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Öffentliche Versicherung Braunschweig: Zehn Fragen an Heiko Klostermann

Ein moderner Bürokomplex in Braunschweig mit Baum bei Sonnenschein. (Bildrechte: Öffentliche Versicherung Braunschweig)

„Bodenständig und modern“ - jeder zweite Geschäftsbericht könnte diesen Titel tragen. Warum er aber perfekt zur 265 Jahre alten Öffentlichen Versicherung passt und wie dieses tief in der Region verwurzelte Unternehmen agile Teams, nachhaltige Kapitalanlage und „New Work“ mit großer Kundennähe und großzügigem lokalem Sponsoring verbindet, erklärt Heiko Klostermann.

Zur Person: Heiko Klostermann ist ein echtes Kind der Region. Seit 29 Jahren arbeitet er in der Öffentlichen Versicherung Braunschweig – angefangen hat er als Auszubildender, seit 2020 ist er Bereichsleiter für die Themen Unternehmens- und Personalstrategie sowie für die Unternehmenskommunikation. Schon nach wenigen Wochen bekam er es in dieser Position direkt mit der Corona-Pandemie zu tun.

Herr Klostermann, was - denken Sie - schätzen Ihre Kunden besonders an der Öffentlichen?

Dass wir von hier sind. Wir kennen die Menschen, die Themen und auch die Sorgen der Region, denn wir sind ein Teil von ihr. Ob als Sponsor beim Sport, etwa bei der Eintracht oder im Verein vor der eigenen Haustür, im Museum oder im Theater, als Partner der Freiwilligen Feuerwehren, bei wissenschaftlichen Vorträgen, Studentenpartys oder bei Umweltschutzprojekten.

Ich wette, jeder in der Region – ob Kunde oder nicht - hat mindestens drei persönliche Berührungspunkte mit uns. Diese Nähe zum Alltag hier spiegelt sich dann natürlich auch in unserer Beratung wider.

Und wie würden Sie jemandem das Tätigkeitsfeld der Öffentlichen beschreiben, der sich kaum in der Versicherungsbranche auskennt?

Das ist eine sehr gute Frage, die sich in dieser kurzen Form noch nicht mal oberflächlich beantworten lässt. Von daher würde ich lieber kurz erwähnen, was wir hier eigentlich nicht tun… (lacht)

Aber ganz im Ernst: Die Öffentliche ist ein so vielfältiges Unternehmen, dass die Zeit hier kaum ausreichen würde: Natürlich arbeiten bei uns viele Kollegen rund um Versicherungen.
Wir haben allerdings auch eine innovative IT auf dem neuesten Stand der Technik, bilden Köche aus, koordinieren einen regionalen Handwerkerservice und einen Coworking Space namens BLUEworking in der Braunschweiger Innenstadt, haben Experten für die Kapitalanlage … und sind natürlich vor allem immer für unsere Kunden da, um im Schadenfall schnell unterstützen zu können.
Ich würde also gern statt einer Antwort zwei Stichworte geben: enorm vielfältig und sehr nah an den Menschen.

„Oft denkt man bei Versicherungen an verstaubte Büros oder Stromberg, aber dem muss ich in unserem Fall klar widersprechen."

Heiko Klostermann
BLUEworking in der City

Was macht eine Versicherung im Jahr 2020 aus?

Wahrscheinlich dasselbe, was sie auch 1754, im Jahr unserer Gründung, ausgemacht hat: dass ich ihr vertrauen und mich immer auf sie verlassen kann. Selbstverständlich kann man uns heute über Social-Media-Kanäle erreichen und Schäden digital selbst anlegen.
Wir glauben aber trotzdem, dass etwa für eine Lebensversicherung, die Sie und Ihre Familie für den Rest des Lebens absichern soll, ein persönliches Gespräch, eine individuelle Beratung unersetzlich sind.

Dass Sie übrigens ausgerechnet nach 2020 fragen, also dem „Corona-Jahr“, das mit Sicherheit in die Geschichte eingehen wird, ist für meine Antwort übrigens überhaupt nicht wichtig, da wir aus meiner Sicht – hoffentlich – insbesondere in diesem Jahr gezeigt haben, dass sich jeder Kunde, sowie auch die gesamte Region, auf uns als regionalen Partner wirklich verlassen kann.

Wo Sie gerade die Corona-Pandemie ansprechen: Wie hat die Öffentliche auf den Lockdown und andere Infektionsschutzmaßnahmen reagiert – sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter?

Bei uns ging es wie für alle anderen Unternehmen bereits im März los mit einer krassen Umstellung: Unsere Geschäftsstellen stellten innerhalb kürzester Zeit komplett auf Telefon und/oder Mail um, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, wenn irgend möglich, aus dem Homeoffice gearbeitet und für unsere Direktion haben wir unmittelbar zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter zu schützen.

Die Pandemie hat auch bei uns als Katalysator für eine flächendeckende Digitalisierung gewirkt, von der unsere Kunden bestenfalls sogar profitieren. Auch bei einigen wirklich tollen Initiativen unserer Region konnten wir Hilfestellung leisten, was für uns als Teil der Region selbstverständlich ist.

Ein verglastes rundes Gebäude, von unten nach oben fotografiert.
Hoch hinaus geht es bei der Öffentlichen seit rund 265 Jahren - heute gehört ihr Filialnetz zu den dichtesten Deutschlands. (Foto: Öffentliche Versicherung)
Das bedeutet „New Work"!

Wie steht die Öffentliche allgemein zum Thema „New Work“?

Ganz unabhängig vom „Katalysator Corona“ spielt das bei uns eine zentrale Rolle. Schon länger ist bei uns Telearbeit eine Selbstverständlichkeit und sind agile Arbeitsmethoden im Einsatz.
Wir arbeiten dabei gezielt in selbstorganisierten Teams mit vielen Freiheiten, bewegen uns weg von den klassischen Hierarchien.

Besonders bezeichnend ist für mich, dass die Krawatte innerhalb der vergangenen, sagen wir, fünf Jahre von unseren Fluren so gut wie verschwunden ist. Natürlich ist sie für einige Bereiche nach wie vor sinnvoll. Aber dass man sie eben nicht benötigt, um acht Stunden allein vor seinem PC zu sitzen, und dass jeder selbst entscheidet, wann die Krawatte noch angebracht ist, ist für mich ein gut sichtbares Zeichen eines Kulturwandels.

Wenn ich Sie mal einen Tag durch das Unternehmen führen würde, wären Sie vermutlich extrem überrascht, denn die klassischen Versicherungsklischees greifen garantiert nur noch sehr bedingt.

Sie engagieren sich stark in vielen Bereichen – von Kunst und Kultur über Sport bis hin zu gesellschaftlichem Engagement. Was liegt Ihnen bei der Auswahl der zu unterstützenden Projekte besonders am Herzen?

Wenn ich es auf einen Nenner bringen müsste: Sie müssen zu uns als Unternehmen und zu unseren Werten passen – also ausschließlich regional sein und die Lebensqualität hier vor Ort erhöhen.

Gibt es keinen Bereich, der besonders im Fokus steht?

Wir sind an Nachwuchsförderung im Sport genauso interessiert wie an Bildungsangeboten für mehr Chancengleichheit, an Umweltprojekten genauso wie an der Unterstützung von Kreishandwerkerschaften, Feuerwehren und Verkehrswachten und aller Ehrenamtlichen allgemein.
Und, ganz wichtig: an der Eintracht oder dem Braunschweig Classico genauso wie an den kleinen Sportvereinen der vielen einzelnen Dörfer, die zu unserem Geschäftsgebiet gehören.
Wir schauen uns daher ganz genau an: Was können wir den Menschen hier Gutes tun, was gibt es in dieser Form vielleicht noch nicht?

So ist zum Beispiel auch das Open-Air-Fitness-Festival RENEW entstanden, dass wir seit einigen Jahren erfolgreich im Bürgerpark anbieten. Unsere „Faustformel“ lautet auch hier: „Die Öffentliche ist wie ein guter Freund. Für ihre Kunden und für die Region.“
 

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen?

Dieses Thema verstehen wir bei der Öffentlichen sehr umfassend – also von der Unternehmensführung über soziale Belange bis hin zu unserem Carbon Footprint und unserer Kapitalanlage.
Von daher haben wir über viele Dinge, die wir machen, ja bereits gesprochen.
Zwei Dinge möchte ich aber noch erwähnen: Wir haben es geschafft, unseren CO2-Fußabdruck dank konkreter Maßnahmen von fast 2.000 Tonnen auf rund 36 Tonnen im Jahr 2019 zu reduzieren. Und auch für unsere Kapitalanlage haben wir uns hohe Ziele gesetzt: Wir stellen die rund drei Milliarden Euro, die uns unsere Kunden anvertrauen, schrittweise auf Nachhaltigkeit um.

„Drei Milliarden Euro können enorm viel bewirken - je nachdem, wem sie zu Gute kommen, oder wer sie eben nicht bekommt."

Heiko Klostermann

Wie soll und kann das funktionieren?

Wir sind dafür der PRI beigetreten, einer Initiative, mit der wir uns neben den Anforderungen an Sicherheit, Rendite und Liquidität auch zur Einhaltung von ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien bei Investitionsentscheidungen verpflichten.
Denn selbstverständlich können drei Milliarden enorm viel bewirken - je nachdem, wem sie zu Gute kommen, oder wer sie eben nicht bekommt.

Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit aber schlichtweg auch Teil unserer Unternehmens-DNA: Der Löwenanteil der Beträge, die uns unsere Kunden anvertrauen, fließt wieder in die Region zurück. Zum Beispiel, indem wir zum allergrößten Teil mit regionalen Handwerkern, Werkstätten und anderen Partnern direkt vor Ort zusammenarbeiten.
Außerdem kommt unser Gewinn auch auf dem Weg über unsere Träger, beispielsweise die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, wieder in die Region zurück.

Herr Klostermann, abschließend noch eine Frage zu Ihnen: Was sind Ihre persönlichen Highlights in der Region?

Auch wenn ich selbst seit einigen Jahren nördlich von Braunschweig wohne: Ich bin ein echter Braunschweig-Fan und mag die Menschen und die Stadt.
Es gibt viele Highlights hier und weil man ja immer weiß, was man gernhat, wenn man es nicht hat, nenne ich exemplarisch unseren Weihnachtsmarkt.

In diesem Jahr habe ich angefangen, viel mehr mit dem Fahrrad zu fahren und habe sehr viele tolle Stellen und Plätze in der ganzen Region entdeckt. Im Ernst: Unsere Region hat so viel zu bieten, ich lebe gern hier.

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