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promotion school - Jugendliche Kreativität und markttaugliche Innovationen

Zehn Jugendliche sitzen und stehen um einen runden Tisch und arbeiten mit farbigen Zetteln. (Bildrechte: Susanne Hübner, Allianz für die Region.)

Kreativität, jugendlicher Ideenreichtum und markttaugliche Innovationen: Beim diesjährigen Wettbewerb promotion school entwickelten Jugendliche aus der Region Braunschweig-Wolfsburg trotz Corona-Beschränkungen eigene, neue Geschäftsideen - vom Schornsteinfeger-Roboter bis zur Online-Änderungsschneiderei. Im Interview erklärt Stefan Gediga von der Allianz für die Region GmbH die Ziele des Projekts und seine persönlichen Highlights 2020.

Stefan, worum geht es bei promotion school?

Promotion school ist ein Schülerwettbewerb für die 9. bis 13. Klassen der allgemein- und berufsbildenden Schulen in der Region Braunschweig-Wolfsburg. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Jugendlichen auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten. Bislang haben über den gesamten Zeitraum mehr als 7.500 Teilnehmer aus 45 Schulen teilgenommen. Wir sind übrigens sehr stolz, dass wir in diesem Jahr trotz der besonderen Umstände 13 teilnehmende Schulen hatten. Uns ist dabei zugutegekommen, dass wir schon seit vielen Jahren die meisten Inhalte digitalisiert haben und so für die Schulen eine Teilnahme trotz der Kontaktbeschränkungen ermöglichen konnten.

Kannst Du das noch genauer beschreiben?

Na klar. Es ist so, dass sich unsere Arbeits- und Lebenswelt mit dem technologischen Wandel stark verändert und komplexer wird. Bei promotion school lernen Schüler, sich mit unternehmerischen Denkweisen auseinanderzusetzen, also: „Was ist eine gute Geschäftsidee?“, „Wie setze ich sie um?“. So fördert promotion school die aktive Teilnahme an der Innovationskultur und vertieft wirtschaftliches Fachwissen sowie unternehmerische Bildung. Das geschieht durch teamorientierte Arbeit an einer Geschäftsidee, die die Jugendlichen selbst beeinflussen und entwickeln.

Es funktioniert also wie im richtigen Leben, wie bei den „Großen“.

Genau. Das sind sozusagen unsere Wurzeln: Der InnovationsCampus der Wolfsburg AG hat früher einen Gründungswettbewerb veranstaltet, der sehr erfolgreich war. Irgendwann hatten wir die Idee, diesen Wettbewerb auch auf andere Zielgruppen, wie beispielsweise Schüler auszuweiten. So ist promotion school 2004 zunächst in Wolfsburg entstanden. Als der Wettbewerb auf die Region ausgeweitet wurde, hat die Allianz für die Region das Projekt übernommen.

„Wir hatten in diesem Jahr trotz der besonderen Umstände 13 teilnehmende Schulen.“

Stefan Gediga, Projektmanager bei der Allianz für die Region
Grafik über Ablauf und Module der promotion school.
Grafik über Ablauf und Module der promotion school. (Foto: Allianz für die Region)

War der gesamte Ablauf dann komplett digital?

Ja. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal die Elemente Jurysitzung und Prämierung digital durchgeführt. In den vergangenen Jahren wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Vormittag der Preisverleihung zunächst durch den Input eines Profis auf den Pitch bei der großen Jurysitzung am Nachmittag vorbereitet. An kleinen Ständen präsentierten die Teams ihre Geschäftsideen persönlich vor einer Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die Herausforderung war dabei immer, dass die Teams dafür einen festgelegten Zeitraum hatten und in kürzester Zeit überzeugen mussten.

Das klingt spannend - und herausfordernd! Welche Themen sind denn Eurem Eindruck nach bei den Jugendlichen derzeit besonders relevant?

Die Themen Umwelt und Digitalisierung werden natürlich immer wichtiger. Auch wenn die Ideen nicht immer direkt etwas damit zu tun haben, bemerkt man, welch hohen Stellenwert sie bei den Schülern einnimmt.

Momentan bekommen Gesundheitsthemen viel Aufmerksamkeit. Wie sieht es damit bei den Teilnehmern aus?

In diesem Bereich sind es digitale Fitnessangebote und Alltagserleichterungen für ältere Personen oder Menschen mit Handicap, die viele Schülerinnen und Schülern als Thema aufgreifen. Meistens werden sie durch persönliche Erfahrungen und ihr eigenes Umfeld inspiriert, um genau in diesen Bereichen Probleme zu identifizieren und die passenden Lösungen zu entwickeln.

„Oft inspirieren persönliche Erfahrungen, um genau in diesen Bereichen Probleme zu identifizieren und die passenden Lösungen zu entwickeln.“

Stefan Gediga

Was ist die originellste Idee, die ihr mitbegleitet habt?

Das ist schwierig. Auf die originellste Idee kann ich mich gar nicht festlegen. Es ist gerade die enorme Bandbreite an die Ideen, die promotion school ausmacht. In den vergangenen Jahren war von Weltraumtankstellen bis hin zu biologisch abbaubaren Verhütungsmitteln alles dabei. Die Ideen sind mit den Jahren immer digitaler geworden. Eines der Siegerteams aus diesem Jahr hat zum Beispiel einen Roboter entwickelt, der die gefährlichen Tätigkeiten des Schornsteinfegers erleichtert.

Eine tolle Idee! Wie fand denn in diesem Jahr die Preisverleihung statt?

Bei der großen Prämierung am letzten Tag waren immer alle Teilnehmer sowie Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen. Das ging dieses Jahr leider nicht. Als Ersatz haben wir deshalb einen Prämierungsfilm gedreht, bei dem die Zuschauer auch die übliche Spannung der Live-Veranstaltung spüren konnte.

 

VIDEO: Die acht Top-Innovationen aus der promotion school 2020
Von der Idee zum Start-up

Was beeindruckt und begeistert euch am meisten an diesem Projekt?

Ganz klar: die Begeisterung der Schüler und die unfassbare Ideenbreite, die hier generiert wird. Wir sind immer sehr erfreut und staunen, dass sich die Schüler an große gesellschaftliche Probleme wagen und unkonventionelle Lösungen erarbeiten.

Und was sagen die Schüler und Schülerinnen selbst? Der Wettbewerb unterscheidet sich doch erheblich vom gewohnten Unterricht.

Schülerinnen und Schüler schätzen den projektorientierten Unterricht, in dem sie vor allem eigene Ideen verfolgen und umsetzen können. Sicherlich trägt auch der Wettbewerbscharakter von promotion school mit seinen attraktiven Preisen zur Beliebtheit bei.

Für Lehrerinnen und Lehrer ist promotion school sicher eine Ergänzung oder Erweiterung des Unterrichts.

Von den Lehrkräften erhalten wir seit Jahren sehr positives Feedback. Der Wettbewerb passt zum Bedarf nach zeitgemäßer wirtschaftlicher Bildung an den Schulen. Mit promotion school liefern wir ein komplettes Unterrichtskonzept, das innerhalb eines Schulhalbjahres umgesetzt werden kann. Da wir selbst versuchen, unternehmerisch und kundenorientiert zu denken, nehmen wir Wünsche und Anregungen unserer Zielgruppe immer gerne auf! Das ist auch der Grund, warum promotion school bereits seit 2004 besteht.

„Mit promotion school liefern wir ein komplettes Unterrichtskonzept, das innerhalb eines Schulhalbjahres umgesetzt werden kann.“

Stefan Gediga

Was ist eure Vision? Was möchtet ihr mit promotion school langfristig erreichen?

Promotion school ist ein wichtiger Baustein, um die Fachkräftebasis in der Region auszubauen und zu sichern. Das erreichen wir dadurch, dass wir die Jugendlichen gezielt auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten und ihnen vor allem unternehmerisches Denken und Handeln vermitteln.

Warum letzteres?

Indem die Jugendlichen systematisch eine Geschäftsidee zum Geschäftsmodell weiterentwickeln, erwerben sie quasi nebenbei Fähigkeiten, die sie später im Beruf unabhängig von der Branche oder einem Berufsbild überall einsetzen können.

Welche Fähigkeiten lernen die Teilnehmer denn schwerpunktmäßig?

Die Jugendlichen lernen, kreativ in einem Team zu arbeiten, Probleme systematisch zu analysieren und daraufhin konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Durch die Teilnahme am Wettbewerb schulen sie aber auch das Durchsetzungsvermögen, übernehmen mehr Verantwortung, und verbessern ihre Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit.

Grafik zur Unternehmerischen Bildung.
Grafik zur Unternehmerischen Bildung. (Foto: Allianz für die Region)

Also quasi die unternehmerischen Grundfähigkeiten.

Genau. Wir nennen das „Entrepreneurship-Kompetenz“. Grundsteine dafür sind das selbständige und eigenverantwortliche Denken und Handeln. Durch die Auseinandersetzung mit diesem unternehmerischen „Mindset“ fördert promotion school die aktive Teilnahme an der Innovationskultur und vertieft wirtschaftliches Fachwissen und unternehmerische Bildung. Die Jugendlichen agieren im Wettbewerb mit einem hohen Grad an Selbstständigkeit und Gestaltungsfreiraum. Das steigert wiederum die Motivation und den Lernerfolg. Letztlich gelingt es uns so, den Schülern einen Einblick in die Vielfalt und Chancen einer unternehmerischen Tätigkeit zu vermitteln.

Stefan, wir bedanken uns für das Interview und viele Grüße an das Wettbewerbs-Team.    

Weiterführende Informationen zum Schülerwettbewerb promotion school finden Sie hier:

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