Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Artgerechte Tierhaltung erleben: Zu Besuch auf dem Biohof Wegner in Bergfeld

  • Datum: 27. September 2019
  • Kommentare: 0
 (Bildrechte: Marike Bebnowski)
Foto von Marike Bebnowski
Marike Bebnowski
Alle Beiträge (14)

Als wir uns auf den Weg nach Bergfeld im Landkreis Gifhorn machen, um den Biohof Wegner zu besuchen, denke ich sofort an viele glückliche Kühe und Rinder, die ich sehen werde. Schließlich vermarktet der Hof sein Rindfleisch selbst – und das in Bioqualität. Auf dem Hof angekommen, belehrt mich Daniela Wegner, die diesen gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Söhnen führt, aber eines Besseren: „Die Kühe sind auf der Weide. Eine artgerechte Tierhaltung ist für uns oberste Prämisse. Bei uns fressen die Kühe Weidegras und haben immer Zugang zu dem frischen Futter.“

Artgerechte Haltung auf über 75 Hektar

So bekomme ich zwar kein Rind zu Gesicht, dafür aber einen Eindruck davon, was artgerechte Tierhaltung überhaupt bedeutet. So verschafft der Biohof seinen Kühen nicht nur den nötigen Auslauf, sondern verzichtet auf Enthornungen und Kastrationen und, wenn möglich, auf die Gabe von Antibiotika. In zwei Herden leben die Kühe im Umland von Bergfeld auf über 75 Hektar Grünland.

 

Der Hofladen lockt Stammkunden und Interessierte nach Bergfeld. (Foto: Marike Bebnowski)

Fleisch und Eier aus dem Hofladen

Der Besuch auf dem Hof lohnt sich. Denn im kleinen Hofladen gibt es allerhand Leckeres zu erwerben. Auf Bestellung natürlich das Bio-Rindfleisch. Dazu gibt es frische Eier, köstlichen Eierlikör sowie Eiernudeln. All das wird in Betrieben hergestellt, die die Philosophie des Hofes teilen – natürlich aus den hofeigenen Bio-Eiern der Freilandhühner. „Ich sehe es als die größte Aufgabe, die Menschen aufzuklären. Wenn man die Lebensmittel kennt, die man verzehrt, isst man sie mit Genuss“, sagt Wegner. Einmal im Jahr kommen der Kindergarten und die Schule zu Besuch, um sich den Hof anzuschauen und etwas über die Tiere und die ihre Produkte zu lernen.

Drei mobile Hühnerställe für über 800 Hühner

Auch wir sind neugierig, noch mehr über die Tiere des Hofes zu erfahren. Daher setzen wir uns kurzerhand ins Auto und fahren mit Daniela Wegner zu einem ihrer Hühnermobile, die auf einem Feld bei Bergfeld stehen. Als wir aussteigen, bietet sich uns ein großartiger Anblick: gesunde und mit Sicherheit auch glückliche Hühner. Sie scharren, picken und gackern – kein Vergleich zu Aufnahmen aus Legebatterien. Während ich selbst in meiner Kindheit mit Hühnern auf einem Hof aufgewachsen bin, sind die putzigen Tiere für meine Kinder Neuland.

Eiersammeln und Hühner streicheln

Die ersten Berührungsängste legen sich jedoch schnell, als die beiden mithelfen und Eier aus den Nestern einsammeln dürfen. Etwa 700 Eier legen die über 800 Hühner aus den drei Hühnermobilen in der Woche. Allein heute scheint die Sammelei gar kein Ende zu finden. Die Kinder wollen jedenfalls nicht mehr aufhören und trauen sich sogar ganz zaghaft, ein Huhn zu streicheln.

Ein Eiertaxi beliefert Gifhorner

Die frischen Eier können Kunden direkt auf dem Hof erwerben. Alternativ werden sie auch auf den Wochenmärkten in Gifhorn und Wolfsburg oder in Bioläden der Region verkauft. Zudem bietet Familie Wegner im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Bergfeld einen ganz besonderen Service: Das Eiertaxi. Ja, richtig gehört. Bis zu 40 Kunden werden wöchentlich direkt mit den leckeren Eiern beliefert. Ein gelungener Weg der Eiervermarktung.

Mitbegründer der Initiative „Südheide genießen“

Darüber hinaus ist der Biohof Wegner seit März 2010 als einer der Mitbegründer Teil der Initiative „Südheide genießen“. Diese versteht sich als eine gemeinsame Plattform für die zahlreichen Betriebe der Region und ihre vielfältigen Produkte. Hier geht es sowohl um Direktvermarktung, als auch um die Förderung möglicher Kooperationen zwischen den teilnehmenden Betrieben.

Hoffest und Adventsbasar locken Interessierte an

Und wer kauft sonst noch auf dem Biohof ein? „Das ist ganz unterschiedlich. Sowohl ältere Menschen mit kleiner Rente, die Hühnerwirtschaft noch von früher kennen. Aber natürlich auch viele Menschen im Berufsleben und häufig Familien mit Kindern“, berichtet Wegner. Viele von ihnen kommen auch zu den Veranstaltungen des Hofes, wie etwa dem jüngst stattgefundenen Hoffest, zum Erntedankfest oder zum Weihnachtsbasar. Ich selbst nehme erstmal jede Menge Eier von glücklichen Hühnern mit nach Hause und freue mich schon auf mein Frühstücksei.

0 Kommentare

Kommentieren