Es ist ein Samstag Anfang Juli, die Sonne scheint, ein paar Wölkchen bevölkern den Himmel, und die Temperaturen sind genau richtig, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Perfekte Voraussetzungen, um einen langen Spaziergang zu machen, zu joggen oder gemütlich zu walken. Und genau das mache ich heute beim walk4help, den die Volksbank BRAWO zum 20-jährigen Jubiläum der United Kids Foundations im Bürgerpark Braunschweig ausrichtet.
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Auf dem walk4help für eine gesunde Erde und gesunde Kinder
Ein Fest für die Bürger im Park
Bereits 2019 fand der erste walk4help in Braunschweig statt. Damals wurden mehr als 52.000 Kilometer gesammelt, ein neuer Weltrekord. Ob wir das dieses Mal auch schaffen? Als ich im Bürgerpark ankomme, sind schon Tausende Menschen auf den Beinen. Familien mit Kindern, Vereine, Firmen – alle Leute wollen Schritte sammeln. Mitten im Bürgerpark ist der Start zu den vier verschiedenen Strecken Feuer (zwei Kilometer), Erde (vier Kilometer), Luft (sechs Kilometer) und Wasser (acht Kilometer) gelegen. Am Info-Point werde ich gleich zur Anmeldung weitergeleitet, wo ich innerhalb kürzester Zeit mit meinem QR-Code erfasst werde und damit jederzeit auf meiner und jeder anderen Strecke starten kann. Doch erst einmal bin ich mittendrin im bunten Geschehen, das das Begleitprogramm für den Charity Walk bereithält.
Die Vibes, die ich hier spüre, sind alle durchweg positiv! Gut gelaunte Menschen in ihren Vereinsfarben, Sportklamotten oder Alltagskleidung, bunte Walking Acts, nicht zu übersehen auf ihren Stelzen, eine große Bühne mit vielfältigem Programm und verschiedene Stände locken die Teilnehmenden an. Es herrscht eine Stimmung wie auf einem Volksfest, alle sind gut gelaunt und fest entschlossen, den Weltrekord zu knacken!
Prominente Paten
Doch bevor ich mich auf den Weg mache, entdecke ich die prominenten Paten, die sich für je eine Strecke engagieren und diese natürlich auch mitlaufen. Skilegende Christian Neureuther steht für die Kurzstrecke Luft, die für mobilitätseingeschränkte Menschen und Kinder gedacht ist. Sein Sohn Felix Neureuther, ebenfalls Skirennläufer, betreut meine Strecke Erde. Schwimm-Weltmeisterin Franziska van Almsick ist für ihr Element Wasser unterwegs und die längste Strecke Luft wird von einem prominenten Team aus Lily Becker, Moderatorin Jasmin Wiegand, Marathonläuferin mit Beinprothese Asha Noppeney und dem Zehnkämpfer Jürgen Hingsen begleitet. Alle mischen sich unters Volk und laufen mit.
Felix Neureuther signiert sein neues Buch „Gesunde Erde. Gesunde Kinder.“ am Bücher-Stand. Der Titel ist sogleich auch das Motto vom walk4help, denn alle Spenden, die durch die Startgebühren und das Sponsoring der zahlreichen Firmen eingenommen werden, kommen diesem und 20 weiteren Projekten für Kinder zugute. Eine tolle Aktion! Ich nutze die Gelegenheit, mich mit Felix Neureuther zu unterhalten, der während seiner Autogrammstunde auch zahlreiche Selfies mit den Anwesenden macht. Warum er beim walk4help mitmacht, möchte ich wissen: „Wenn man durch Bewegung etwas Gutes tun kann, dann ist das ja eine Win-win-Situation.“ Ob wir den Weltrekord schaffen? „Das werden wir sehen, ich drücke auf jeden Fall die Daumen“, schmunzelt er in die Kamera.
Interview mit Christian Neureuther
Interview mit Felix Neureuther
Auch seinem Vater, Christian Neureuther, liegt das Wohl von Kindern sehr am Herzen. Deshalb ist es auch für ihn keine Frage, diese wunderbare Charity-Aktion zu unterstützen. Als passionierter Großvater ist er Pate für die Strecke Feuer, auf deren zwei Kilometern viele Familien mit kleineren Kindern unterwegs sind – ganz wie der Streckenname verrät – mit Feuereifer. Von ihm möchte ich wissen, wie er sich auf den walk4help heute vorbereitet hat. Mit einem Augenzwinkern verrät er, wie (nämlich mit intensivem Training, Physiotherapie, mentaler Unterstützung und Massagen) und dass er heute „nicht ohne eine Medaille“ nach Hause gehen will. Die hätte er sich auf jeden Fall für sein Engagement verdient! Fun Fact am Rande: Meinen Namen kann er sich gut merken, da seine Schwiegertochter ebenfalls Miriam heißt.
Laufen für den guten Zweck
Und auch Franziska van Almsick ist hin und weg von der Stimmung, den Mitmachenden und von Braunschweig ganz allgemein. „Ich war hier schon zu Wettkämpfen, nicht jede Stadt hat ein 50-Meter-Schwimmbecken, was ganz toll ist“, bemerkt sie. „Ich bin total begeistert, wie grün Braunschweig ist“, stellt sie erstaunt fest. Als Weltklasse-Schwimmerin ist sie natürlich Patin der Strecke Wasser, deren acht Kilometer sie als Sportlerin locker meistert. Unterwegs seien ihr viele interessante Menschen begegnet, erzählt sie, mit denen sie tolle Gespräche geführt hat. Auch ihr ist wichtig, dass Kindern ein gutes und gesundes Leben ermöglicht wird, deshalb macht sie mit. Klar, als Mutter zweier Söhne sehr verständlich.
Interview mit Franziska van Almsick
Aber nicht nur Prominente laufen oder gehen hier Kilometer für Kilometer – sondern eben auch viele Leute, die Gutes tun möchten und dieses Event feiern. Dazu bieten sich viele Gelegenheiten, auch wenn sich an den Essensständen zu Mittag längere Schlangen bilden. Aber so kommt man auch wieder locker ins Gespräch mit den Wartenden, die sich die gute Laune dadurch nicht im Geringsten verderben lassen.
Mit einer heißen Bratwurst setze ich mich in die Sonne auf eine der zahlreichen Bierbänke. Hier treffe ich Bärbel, Alfred und Karin, alle in Rente, die schon die lange Acht-Kilometer-Strecke Luft gegangen sind. Bei einem kühlen Bier zeigen sie sich absolut begeistert: „Der walk4help ist spitzenmäßig! Wir haben tolles Wetter und die richtige Location“, freut sich Bärbel. Alfred ergänzt: „Wir sind eine ganz tolle Route gelaufen, das war wunderbar. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die perfekt organisiert ist!“ Und Karin pflichtet ihm bei: „Wirklich eine super Organisation. Zumal es dieses Mal ein besseres Areal als 2019 ist. Respekt, was die Volksbank BRAWO hier auf die Beine stellt!“
Auf der Strecke
Frisch gestärkt mache ich mich auf den Weg und starte auf meiner Strecke „Erde“. Es duftet nach Lindenblüten, ein lauer Wind weht und der Sonne-Wolken-Mix sorgen für eine Wohlfühl-Temperatur, genau richtig für einen Wochenendspaziergang im Park, den ich hier und heute mit vielen Hunderten begehe.
Schon nach ein paar Metern treffe ich Jens, der bereits auf dem Rückweg und damit fast wieder am Ziel der Strecke ist. Seit zehn Uhr ist er hier und jedes Element bereits einmal gelaufen, seine 20 Kilometer hat er schon voll. „Gleich kommt noch meine Familie, dann gehen wir die Strecke Erde gleich noch mal“, erzählt er mir. Da werden also noch mal ordentlich Schritte gesammelt und wir kommen dem Weltrekord ein Stückchen näher.
Die Strecken sind sehr gut ausgeschildert, große und kleine Schilder leiten die Läufer in die richtige Richtung. Unterwegs gibt es Mitmach-Camps, an denen über die verschiedenen Themen zum Klimawandel und anderen Themen informiert wird. Damit auch jeder gelaufene Kilometer erfasst wird, stehen an den Messzelten Helfer bereit, die den vorab registrierten QR-Code scannen. Schließlich soll alles offiziell belegt werden können!
Auch Lars ist schon seit dem Vormittag auf den verschiedenen Strecken unterwegs. Ihn treffe ich am Zhuhai-Ufer, also dem kleinen Teich vor dem Bürger-Bade-Park. Auch er ist bereits zum zweiten Mal beim walk4help dabei, beim letzten Mal ist er drei und vier Kilometer gelaufen. Heute hat er die achter und sechser Strecke hinter sich. Nach unserer vierer Runde will er – nach einer kleinen Pause – schließlich auch noch die zwei Kilometer bewältigen. „Das ist dann schon ein halber Mammutmarsch“, bemerkt er.
Maik Reepschläger
Gute Stimmung und eine Rekordsumme
Wie zuvor Franziska van Almsick empfinde auch ich die Stimmung hier auf der Strecke als super und komme wie zuvor auch mit Jens und Lars noch mit anderen locker ins Gespräch. Dabei dreht sich gar nicht mal alles um das Event oder den Weltrekord. Lars ist zum Beispiel sehr musikbegeistert und so finden wir gleich mit unserem Faible für die Band „The Busters“ eine Gemeinsamkeit.
Am Portikus-Teich steht die letzte Scan-Station der Strecke Erde. Nachdem Helferin Julia von Camp Nummer 3 unsere Codes gescannt hat, möchte ich von ihr wissen, wie sie die Teilnahme einschätzt: „Wir hatten hier schon mehrere Hunderte, die Leute sind wirklich sehr fleißig“, bemerkt sie. Diesen Eindruck habe ich auch, denn auf dem Rückweg zum Start-Ziel-Punkt kommen uns wieder etliche neue Mitlaufende entgegen.
So gut wie das Wetter ist auch durchweg die Stimmung bei dieser wirklich tollen Charity-Veranstaltung. Sie lässt sich auch nicht trüben, als klar ist, dass der neue Schritte-Weltrekord um knapp 2.600 Kilometer verfehlt wurde. Doch für den guten Zweck, für den wir ja alle unterwegs waren, ist trotzdem eine Rekordsumme zusammengekommen: 2.024.341 Euro wurden auf 49.846 Kilometern gesammelt. Eine prima Leistung, die mehr als 10.000 Menschen in Braunschweig da erbracht haben – Chapeau an alle, die dabei waren!