• Leben & Freizeit
  • Ausflüge
  • Ringgleistour
Das Ringgleis: Natur trifft Bahn. Inga Stang

Sommer, Sonne, Ringgleistour – ein Rundweg im stetigen Wandel
Auf dem Braunschweiger Ringgleis unterwegs

Das 22,5 Kilometer lange Ringgleis in Braunschweig bietet Radfahrern und Fußgängern eine abwechslungsreiche Strecke durch verschiedene Themengebiete. Sowohl Wegführung als auch Sehenswürdigkeiten und Angebote auf der Strecke sind im stetigen Wandel.

Was gibt es Schöneres, als bei sonnigem Wetter einen Ausflug mit dem Rad zu unternehmen? In Braunschweig, muss man hierfür nicht mal aus der Stadt heraus. Das 22,5 Kilometer lange Ringgleis bietet Radfahrern und Fußgängern eine abwechslungsreiche Strecke durch verschiedene Themengebiete. Sowohl Wegführung als auch Sehenswürdigkeiten und Angebote auf der Strecke sind im stetigen Wandel. Zeit sich aufs Rad zu schwingen, um herauszufinden, was es alles Neues zu entdecken gibt. 
 

Über Stock und Stein Richtung „BAHNgleis“ 

Unsere Tour beginnt am Lünischteich, wo wir direkt von einer Gänsefamilie begrüßt werden. Vorbei an saftigen Wiesen und grünen Feldern geht es schließlich auf dem Rundweg Richtung Helmstedter Straße, dem Beginn des südlichen Ringgleises. Hier warten in unterschiedlichen Abständen parallel verlaufende und weiterhin in Betrieb bleibende Gleise und sonstigen Bahnanlagen sowie alte Bahnrelikte, welche diesem Abschnitt den Beinamen „Das BAHNgleis“ verleihen. Über naturbelassene Ecken, vorbei am Südsee und durch den Richmond Park führt das Ringgleis schließlich zum Kennelbad. Hier kann man in der Kennel-Minigolfanlage nicht nur sein Handicap aufbessern, sondern auch verschiedene Snacks und Kaltgetränke zu sich nehmen, um gestärkt in den nächsten Tourabschnitt zu starten. Wer Glück hat, kann sich danach nicht nur ein Eis an der Echobrücke holen, sondern, so wie wir, den ein oder anderen Musiker entdecken, der den ungewöhnlichen Klang der Brückenunterführung für seine Musik nutzt.
 

Stillstand war gestern – das „SOZIALE Gleis“ im Westen 

Frisch gestärkt geht es von hier aus weiter Richtung alter Westbahnhof, dem Dreh- und Angelpunkt des westlichen Ringgleisabschnitts. Noch bis 1986 wurde der frühere Betriebsbahnhof Braunschweig West aktiv genutzt. Danach verwilderte das Bahngelände, bis sich ab 2001 - mit der Aufnahme des westlichen Ringgebiets in das Bundesprojekt „soziale Stadt“ - engagierte Bürger*innen aktiv in die Entwicklung des Bezirks einbringen konnten. Mithilfe europäischer Fördermittel wurden schließlich Grünflächen geschaffen, Bedingungen für Gewerbebetriebe verbessert sowie verschiedene, kostenfreie Freizeitangebote wie ein Spielplatz, der Mehrgenerationenpark sowie ein Skatepark etabliert. 

Auch heute noch ist das Gebiet Westbahnhof im stetigen Wandel, von dem aktuell eine große Baustelle an der Stelle des ehemaligen Gebäudes „Westbahnhof 1“ zeugt. Hier soll ein neues Mütterzentrum mit Mutter-Kind Café und vielem mehr entstehen. Auch das Kletterparadies „Fliegerhalle“ hat neu gebaut und eröffnet in Kürze ein Bistro mit Spielecke für Kinder. Bereits fertiggestellt sind hingegen drei neue Rampen am Skatepark, über die sich sowohl der Nachwuchs als auch routinierte Brettsportler freuen. 
 

Am Westbahnhof finden sich häufig Baustellen. Bald entsteht hier ein neues Mütterzentrum. Inga Stang
Im neuen Anbau der Fliegerhalle eröffnet bald ein Bistro. Inga Stang
Neue Rampen erfreuen die Sportler am Westbahnhof. Inga Stang
Outdoor-Museum trifft auf Freizeitangebote am westlichen Ringgleis. Inga Stang
Am Westbahnhof finden sich häufig Baustellen. Bald entsteht hier ein neues Mütterzentrum. Inga Stang
Im neuen Anbau der Fliegerhalle eröffnet bald ein Bistro. Inga Stang
Neue Rampen erfreuen die Sportler am Westbahnhof. Inga Stang
Outdoor-Museum trifft auf Freizeitangebote am westlichen Ringgleis. Inga Stang

Hotspot für Kunst und Kultur  

 

Eine weitere Besonderheit, die dem Ort ein Gefühl von andauernder Transformation verleiht, sind die verschiedenen Graffiti-Wände sowie die Sprayer-Brücke, welche vom Verein „the Bridge e.V.“ in Kooperation mit der Stadt und verschiedenen Einrichtungen initiiert und bis heute betreut werden. Diverse Künstler sprayen hier in regelmäßigen Abstände neue kleine und große Murals an die Wände und verwandeln den Ort in eine Dauerausstellung für Street-Art.

Kunst und Kultur bietet auch das neu eröffnete „Schön und Frölich“ direkt um die Ecke vom Westbahnhof. Früher regional bekannt als Großraumdiskothek „Jolly Joker“ finden hier heute in regelmäßigen Abständen Konzerte und Partyabende statt, die das traditionsreiche Gebäude in die Neuzeit katapultieren.
 

Immer in Bewegung – das nördliche Ringgleis 

Zurück auf dem Rad geht es weiter zum nördlichem Ringgleis, das unter dem Motto „Technik und Natur“ steht. Neben dem Heizkraftwerk führt der Weg entlang aktiver Gleise vorbei am „Haus der Vielfalt“ (ehem. „Haus der Kulturen“) in den Nordpark. Hier wurde eine neue Freizeitoase mit Grünflächen und Erholungsorten geschaffen, die zum Abschalten und Entspannen einladen. Doch auch die Bewegung kommt nicht zu kurz: Der neu eröffnete, kostenfreie Sportplatz im Nordpark hat neben einem Basketballfeld auch einen Pumptrack für Radsportler, Freiluft-Fitnessgeräte sowie eine Boulder-Wand im Angebot, wo sich sowohl Anfänger:innen als auch Profis austoben können.

Am nördlichen Ringgleis trifft Technik auf Natur. Inga Stang
Das alte Kasernengelände am Campus Nord der TU Braunschweig soll in ein Quartier verwandelt werden, das Mensch und Wissenschaft verbindet. Inga Stang
Der neu eröffnete Sportplatz im Nordpark. Inga Stang
Studierende haben am Campus Nord einen Schilfgarten eingerichtet. Inga Stang
Am nördlichen Ringgleis trifft Technik auf Natur. Inga Stang
Das alte Kasernengelände am Campus Nord der TU Braunschweig soll in ein Quartier verwandelt werden, das Mensch und Wissenschaft verbindet. Inga Stang
Der neu eröffnete Sportplatz im Nordpark. Inga Stang
Studierende haben am Campus Nord einen Schilfgarten eingerichtet. Inga Stang

Über den Bienroder Weg führt die Strecke schließlich weiter zum Campus Nord der Technischen Universität Braunschweig. Hier soll langfristig mit dem „CO_LIVING CAMPUS“ ein einmaliges Wissenschaftsquartier entstehen, das Akteur*innen und Projekte aus der Wissenschaft und Stadtgesellschaft im urbanen Raum zusammenbringt und zur Mitgestaltung einlädt. Auch heute schon gestalten Studierende der Universität das ehemalige Kasernengelände aktiv mit und haben im April einen neuen Schilfteich angelegt, um die Aufenthaltsqualität vor Ort zu erhöhen. Der AStA der Technischen Universität verwandelt das Gelände darüber hinaus im Juni wieder zu einer großen Festival-Area mit Live-Musik, elektronischen Klängen und vielem mehr.
 

Grün soweit das Auge reicht – das PARKgleis 

Begleitet von der Sonne geht es über die Abtstrasse Richtung Gliesmaroder Bahnhof, dem Start des östlichen Ringgleis. Auch hier wurde in den letzten Jahren einiges um- und neugebaut. Künftig soll hier außerdem ein neuer Jugend- und Quartiersplatz entstehen mit Multisportanlage, Schaukeln und vielem mehr. Der Weg führt weiter durch den Prinzenpark, der diesem Abschnitt den Namen „Das PARKgleis“ verliehen hat. Hier endet unsere Tour im Restaurant „Zur Freundschaft“, welches sich 2023 im ehemaligen Vereinsheim aus den 1920er Jahren angesiedelt hat. Bei schönem Wetter öffnet der Betrieb auch außerhalb seiner Öffnungszeiten den Biergarten, nicht selten begleitet von DJs oder kulinarischen Specials vom Grill. Wir lassen hier den Abend bei Musik und Aperol ausklingen und freuen uns schon auf unseren nächsten Ausflug in der eigenen Stadt.