ihren mit­gereisten Familienmitgliedern. Marianne Wandt und ihre Vorstandskolleginnen von der International Womenʼs Association Region Braunschweig e. V. (IWA) möchten diesen Menschen helfen. Vor vierzehn Jahren haben sie zusammen mit insge­samt elf Frauen aus sieben Nationen den gemeinnützigen Verein gegründet, um Neuankömmlingen die Eingewöhnung zu erleichtern. „Die Frauen bleiben häufig auf der Strecke. Wir haben gedacht, da müssen wir etwas tun“, betont die IWA-Präsidentin Marianne Wandt. „Viele der Frauen, die mit ihren Männern hier in die Region kom­men, sind sehr gut ausgebildet und hat­ten in ihrer Heimat beruflichen Erfolg. Hier bekommen sie in der Regel keine Arbeitserlaubnis, es gibt Sprachbarrie­ren. Die Situation ist frustrierend“, und kann im schlimmstenfalls zu Isola­tion führen.

Durch die Vernetzung des IWA mit hiesigen Personalabteilungen finden Neubraunschweigerin­nen schneller zu den Veranstaltungen, wie z. B. der „IWA-Happy Hour“. Wenn möglich bekommt jede einen Tandempartner – möglichst mit derselben Muttersprache. „Wir spre­chen im Verein Englisch. Mittlerweile sind wir aber so groß, dass wir die meis­ten Sprachen abdecken können“, erklärt Andrea Reinhart. Rund 150 Mitglieder sind aktuell im Verein organisiert. Gemeinsame Aktivitäten wie Sport, Kulturveranstaltungen und Stadterkundungen gehören zur Vereinskultur; aber auch die Beantwortung banaler Alltagsfragen steht im Mittelpunkt des Austauschs. Die Mitglieder haben sogar einen Guide mit dem Titel „Settling In IWA Guide to the Braunschweig Area“ formuliert und herausgebracht. Auf 145 Seiten finden die Newcomer in der Region so wichtige Informationen, z. B. zu den Themen Health Care, Public transportation, Education, Culture, Living in Braunschweig and „dos and Dont’s in Germany“. Der Führer kostet 12,50 Euro und kann bei der Geschäftsstelle der IWA-BS bestellt werden.

Portrait von Marianne Wandt. (Bildrechte: privat)

„Die Frauen bleiben häufig auf der Strecke. Wir haben gedacht, da müssen wir etwas tun“

IWA-Präsidentin Marianne Wandt

CrossMentoring Salzgitter

Drei Unternehmen, ein Pilotprojekt: Die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH hatte in Kooperation und auf Initiative der Braunschweigischen Landessparkasse und der ALSTOM Transport Deutschland GmbH das Cross-Mentoring-Programm „CrossMentoring Salzgitter“ aufgelegt. Mit dem Ziel, Fachkräfte am Standort Salzgitter auszubilden, zu gewinnen, zu halten und weiterzubilden, wurde das Programm äußerst erfolgreich unternehmens- und branchenübergreifend am Wirtschaftsstandort Salzgitter umgesetzt. Insgesamt 19 Tandems aus MentorInnen und Mentees aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen, Verwaltung und der Ostfalia Hochschule bildeten ein hochkompetentes Teilnehmerfeld. Diesem geht es um Erweiterung des eigenen Horizontes, Kennenlernen branchenfremder Unternehmenskulturen, Weiterbildung und den aktiven Erfahrungsaustausch. Das Ziel: Mit Engagement dem Fachkräftemangel in der Region begegnen. Im Gegensatz zu internen Mentoring-Programmen nutzt das Programm CrossMentoring die Möglichkeit, dass Mentee und MentorIn aus verschiedenen Unternehmen kommen. So setzt das Kooperationsprojekt auf den branchenübergreifenden Know-how-Transfer im Bereich des Führungskräftetrainings. Um das Netzwerk zu stärken und Erfahrungen auszutauschen sind ergänzend Stammtische, Workshops und Unternehmensbesuche für die Projektteilnehmer geplant. 

Noch in diesem Jahr wird es voraussichtlich eine zweite Runde CrosssMentoringSalzgitter geben. Die Zusagen zahlreicher Unternehmen, die mit Mentees und MentorInnen teilnehmen möchten, liegen bereits vor.

Initiatoren des CrossMentoring Salzgitter und ein Redakteur der Salzgitter Zeitung.
Gisela Rose-Bauch (HR Alstom), Jan Van der Houte (Leiter HR Alstom), Juliane Stockhammer (Wirtschafts-und Innovationsförderung Salzgitter GmbH), Thomas Wetzel (Geschäftsführer der WIS), Jürgen Stricker (Redaktionsleiter Salzgitter Zeitung), Marc Knackstedt (Vorstandsmitglied BLSK), Thomas Fehst, Linda Rieger und Christiane Voss (alle BLSK) (Foto: BLSK)

Unternehmerfrauen im Handwerk | Landkreis Wolfenbüttel

Die UnternehmerFrauen im Handwerk sind ein engagiertes Netzwerk von selbstständigen Unternehmerinnen, Ehefrauen, Partnerinnen und Töchtern, die im Büro für den kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Bereich Verantwortung tragen. Sie haben sich vorgenommen, die Anerkennung für die Leistungen der Unternehmerfrauen in Wirtschaft, Betrieb und Familie zu stärken. Außerdem möchten sie die Position der Unternehmerfrau als Führungskraft kräftigen, sich für Förderung der Aus- und Weiterbildung einsetzen, Information und Erfahrungsaustausch ausbauen und die Integration in die Handwerksorganisationen vorantreiben. Aktiv möchten sie so die täglichen und zukünftigen Herausforderungen im Handwerk gemeinsam meistern. Die Gruppe aus Unternehmerfrauen, Meisterfrauen und im Handwerk tätigen Frauen, die sich beruflich engagieren und Mitverantwortung tragen, möchten das Handwerk nach innen und außen festigen und engagiert zu seiner Zukunftssicherung beitragen. Ihr Leitgedanke „Lebenslanges Lernen sichert unsere Zukunft!“. Gäste und neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Ein Portrait von Marina Warnecke. (Bildrechte: privat)

„Weil die Position der Frau im Handwerk wichtiger ist denn je, finden Sie bei uns eines großes Spektrum an Information und Weiterbildung.“

Marina Warnecke, 1. Vorsitzende UnternehmerFrauen im Handwerk | Arbeitskreis Wolfenbüttel

Wirtschaftsfrauen Region Braunschweig e.V.

Neben Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen und Existenzgründerinnen möchte der Verein Wirtschaftsfrauen Region Braunschweig e.V. Angestellte in verantwortlichen Positionen ansprechen. Dabei soll der Radius nicht nur Braunschweig, sondern auch Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel, Gifhorn, Wolfsburg, Helmstedt und Goslar umfassen. Neben der Steigerung der Standortattraktivität sowie des Bekanntheitsgrades, setzt sich das Frauen-Netzwerk für die Wirtschaftskraft dieser Region und zugleich den wirtschaftlichen Erfolgsfaktor weiblicher Führungskräfte in Unternehmen und Abteilungen (unabhängig von Branche und Betriebsgröße) ein.

Entscheiderinnenabend der Volksbank BraWo

Seit 2015 richtet die Volksbank BraWo regelmäßig den Entscheiderinnenabend aus, um die Netzwerke unter Frauen in Führungspositionen zu stärken. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Entscheiderinnen und weibliche Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Braunschweig, Gifhorn, Peine, Salzgitter und Wolfsburg sowie im Umland. Das Besondere: Jede Veranstaltung findet an einem besonders inspirierenden Ort statt und wird eröffnet durch den Vortrag eines renommierten Speakers. Bei den vergangenen Veranstaltungen waren bekannte Größen wie Profiling-Expertin Suzanne Grieger-Langer, „Spiele der Macht“-Autorin Marion Knaths, Business-Coach Kara Pientka oder Martin Klappheck mit seinem „Piano-Referat“ zu Gast.

Weitere beratende Institutionen und Anlaufstellen

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